• Castel Fiorentino - was für ein Wind!

    October 14 in Italy ☀️ 16 °C

    Mein Übernachtungsort bietet sich für eine kleine morgendliche Erkundung an. Ich liebe solche ganz einsamen Orte, da kann ich Leo laufen lassen, wie er lustig ist, und muss nicht gucken was er macht. Wie wird es bloß, wenn wir wieder in der Zivilisation landen... Für Leo kein Problem, für mich schon, da muss ich ihn wieder "kontrollieren". Wobei Leo so ein artiger Hund ist, dass das für ihn keine Herausforderung sein dürfte. Aber ich muss es machen...

    Überall hat man freundlicherweise Betonklötze aufgestellt, die erzählen, welche Gebäude man dort sieht. Zu der Optik kann man sicher geteilter Meinung sein, aber ich finde es ziemlich gut. Hinweistafeln aus Metall oder Holz würden sicher nicht lange überleben... Und der Kontrast zu den alten Mauern hat was.

    Der Sturm, der mich am Meer gestern noch so mit hohen Wellen und frischer Salzluft erfreut hat, nervt ein bisschen, und so halte ich den Rundgang kurz. Obgleich die Lufttemperatur bei circa 20° liegen dürfte, ist es mächtig kühl.

    Kulturzauber auf Strohballen – Die Ruinen von Castel Fiorentino werden zur Open-Air-Bühne

    Die Strohballen, die hier noch überall herumliegen, sind eine Zuschauertribüne der gesamten Region Capitanata
    Das historische Herzstück der Gemeinde Torremaggiore wird regelmäßig zu einer ziemlich einzigartigen Kulturarena, in der die Stadt das Andenken an den legendären Stauferkaiser Friedrich II. auf moderne Art wachhält, indem sie hochkarätige Kunst und Musik genau an den Ort bringt, an dem der Kaiser im Dezember 1250 verstarb
    Besonders im Spätsommer erwacht die archäologische Stätte bei der Veranstaltungsreihe „Suggestioni Sub Flore“ zu magischem Leben, wenn Hunderte von Menschen mitten in der Nacht anreisen, um auf genau diesen Strohballen Platz zu nehmen und bei den legendären Konzerten im Morgengrauen klassischer Musik oder italienischen Künstlern zu lauschen, während hinter den staufischen Mauern langsam die Sonne aufgeht
    Neben den Konzerten in der Morgendämmerung locken das Castel Fiorentino Festival und abendliche Open-Air-Theaterstücke im Juli und August viele Kulturliebhaber an, die zwischen geschichtsträchtigen Steinen theatralischen Führungen, mittelalterlichen Darstellungen oder poetischen Lesungen zum Sonnenuntergang folgen
    Die Strohballen bleiben nach den sommerlichen Events oft noch absichtlich als Einladung für Spaziergänger liegen, sodass man sich auch tagsüber einfach darauf setzen und den weiten, ungestörten Blick über die weite Ebene genießen kann, während im Hintergrund die weiße Stauferstele als stummer Zeuge an die große Historie dieses magischen Ortes erinnert.

    Wikipedia erzählt schön, was das hier ist:
    Castel Fiorentino ist eine seit Jahrhunderten unbewohnte Burg in der Capitanata, dem nördlichen Teil Apuliens; in ihr starb am 13. Dezember 1250 der römisch-deutsche König und Kaiser Friedrich II. Ihre größte Bedeutung hatte die Burg – deren Lage es erlaubte, das umliegende Land zu kontrollieren – zwischen dem 11. und 13. Jahrhundert. Das Bauwerk steht auf einem befestigten länglichen Hügel, an dessen Ende sich ein normannischer Turm in der typischen Form eines Donjons befindet sowie ein Kastell, das ebenfalls normannischen Ursprungs ist, aber zu einer kaiserlichen Residenz umgebaut wurde.Heute sind von der Burg nur noch Ruinen erhalten; archäologische Untersuchungen haben jedoch das Erdgeschoss des friderizianischen Palas ans Licht gebracht. Dieser war mit kostbarem Marmor wie beispielsweise in Lucera, im Castel del Monte oder der Residenz in Foggia geschmückt, mit skulptierten Dekorationen in hervorragender Machart, die aber über Jahrhunderte hinweg entfernt wurden, um die Kirche und Häuser des benachbarten Ortes Torremaggiore zu schmücken.

    In den noch vorhandenen Ruinen befinden sich zwei kleine Kamine, Böden mit Fischgratpflasterung, verputztes Mauerwerk und Bögen mit Tonnen- und Kreuzgewölbe. Die Mauerstärke zeigt an, dass das Gebäude ein oder zwei Obergeschosse hatte. Dort müssen sich Fenster geöffnet haben, von denen einige dekorierte Fragmente wiederhergestellt werden konnten: lebensecht wirkende Hörner, kleine gewundene Säulen, Kapitelle.

    Ein aus dem Kastell stammender Tisch dient heute als Hauptaltar der Kathedrale Santa Maria Assunta in Lucera.
    Heute sind von der Burg nur noch Ruinen erhalten; archäologische Untersuchungen haben jedoch das Erdgeschoss des friderizianischen Palas ans Licht gebracht. Dieser war mit kostbarem Marmor wie beispielsweise in Lucera, im Castel del Monte oder der Residenz in Foggia geschmückt, mit skulptierten Dekorationen in hervorragender Machart, die aber über Jahrhunderte hinweg entfernt wurden, um die Kirche und Häuser des benachbarten Ortes Torremaggiore zu schmücken.

    In den noch vorhandenen Ruinen befinden sich zwei kleine Kamine, Böden mit Fischgratpflasterung, verputztes Mauerwerk und Bögen mit Tonnen- und Kreuzgewölbe. Die Mauerstärke zeigt an, dass das Gebäude ein oder zwei Obergeschosse hatte. Dort müssen sich Fenster geöffnet haben, von denen einige dekorierte Fragmente wiederhergestellt werden konnten: lebensecht wirkende Hörner, kleine gewundene Säulen, Kapitelle.

    Ein aus dem Kastell stammender Tisch dient heute als Hauptaltar der Kathedrale Santa Maria Assunta in Lucera.

    In Gedenken an den hier verstorbenen Staufer-Kaiser Friedrich II. errichtete das Komitee der Stauferfreunde neben der Ruine eine Stauferstele, die am 750. Todestag des Kaisers – am 13. Dezember 2000 – enthüllt wurde.
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