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Rudelruf im Elbflorenz

Zwischen Familienrudel, Dresdner Altstadt und großer Musik führt uns diese Reise zur Matthäuspassion in die Kreuzkirche, durch die Heide zum Wolfshügel und mit reichlich Genuss, Bewegung und kleinen Abenteuern zurück nach Hause. Read more
  • Trip start
    April 1, 2026

    Abflug ins Elbflorenz

    April 1 in Germany ⋅ 🌙 10 °C

    Diese Reise führte uns ganz klassisch nach Dresden – mit Bus, Bahn und Flugzeug. Als wir den Trip planten und die Flüge buchten, war das Wohnmobil noch ein schöner Traum. Inzwischen parkt es längst vor dem Haus, während wir ausnahmsweise ganz öffentlich unterwegs sind.

    Der Anlass war gleich doppelt reizvoll: Zum einen stand ein Rudeltreffen mit Verwandten der Mondwölfin auf dem Programm, zum anderen erwartete uns am Vorabend des Karfreitags die Aufführung der Matthäuspassion in der Dresdner Kreuzkirche.

    Während die Mondwölfin nach Feierabend ihren Homeoffice-Wolfsbau verließ und sich mit Bus und Bahn auf den Weg zum Frankfurter Flughafen machte, hatte der Wanderwolf bereits einige Flugmeilen gesammelt. Ein Kundentermin hatte ihn zuvor nach Hamburg geführt.

    Am Abend fand das Rudel schließlich in der Senator Lounge zusammen. Bei Getränken, kleinen Leckereien und reichlich Vorfreude feierten wir die angenehmen Seiten des Vielfliegerlebens und warteten entspannt auf unseren Abflug nach Dresden.
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  • Die Gemeinschaft der Taxieroberer

    April 1 in Germany ⋅ 🌙 3 °C

    Der Flug nach Dresden war kurz und unspektakulär. Deutlich spannender gestaltete sich dagegen der Kampf um eines der wenigen Taxis vor dem Flughafen. Angesichts der offenbar noch immer praktizierten ostdeutschen Mangelverwaltung bei Droschken schlug uns eine alleinreisende Dame kurzerhand einen Pakt vor: Wir erkämpfen gemeinsam das nächste freie Taxi und teilen uns die Fahrt in die Stadt.

    Sie schien in dieser Disziplin bereits über reichlich Erfahrung zu verfügen. Das nächste Taxi war noch nicht einmal richtig zum Stehen gekommen, da schob sie sich bereits entschlossen an den Wartenden vorbei und stürmte das Fahrzeug.

    Schnell begriff ich die Aufgabe, die sie mir unausgesprochen zugedacht hatte: ihren Vorstoß gegen mögliche Handgreiflichkeiten renitenter Rentner abzusichern. Ich erledigte meinen Job, bugsierte die völlig überraschte Mondwölfin auf die Rückbank und sprang hinterher. Wenige Augenblicke später brausten wir als siegreiche Zweckgemeinschaft davon.

    In der Innenstadt stieg unsere Mitstreiterin aus, verabschiedete sich freundlich und die Gemeinschaft der Taxieroberer löste sich ebenso schnell wieder auf, wie sie entstanden war. Uns brachte die erbeutete Droschke anschließend auf direktem Weg zu unserem Hotel – nur wenige Schritte von der majestätisch erleuchteten Frauenkirche entfernt.
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  • Erst einmal die Pfoten hoch

    Apr 1–3 in Germany ⋅ 🌙 3 °C

    Nach dem langen Tag und der kurzen Aufregung am Dresdner Flughafen checkten wir im Hotel ein und bezogen unser Zimmer. Inzwischen war es fast Mitternacht, die Akkus waren leer und selbst der Entdeckerdrang hatte sich bereits schlafen gelegt.

    Für heute hieß es deshalb nur noch: Gepäck abstellen, in die Kissen sinken und die müden Pfoten ausstrecken. Dresden würde uns nicht davonlaufen. Die Stadt konnte auch am nächsten Morgen noch erobert werden.
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  • Geteilte Wege vor dem großen Abend

    April 2 in Germany ⋅ ⛅ 3 °C

    Die Nacht im Hotel verlief ruhig und störungsfrei. Am Morgen lockte ein einladendes Frühstücksbuffet, an dem wir uns ausgiebig für den bevorstehenden Tag stärkten.

    Danach trennten sich unsere Wege: Die Mondwölfin machte sich auf, ihr Dresdner Rudel zu besuchen. Der Wanderwolf hingegen verwandelte das Hotelzimmer kurzerhand in eine mobile Kommandozentrale. Mit Laptop, Headset und Videokonferenztechnik tauschte er sich mit Kollegen und Mitarbeitern über wichtige Themen aus.

