Von Porto nach Lavra
August 22 in Portugal ⋅ 🌬 20 °C
Die erste Nacht in Porto war richtig gut. Vor allem Claudi hat wunderbar geschlafen – sogar durchgeschlafen, bis 7 Uhr und ohne ein einziges Mal nachts zur Toilette zu müssen 😂 So konnten wir den Morgen ganz entspannt beginnen, uns in Ruhe fertig machen und am einfachen, aber völlig ausreichenden Frühstücksbuffet stärken.
An der Rezeption ließen wir unsere Schutzhüllen für die Rucksäcke zurück – schließlich kommen wir am 12. September noch einmal ins Hotel Peninsular zurück. Dann ging es los Richtung Straßenbahn Infante. Zumindest fast. Unterwegs fiel uns nämlich ein, dass wir die Stempel vom Hotel für unsere Pilgerausweise vergessen hatten. Also wieder zurück. „Hello again!“ 😄 Stempel geholt – und nun konnte es wirklich losgehen.
An der Kathedrale begann für uns ganz offiziell der Camino. Ein besonderer Moment. ❤️
Danach hatten wir Glück: Die alte Straßenbahn stand schon bereit. Für 6 Euro pro Person fuhren wir am Fluss Douro entlang bis zur Endhaltestelle am Jardim do Passeio Alegre. Eine wunderschöne Fahrt in dieser herrlich alten Bahn.
Von dort liefen wir zunächst zum Leuchtturm „Farolim de Felgueiras“. Rund um den Leuchtturm waren viele Angler unterwegs und jede Menge Menschen mit ihren Hunden – manche von ihnen sahen tatsächlich so aus, als würden sie lachen. 😄
Nun ging es immer am Atlantik entlang. Durch einen kleinen Park führte der Weg durch eine Art grünen Hohlweg aus großen Sträuchern und anschließend an scheinbar endlosen Stränden vorbei. Viele Menschen waren im Wasser und genossen den Sommertag.
Im Jardim do Homem do Leme kamen wir an der Statue des Seemanns vorbei. Gleich daneben wartete ein Hund hochkonzentriert darauf, dass seine Halterin endlich wieder den Ball warf. Ein Stück weiter erreichten wir das kleine Castelo do Queijo.
Wir folgten weiter der Küste, die hier zunehmend bebaut ist, machten eine sehr willkommene Pause mit einem leckeren Eis und kamen am großen Kunstwerk „Anémona“ vorbei. Später passierten wir die eindrucksvolle Skulpturengruppe „Tragédia no Mar“ (Denkmal der Tragödie des Meeres) und holten uns in der Touristeninformation natürlich den nächsten Stempel für den Pilgerausweis.
Das „Monumento Tragédia no Mar“ (Denkmal der Tragödie des Meeres) in Matosinhos, Portugal, erinnert an ein schweres Schiffsunglück im Dezember 1947. Die etwa drei Meter hohe Bronzeskulptur von José João Brito zeigt trauernde Witwen und Waisen und ehrt 152 Fischer, die bei einem heftigen Sturm ums Leben kamen.
An der Klappbrücke „Ponte móvel de Leça“ mussten wir wegen Restaurierungsarbeiten einen kleinen Umweg nehmen, um auf den Fußgängerweg der Brücke zu gelangen. Beim Überqueren klapperte das Metall unter unseren Füßen ordentlich – ein ganz eigener Camino-Sound. 😉
Vorbei am Leuchtturm Boa Nova und an der restaurierten kleinen Kapelle „Capela da Boa Nova“, die an der Stelle eines früheren Klosters direkt an der Küste steht, begann dann ein besonders schöner Abschnitt: kilometerlange Holzstege durch die Dünen. Kleine Vögel huschten immer wieder direkt neben uns durch das Gras.
Am „Obelisco da Praia da Memória“ vorbei ging es weiter über die Holzwege. Beim Melanina Club de Praia entdeckten wir eine kleine, originelle Figur zum Jakobsweg. Dort fragte uns ein junges Mädchen, ob wir ein Foto von ihr machen könnten. Eine kurze Begegnung – aber sie war so freundlich und sympathisch, dass auch sie irgendwie zu diesem Tag gehört.
Schließlich erreichten wir Lavra und nach rund 18 Kilometern unser Ziel, das „Angeiras Beach Hostel“.
Mein Knie meldete sich inzwischen ziemlich deutlich, deshalb legte ich erst einmal die Beine hoch und ruhte mich aus. Olaf und Claudi dagegen gingen noch zum Strand und ins Meer. Ihr Urteil hinterher: ziemlich erfrischend! 😄 Aber wenn man erstmal drin war, ging es 😂
Nach dem Duschen machten wir uns auf zur Dona Odete Hamburgueria Artesanal. Dort gab es für uns richtig leckere vegane Burger – genau das Richtige nach 18 Kilometern. Zum Abschluss unseres ersten „Pilgermenüs“ spendierte uns der Eigentümer noch einen selbstgemachten Likör. Extrem lecker!
Und dann fehlte eigentlich nur noch eines: der Sonnenuntergang. 🌅
Wir gingen am Strand entlang zurück zu unserer Unterkunft, während die Sonne langsam über dem Atlantik verschwand.
18 Kilometer, alte Straßenbahn, Atlantik, Dünen, Holzstege, Stempel, Begegnungen, vegane Burger und ein Sonnenuntergang am Meer.
Ein wunderschöner erster Pilgertag.
Jetzt sind wir wirklich unterwegs. 💛🥾Read more












































Claudia BMein erster Tag auf dem Jakobsweg, und ich bin mit Herz dabei. Vom ersten bis zum letzten Schritt hat alles gepasst, viel gesehen und ich habe den Weg genossen 😍
Traveler🥰
TravelerDie Photos sind mal wieder fantastisch. Genießt den camino! 20 Grad sind sehr angenehm zum Laufen. Zu Hause ist es recht abgekühlt, was nach der Hitze natürlich nicht schlecht ist.