• Cap Formentor – endlich mal gnädige See

    Aug 11–12 in Spain ⋅ ☀️ 30 °C

    Nach dem Frühstück ging es weiter nach Norden – heute allerdings nicht unter Segeln, sondern mit Motorkraft. Der Wind hielt sich vornehm zurück und war zu schwach, um uns vernünftig voranzubringen. Auch die Wellen zeigten sich erstaunlich zahm.

    Fast so, als hätten sie nach den letzten Tagen beschlossen, uns heute einmal in Ruhe zu lassen.

    Am frühen Nachmittag erreichten wir schließlich das Cap Formentor. Wir passierten die markante Nordspitze Mallorcas und ankerten wenig später in einer Bucht auf der anderen Seite.

    Und dort blieben wir. Unser Platz für den restlichen Tag – und für die Nacht.

    Es gab etwas Leckeres zu essen, ausgiebige Erfrischung im Meer und vor allem etwas, das inzwischen fast kostbarer war als ein guter Liegeplatz:

    Schlaf.

    Nach den kurzen und unruhigen Nächten der vergangenen Tage nutzten wir die Ruhe, um verlorene Stunden nachzuholen. Manche an Deck, manche unter Deck, jeder dort, wo Körper und Kreislauf gerade Frieden fanden.

    So wurde aus einer Etappe ohne große Segelaction genau das, was die Crew brauchte:

    ein ruhiger Nachmittag, warmes Wasser, gutes Essen und endlich einmal Zeit, einfach nichts zu müssen.

    Zum Abendessen übernahm Roland erneut die Kombüse und servierte Pasta mit Thunfisch in einer Paprika-Erbsen-Mayonnaise-Sauce.

    Klingt ungewöhnlich. War aber ausgesprochen lecker. Die Schüssel wurde jedenfalls nahezu vollständig geleert. Für die Fische blieb nur ein kleiner Rest übrig – hoffentlich wissen sie die Kostbarkeiten unserer Bordküche ebenso zu schätzen wie wir.

    Danach dauerte es nicht mehr lange, bis sich die Müdigkeit durchsetzte.

    Claudia und ich bezogen unsere Schlafplätze an Deck, während der Rest der Crew nach unten in die Kabinen verschwand.

    Damit wurde es langsam still auf der Fopadech.

    Ein voller Magen, eine ruhige Bucht und endlich einmal Aussicht auf eine Nacht, in der nicht Hafenlärm, Regen oder Wellen das Kommando übernehmen sollten.

    Mehr Luxus braucht es auf See manchmal gar nicht.
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