    So folgte jeder seinem eigenen Plan – sie dem Ruf des Rudels, er dem Ruf des Kalenders. Und über allem lag bereits die Vorfreude auf den großen gemeinsamen Abend.
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  • Ein Fest für Augen und Ohren

    April 2 in Germany ⋅ ☀️ 11 °C

    Es wurde ein opulenter Abend in der Dresdner Kreuzkirche. Die besondere Akustik des mächtigen Kirchenschiffs trug die Stimmen des Chors und der Sopranistin kristallklar bis zu uns herüber.
    Mal schwebte die Musik sanft durch den Raum, mal erfüllte sie ihn mit gewaltiger Kraft – ganz ohne Mikrofone, Lautsprecher oder Verstärker. Dazu der große Chor, das riesige Orchester und diese eindrucksvolle Kulisse.

    Ein Abend, der nicht nur gehört, sondern beinahe körperlich gespürt wurde. Ein wahrer Genuss für Augen und Ohren.
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  • Ein Rockstar inkognito?

    April 2 in Germany ⋅ 🌙 4 °C

    Nach der Matthäuspassion wollten wir den Abend nicht einfach beenden, sondern ganz langsam ausklingen lassen. Die Auswahl an Bars war zu mitternächtlicher Stunde in der Dresdner Altstadt allerdings überschaubar.

    In die Schlange voller spätpubertärer Nachtschwärmer vor einem Club wollten wir uns lieber nicht einreihen. Am Ende hätte noch jemand vermutet, wir seien gekommen, um unsere Kinder dort herauszuholen.

    Im Ayers Rock wurden wir schließlich fündig. Neben Getränken von der Bar gab es zu später Stunde sogar noch etwas zu essen – und als Zugabe Livemusik. Am Keyboard saß ein Musiker, der mich verdächtig an Rod Stewart erinnerte. Nicht nur äußerlich, sondern auch mit seiner markant rauen Stimme hätte er problemlos als dessen Bruder durchgehen können. Ob als älterer oder jüngerer, blieb ungeklärt. Vielleicht hatte sich aber auch der Meister selbst inkognito unter das Dresdner Nachtvolk gemischt und wurde lediglich von uns erkannt.

    Wie auch immer: Bei leckeren Cocktails, spätem Essen und entspannter Livemusik fand dieser besondere Abend einen wunderbar passenden Ausklang.
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  • Frühsport im Schwitzkasten

    April 3 in Germany ⋅ ☁️ 5 °C

    Der nächste Morgen begann sportlich. Während die Nachtwölfin noch von Chören, Klarinetten und möglichen Rockstars träumte, schlich sich der Wanderwolf zu früher Stunde in den hoteleigenen Schwitzkasten.

    Nach dem vielen Sitzen der vergangenen Tage tat Bewegung dringend gut. Einige schweißtreibende Runden auf dem Peloton, begleitet von harten Technobeats und der virtuellen Trainerin Charlotte, brachten die Muskeln auf Betriebstemperatur und schmierten die müden Gelenke.

    Eine Yogasession zum Abschluss sorgte wieder für Länge, Gleichgewicht und etwas innere Ruhe. Nach der Dusche war der Wanderwolf endgültig wach und bereit für den Tag.

    Anschließend stärkten wir uns gemeinsam ausgiebig am Frühstücksbuffet, bevor wir das Hotel verließen und uns erneut ins Dresdner Abenteuer stürzten.
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  • Rudeltreffen am Wolfshügel

    April 3 in Germany ⋅ ☁️ 11 °C

    Mit der Tram fuhren wir zunächst zu den Eltern der Mondwölfin. Von dort ging es in der elterlichen Familienkutsche weiter zum historischen Fischhaus.

    In einem der ältesten Dresdner Gasthäuser sollen einst Augustinermönche Bier gebraut und die erste Fischzucht betrieben haben. Heute diente das Restaurant als Treffpunkt für die alljährliche Osterwanderung des Rudels der Nachtwölfin.

    Drei Generationen der Familie füllten zwei große Tische im Nebenraum der Gastwirtschaft. Bei gutem Essen und leckeren Getränken wurde viel erzählt, herzlich gelacht und das Familienleben ausgiebig gefeiert.

    Gut gestärkt machten wir uns anschließend zur obligatorischen Wanderung auf. Aus Rücksicht auf die Älteren und zwei lädierte Teilnehmer fiel die Strecke diesmal deutlich kürzer aus. Sie führte zu einer nahegelegenen, zugleich tief im Wald versteckten Sehenswürdigkeit, deren Name passender kaum hätte sein können: dem Wolfshügelturm in der Dresdner Heide.

