• Mit der Gondel zur Kanzelhöhe 🚠🏔️😄

    July 27 in Austria ⋅ ☁️ 27 °C

    Oder wie Kai zum Wanderer wurde, ohne wirklich zu wandern
    Kaum war ich morgens wach, grinste Britti mich schon an.
    Und wenn Britti morgens so grinst, dann weiß ich inzwischen:
    Heute wird nicht einfach nur gefrühstückt.
    Heute passiert irgendwas mit Höhe, Bewegung oder beidem 😄
    Und tatsächlich.
    Es sollte hochgehen. Zur Kanzelhöhe.
    Ich dachte erst, das wäre der höchste Punkt. War es nicht. Nur der zweithöchste. Aber ganz ehrlich, für uns reichte das völlig. Man muss ja nicht immer gleich da anfangen, wo normale Bergziegen schon Kreislaufprobleme bekommen 🐐🏔️
    Wie immer begann der Tag bei Udo.
    Punkt 10 Uhr. Frühstück am See. Unser Tisch. Unser Blick. Unser kleines Ritual am Ossiacher See ☕🌊❤️
    Wir saßen da, genossen dieses herrliche österreichische Wetter, die Ruhe, den See, die Berge, und Britti machte währenddessen schon den Tagesplan. Natürlich völlig beiläufig, als ginge es nur darum, kurz Brötchen zu holen.
    Sie schaute mich an und sagte sinngemäß:
    „Wir fahren mit dem Roller zur Gondel. Dann mit der Gondel hoch. Oben noch mit dem Zweierlift. Dann noch mal mit dem Zweierlift. Und dann sind wir oben.“
    Aha.
    Also nur Roller, Gondel, Lift, noch ein Lift und dann vermutlich irgendein Gipfelgefühl.
    Ganz normaler Vormittag mit Britti 😄🚠
    Also rauf auf die Honda und los zur Gondel.
    Schon unten merkte ich, dass Britti diesmal nicht ganz so unerschrocken war wie sonst. Sie wollte hoch, keine Frage. Aber kaum saßen wir in dieser Gondel und das Ding setzte sich in Bewegung, kam dieses besondere Gesicht.
    Diese Mischung aus Begeisterung und:
    „Warum hängt dieses Teil eigentlich an einem Seil?“ 😄
    Und dann ging es los.
    Die Gondel schwebte höher.
    Dann noch höher.
    Dann noch viel höher.
    Britti schaute nach draußen und sagte:
    „Meine Güte, ist das hoch.“
    Kurz danach:
    „Oh mein Gott, das schaukelt.“
    Und dann:
    „Oh mein Gott, es wird immer höher.“
    Ich grinste sie an und sagte natürlich heldenhaft:
    „Solange ich bei dir bin, passiert dir gar nichts.“
    Das klang gut. Sehr männlich. Sehr beschützend. Auch wenn ich innerlich selbst kurz überlegte, ob so ein Seil eigentlich regelmäßig kontrolliert wird 😂
    Ich setzte mich zu ihr rüber, drückte sie ein bisschen, und so schwebten wir gemeinsam nach oben. Über Bäume, Hänge, Wege, Dächer und dieses ganze wunderschöne Kärnten, das unter uns immer kleiner wurde.
    Dann klack.
    Mittelstation.
    Und weil eine Gondel offenbar noch nicht genug war, ging es direkt weiter mit einem freistehenden Zweierlift. Also so einem Ding, bei dem man draußen sitzt und plötzlich wieder merkt, dass Menschen wirklich seltsame Ideen haben, wenn es darum geht, Berge bequem zu bezwingen 😄
    Wir setzten uns rein.
    Der Lift fuhr los.
    Es wackelte.
    Britti sagte nichts Großes mehr, aber ich spürte sehr deutlich:
    Ich durfte mich jetzt keinen Millimeter bewegen.
    Kein Kratzen.
    Kein Umsetzen.
    Kein männliches „ich guck mal runter“.
    Nichts.
    Ich saß da wie festbetoniert, damit dieser Lift nicht noch mehr schaukelt. Und ganz ehrlich, selten war meine völlige Bewegungslosigkeit so nützlich wie in diesem Moment 😄
    Dann waren wir oben.
