• Check-in mit Nervenkitzel

    February 27, 2022 in Germany ⋅ ☀️ 8 °C

    Am Terminal angekommen, begann das große Einschiffungsritual. Es fühlte sich ein wenig an wie Zirkeltraining für Fortgeschrittene: immer schön im Kreis, Station für Station, nur ohne Sporthose und mit deutlich mehr Formularen.

    Der hochaktuelle Schnelltest schien dabei fast wichtiger zu sein als unser Ticket. Unsere Gesichter konnte man wegen der Masken ohnehin nur grob mit dem Ausweis vergleichen. Später wurden wir dann doch noch ohne Maske fotografiert. Nicht etwa als schönes Erinnerungsfoto für das Familienalbum, sondern eher im Stil einer erkennungsdienstlichen Behandlung. So konnte AIDA später prüfen, ob nach einem Ausflug wirklich wir wieder an Bord kamen. Vermutlich half es auch dabei, unliebsamen Passagieren besonders schnell ihre Kabine zuzuordnen.

    Dann wurde es richtig spannend. Wir mussten noch einen PCR-Test über uns ergehen lassen und durften uns anschließend in unsere Kabine in Quarantäne begeben. Die Ansage war schlicht und wirkungsvoll: Innerhalb der nächsten zwei Stunden würden wir über das Ergebnis informiert. Wenn unsere Boardinggruppe über Lautsprecher aufgerufen wird, ist alles gut und wir dürfen zur Sicherheitseinweisung. Wenn das Telefon klingelt, sieht die Sache eher nach Plan B aus.

    Zum Glück hatten wir eine Balkonkabine mit fantastischem Blick auf die Elbe. Und zum Glück hatte ich vorausschauend eine Flasche Schampus für unsere Ankunft bestellt. Also taten wir das einzig Vernünftige: Wir setzten uns auf den Balkon, genossen Sonne, Sekt und Aussicht und versuchten, die Sache mit der Quarantäne als exklusive Lounge-Erfahrung zu interpretieren.

    Bis plötzlich das Telefon klingelte.

    Mit einem sehr mulmigen Gefühl nahm ich ab. Am anderen Ende meldete sich jedoch nicht das Corona-Einsatzkommando, sondern das Wellnesscenter. Nach ursprünglicher Planung wären wir zu diesem Zeitpunkt bereits auf hoher See gewesen und hätten einen Massagetermin gehabt. Man wolle diesen nun gerne für uns umbuchen.

    Selten war ein Anruf wegen einer verschobenen Massage so erleichternd.

    Kurze Zeit später kam dann die ersehnte Durchsage: Unsere Boardinggruppe war negativ getestet und durfte zur Sicherheitseinweisung antreten. Also zogen wir im großen Rudel los und übten brav, wie man Schwimmwesten anlegt. Für den Ernstfall waren wir nun vorbereitet. Für die Kreuzfahrt irgendwie auch.
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