• Ein Nachklang der Rückreise

    January 7 in Hungary ⋅ ☁️ -5 °C

    Diese viertägige Rückreise von Istanbul nach Österreich war weit mehr als eine bloße Heimfahrt: Sie war eine Reise für sich, bei der wir Südosteuropa langsam, Etappe für Etappe, noch einmal neu erlebt haben.

    Aus dem dichten, orientalisch geprägten Alltag Istanbuls haben wir uns mit Bus und Zug Schritt für Schritt nach Westen bewegt – durch Thrakien, über die Ebenen Bulgariens, durch das Balkangebirge, an die Donau nach Russe, weiter nach Bukarest und schließlich mit dem Nachtzug durch die Karpaten nach Wien. Unterwegs haben wir erfahren, wie sich der Raum zwischen Bosporus und Alpen anfühlt, wenn man ihn am Landweg durchreist.
    Wir sahen winterliche Felder, Kleinstädte, Grenzbahnhöfe, Flusslandschaften und Hauptstädte, in denen sich unterschiedliche Epochen überlagern. Plovdiv mit seinen Hügeln und römischen Spuren, Russe mit der kühlen Donau-Eleganz und Bukarest mit seinem Mix aus Belle Époque, Sozialismus und Gegenwart wurden zu Symbolen eines allmählichen Übergangs von Orient zu Okzident.

    Die langen Stunden im Bus und im Zug – besonders die nächtliche Zugfahrt mit dem Dacia Express von Bukarest nach Wien – haben uns gezeigt, was langsames Reisen bewirken kann: Der Körper kommt im Rhythmus der Schienen zur Ruhe, Blicke aus dem Fenster wurden zu kleinen Studien über Landschaft und Alltag. Statt eines plötzlichen „Zurück-Seins“ nach einem kurzen Flug entstand das Gefühl, den Kontinent bewusst rückwärts zu durchqueren und diese Distanz auch innerlich mitzugehen.

    Als Reisegruppe haben wir gelernt, dass das vermeintliche „Dazwischen“ oft der wertvollste Teil der Reise ist. Die Rückfahrt hat uns nicht nur physisch heimgebracht, sondern uns mit einem reicheren Bild von Südosteuropa zurückkehren lassen – mit dem Eindruck, ein ganzes Stück Europa nicht nur gesehen, sondern wirklich durchmessen zu haben.
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