Stockholm, und die Königin war nicht zu Hause 👑🇸
August 7 in Sweden ⋅ ☁️ 18 °C
Stockholm begann für uns mit einer einfachen Erkenntnis: Wenn in der Stadt alles ausgebucht ist, schläft man eben auf dem Messegelände.
Klingt erstmal nach Weltstadt, Kultur und königlichem Flair. In Wahrheit standen wir auf einem Teerplatz mit Charakter. So ähnlich wie Teewurst. Nicht schön, aber irgendwie da 😄
Wir bekamen zuerst einen Platz, auf dem der Silberpfeil so schief stand, dass man im Bett vermutlich langsam Richtung Kühlschrank gerutscht wäre. Ich schaute Britti an. Britti schaute zurück. Und dann sagte sie diesen Satz, bei dem man weiß, jetzt übernimmt die Frau das Kommando:
„Moment, da kümmere ich mich drum.“
Zack, raus zur Rezeption. Kurz später kam sie zurück. Neuer Platz. Besserer Platz. Größerer Platz. Britti hatte Stockholm noch nicht einmal betreten und schon die erste Situation geregelt. Ich hätte applaudiert, aber ich musste den Silberpfeil umparken 😄🚐
Am nächsten Morgen sollte es dann richtig losgehen. Ein Tag Stockholm. Die Stadt, in der Britti schon als Kind gewesen war. Für sie war das also nicht nur irgendein Stopp. Da hing Erinnerung drin. Kindheit. Bilder von früher. Und dieses leise Gefühl, einen Ort nach vielen Jahren wiederzusehen.
Honda Roller raus. Frühstück rein. Helm auf. Ab in die Stadt 🛵
Als Erstes landeten wir in den Markthallen. Und was soll ich sagen, dort passierte sofort das zweite Frühstück. Herrliche Köttbullar mit Kartoffelpüree. Nicht geplant, aber notwendig. Es gibt Mahlzeiten, die tauchen einfach auf und sagen: Du brauchst mich jetzt. Und wer wären wir, uns gegen schwedische Köttbullar zu wehren? 😄🍽️
Danach ging es weiter durch Stockholm. Wir fuhren links, rechts, hier entlang, da entlang, einmal quer durch diese Stadt, die auf Wasser gebaut scheint und gleichzeitig so tut, als wäre sie schon immer völlig entspannt gewesen.
Immer wieder tauchte das Grand Hotel auf. Egal, wo wir fuhren, irgendwann stand es wieder da. Als würde es sagen:
„Na, ihr schon wieder?“
Wir umrundeten die Stadt mit der Honda Mofa so gründlich, dass Stockholm danach vermutlich kurz dachte, es sei offiziell kontrolliert worden.
Dann ging es zum ABBA Museum. Zumindest fast. Denn davor stand eine Schlange von gefühlt 50 bis 100 Metern. Da war sofort klar: Wir lieben Musik, aber nicht genug, um in einer Menschenkette zu verdampfen. Also einmal gucken, innerlich Dancing Queen summen und weiter 😄🎶
Dann kam das große Kaufhaus.
Ich blieb erst draußen beim Roller. Schlechter Parkplatz, Stadtverkehr, alles eng, also blieb Kai bei den Pferden. In diesem Fall bei der Honda. Britti ging rein, machte Fotos, schaute sich alles an und kam kurz darauf wieder raus.
Aber diesmal hüpfte sie nicht nur. Diesmal kam sie fast bedeutungsvoll auf mich zu und sagte:
„Wenn du da jetzt nicht reingehst, verpasst du etwas fürs ganze Leben.“
Das ist natürlich ein schwerer Satz. Besonders, wenn man eigentlich nur draußen stehen und den Roller bewachen wollte.
Also rein.
Britti, Honda draußen, Kai hinein in diese gewaltige Eingangshalle. Und ich muss sagen, sie hatte recht. Riesig, schön, edel, beeindruckend. Gleich rechts sah ich dann Hermès. Handtaschen, edle Sachen, alles sehr fein.
Ich sagte trocken:
„Ach guck, Hermes Paketshop.“
Britti lachte sofort und sagte:
„Da kommst du nicht mal mit einem Termin rein.“
Damit war auch diese Bildungslücke geschlossen. Hermes ist nicht immer ein Paketshop. Manchmal ist es auch ein Ort, an dem man sich schon beim Hingucken leicht unterfinanziert fühlt 😂👜
Danach hatte ich noch einen kleinen Geheimtipp für Britti. Wir fuhren in eine Sackgasse zu einem Aussichtspunkt über Stockholm. Siehe Bilder. Und da lag diese große Stadt unter uns. Wasser, Dächer, Türme, Licht, Boote, alles zusammen wie ein riesiges schwedisches Puzzle. Britti schaute. Ich schaute. Und für einen Moment war alles ruhig.
So etwas mag ich an unseren Reisen. Erst Gewusel, Roller, Schlangen, Kaufhäuser, Köttbullar und dann plötzlich ein Blick, der alles wieder sortiert ❤️
Auf dem Rückweg musste natürlich noch das Königshaus dran glauben. Wer in Stockholm ist und nicht wenigstens kurz beim Schloss vorbeischaut, war wahrscheinlich nur tanken.
Und wie es der Zufall wollte, kamen gerade die Kameraden zur Wachablösung die Treppe hoch. Nicht riesig, nicht dramatisch, eher so eine charmante Miniaturausgabe von großer Zeremonie. Aber genau deshalb wieder lustig. Wir standen da, guckten zu und waren mittendrin im schwedischen Königstheater.
Die Königin war allerdings nicht zu Hause. Zumindest hat sie uns nicht zugewinkt. Ich nehme an, sie war beschäftigt 😄👑
Dafür setzten wir der kleinen Britti die Krone auf. In Gold. Siehe Fotos.
Und was soll ich sagen, sie grinste bis tief in den Abend hinein. Dieses Grinsen war nicht gespielt. Das war Stockholm, Kindheit, Reiseglück und ein bisschen Königin in einem Gesicht.
Damit sollte es das erstmal gewesen sein mit den großen Städten. Kopenhagen, Stockholm, Wachablösung, Meerjungfrau, Krone, Kaufhaus, Köttbullar, alles abgehakt.
Jetzt geht es weiter.
Raus aus der Stadt.
Rein in den tiefen schwedischen Wald 🌲🚐
Vor uns liegen tausende Kilometer. Tannenbäume. Seen. Einsame Straßen. Und natürlich die große Mission:
Wir suchen den Elch.
Ob wir ihn finden oder ob er uns findet, das wird sich zeigen.
Bleibt dran. Schweden wird jetzt wilder.Read more






















Traveler
Perfekt 🤩
Traveler
Noch besser 😅