...eine Märklin Eisenbahn aufgebaut!
July 2 in Austria ⋅ ☀️ 26 °C
Bodensdorf am Ossiacher See 🇦🇹🌊🏔️
Oder wie Österreich aussah, als hätte jemand für Britti eine Märklin Eisenbahn aufgebaut
Ja, du wirst es kaum glauben.
Wir sind tatsächlich in Österreich gelandet 😄
Nach Hitze, Autobahn, Italien und diesem Gefühl, dass uns die Sonne langsam persönlich beleidigt, rollten wir mit dem Silberpfeil Richtung Kärnten. Und plötzlich wurde alles anders. Die Luft. Die Farben. Die Straßen. Selbst das Fahren fühlte sich wieder leichter an.
Britti saß neben mir auf dem Beifahrersitz, mit diesem Gesicht, das ich inzwischen sehr gut kenne. Große Augen, leicht geöffnetes Lächeln, irgendwo zwischen Staunen und „Kai, guck mal da!“ ❤️
Und ganz ehrlich, für uns Neulinge fühlt sich Österreich manchmal wirklich so an, als hätte jemand eine riesige Märklin Eisenbahn aufgebaut. Extra für uns. Kleine Häuser. Grüne Wiesen. Berge. Tunnel. Brücken. Wasserfälle. Bäche. Kühe vermutlich irgendwo im Hintergrund, wahrscheinlich auch mit eigener Klingel und sauber gekämmtem Fell 😄🚂🏔️
Britti zeigte immer wieder nach draußen.
„Guck mal, ein Fluss!“
„Da, Wasser!“
„Oh, ein Wasserfall!“
„Kai, hast du das gesehen?“
Ich hätte natürlich gern alles gesehen. Wirklich. Aber einer musste leider nach vorne gucken. Und dieser eine war ich. Denn wir waren auf der A10 Richtung Kärnten unterwegs, und während Britti in ihrer österreichischen Bilderbuchwelt versank, bestand meine Aufgabe darin, uns nicht versehentlich in ein Tunnelportal, eine Leitplanke oder direkt in eine alpine Postkarte zu lenken 😂
Ich hatte uns einen schönen Campingplatz ausgesucht. Direkt am Ossiacher See, bei Bodensdorf. Und was soll ich sagen, der Platz war ein Treffer.
Wir bekamen einen richtig schönen Platz in zweiter Reihe am See. Nicht ganz vorne auf der Bühne, aber genau so, dass wir alles hatten, was wir brauchten. See vor der Nase, Berge drumherum, Ruhe im Bauch. Nach Italien war das wie einmal tief durchatmen. Kein Backofen mehr. Kein Föhn im Gesicht. Kein heißer Asphalt, der von unten grüßt. Einfach Kärnten. Grün, klar, weich, freundlich 🌊❤️
Wir standen da und waren beide sofort ruhiger.
Aber natürlich nicht zu lange.
Denn am nächsten Morgen sollte direkt die erste große Gipfelattacke starten 😄
Ziel: Sepple Alm.
Plan: Mit dem Roller hoch.
Motivation: Kaiserschmarrn.
Kostenpunkt: 10 Euro Maut.
Kondition: Fragwürdig, aber mutig.
Also rauf auf die Honda und ab auf die Mautstraße. Und Freunde, das war keine kleine Steigung. Das war so eine Straße, bei der du dem Roller innerlich gut zuredest wie einem alten Pferd:
„Komm, mein Junge. Noch ein bisschen. Du schaffst das.“ 🛵⛰️
Mit ungefähr 18 km pro Stunde kämpften wir uns nach oben. Nicht schnell. Nicht elegant. Aber stetig. Und stetig ist in solchen Momenten sowieso besser als peinlich rückwärts rollen 😄
Oben angekommen hatten wir es geschafft. Die Alm war da. Die Berge waren da. Die Luft war da. Und Britti schaute hoch, runter, links, rechts und fragte sich, wie um alles in der Welt hier im Winter Menschen mit Skiern hoch und runterkommen. Oder gondeln.
Und dann sahen wir sie.
Wanderer.
Echte Wanderer.
Nicht unsere gewohnte Sorte Wanderer, die irgendwo an der Bushaltestelle steht und wartet, bis ein Bus sie wieder ins Leben zurückträgt. Nein. Richtige Wanderer. Mit Schuhen, Stöcken, Rucksäcken und diesem Gesichtsausdruck, als wäre Steigung kein Problem, sondern ein Hobby 😄🥾
Britti schaute ihnen nach, dann runter den Berg, dann zu mir. Sie zuckte mit den Schultern und sagte sinngemäß:
„Das sind echte Wanderer.“
Ja. Waren sie.
Und wir waren beeindruckt. Aus sicherer Entfernung natürlich. Man muss seine Rolle kennen.
Für uns war dieser Ausflug schon Abenteuer genug. Roller hoch, Aussicht genießen, Alm fühlen, Kaiserschmarrn im Kopf. Genau unser Niveau. Sportlich, aber mit Belohnung. So sollte Bewegung grundsätzlich organisiert werden 😄🍽️
Zurück am Campingplatz wurde es dann herrlich ruhig.
