• Olé.
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Leipzig - München - Venedig

Die heilsame Kraft der Kunst Read more
  • Trip start
    November 7, 2024

    Die Kraft des gedruckten Wortes

    November 7, 2024 in Germany ☁️ 6 °C

    Hochschule für Grafik und Buchkunst, Donnerstag 18 Uhr, Werkstatt für Handsatz. Ein halbes Dutzend Menschen sitzt um den Tisch, Projektvorstellung. Thema: Formen des politischen Protests. Vielfältig die Ideen, Gedanken, Ansätze. Lebhaft der Austausch. Gemeinsam suchen wir nach Möglichkeiten, öffentlich wirksam zu sein. Die Kunst als Protest nach außen zu tragen …

    Meine Vorstellung ist klar. Ein Respekt-Los, Unterzeile “ Dieses Los gewinnt nichts”. Mit Handsatz und Kniehebelpresse entsteht der erster Entwurf - zu langsam dieser Weg für eine höhere Auflage. Die Lösung: Ich will die Holzletter digitalisieren, für das Plakat verwenden, mittels Risograph verfielfältigen. Ein längerer Weg. Nach 21 Uhr sind die Großbuchstaben gedruckt, die Hände von der Druckerschwärze befreit. Ich schreite hinaus, beschwingt, erfreut. Hier bin ich richtig.
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  • Andy und Keith

    November 8, 2024 in Germany ⛅ 7 °C

    Es ist das erste Mal, das Andy Warhol und Keith Haring gemeinsam in einer Ausstellung präsentiert werden. “Party of Life” nennt sich die Schau im Münchner Museum Brandhorst.: “Der Titel der Schau ist dem Motto von Keith Harings Geburtstagsfeiern entlehnt und erzählt vom Kosmos der 1980er-Jahre, von MTV, Discos, Voguing, Hip-Hop, New Wave und Graffiti. In diesem Umfeld zeichnet die Ausstellung Warhols und Harings Künstlerfreundschaft nach. Mit über 130 Werken offenbart sie Parallelen in ihrem künstlerischen Selbstverständnis, ihrer Offenheit für Kooperation und gemeinschaftliche Projekte sowie eine gemeinsame Vision: Kunst sollte zugänglich sein und möglichst viele Menschen erreichen.” Zu sehen noch bis 26.01.2025.

    https://www.museum-brandhorst.de/ausstellungen/…
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  • Schreibwerkstatt

    November 9, 2024 in Germany ☁️ 4 °C

    Andreas Altmann, liebevoll Meister genannt, lädt zur Schreibwerkstatt und elf Frauen und Männer kommen. Im Gepäck Texte zu den Themen “Kann die Wissenschaft unser Bedürfnis nach Wahrheit befriedigen?” oder “Schuldet uns der Staat etwas? Und wenn ja, was?”. Kein leichtes Unterfangen, zu einer der beiden Fragen 2.500 Zeichen aufs Papier zu bekommen. Und wie immer, sind die Antworten vielfältig, der Austausch inspirierend und jeder von uns geht am Abend bereichert und schlauer nach Hause, ins Hotel oder in meinem Fall auf den Ostbahnhof, um in den Nachtzug nach Venedig zu steigen. Dankeschön euch allen.Read more

  • Ankommen im Fremden

    November 10, 2024 in Italy ☀️ 16 °C

    Der Zug rollt pünktlich in den Bahnhof ein. Verschlafen trete ich hinaus, die Sonne scheint mir in die Augen. Ich blinzele und grinse zugleich. Glück und Freude zieren mein Gesicht. Ich mag “Hurra” schreien, so erfreut bin ich, wieder hier zu sein. Es ist erst das zweite Mal, aber spätestens als ich mit dem Vaporetto über den Canale schippere, durch enge Gassen laufe, meinen ersten Café in vertrauter Umgebung trinke, spätestens da wird mir klar: Es gibt neben Lissabon eine zweite Liebe.

    “Wir sind Fremde, überall” übersetze ich das Motto der diesjährigen Biennale für mich. Und wir begegnen dem Fremden. Wie eben auf der Biennale. Für mich eine Bereicherung.
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  • Liminal - Übergangszustand

    November 11, 2024 in Italy ☀️ 11 °C

    Es ist eine dieser Begegnungen, die aus dem Sichtreibenlassen entstehen: Vaporettostation Salute, spontaner Ausstieg. An der Punta della Dogana ist sichtbar “Exhibition” zu lesen. Für einen Biennale freien Montag ein erfreulicher Schriftzug, der im Titel verrät, “Pierre Huyghe - Liminal”. Auf Grund von Neugier und falsch gelesenem Eintrittspreis verlassen unerwartet 18 Euro mein Konto. Ein Abendessen, ist mein Gedanke. Was folgt, kann kein Gastrobesuch liefern. Kunst, die bewegt, verstört, aufwühlt, berührt. Zumindest mich. - Ich betrete einen dunklen Raum. Nur langsam gewöhnen sich die Augen an das fehlende Licht. Auf einer überdimensionalen Leinwand eine Frau, nackt, ausgeliefert, das Gesicht ein schwarzes Loch. Gebannt starre ich nach vorn, bin fasziniert. Distanz und Nähe verschmelzen, Vergangenes kommt in den Sinn, Neues entsteht. Transformation, Übergang. Die weiteren Projektionen, Objekte und eine Performance ziehen mich ebenso in den Bann.

    Nach zwei Stunden verlasse ich das Museum, schaue ins Sonnenlicht und bin geblendet. Was für eine Ausstellung, ist nun mein Gedanke.
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  • Farbenfroh

    November 11, 2024 in Italy ☀️ 13 °C

    Ich brauche eine Kontrastprogramm. Keine Kunst mehr am heutigen Tag, voll ist der Speicher. So fahre ich zur Rialtobrücke, laufe durch die Gassen Richtung Norden und besteige das Boot nach Burano, einer farbenfrohen Insel mit viel Charme.

