• Kurs auf die schwarze Sonne

    August 12 in Spain ⋅ ☀️ 30 °C

    Unsere nächste Etappe begann zu schlafwandelnder Zeit. Als die Morgendämmerung über dem Meer aufstieg, holten wir den Anker ein und setzten unsere Reise entlang der Nordküste fort.

    Zunächst ging es wieder mit Motorkraft weiter. Der Wind hielt sich zurück, dafür zeigte sich das Meer von seiner friedlichsten Seite. Fast spiegelglatt lag es vor uns und ließ die Fopadech ruhig durch das Wasser gleiten.

    Irgendwann schob sich die Sonne über den Horizont. Sie strahlte, als gäbe es kein Morgen. Was angesichts unseres Tagesprogramms durchaus eine gewisse Ironie hatte.

    Die schroffen Felsen der Nordküste ließen sich davon ebenso wenig beeindrucken wie von unserer Anwesenheit. Sie standen einfach da, stoisch, grau und mächtig. Nur das Meer spielte mit und spiegelte das Morgenlicht.

    Im Torrent de Pareis ankerten wir schließlich. Zuvor manövrierte Roland die Fopadech geschickt durch ein kleines Nadelöhr aus anderen Booten bis erstaunlich nah an den schmalen Strand heran.

    Dann gab es nur noch eine vernünftige Entscheidung:

    Rein ins Wasser. Das Meer war hier glasklar. Der Grund schien zum Greifen nah, die Sicht war fantastisch und die Temperatur genau richtig, um entweder ein paar Runden schwimmen oder sich einfach treiben zu lassen und so zu tun, als gäbe es keinerlei Termine.

    Danach begann die nächste große Bordoperation: Frühstück.
    Die kleine Kombüse verwandelte sich innerhalb weniger Minuten in eine Art kulinarisches Großraumbüro. Obst wurde geschnippelt, Orangen gepresst, Rührei zubereitet und die Bialetti arbeitete unter Volldampf. Es wurde geschnippelt, gerührt, gebrutzelt und Kaffee produziert, als müssten wir eine Expedition versorgen.

    Dann war alles fertig. Der Tisch wurde gedeckt und die Crew stärkte sich für den Tag. Schließlich stand am Abend ein seltenes kosmisches Großereignis bevor. Und wer weiß schon, wie viele Kalorien man braucht, um eine totale Sonnenfinsternis angemessen zu bestaunen?

    Nach einem ausgiebigen Frühstück und einer weiteren Runde im Meer holten wir den Anker ein und setzten unsere Fahrt entlang der Küste fort.

    Unser Ziel kam langsam näher. Oder wir ihm.

    Und irgendwo über uns strahlte die Sonne noch einmal völlig unbeeindruckt weiter.

    Noch.
    Read more