• Nasse Füße auf Etappe 5 nach Whiting Bay

    July 1 in Scotland ⋅ 🌧 14 °C

    Heute war ein schöner Tag zum Wandern. Heiter bis wolkig, ein lauer Wind, um die 17 Grad. Nach dem Frühstück los Richtung Küste, durch einen Wald. Bald kam ein enger Abschnitt mit hohem feuchten Gras und Gestrüpp, da waren gleich Beine und Hose nass. Weiter ging es auf dem relativ breiten Strand, bevor wieder hohes Gestrüpp mit Diesteln, Dornenranken und sumpfigen Stellen kam. Man musste aufpassen, dass man nicht in eines der Löcher tritt, die sich zwischen den Steinen unter dem Gras versteckten. Aber dann kam der Hammer. Wir haben uns für die Variante entschieden, die den felsigen Küstenabschnitt umgeht, dafür musste man den Strand verlassen und bergauf gehen. Der "Weg" dort hoch war jedoch eher eine enge Schneise, die ins Gestrüpp gehauen wurde. Leider lief genau an dieser Stelle das Wasser den Berg hinab, und zwar nicht wenig. Der "Weg" lief also quasi im Fluss, alles war aufgeweicht und matschig. Wir kamen dort nicht mit trockenen Füßen hoch, irgendwann sind wir im Schlamm eingesunken, und Schuhe, Socken und Füße wurden überschwemmt und waren nass, und unsere Klamotten eingesaut. Wir waren echt bedient. Wir haben uns dann noch den Berg hochgeschleppt, an Kühen vorbei, bis zur Straße, wo zum Glück eine Bank stand, auf der wir die Socken gewechselt haben, was nicht allzuviel gebracht hat, weil die Schuhe und Einlegesohlen auch nass waren.
    Dann ging es mit feuchten Füßen erstmal auf der Straße weiter, durch grüne hügelige Landschaft. Wir gingen dann wieder Richtung Küste in das Dörfchen Kildonan, wo wir die nächste Pause am Wasser bei einem kleinen Café gemacht haben, zum Kuchen essen und Füße lüften. Weiter ging es recht steil bergauf an Farmen vorbei und später durch eine Heidelandschaft, die in einen Wald überging. Inzwischen gab es ein paar Regenschauer, war aber nicht zu schlimm. Kurz vor Whiting Bay kamen wir an den ziemlich beeindruckenden Wasserfall Glenashdale Falls, den man von einer Aussichtsplattform sehr gut sehen kann. Von dort ging es dann bergab Richtung Küste, wo wir noch ein ganzes Stück durch Whiting Bay zu unserer Unterkunft gehen mussten. Am Ende waren es etwa 21,5 km.
    Das Zimmer mit Meerblick ist recht geräumig, und wir haben unsere Klamotten überall verteilt und zum Trocknen aufgehängt. Heute haben wir uns zum Abendessen mal was im Laden um die Ecke geholt und auf dem Zimmer gegessen, weil es inzwischen durchgehend regnete und wir nicht mehr rausgehen wollten.
    Read more