    Angekommen, spült das Schiff mehr Menschen an Land, als ich in den nächsten Stunden Einheimische sehe. Bei diesem Meer an Farbe bin ich verwundert. Wer wohnt hier und wo seid ihr? Touristenmüde vermute ich, im Wohnzimmer sitzend. Die Farben, die mich erfreuen, sehen sie täglich. Nichts Neues. Für mich eine wohltuende Entdeckungsreise, eine Fotoexkursion.

    PS: Bitte ein bisschen weniger Romantik in meinem Kopf beim nächsten Besuch.
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  • Arsenale

    November 12, 2024 in Italy ☀️ 10 °C

    Arsenale, das alte Werftgelände, ist der zweite Sammelpunkt für Kunst innerhalb der Biennale. Knappe acht Stunden lief ich durch die Hallen, entdeckte spannende Länderpavillons und vielfältige Werke verschiedenster Künstlerinnen. Für mich ein ungemein bereichernder; inspirierender Weg. Poetisches, Organisches, Video, Malerei, Diversität prägen unter anderem die Ausstellung. In Erinnerung bleiben mir in erster Linie der italienische Pavillon, eine mit Gerüststangen zur Kathedrale umgebaute Halle, bespielt mit atmosphärischen Orgelklängen, die Präsentation von Benin namens „Everything Precious is Fragile“ und zwei Tanzprojekte: „Falling Reversely“ von Isaac Chong Wai und Ahmed Umars „Talitin, The Third“.

    Weitere Informationen unter https://www.labiennale.org/en/art/2024.
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  • Noch einmal alles bitte

    November 13, 2024 in Italy ☀️ 11 °C

    Den letzten Tag bis zur letzten Minute auskosten. Sonne und alles aufsaugen. Dass heißt, als erstes ins Café gehen, Macchiato und Cornetto a la Crema ordern und am Ende des Tages die Bar nebenan für Cicchetti und einen Prosecco aufsuchen. Dazwischen: Berlinde De Bruyckeres “City of Refuge III” in der Kirche San Giorgio am eigenen Leib erspüren, die Pavillons von Armenien und Nigeria beim Stadtgang entdecken, zum zweiten Mal die Türen des Graphic Stores “Small Caps” geschlossen vorfinden, zur Isola la Certosa schippern und im Giardini die Biennale-Abschiedsrunde drehen: In Frankreich gefühlt tanzen, in Deutschland nachdenkliche Inspiration und bei den Amerikanern ins Farbenmeer tauchen. Und jetzt mit dem Nachtzug - mit Bettwäsche und Hausschuhen im Schlafwagen - in die kalte, graue Heimat.Read more

  • Nachbetrachtung

    November 14, 2024 in Germany ☁️ 0 °C

    Was für eine Fülle. Was für eine Vielfalt. Was für ein Glück. Und gleichzeitig Dankbarkeit, für all das.

    Rückblickend die Frage: Was waren in diesen intensiven Tagen die Höhepunkte?

    Top 6 der Länderpavillons:
    Italien → https://tinyurl.com/3xnby2sj
    Deutschland → https://tinyurl.com/3k3ycvxu
    USA → https://tinyurl.com/2a6smywn
    Polen → https://tinyurl.com/333enrvd
    Benin → https://tinyurl.com/2y45yfxf
    Frankreich → https://tinyurl.com/32wzbu7s

    Top 6 der Künstlerinnen:
    Berlinde De Bruyckere, Belgien
    → https://tinyurl.com/245ewy3y
    Pierre Huyghe, Frankreich
    → https://tinyurl.com/2fz8jky8
    Isaac Ching Wai, China
    → https://tinyurl.com/3mskrnay
    Ahmed Umar, Sudan
    → https://tinyurl.com/28ndjtwz
    Bouchra Khalili, Marokko
    → https://tinyurl.com/27navk64
    Kiluanji Kua Henda, Angola
    → https://tinyurl.com/yvytz9bz

    Ein Dutzend Dinge um Venedig zu lieben:
    1) Auf sanft schwankenden Pontons am Canale auf das Vaparetto warten.
    2) Ziel- und orientierungslos durch enge Gassen laufen.
    3) In der Sonne sitzen und einen Negroni trinken. Zu wissen, es ist zu früh dafür.
    4) Die Rialto Brücke meiden.
    5) Den ersten Espresso an einer Bar im Stehen nehmen.
    6) Mit einem Tiramisu-Eis auf einem Platz stehen, die Augen schließen und den Geschmack auf der Zunge zergehen lassen.
    7) Sich darüber freuen, verstanden zu werden.
    8) Der Klang des Morgens: Erste Glockenschläge, Möwen schreien, fern das Brummen der Schiffsmotoren.
    9) Den Unterschied von A und B der Vaparettos begreifen.
    10) Vom Bett aus die ersten Sonnenstrahlen auf der unverputzten Hauswand gegenüber wahrnehmen.
    11) Kunst entdecken.
    12) Lächeln.
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  • Abschied und Anfang

    November 14, 2024 in Germany ☁️ 7 °C

    Die Reise endet dort, wo sie angefangen hat: In der Hochschule für Grafik und Buchkunst. Nach den Großbuchstaben der vergangenen Woche folgen heute die Kleinbuchstaben. Das Respektlos ist fehlerfrei gedruckt und wartet auf seine Nachbehandlungen. So wird jeder Abschied zu einem neuen Anfang.
    PS: „Respektvoll“ rief es mir bei der Ankunft in Leipzig entgegen …
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    Trip end
    November 14, 2024