Nach dem Horrorplatz plötzlich im Campinghimmel
May 31 in Greece ⋅ ☀️ 24 °C
Ouzouni Beach Camping 🌊🚐☀️
Oder wie wir nach dem Horrorplatz plötzlich im Campinghimmel gelandet sind
Nach unserem letzten Campingplatz, den wir innerlich ungefähr so schnell verlassen haben wie ein Restaurant mit kalter Suppe und warmer Rechnung, waren wir ehrlich gesagt etwas angespannt 😄
Man fährt dann ja los und denkt: Bitte, lieber Campinggott, jetzt nicht noch so ein Ding.
Und dann kamen wir auf dem ersten Finger der Chalkidiki an.
Ouzouni Beach Camping.
Ich sage es gleich vorweg: Für uns war das mit Abstand der beste Campingplatz, den wir bisher in Griechenland hatten ❤️🇬🇷
Schon die Ankunft war spannend. Zwei Campingplätze lagen direkt nebeneinander. Links einer, rechts einer, beide irgendwie möglich. Wir entschieden uns für den rechten. Im Nachhinein war das genau die richtige Entscheidung. Der andere hatte zwar ein Restaurant, aber unser Platz hatte dieses Gefühl. Dieses: Hier bleiben wir erstmal.
Geplant waren zwei Nächte.
Geworden sind es zehn 😄
Warum?
Weil wir es können. Und weil uns dieser Platz einfach nicht mehr losgelassen hat.
Beim Einparken schaute ich plötzlich auf eine riesige weiße Leinwand. Nein, kein Kinofilm. Ein Niesmann Flair. Ein Wohnmobil wie ein fahrendes Herrenhaus. Größer, dicker, breiter, härter. So ein Teil, bei dem unser Silberpfeil daneben kurz aussah, als hätte er noch Wachstumsschmerzen 😂🚐
Um die Ecke kam dann Jörn.
Silberlocke, trockener Humor, direkter Blick, kein langes Vorgeplänkel. Genau meine Abteilung.
Wir standen da, redeten los, und nach ungefähr drei Minuten war klar: Das wird gut. Sehr gut sogar. Bald saßen wir zusammen beim Bierchen und palaverten über Gott, die Welt, Wohnmobile, Technik, Campingplätze und wahrscheinlich auch über Dinge, die nur Männer wirklich ernst nehmen können, während Frauen daneben sitzen und innerlich denken: Die haben doch nicht mehr alle Latten am Zaun 🍺😄
Dann kam Anita dazu. Und ruckzuck saßen wir zu viert am Tisch. Es war sofort angenehm. Kein steifes Kennenlernen, kein vorsichtiges Abtasten, sondern direkt dieses lockere Gefühl: Passt.
Abends gab es bei Anita sogar eine richtig tolle Bolognese mit Spaghetti 🍝❤️
Und später saßen wir gemeinsam im Restaurant, am Strand, beim Bierchen, in der Sonne und mittendrin in diesem Leben, das plötzlich so leicht sein kann, wenn die richtigen Menschen am Tisch sitzen.
Britti und Anita genossen viel die Sonne am Strand.
Ich war, wie immer, beim Wasser etwas zurückhaltender. Ich glaube, ich war ein einziges Mal baden. Vielleicht. Wenn überhaupt. Meine Beziehung zum Meer bleibt kompliziert. Ich sehe es gerne an. Es darf glitzern. Es darf rauschen. Es darf schön aussehen. Aber rein muss ich deswegen ja nun nicht gleich 🌊😂
Jörn war da anders.
Der ging ins Wasser, schwamm weit raus, kam zurück, grinste mich an und war schon wieder weg Richtung seines Niesmann Raumwunders.
Und dieses Wohnmobil… Freunde, das war wirklich eine andere Liga.
Ich habe mir das Ding angeschaut und konnte hinten kaum das Schlafzimmer erkennen, so weit weg war das 😄
Alles, was wir haben, hatte Jörn auch. Nur eine Nummer größer. Eine Nummer breiter. Eine Nummer schwerer. Eine Nummer: Kai, da geht noch was.
Jörn grinste mich an und sagte sinngemäß:
„Na Kai, bei dir geht doch auch noch was.“
Ich sagte:
„Jörn, unser Wohnmobil ist uns jetzt schon zu groß. 7,50 Meter, und manchmal wird es schon eng.“
Er grinste nur.
„9,50 Meter. 2,40 breit. Unter dem fahre ich gar nicht erst los.“ 😂
Die Höhe wollte ich gar nicht erst wissen. Gefühlt 3,50 Meter plus Wolkenkontakt. Hinten so groß wie mein Garagentor zu Hause. 7,5 Tonnen Weißware auf Rädern. Ein echtes Monsterteil.
Ich sagte zu ihm:
„Tolles weißes Waschmaschinenteil hast du da.“
Er schaute auf unseren Silberpfeil und nannte ihn trocken:
„Schrumpfsocke.“
Da war klar: Freundschaft ist möglich 😂❤️
So saßen wir oft beim Bierchen, beobachteten andere Camper und staunten, wie emsig manche Menschen ihr mobiles Zuhause pflegen. Wie Ameisen. Einer wischt, einer klappt, einer richtet, einer trägt, einer steht daneben und tut wichtig. Campingplatzkino vom Feinsten.
