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  • Day12

    Pinienwälder und türkis farbenes Wasser

    October 6, 2018 in Greece ⋅ 🌙 18 °C

    Ich traue es mich nicht niederzuschreiben. Also gefühlt war die Nacht fast schlaflos. Aber - und das ist wichtig - die wachen Momente waren herrlich. Allein nur dazuliegen und dem Rauschen des Meeres zuzuhören, war es wert. "Schuld" diesmal an der nächtlichen Unruhe, war das BETT. Eine durchgehende Matratzen und das Gestell hat gequietsch. Bei jeder Bewegung von Olaf und bei jeder Bewegung von mir. Man traute sich nicht umzudrehen, um den anderen nicht wieder wach zu machen. Und jetzt kommt wieder ein aber. Neben dem herrlichen Meeresrauschen, drang auch der Duft von dem Jasmin-Strauch unter uns ins Zimmer. Diese Mischung aus Meeresrauschen und Jasminduft war herrlich.

    Der Morgen kam, wir meditierten und standen auf. Zunächst packten wir unsere Rucksäcke und gingen dann zum Frühstück. Wir saßen auf der Terrasse am Meer, wo wir gestern schon bei der Ankunft gesessen haben. Wir bekamen das Frühstück aus Brot, Kaffee Obstsalat, Marmelade und köstlicher frisch gepresster Orangensaft. Danach bezahlten wir, bedankten uns bei der jungen Frau an der Rezeption für den wirklich schönen Aufenthalt und machten uns auf dem Weg zum E4.

    Noch in Agia Roumeli selbst, gingen wir über eine Brücke, stiegen leicht über Sand bergauf zu einem Gatter. Das Tor öffneten wir uns verschlossen es so, wie wir es vorgefunden hatten. Viele Ziegen sahen uns neugierig an, aber es schien so, als wenn sie Wanderer schon kennen. Sie blieben fast teilnahmslos in der Sonne oder im Schatten liegen.

    Ein schmaler, leicht ansteigender Sandpfad führte uns entlang an der Küste. Es gab immer wieder wunderschöne und zum Teil bizarre Felsformationen zu sehen. Seiner Fantasie konnte man hier freien Lauf lassen. Immer wieder sahen wir flache Steine zu kleinen oder großen Pyramiden aufgeschichtet. Die leichte Brandung vom Meer wirkte sehr entspannend. Der Weg war nur einen sehr kleiner Trampelpfad und führte uns immer weiter nach oben aber immer an der Küste entlang. Von oben hatten wir zwischen den Pinien hindurch immer wieder magische Ausblicke auf die türkis farbenden Buchten. Diese Anblicke werden wir wohl nie vergessen.

    Mittlerweile stieg die Sonne mehr und mehr nach oben und wir begannen zu schwitzen. Voller Übermut entledigte ich mich von meinem Shirt und ging Oberkörper frei weiter. Nachdem wir den Pinienwald durchschritten hatten, erreichten wir einen Ort Namens "Agio Pavlos". Eigentlich eine alte kleine Kirche, aber auch ein kleine Taverne. Dort tranken wir etwas kühles und erfrischendes. Denn es war wirklich sehr heiß geworden. Danach stiegen wir wieder zum Pfad vom E4 durch den Sand nach oben und von nun an wurde der Weg spektakulärer. Nicht nur das er steiniger, geröllinger und schmaler würde. Nein er führte auch ca 100m oberhalb der Küste entlang, welche doch Recht steil rechts abfiel. Für Menschen mit Höhenangst schwer zu meistern - also auch für mich. Mehrmals atmete ich durch, dann wieder schneller um mich im nächsten Augenblick wieder zu beruhigen. Innerlich sang ich komische Lieder und sagte mir, dass ich schon schlimmere Wege gegangen bin. Auch das andere Menschen diesen Weg schaffen half mir dabei. Es war absolut notwendig, dass man sich auf den Weg konzentrierte. Wollte man die Umgebung sehen, müsste man stehenbleiben. Weitergehen und sich dabei gleichzeitig umschauen, könnte einem das Leben kosten, so meine Vorstellung. Zu schaffen machte einem nicht nur die Höhe, sondern auch die Sonne. Es gab keinen Schatten, kein Lüftchen wehte um uns zu kühlen. Wir freuten uns darauf, dass, wenn wir uns wieder der Küste nähern, dann ein Bad in dem herrlichen blauen Wasser nehmen werden.

