• Etappe 3: Doppeletappe nach Blackwaterfoot

    June 29 in Scotland ⋅ ☁️ 15 °C

    Nach dem spartanischen Jugendherbergsfrühstück ging es heute auf eine lange Etappe. Eigentlich wären das zwei Etappen, aber auf diesem Abschnitt sieht es eher schlecht aus mit Unterkünften, es gibt nur ein paar Cottages für Selbstversorger, aber keine Hotels oder Pensionen. Darum haben wir uns überlegt, dass wir beide Etappen am Stück gehen. Zusammen sind sie knapp 31 km lang, das ist schon eine Herausforderung, aber sie sind relativ flach, man geht den Großteil auf der Straße, und zur Not könnte man ein Stück mit dem Bus fahren. Also challenge accepted.
    Hinter Lochranza führte der Weg nach oben und ging etwa 3 km am Hang über der Küstenstraße entlang. Es ging gemächlich los, aber bald war der Weg wieder richtig übel. Steinig, durch Farne hindurch, mit riesigen Sumpflöchern, einfach zum Abgewöhnen. Wir kamen nur langsam voran, und waren schon am Anfang genervt, angesichts der Strecke die vor uns lag. Irgendwann kam dann der steile Abstieg hinunter zur Straße. Dann ging es auf der frisch geteerten Straße weiter, dort kamen wir zügig voran. Gegen Mittag, nach etwa 10 km, konnten wir uns in einem Dorfladen was zum Essen und Trinken kaufen, haben die Mittagspause auf der Bank vor dem Laden gemacht. Dann ging es weiter auf der Straße, wo es die ganze Zeit nur wenig Autoverkehr gab. Wir kamen an Schafen, Schwänen und Robben vorbei. Später gab es einen längeren Abschnitt, wo die Straße etwas höher verlief, aber der Weg an der Küste weiterging. Wir haben kurz überlegt, weiter der Straße zu folgen, sind dann aber doch dem Weg gefolgt, der anfangs gut zu gehen war, aber bald darauf wieder richtig Kacke wurde. Erst auf dem Steinstrand, dann mussten wir wieder an mehreren Stellen über Felsen klettern, sind fast im Sumpf versunken, und Farne waren natürlich auch wieder dabei. Es ist mir unverständlich, wie so ein Weg als Wanderweg deklariert wird, den ja auch Menschen mit Gepäck gehen wollen. Wir waren jedenfalls froh, als wir wieder die Straße erreicht hatten.
    Weiter ging es auf der Straße, die nahe an der Küste verlief. Langsam wurden die Beine schwer und die Füße schmerzten, aber wir wollten durchziehen. Hin und wieder kurze Pausen, um die Füße zu lüften. Wir haben sogar abgelehnt, als uns 8 km vor dem Ziel von zwei netten Damen aus einem Golfclub eine Mitfahrgelegenheit angeboten wurde. Wir sind also bis zum Schluss gegangen, wobei wir auf dem letzten Abschnitt der Straße gefolgt sind, wo der Weg noch einen Schlenker an die Küste gemacht hat (an einer Höhle vorbei, die wir uns eh nicht mehr angeschaut hätten...), so haben wir knapp 3 km gespart, und sind am Ende 29,2 km gegangen, dafür haben wir 8 Stunden gebraucht, und waren ganz schön fertig.
    Das Kinloch Hotel, das einzige im Ort, ist ziemlich teuer, aber gut, wir haben ein geräumiges Zimmer mit Meerblick. Das Essen im Restaurant hat auch sehr gemundet.
    Es ist ja gerade noch Fußball-WM, und gerade läuft im Fernsehen bei BBC 1 das Sechszehntel-Finale Deutschland gegen Paraguay, Manuel Neuer hat gerade das 0:1 kassiert. Dann 1:1 Ausgleich in der zweiten Hälfte. In der Verlängerung das 2:1 für Deutschland wird vom VAR aberkannt. Am Ende verliert Deutschland dramatisch im Elfmeterschießen 💩
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