Erst verlängerte Jörn.
Dann verlängerten wir.
Dann verlängerten wir wieder.
Dann verlängerte Jörn wieder.
Und irgendwann wusste keiner mehr so genau, wer eigentlich angefangen hatte. Am Ende waren es zehn Nächte zusammen. Zehn Nächte Ouzouni Beach. Zehn Nächte Sonne, Strand, Gespräche, Lachen und dieses wunderbare Gefühl, dass man auf Reisen manchmal genau die richtigen Menschen trifft. Nicht geplant. Nicht gesucht. Einfach gefunden.
Und dann war da noch dieser Morgen um 6 Uhr 🌅🔒
Denn bei Ouzouni Beach wird der Strand morgens tatsächlich erst aufgeschlossen. Kein Witz. Da hängt ein dickes Vorhängeschloss, als würde dahinter nicht Sand und Meer liegen, sondern der Goldschatz von Chalkidiki 😄
Kurz nach sechs war ich natürlich schon wach. Also raus aus dem Silberpfeil, leise über den Platz geschlichen und ab zur Strandpforte. Das Schloss war weg, der Weg frei, und ich stand plötzlich an dieser Ecke mit Blick aufs Wasser.
Dieses Licht.
Diese Ruhe.
Dieses Meer.
So ein Morgen, bei dem selbst ein Norddeutscher kurz vergisst, worüber er eigentlich meckern wollte 🌊☀️
Und wer saß da schon?
Natürlich Jörn.
Der Frühaufsteher saß da mit seinem Kaffee und schaute übers Wasser wie ein alter Fischer, der gleich entscheiden muss, ob heute noch Sturm kommt oder nur wieder Campingplatzgespräche 😄☕
Ich setzte mich zu ihm. Und dann palaverten wir über eine Stunde. Über die wirklich wichtigen Themen, über die Männer morgens um sechs am Meer eben so reden. Wohnmobile. Gewicht. Technik. Stellplätze. Menschen. Leben. Und wahrscheinlich auch darüber, warum Frauen immer schon wissen, was wir Männer erst drei Tage später verstehen 😂
Es war keiner dieser lauten Momente. Kein großes Abenteuer. Kein Spektakel.
Nur zwei Männer, Kaffee, Meer und dieses seltene Gefühl, dass gerade alles genau richtig ist.
Und genau dafür liebe ich dieses Reisen. Nicht nur wegen der Strände, nicht nur wegen der Orte, nicht nur wegen der Sonne. Sondern wegen dieser kleinen Szenen, die keiner plant und die am Ende trotzdem hängen bleiben ❤️
Ganz zum Schluss kamen auch noch Peter und Iris dazu. Gegenüber standen sie, mit einem Kennzeichen, das ich jetzt nicht mehr ganz sauber zusammenkriege, aber dafür mit richtig viel Reiseerfahrung. Zwei begeisterte Wanderer und Fahrradfahrer, die seit über 30 Jahren unterwegs sind und uns tolle Tipps für den zweiten Finger gegeben haben 🚴♀️🥾
Und genau das ist das Schöne unter Campern. Man sitzt irgendwo zusammen, erzählt, hört zu, nimmt Tipps an, schreibt sich etwas auf, und plötzlich verändert so ein Gespräch die nächsten Reisetage. Später haben wir tatsächlich fast alles gemacht, was sie uns empfohlen haben.
Schöne Grüße also an Jörn und Anita und natürlich auch an Peter und Iris ❤️
Die Camperwelt ist klein. Sehr klein sogar. Und ich bin mir ziemlich sicher, wir sehen uns irgendwo wieder. Vielleicht auf einem Campingplatz, vielleicht an einem Strand, vielleicht morgens um sechs vor einem aufgeschlossenen Strandtor. Oder neben irgendeinem riesigen weißen Wohnmobil, gegen das unser Silberpfeil wieder aussieht wie eine Reisetasche mit Rädern 😄
Und jetzt wird es spannend.
Denn im nächsten Block spielt plötzlich die Türkei eine riesige Rolle in unserer Reise. Beim Anschauen, Reden und Überlegen kam uns etwas in den Kopf. Und dann haben wir es tatsächlich gemacht.
Außerdem geht es weiter auf den zweiten Finger der Chalkidiki. Dort warten Strände, neue Eindrücke und ein Campingplatz mit über 300 Plätzen.
Bleib dran.
Denn diese Reise macht gerade wieder das, was sie am besten kann:
Sie plant sich einfach selbst 😄🌊🚐
P. S.
Eine Kerze habe ich diesmal auch noch angezündet. Für meinen Vater Manfred. In Afytos, einer ganz süßen kleinen griechischen Stadt, in einer winzigen Kapelle, still und unscheinbar, aber irgendwie genau richtig. 🕯️❤️Read more

























