• Hamburg – verspäteter Start ins schwimmende Abente

    February 27, 2022 in Germany ⋅ ☀️ 6 °C

    Unsere erste Kreuzfahrt begann direkt mit einer Premiere, auf die wir gut hätten verzichten können: Verspätung. Bei der Bahn rechnet man damit. Bei Flügen auch. Aber bei einem Kreuzfahrtschiff? Zwei Tage vor der geplanten Abreise teilte uns AIDA mit, dass unsere Reise erst 24 Stunden später starten würde. Erst später erfuhren wir, dass die AIDAsol wegen schlechtem Wetter selbst verspätet von ihrer vorherigen Reise zurückkam. Offenbar können also auch Kreuzfahrtschiffe „Sorry, komme später“ sagen.

    Normalerweise hätten wir diese geschenkte Zeit genutzt, um Hamburg standesgemäß unsicher zu machen. Ein bisschen Hafenluft, nachts die Reeperbahn, morgens Fischmarkt, danach leicht übernächtigt, aber maritim gestärkt an Bord. Der Plan war gut. Die Pandemie fand ihn schlecht.

    Wir befanden uns noch in den letzten Zuckungen der Corona-Zeit, und AIDA nahm das Thema sehr ernst. Wer positiv war, kam gar nicht erst an Bord – oder durfte vermutlich schneller wieder über selbiges, als ihm lieb war. Also verzichteten wir auf unnötige Abenteuer vor dem Abenteuer, buchten unsere Flüge kurzfristig für eine Gebühr um, bei der selbst die Kreditkarte kurz seekrank wurde, und erreichten Hamburg schließlich am 27. Februar.

    Vom Flughafen ging es mit der S-Bahn zu den Landungsbrücken und von dort mit dem Boot weiter Richtung Terminal. Und dann sahen wir sie: die AIDAsol. Stolz lag sie da, glücklicherweise nicht ganz so riesig wie manche schwimmenden Hochhäuser, aber groß genug, um sofort Fernweh auszulösen. Auf dem Weg zum Terminal fuhren wir schon einmal an ihrem Bug vorbei, der uns mit diesem typischen AIDA-Lächeln entgegenstrahlte.

    Da war er also: unser verspäteter, vorsichtiger, leicht chaotischer, aber trotzdem verheißungsvoller Start in die Welt der Kreuzfahrten.
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