Wir saßen vor dem Camper, schauten auf den See, ließen die Tage langsam werden. Britti hüpfte natürlich noch ein, zwei oder auch dreimal in den Ossiacher See. Ich grinste nur. Sie war zufrieden. Und wenn Britti zufrieden ist, wird die ganze Welt ein bisschen friedlicher ❤️🌊
Was dann kam, wurde unser kleines Ritual.
Jeden Morgen gingen wir Punkt 10 Uhr frühstücken.
Bei Udo, dem Kellner.
Und Udo war einfach nett. So ein Mensch, bei dem man sich nach zwei Tagen schon fühlt, als würde man seit Jahren dort sitzen.
Jeden Morgen der gleiche Tisch.
Jeden Morgen der gleiche Blick über den See.
Jeden Morgen dieses Grinsen zwischen uns.
Wir bestellten, setzten uns hin, guckten aufs Wasser und freuten uns unseres Lebens. Wirklich. Nicht laut. Nicht übertrieben. Einfach dieses tiefe, stille:
Genau so ist es richtig. ☕🥐🌊
Vier oder fünf Mal waren wir bestimmt dort frühstücken. Immer wieder der gleiche Ablauf. Immer wieder diese Aussicht. Immer wieder dieses Gefühl, dass man manchmal gar nichts Großes braucht, wenn der Platz, der Kaffee und der Mensch gegenüber stimmen.
Und manchmal, während Britti dort saß, fertig gemacht, gut gelaunt, mit diesem Licht im Gesicht und dem See im Hintergrund, hatte ich wirklich das Gefühl, passt.
Ich freute mich darüber sehr.
Und genau deshalb war Bodensdorf für uns nicht einfach nur ein weiterer Campingplatz.
Es war unser erstes richtiges Aufatmen nach der Hitze.
Ein kleiner österreichischer Neubeginn.
Ein Ort mit See, Frühstück, Udo, Alm, Rollerkeuchen und einer Britti, die zwischen Wasser und Bergen einfach wieder ganz bei sich war.
Italien hatte uns in den Norden geschossen.
Österreich hat uns aufgefangen.
Und wenn du bis hier gelesen hast, dann weißt du, was jetzt kommt:
Natürlich bleiben wir nicht einfach nur sitzen.
Denn wenn Britti Berge sieht, dann dauert es nicht lange, bis irgendwo wieder eine Alm ruft.
Und weil ein Alm Tag natürlich nicht reicht, ging es am nächsten Tag direkt weiter 😄🏔️
Zweites Ziel diesmal: Kammerhütte.
Auch wieder eine Alm. Auch wieder hoch in die Berge. Und natürlich wieder mit Mautstraße. Wieder 10 Euro. Österreich hat wirklich verstanden, wie man aus Steigung ein Geschäftsmodell macht 😂
Also wieder rauf auf die Honda. Wieder Serpentinen. Wieder Berge. Wieder dieses Gefühl, dass der kleine Roller sich innerlich denkt:
„Leute, ich bin für Stadtverkehr gebaut, nicht für alpine Grenzerfahrungen.“ 🛵⛰️
Aber wir wollten unbedingt hoch zu dieser Hütte. Kaiserschmarrn war im Kopf, Aussicht war im Herzen, und Britti hatte schon wieder dieses Gesicht, bei dem ich wusste: Umkehren ist keine Option ❤️
Dann plötzlich war die Straße zu Ende.
Ein normaler Mensch hätte gesagt: Gut, dann war es das.
Wir natürlich nicht 😄
Da war noch ein Zulieferweg. Und dieser Weg führte tatsächlich direkt weiter Richtung Kammerhütte. Also fuhren wir hoch. Langsam. Vorsichtig. Aber mit einer inneren Entschlossenheit, wie sie nur Menschen haben, die irgendwo oben einen Kaiserschmarrn vermuten.
Und dann waren wir da.
Kammerhütte.
Und Freunde, was für ein Blick.
Vor uns diese Berge, diese Weite, diese fast 3000er Gipfel, einer nach dem anderen, als hätte jemand den Horizont extra für uns aufgestellt. Wir standen da oben und bekamen erstmal wieder kaum den Mund zu. Nach all der Hitze in Italien, nach Asphalt, Fähre, Städten und Staub war das hier wie ein großes kühles Durchatmen der Seele 🌄❤️
Britti schaute. Ich schaute.
Und für einen Moment mussten wir gar nichts sagen.
Zweiter Tag in Kärnten.
Zweite Alm.
Zweiter Volltreffer.
Schöner geht es kaum.
Und morgen, du wirst es kaum glauben, soll es vielleicht schon wieder hoch hinausgehen. Diesmal mit der Gondel Richtung Kanzelhöhe.
Britti sagt zwar „vielleicht“.
Aber wir wissen ja beide, was „vielleicht“ bei Britti bedeutet.
Ich sollte besser schon mal den Helm bereitlegen 😄🚠🏔️
Denn meistens muss ich dann Roll fahren 😄🏔️🚐Read more




























Traveler
Das klingt nach Nägel im Getriebe
TravelerNa Sauber 😊
Dietmar KammererWillkommen in Österreich. Wenn ihr noch was spektakuläres sehen wollt. Fahrt über die Großglockner Hochalpenstraße. 3000er rundherum 😂