• Letzter Seetag – Seewölfe und Wellnessfinale

    March 11, 2022, Nordsee ⋅ 🌬 7 °C

    Norwegen lag nun im Rückspiegel. Die AIDAsol nahm stramm Kurs auf Hamburg. Zumindest so stramm, wie das auf der Nordsee eben möglich ist, wenn diese beschlossen hat, zum Abschied noch einmal ihre Muskeln spielen zu lassen.

    Hohe Wellen, steife Brise und Gischt begrüßten uns wie alte Bekannte. Doch wir waren inzwischen keine verunsicherten Kreuzfahrtküken mehr. Wir waren echte Seewölfe geworden und nahmen das Spiel der See mit unserem Schiff erstaunlich gelassen hin. Was in der ersten Nacht noch nach wilder Schiffsschaukel klang, fühlte sich nun fast schon vertraut an. Man wächst eben mit seinen Wellen.

    Den letzten Seetag nutzten wir zunächst für eine ausgiebige Massage. Dabei ging es uns deutlich besser als der Masseurin. Die Arme bemühte sich tapfer, uns zu verwöhnen und gleichzeitig ihre Seekrankheit im Griff zu behalten. Uns tat sie wirklich leid. Sie bestand jedoch darauf, dass unser Wohlergehen wichtiger sei als ihre Befindlichkeiten. Das war sehr professionell, sehr liebenswürdig und vermutlich auch ein klein wenig heldenhaft.

    Am letzten Abend wurde im Restaurant noch einmal alles aufgefahren, was die Kombüse hergab. Und nicht nur das: Es war liebevoll, kunstvoll und beinahe feierlich angerichtet. Das Auge isst ja bekanntlich mit. An diesem Abend wurde es gleich doppelt satt. Wir genossen das Essen, die Atmosphäre und dieses besondere Gefühl, wenn eine Reise langsam in ihren letzten großen Bogen einbiegt.

    Doch was wäre eine Reise ohne großes Finale?

    Die Mondwölfin wurde überrascht: Den Rest des Abends verbrachten wir ganz für uns allein in der Wellness-Suite. Ein Private Spa auf dem obersten Deck, mit Wasserbett, Sauna, Dampfbad, Buffet und Schampus. Nur für uns. Ungestört. Über uns der Himmel, um uns das Meer, unter uns die AIDAsol auf dem Weg nach Hamburg.

    Dort konnten wir einfach sein. Genießen. Abschalten. Nachklingen lassen. Und natürlich nutzten wir diese kostbare kleine Wellnesshöhle intensiv aus.

    So endete unser letzter Seetag nicht leise, sondern warm, prickelnd, sinnlich und sehr besonders. Draußen tobte die Nordsee weiter ihr Abschiedslied. Drinnen lagen zwei glückliche Seewölfe und ließen diese Reise noch einmal durch Herz und Haut ziehen.
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