• Auf nach Puno

    August 24 in Peru ⋅ 🌬 11 °C

    Weiter geht unsere Reise Richtung Titicacasee – und auch heute lagen wieder Geschichte, fantastische Landschaften und leider ein bisschen Camper-Drama ziemlich nah beieinander.

    Unser erster Stopp war Raqch’i – und die Anlage hat uns wirklich überrascht.

    Raqch’i war zur Zeit der Inka ein bedeutendes religiöses und administratives Zentrum an der wichtigen Straße zwischen Cusco und dem Altiplano. Das beeindruckendste Bauwerk ist der gewaltige Tempel des Gottes Wiracocha. Seine noch heute stehende zentrale Mauer ist rund 12 Meter hoch und lässt erahnen, wie gigantisch der Tempel einmal gewesen sein muss.

    Fast noch beeindruckender fanden wir aber die vielen runden Vorratsspeicher, die sogenannten Qollqas. Davon gab es hier weit über hundert. Darin wurden unter anderem Mais, Quinoa, Kartoffeln und andere Vorräte gelagert. Raqch’i war also nicht einfach nur eine kleine Siedlung mit einem Tempel, sondern ein wichtiges Versorgungs-, Verwaltungs- und religiöses Zentrum des Inka-Reiches.

    Und wenn man heute durch die Ruinen läuft, bekommt man langsam eine Vorstellung davon, wie groß und bedeutend dieser Ort einmal gewesen sein muss.

    Danach ging es immer weiter hinauf ins Altiplano.

    Unser nächstes Ziel: La Raya.

    Der Pass liegt auf rund 4.335 Metern Höhe und markiert den Übergang zwischen der Region Cusco und der Region Puno. Und landschaftlich war das wieder genau unser Ding: hohe Berge, weite Ebenen und diese unglaublich klare Luft der Anden.

    Ein fantastischer Aussichtspunkt – und wieder einmal standen wir mit unserem Camper auf deutlich über 4.000 Metern. Inzwischen fast schon Alltag. 😄

    Weiter ging es nach Pucará. Dort wollten wir uns unter anderem die Kirche anschauen. Von außen wirklich schön – nur leider war sie geschlossen. Pech gehabt. Also blieb es diesmal bei einem kurzen Blick von außen.

    Und dann kam Juliaca.

    Tja… was sollen wir sagen? 😅

    Es gibt Orte, die einen sofort begeistern. Und dann gibt es Juliaca.

    Regen, Hagelschauer, chaotischer Verkehr, laut, voll, staubig, schlechte Strassen, nichts interessantes – und zumindest für uns wenig, was uns dazu gebracht hätte, länger hierbleiben zu wollen. Juliaca hat uns wirklich überhaupt nicht abgeholt.

    Leider hatten wir trotzdem einen ziemlich guten Grund, hierherzufahren.

    Unser Camper verliert schon wieder Kühlflüssigkeit.

    Shit. Einfach nur shit. 🤦‍♂️

    Nach all den Reparaturen der letzten Zeit hatten wir wirklich gehofft, dieses Thema endlich hinter uns zu haben. Aber offensichtlich möchte unser Ducato unbedingt dafür sorgen, dass uns auf dieser Reise nicht langweilig wird.

    Also mal wieder: Werkstatt suchen, Fehler finden und hoffen, dass es nichts Größeres ist.

    Nicht unbedingt das Abenteuer, das wir uns für diesen Tag ausgesucht hätten.

    Aber irgendwann konnten wir Juliaca dann endlich hinter uns lassen – und die letzten Kilometer führten uns nach Puno.

    Vor uns liegt der Titicacasee.

    Auf rund 3.812 Metern Höhe gelegen, ist er der größte Süßwassersee Südamerikas und einer der höchstgelegenen großen schiffbaren Seen der Welt. Hinter ihm verschwinden die Berge am Horizont, und seine Dimensionen sind so gewaltig, dass er stellenweise eher wie ein Meer wirkt als wie ein See.

    Nach Inka-Ruinen, einem Pass auf über 4.300 Metern, einer verschlossenen Kirche, einer Stadt, die uns definitiv nicht begeistert hat, und dem nächsten Kühlwasserproblem am Camper endet der Tag mit einem herrlichen Blick über den Titicacasee.
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