• Tag 11, Weiterfahrt mit Hindernissen

    September 20 in Italy ⋅ ☀️ 26 °C

    Um 11:00 Uhr verlassen wir den Campingplatz. Da heute lediglich rund 530 Kilometer vor uns liegen, sind wir zuversichtlich, unser Etappenziel in Albenga noch rechtzeitig am Abend zu erreichen. Tine wirft zwar kurz die Frage in den Raum, ob ich denn reserviert hätte, doch ich winke ab: „Mitte September ist hier sicher problemlos etwas frei.“

    Nun, im Rückblick war das wohl etwas blauäugig – vermutlich noch zu sehr verwöhnt von Norwegen, wo man um diese Jahreszeit ohne Reservierung jeden x-beliebigen Platz ansteuern kann und stets ausreichend Freiraum findet. Aber zurück zu unserer aktuellen Tour: Die ersten 250 Kilometer laufen wie am Schnürchen, ehe uns eine erste Teilsperrung bzw. ein zäher Stau gut eineinhalb Stunden kostbare Fahrzeit kostet. Wir nehmen es noch gelassen. Als uns dann jedoch ein zweiter Stau nochmals 90 Minuten raubt, dämmert uns, dass wir den Wunsch-Campingplatz vor dessen Schließung um 20:30 Uhr wohl kaum mehr rechtzeitig erreichen werden.

    Nachdem sich das Blechgewitter endlich aufgelöst hat, trete ich das Gaspedal etwas fester durch als üblich. Tatsächlich rollen wir exakt fünf Minuten vor Geschäftsschluss auf den Vorplatz der Rezeption. Doch die nächste Enttäuschung folgt sofort: Der Platz ist restlos ausgebucht, und auch die nächste Anlage im Ort hat keine Kapazitäten mehr.

    Ein kurzer Blick in die App bringt schließlich die Rettung: Ich entdecke einen alternativen Stellplatz für die Nacht, den wir kurz darauf in Marina di Andora ansteuern. Vor Ort stehen wir zunächst vor verschlossener Schranke, und auch der kleine Kiosk ist unbesetzt. Doch das Glück ist uns hold – ein freundliches italienisches Ehepaar greift beherzt zum Telefon, ruft den Betreiber an, und wie von Geisterhand öffnet sich die Schranke.

    Nachdem wir unseren Stellplatz bezogen haben, vertreten wir uns bei einem kurzen Spaziergang noch ein wenig die Beine. Für morgen hoffen wir, die verbleibenden 400 Kilometer nach Saintes-Maries-de-la-Mer möglichst staufrei zu bewältigen.
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