Adeus Porto!
September 13 in Germany ⋅ ⛅ 22 °C
Zwischen Ankommen und Weitergehen
Unsere letzte Nacht in Porto war warm – sehr warm. Auch nachts wollte die Hitze kaum aus dem Zimmer weichen. Während Olaf und Claudi offenbar ganz gut schlafen konnten, dauerte es bei mir eine Weile, bis ich trotz der Wärme endlich Ruhe fand. Vielleicht lag es aber nicht nur an den Temperaturen. Es war schließlich die letzte Nacht einer Reise, die uns über viele Wochen begleitet, bewegt und verändert hatte.
Am Morgen frühstückten wir noch einmal ausgiebig im Hotel Peninsular. Danach durften wir unsere Rucksäcke bis zum Nachmittag dort unterstellen und konnten ein letztes Mal ohne Gepäck durch Porto ziehen. Claudi wollte noch einige Souvenirs und Geschenke für ihre Familie und natürlich auch für sich selbst besorgen. Aus den „einigen“ Geschäften wurden am Ende zwar deutlich mehr, doch sie fand alles, was sie gesucht hatte. Und auch wir entdeckten unterwegs noch die eine oder andere Kleinigkeit, die uns als Erinnerung begleiten wird.
Noch einmal gingen wir hinunter zum Fluss Douro, auf den großen Platz unterhalb der Ponte Luís I. Zwischen den vielen Menschen, dem Wasser und der beeindruckenden Eisenkonstruktion der Brücke tranken wir endlich den Portwein, den wir uns schon die ganze Zeit vorgenommen hatten. Danach führte uns der Weg wieder hinauf in die Stadt. Bei mehr als 32 Grad kamen wir ziemlich erschöpft oben an und mussten uns zunächst mit einem Bier abkühlen.
Auf dem Rückweg zum Hotel entdeckten wir kleine Stände mit Kunsthandwerk, Schmuck, Strickwaren, Dekorationen und anderen schönen Dingen. Es war einer dieser Zufallsfunde, die eine Reise so besonders machen: Man will eigentlich nur von einem Ort zum nächsten und bleibt plötzlich stehen, schaut, staunt und nimmt vielleicht noch ein kleines Stück dieser Stadt mit nach Hause.
Natürlich durfte auch ein letzter Besuch in einem Nata-Café nicht fehlen. Wir gingen ins Nata Sweet Nata, aßen sehr leckere „Pastéis de Nata“. Ein Portwein dazu musste trotzdem noch sein. Schließlich war es unser letzter Tag in Portugal.
Am Hotel angekommen holten wir unsere Rucksäcke ab und entschieden uns angesichts der Hitze und unserer inzwischen müden Beine gegen weitere Wege und bestellten einen Bolt zum Flughafen. Die Fahrt klappte problemlos und war mit 16,50 Euro erstaunlich günstig. Am Flughafen gaben wir unser Gepäck auf, aßen noch etwas und warteten schließlich auf den Abflug.
Der Flug nach Berlin verlief ruhig. Während wir aus dem Fenster blickten, konnten wir Teile jener Landschaften und Städte noch einmal von oben sehen, durch die wir in den vergangenen Wochen zu Fuß gegangen waren. Unter uns lag irgendwo unsere Route: Wege, Wälder, Flüsse, Dörfer und Städte, die für andere Menschen vielleicht nur Punkte auf einer Landkarte sind, für uns aber mit Begegnungen, Gesprächen, Anstrengung, Freude und Erinnerungen verbunden bleiben. Außerdem bot sich uns ein spektakulärer Sonnenuntergang und wir überflogen das beleuchtete Paris und konnten sogar den beleuchteten Eiffelturm erkennen 🤩
Wir landeten mit etwas Verspätung in Berlin und auf unsere Rucksäcke mussten wir nicht lange warten. Wir fuhren gemeinsam mit dem FEX bis zum Hauptbahnhof, stiegen dort in die S-Bahn um und S-Bahnhof Heerstraße verabschiedeten wir uns von Claudi, die mit dem Bus weiterfuhr, und machten uns selbst auf den letzten Weg nach Hause.