    Der 25 Meter hohe Stahlbetonturm wurde einst vom Stadtbaurat Hans Erlwein als Aussichtsturm auf dem 211 Meter hohen Wolfshügel am Ostrand des Albertparks errichtet. Kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs, am 8. Mai 1945, wurde er von der SS gesprengt. Heute ist nur noch der weitgehend erhaltene Sockel zu sehen.

    Nach einer gründlichen Erkundung der Ruine und ihrer Umgebung ließen sich weder weitere Spuren von Wölfen noch Hinweise auf andere Kreaturen entdecken. Also machte sich das Rudel wieder auf den Rückweg zum Parkplatz und verstreute sich anschließend für ein weiteres Jahr in alle Himmelsrichtungen.
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  • Allein weiter durch die Dresdner Heide

    April 3 in Germany ⋅ ⛅ 10 °C

    Während die übrigen Rudelmitglieder ihre Fahrzeuge bestiegen und sich auf den Heimweg machten, war der Wanderwolf gerade erst auf Betriebstemperatur. Also trennte ich mich von der Gruppe und setzte meinen Weg allein fort.

    Durch die bewaldete Dresdner Heide wanderte ich bis an die Elbe. Dabei führte mich der Weg an den drei Elbschlössern Albrechtsberg, Lingnerschloss und Eckberg vorbei, die sich über dem Fluss wie eine elegante steinerne Wachmannschaft erhoben.

    Von dort ging es direkt am Elbufer weiter nach Loschwitz. Über das Blaue Wunder wechselte ich schließlich die Flussseite und gönnte mir im Schillergarten eine wohlverdiente Rast. Bei herrlichem Sonnenschein, aber noch erstaunlich kalten Temperaturen, wärmte ich mir die Pfoten an einer Tasse Glühwein. Vermutlich eine der letzten dieses Frühlings – und gerade deshalb schmeckte sie besonders gut.
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  • Spielabend in der elterlichen Höhle

    April 3 in Germany ⋅ ⛅ 8 °C

    Innerlich vom Glühwein gewärmt, wanderte ich weiter zur elterlichen Höhle der Mondwölfin. Dort hatte man sich inzwischen ausführlich über die Erlebnisse der vergangenen Zeit und die Pläne für die nahe Zukunft ausgetauscht.

    In geselliger Runde folgten einige Partien Triominos. Dabei wurden Augenmaß und Spieltaktik geschärft – vor allem aber gemeinsam gelacht und eine gute Zeit miteinander verbracht.

    Spät am Abend machten sich Mondwölfin und Wanderwolf schließlich mit der Tram auf den Rückweg in die Dresdner Innenstadt. Vorbei an der nächtlich beleuchteten Frauenkirche zogen wir zu unserem Schlafgemach im Hotel.
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  • Getrennte Wege und zweifelhafte Doppelgänger

    April 4 in Germany ⋅ ☁️ 11 °C

    Am nächsten Morgen trennten sich die Wege von Mondwölfin und Wanderwolf – fürs Erste.

    Während die Mondwölfin in Dresden blieb, um das Osterfest mit ihren Eltern zu verbringen, machte sich der Wanderwolf völlig unaufgeregt mit Bus und Bahn auf den Weg zum Flughafen. Von dort ging es zurück nach Frankfurt, um die Ostertage wiederum mit seinem eigenen Rudel zu verbringen.

    Nach der Sicherheitskontrolle wurde er freundlich von zwei ausgesprochen lustigen Gestalten begrüßt. Besonders auffällig: Einer von ihnen trug einen Pullover, der dem des Wanderwolfs verdächtig ähnlich sah.

    Nicht, dass hier am Ende noch falsche Schlüsse gezogen werden. Die Ähnlichkeit war selbstverständlich rein zufällig. Vermutlich.
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  • Zurück in der eigenen Höhle

    April 4 in Germany ⋅ ☁️ 15 °C

    Sicher in Frankfurt gelandet, legte der Wanderwolf den letzten Teil der Reise ganz klassisch mit dem Auto zurück.

    Zu Hause angekommen, wurde er bereits freudig von seinem Rudel begrüßt. Damit endete die Dresdner Reise dort, wo jede gute Reise enden darf: in der eigenen Höhle, umgeben von vertrauten Gesichtern und dem Gefühl, genau zur richtigen Zeit wieder da zu sein.Read more

    Trip end
    April 4, 2026