    Immer wieder begegneten uns Ziegen und auch Menschen. Die Ziegen leben hier, die Menschen ziehen vorrüber. Unter dem einzigen Baum weit und breit, war eine ganze Ziegenherde versammelt und schauten, meiner Meinung nach, irgendwie den bunten staksigen Menschen hinterher. Bald sollten wir den Strand "Marmara" erreichen. Dort wollten wir ein erfrischendes Bad zu uns nehmen. Aber zunächst mussten wir natürlich von 100m wieder auf 0m herunter kommen. Atemtechniken sind was tolles 😉.

    Am Kiesstrand waren wir natürlich nicht alleine. Er ist entweder zu Fuss oder per Wassertaxi zu erreichen. Wir nahmen ein wirklich sehr erfrischendes Bad in dem blauen Wasser und schwammen etwas an der Küste entlang. Von dort aus sah man viele Höhlen, in welche man auch hinein schwimmen konnte. Es war ein wirklich sehr schöner und erholsamer Augenblick zugleich. Ich konnte in dem Wasser auf dem Rücken schwimmen ohne unter zu gehen. Das war cool. Olaf durchschwamm sogar eine der Höhlen - das war auch cool.

    Anschließend ließen wir uns trocknen und dann ging es weiter auf dem E4. Und es wurde "schlimmer". Zuerst ging es, wie immer, nach oben an den steinigen Küstenfelsen. Dann musste man sich sowohl bei den Auf- und Abstiegen an den Felsen festhalten und klettern. Und das mit den Rucksäcken. Habe ich schon die tolle Atemtechniken erwähnt? Hier kamen sie voll zum Einsatz für mich. Ein Abenteuer, an welches ich sicherlich noch lange denken werde.

    Unten freudig angekommen, beglückwünschten wir uns gegenseitig. Von nun an war es bis zu unserem Ziel und Unterkunft nicht mehr lang. Leider erfuhren wir von dem sehr ehrlichen Manager Pavlos, dass er einen Fehler gemacht habe und kein Zimmer für uns frei sei. Aber er würde sich kümmern, dass wir in "Loutro" etwas bekämen. Wir wollten aber zwei Tage bleiben und das war dann auch die Bedingung für die Unterkunft in Loutro - ebenso wie das in Preis enthaltene Frühstück. Er regelte alles und spendierte uns ein Bier. Er wollte ja auch ein Wassertaxi organisieren, aber wir lehnten ab. Wir bedankten uns für seine Hilfe und gingen weiter. Erneut über staubige Pfade und natürlich wieder nach oben. Aber diesmal nicht direkt an der Küste entlang, sondern etwas im Landesinneren. Wir sahen eine kleine alte Festung. Welche eigentlich wie eine kleine Ruine von einem Schloss aussah. Diese haben wir kurz besichtigt und begannen dann den Abstieg nach Loutro. Ein sehr kleiner und wirklich schöner Hafenort. Weiß getünchte Häuser in einer blauen Bucht - herrlich. Dann suchten wir das Hotel "Madares" und fanden es recht schnell. Was aufgrund der Größe des Ortes kein Problem war. Freudig begrüßt man uns als wir erwähnten, das wir von "Pavlovs" kommen. Sie gaben uns den Schlüssel. Wir hatten keine Ahnung, was für ein Zimmer uns erwartet. Aber das, was wir bekommen haben, war ein Zimmer mit Meerblick und Blick auf Loutro, groß und geräumig. Es war toll. Und wir waren zufrieden, das wir hier gelandet sind.

    Nach einer Pause wuschen wir unsere Wäsche, duschten und gingen in den Ort. Zunächst sahen wir uns um und als der Hunger kam, suchten wir uns eine Taverne am Hafen. Wir saßen direkt am Wasser. Das Essen war sehr lecker und wir reservierten den Tisch für morgen. Nach dem Essen gingen wir zum Ende des Ortes (in 20 Sekunden) in die Cocktailbar. Dort tranken wir zwei Cocktails und gingen dann zu unserem Hotel zurück.

    Es war ein wirklich schöner Tag heute mit vielen tollen Augenblicken und Erlebnissen. Sicherlich werde ich diese schönen Momente und die Zeit die ich mit Olaf verbringe, nie vergessen
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