• Bauernprotest

    October 13 in Italy 🌬 20 °C

    Bei meiner Fahrt nach San Servio zum Einkaufen werde ich am Kreisel der SP 35 und SP 37 vor San Severo (Foggia) schlagartig ausgebremst. Überall stehen Trecker und andere Fahrzeuge am Rand. Ich kann aber in den Kreisel einfahren. Doch am Ende. Kurz vor der Ausfahrt werde ich angehalten und stehe als erstes Fahrzeug an vorderster Front einer unangekündigten Straßensperre. Eine massive Protestwelle apulischer Landwirte und Transportunternehmer legt hier den Verkehr lahm.
    Die Situation ist angespannt. Die Bauern nutzen mein Auto als Barriere und machen die Straße komplett dicht. Nach angespannten Diskussionen bedeuten sie mir unmissverständlich, ich solle mich „schlafen legen“ – ein Zeichen dafür, dass hier so schnell niemand weicht. Mein Glück: Ein Capitano (Hauptmann) der Carabinieri rückt mit Einsatzkräften an. Er moderiert die brenzlige Lage deeskalierend. Als klar wird, dass ich nur zum Einkaufen will, weil ich nichts mehr zu essen habe, lassen mich die Bauern schließlich passieren.
    Die Auswirkung der Blockaden folgt direkt beim anschließenden Einkauf in San Severo. Obwohl erst Dienstagnachmittag ist, bieten die Filialen von Lidl und Netto ein ungewohntes Bild: Die Regale sind deutlich geleert. Da die Protestierenden auch die Hauptverkehrsachse SS 16 und die Autobahnauffahrten blockieren, bricht die Just-in-Time-Logistik der Supermärkte zusammen. Die Liefer-Lkw kommen nicht mehr durch.
    Bis auf ein einziges Produkt bekomme ich glücklicherweise noch alles. Ein intensives Erlebnis, das zeigt, wie schnell einen die Realität vor Ort auf Reisen einholt.

    Nun stellt sich die Frage, wie ich mich weiter fortbewege. Große Straßen werde ich derzeit meiden. Vielleicht sollte ich mich doch wieder ans Meer stellen, da würde ich wohl eine Umgehung finden.
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