    Ich machte natürlich sofort ein kleines Video und tat so, als wäre ich ein gewaltiger Wanderer.
    In Wirklichkeit war ich mit Roller, Gondel und zwei Liften hochgefahren. Aber man muss ja nicht jede Wahrheit unnötig kleinlich betrachten.
    Für meine Verhältnisse war das schon anstrengend genug.
    Viele von euch wissen ja: Ich bewege mich grundsätzlich nur, wenn es unbedingt sein muss. Wenn ich das Auto nicht mehr sehe, hole ich es nach. Ich bewege kein Teil ohne Motor. Das ist meine Philosophie. Nicht schön, aber ehrlich 😄
    Für Britti ist das manchmal anstrengend.
    Sie hat diesen Bewegungsdrang. Dieses Hüpfen. Dieses „komm, da oben ist bestimmt noch was“.
    Und ich habe eher diesen inneren Satz:
    „Kann man da hinfahren?“
    Aber genau so sind wir.
    Und irgendwie funktioniert es.
    Oben angekommen passierte dann etwas, womit wir überhaupt nicht gerechnet hatten.
    Da spielte ein riesiges Orchester.
    Eine ganze Blaskapelle.
    Mitten oben auf dem Berg. 🎺🥁🏔️
    Überall Menschen. Musik. Freude. Dieses österreichische Lebensgefühl, das man schwer beschreiben kann. So eine Mischung aus Bergluft, guter Laune, sauberer Ordnung, Bierbank, Wanderschuh und Glückseligkeit.
    Wir setzten uns an einen kleinen Brunnen und schauten uns das alles an. Lange. Vielleicht sogar ewig.
    Diese Menschen, diese Musik, diese Berge, dieses Lachen.
    Manchmal sitzt man einfach da und denkt: Das ist jetzt wirklich schön. Nicht spektakulär im lauten Sinn. Eher tief angenehm. So, dass man es später wieder fühlt, wenn man die Bilder anschaut ❤️
    Dann ging es irgendwann wieder bergab.
    Zurück mit Lift, Gondel, Roller. Zurück zum Wohnmobil. Zurück an den See.
    Und dort wurde es dann leiser.
    Denn heute wollten wir langsam packen.
    Und so sehr man es manchmal verdrängt: Unsere Reise ging nun wirklich dem Ende entgegen.
    Ganz langsam.
    Aber sicher.
    Wir waren auf dem Weg Richtung Heimat.
    Britti flüsterte mir noch ins Ohr:
    „Wenn es unten in Apulien so heiß ist, dann muss es doch irgendwo ganz kalt sein.“
    Ja.
    Im Norden.
    Und genau da lag plötzlich schon der nächste Gedanke. Die nächste Richtung. Das nächste Abenteuer.
    Denn wer uns kennt, weiß: Bei uns ist eine Reise selten einfach zu Ende. Meistens biegt sie nur irgendwo ab und macht im Kopf schon wieder die nächste Tür auf 😄
    Italien war zu heiß.
    Österreich hat uns aufgefangen.
    Und jetzt ruft etwas Neues.
    Der Norden.
    Wenn ihr bis hierhin gelesen habt, dann habt ihr das Ende dieser großen Reise mit uns miterlebt. Von Griechenland über Italien bis nach Kärnten. Von Hitze zu Bergen. Von Fähren zu Almen. Von Akropolis zu Kaiserschmarrn. Von Britti im Wasser bis Kai im Lift ohne Bewegungserlaubnis 😂❤️
    Und während ihr das hier lest, sind wir schon wieder in der Planung.
    Denn in den nächsten Tagen geht es weiter.
    Nicht ein bisschen weiter.
    Sondern richtig.
    Richtung Skandinavien.
    Richtung Norden.
    Richtung neue Geschichten.
    Und ich glaube jetzt schon:
    Britti wird wieder hüpfen.
    Kai wird wieder fahren.
    Und der Silberpfeil wird wieder so tun, als hätte er das alles kommen sehen 🚐🌍✨
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