• Salpeterstadt Chacabuco

    September 30 in Chile ⋅ ☁️ 27 °C

    Der schwerste Abschied des Tages war nicht von einem Ort, sondern von unseren drei Hunden. 😔

    Sie sind uns noch lange hinterhergelaufen und haben gejault. Das hat uns wirklich das Herz zerrissen. Aber wir hatten keine andere Möglichkeit, als weiterzufahren. Wenigstens konnten wir noch etwas Futter bei unserer Nachbarin lassen und sie bitten, ein bisschen nach den dreien zu schauen – wobei sie das zum Glück sowieso macht.

    Dann ging es hinein in die Atacama-Wüste. Und zwar so richtig: sehr viel Wüste, sehr lange Wüste. Die Landschaft zieht sich, und irgendwann fühlt es sich an, als bestünde die ganze Welt nur noch aus Sand, Geröll und Straße.

    Unser Ziel war die alte Salpeterstadt Chacabuco. Hier stehen wir jetzt mitten zwischen den Ruinen – und es ist wirklich interessant, durch die Überreste zu laufen und sich vorzustellen, dass hier einmal eine ganze Stadt in der Wüste existierte.

    Chacabuco wurde ab 1922 gebaut und nahm 1924 den Betrieb auf. Es war keine Mine im klassischen Sinn, sondern eine große Salpeteranlage: In der Atacama wurde Salpeter verarbeitet, der damals ein wichtiger Rohstoff war. 1940 wurde der Betrieb eingestellt, und seitdem hat sich die Wüste das Gelände Stück für Stück zurückgeholt.

    Die Geschichte des Ortes ist allerdings nicht nur Industriegeschichte. Nach dem Militärputsch 1973 wurde Chacabuco auch als Gefangenenlager genutzt. Das macht den Besuch zwischen den verfallenen Gebäuden noch einmal schwerer und gibt den Ruinen eine ganz andere Bedeutung.
    Read more