• Sandspiele und Blüten in der Wüste

    Yesterday in Chile ⋅ ☀️ 21 °C

    Was für ein Tag. Wir wollten heute eigentlich nur gemütlich die Küstenstraße über El Cobre nach Paposo fahren. Nach einer ruhigen Nacht mitten in der Atacama klang das nach einem ziemlich guten Plan.

    Und zunächst war es das auch: wunderschöne Landschaft, Wüste und Küste – und dann blühte tatsächlich die Atacama. 🌸 Dieses seltene Schauspiel gibt es nur, wenn ausnahmsweise genug Regen fällt. Manchmal vergehen fünf bis sieben Jahre zwischen solchen Blüten. Und wir standen einfach mittendrin. Wirklich wunderschön.

    Nur hatte der Regen offenbar noch eine andere Seite.

    Je weiter wir fuhren, desto deutlicher wurde, wie heftig es geregnet hatte. Teilweise hatte das Wasser ganze Abschnitte der Straße weggerissen. Es ist etwas anderes, Bilder davon zu sehen, als selbst davorzustehen und zu begreifen, was für eine Kraft da am Werk war. Aus der schönen Landschaft wurde langsam eine ziemlich eindrückliche Schadensbilanz. 😳

    An der Küste waren außerdem mehrere Brücken weggespült worden. Eine Umleitung führte uns schließlich auf eine Strecke, die sich als deutlich tiefer und sandiger entpuppte, als uns lieb war.

    Und dann saßen wir fest.

    Bis auf den Boden. Mit unserem Fahrzeug tief im Sand und ohne eine besonders gute Idee, wie wir da wieder herauskommen sollten. Also blieb nur: buddeln.

    Dreieinhalb Stunden lang.

    Mit einer kleinen Schaufel, unseren Händen und Küchenbrettern, die heute ungeplant als Bergungsausrüstung herhalten mussten. Zum Glück waren wir nicht ganz allein: Zwei unglaublich nette LKW-Fahrer sahen, was mit uns passiert war und kamen uns helfen. ❤️

    Irgendwann waren wir wieder frei. Und es war ziemlich klar: Jetzt drehen wir um und fahren zurück in die Nähe unseres Schlafplatzes in der Atacama. Der Hinweis eines Einheimischen (die Küstenstreifen wird nicht besser) war eindeutig genug.

    Also: zurück in die Wüste, erst einmal durchatmen und ausruhen. Die blühende Atacama war wunderschön. Die weggespülten Straßen und unsere unfreiwillige Buddel-Session eher weniger. Heute gab es beides – Naturwunder und Abenteuer, auf das wir gut hätten verzichten können. 😅
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