Inzwischen sind wir alle gut angekommen. Auch von Claudi erfuhren wir später, dass sie sicher zu Hause angekommen ist. Die Buchungen, Flüge und Fahrten hatten funktioniert, niemand hatte sich ernsthaft verletzt und alles war letztlich so gut verlaufen, wie man es sich nur wünschen konnte.
Und trotzdem fühlt sich das Ankommen noch nicht vollständig an. Wie kehrt man nach einer solchen Reise eigentlich wieder in den Alltag zurück? Vielleicht nicht von einem Moment auf den anderen. Vielleicht kommt der Körper zuerst zu Hause an, während die Gedanken noch irgendwo zwischen Porto, Santiago und Fisterra unterwegs sind.
Es war eine unglaublich schöne gemeinsame Reise. Wir haben viel gesehen, viel erlebt und nicht nur neue Orte, sondern auch neue Seiten an uns selbst und aneinander kennengelernt. Wir haben erfahren, wie unterschiedlich Menschen mit Anstrengung, Müdigkeit und Freude umgehen. Wir haben uns gegenseitig ausgehalten, unterstützt und zum Lachen gebracht und manchmal auch das ein oder andere kleine Tränchen vergossen, wenn die Emotionen etwas stärker wurden 🥲. Aber auch das gehört zum Camino.
Wir haben Natur erlebt, die uns still werden ließ, und Kultur, die von Jahrhunderten menschlicher Geschichte erzählte. Wir hatten anstrengende Etappen und ruhige Tage, Hitze und Regen, volle Wege und stille Momente. Wir haben miteinander gegessen, getrunken, gesprochen, geschwiegen und sehr viel gelacht.
Vielleicht besteht das eigentliche Ankommen darin, all diese Erfahrungen langsam in den Alltag mitzunehmen. Die Ruhe nicht sofort wieder zu verlieren. Sich daran zu erinnern, dass nicht immer alles schnell gehen muss. Dass man ein Ziel Schritt für Schritt erreicht. Und dass ein gemeinsamer Weg nicht nur aus den Orten besteht, die man besucht, sondern vor allem aus den Menschen, mit denen man ihn geht.
Unsere Reise ist zu Ende 😢.
Doch das, was sie mit uns gemacht hat, bleibt 🥰
Nachtrag Claudia:
Das habt ihr sooo schön und treffend geschrieben, und kann es nur bestätigen 💖.
Ich werde auf jeden Fall etwas Zeit brauchen, mich wieder einzuleben, aber wenn ich etwas auf der Reise gelernt habe, dann ist es unter anderem das, Geduld und Ausdauer mit sich selbst zu haben.
Bei mir wirbelt noch sehr viel im Kopf herum und nach und nach werde ich erst richtig spüren, wie wichtig, einmalig und wertvoll diese Pilgerreise war. Gemeinsam.
Die letzten Stunden in Porto waren der perfekte Abschluss, von Anfang bis Ende. So gechillt, entspannt und gut gelaunt bin ich noch von keiner Reise zurückgekommen, auch wenn ich im Flugzeug langsam wehmütig wurde.
Unsere gemeinsame, sehr intensive Zeit ist nun vorbei, aber die Erinnerungen bleiben, nachhaltig 🥰.
DANKE ❤️Read more












































TravelerGuten Morgen, erst einmal freue ich mich dass ihr alle gut nach Hause gekommen seid.🤗Es war wieder ein toller Bericht. Auch wieder schöne Bilder zum Abschied. Im Film fand ich es toll
TravelerWie Guido die Träume von Claudia und Olaf realisiert hat 😂 besonders den Traum von Kuhauge auf dem weißen Schimmel😉 wie gesagt der Alltag hat einem schnell wieder eingeholt 🙈 doch im Herzen hat man alles gespeichert, wird der Stress zu doll führt man sich diese Zeit vor Augen. Danke das ich dabei sein durfte. Und wenn es nur in Gedanken war. Kussi 💋😘😘
Olaf BrandenburgVielen Dank, liebe Mama 🥰 und das trifft es genau: Im Herzen hat man alles gespeichert❣️ Danke für deine Begleitung und für die vielen lieben und schönen Kommentare 😘
Traveler♥️♥️