Richtung Titicacasee
August 23 in Peru ⋅ ☁️ 17 °C
Heute hieß es endgültig Abschied nehmen von Cusco – aber natürlich nicht, ohne vorher noch ein bisschen tiefer in die Geschichte der Inka einzutauchen.
Da die drei archäologischen Stätten noch in unserer Eintrittskarte von gestern enthalten waren, haben wir zuerst Q'enqo, Puka Pukara und Tambomachay besucht. Drei Anlagen, die ganz nah beieinander liegen und trotzdem völlig unterschiedlich sind.
Q'enqo ist dabei besonders geheimnisvoll. Zwischen und unter gewaltigen Felsen wurden Gänge, Nischen und Altäre direkt aus dem Stein herausgearbeitet. Bis heute ist nicht bei allem eindeutig geklärt, wofür die Anlage genau genutzt wurde – vieles deutet aber auf einen wichtigen zeremoniellen und religiösen Ort hin.
Puka Pukara, die „rote Festung“, liegt strategisch oberhalb des Tals. Wahrscheinlich diente die Anlage unter anderem als Kontroll- und Raststation an einer wichtigen Inka-Straße. Von hier oben hatte man jedenfalls einen ziemlich perfekten Überblick darüber, wer sich Cusco näherte.
Und dann Tambomachay – für uns wieder ein schönes Beispiel dafür, wie unglaublich gut die Inka mit Wasser umgehen konnten. Bis heute fließt das Wasser durch die exakt angelegten Kanäle und steinernen Becken. Vermutlich hatte der Ort eine rituelle Bedeutung und stand eng mit dem Inka-Kult um Wasser und Quellen in Verbindung.
Danach hieß es für uns: Richtung Titicacasee!
Wir besuchten San Pedro Apóstol de Andahuaylillas, San Juan Bautista de Huaro und die kleine Capilla Virgen Purificada de Canincunca. Diese drei Kirchen liegen nur wenige Kilometer auseinander und gehören zu den beeindruckendsten Beispielen des Andenbarocks rund um Cusco. Hier vermischen sich europäisches Christentum und barocke Kunst mit Farben, Symbolen und Vorstellungen der andinen Welt.
Vor allem San Pedro in Andahuaylillas ist berühmt. Die Kirche wird wegen ihrer unglaublich reich bemalten Wände und Decken sogar als „Sixtinische Kapelle der Anden“ bzw. „Sixtina de América“ bezeichnet. Und wenn man hineingeht, versteht man sofort, warum. Fast kein Fleck scheint undekoriert zu sein: Wandmalereien, vergoldete Altäre, bemalte Decken und Kunstwerke aus mehreren Jahrhunderten. Unter anderem finden sich dort Arbeiten des Malers Luis de Riaño aus dem frühen 17. Jahrhundert.
Aber auch Huaro fanden wir unglaublich beeindruckend. Besonders bekannt sind dort die teilweise ziemlich drastischen Wandmalereien von Tadeo Escalante. Himmel, Hölle, Jüngstes Gericht und das Leben nach dem Tod wurden wie ein riesiges Bilderbuch an die Wände gemalt – damals auch als Mittel, um der einheimischen Bevölkerung die christliche Lehre zu vermitteln.
Und dann die kleine Kapelle von Canincunca. Sie liegt bei der Laguna de Urcos an einem Ort, der schon vor den Inka für die Wari von Bedeutung war. Im Inneren findet man wunderschöne Wandmalereien mit geometrischen Mustern, die teilweise wie traditionelle andine Textilien aussehen. Genau diese Mischung aus europäischer Religion und andiner Kultur macht die drei Kirchen so besonders.
Ganz ehrlich: Von außen hätten wir bei manchen dieser Kirchen niemals erwartet, was uns innen erwartet. Wunderschön!
Einen weiteren geplanten Abstecher zum Cañón de los Espejos Turquesa de Muñapata mussten wir dann allerdings abbrechen. Die Strecke wurde irgendwann so abenteuerlich, dass wir beschlossen haben: Nein – das müssen wir unserem Auto und uns heute nicht mehr antun. 😄
Ein richtig abwechslungsreicher Tag – von geheimnisvollen Inka-Stätten über Jahrhunderte alte Kirchen voller Farben, Gold und Geschichte bis zu einer Straße, bei der irgendwann einfach Schluss war. 😄Read more



































