• Rudeltreffen am Wolfshügel

    April 3 in Germany ⋅ ☁️ 11 °C

    Mit der Tram fuhren wir zunächst zu den Eltern der Mondwölfin. Von dort ging es in der elterlichen Familienkutsche weiter zum historischen Fischhaus.

    In einem der ältesten Dresdner Gasthäuser sollen einst Augustinermönche Bier gebraut und die erste Fischzucht betrieben haben. Heute diente das Restaurant als Treffpunkt für die alljährliche Osterwanderung des Rudels der Nachtwölfin.

    Drei Generationen der Familie füllten zwei große Tische im Nebenraum der Gastwirtschaft. Bei gutem Essen und leckeren Getränken wurde viel erzählt, herzlich gelacht und das Familienleben ausgiebig gefeiert.

    Gut gestärkt machten wir uns anschließend zur obligatorischen Wanderung auf. Aus Rücksicht auf die Älteren und zwei lädierte Teilnehmer fiel die Strecke diesmal deutlich kürzer aus. Sie führte zu einer nahegelegenen, zugleich tief im Wald versteckten Sehenswürdigkeit, deren Name passender kaum hätte sein können: dem Wolfshügelturm in der Dresdner Heide.

    Der 25 Meter hohe Stahlbetonturm wurde einst vom Stadtbaurat Hans Erlwein als Aussichtsturm auf dem 211 Meter hohen Wolfshügel am Ostrand des Albertparks errichtet. Kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs, am 8. Mai 1945, wurde er von der SS gesprengt. Heute ist nur noch der weitgehend erhaltene Sockel zu sehen.

    Nach einer gründlichen Erkundung der Ruine und ihrer Umgebung ließen sich weder weitere Spuren von Wölfen noch Hinweise auf andere Kreaturen entdecken. Also machte sich das Rudel wieder auf den Rückweg zum Parkplatz und verstreute sich anschließend für ein weiteres Jahr in alle Himmelsrichtungen.
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