• Die allererste Stauferstele

    October 14 in Italy ☀️ 16 °C

    Das steinerne Monument inmitten der stillen Ruinen von Castel Fiorentino markiert einen Meilenstein der europäischen Erinnerungskultur. Hier steht die allererste Stauferstele der Welt, die am 13. Dezember 2000 exakt zum 750. Todestag von Kaiser Friedrich II. feierlich eingeweiht wurde. Das historische Monument bildet den feierlichen Auftakt für ein einzigartiges, mittlerweile rund 40 Gedenksteine umfassendes Netzwerk quer durch sechs europäische Staaten.

    Der Stuttgarter Bildhauer Markus Wolf schuf die massiven Gedenksteine aus einem rahmweiß gebänderten Jura-Travertin aus dem süddeutschen Altmühltal. Die markante achteckige Form ist dabei kein gestalterischer Zufall. Sie ist eine direkte architektonische Hommage an das von Friedrich II. erbaute, weltberühmte Castel del Monte und verweist symbolisch zudem auf die achteckige Reichskrone.

    Die vier beschrifteten Seiten des Monuments widmen sich in drei Sprachen der facettenreichen Macht und dem bleibenden Eindruck des außergewöhnlichen Herrschers. Jede Inschrift wird von einem historisch bedeutenden Wappen gekrönt, das eine bestimmte Facette seines Reiches beleuchtet.

    Die erste Seite wird vom Wappen des Reichs, dem Reichsadler, dominiert. Die lateinische Originalinschrift listet untereinander seine Titel und Lebensdaten auf: „FRIDERICUS DEI GRATIA IMPERATOR ROMANORUM ET SEMPER AUGUSTUS REX IERUSALEM ET SICILIE DUX SUEVIE“ sowie darunter die Daten „26. XII. 1194 IESI“ und „13. XII. 1250 FIORENTINO“. Das bedeutet übersetzt: „Friedrich von Gottes Gnaden Kaiser der Römer und immer erhaben, König von Jerusalem und Sizilien, Herzog von Schwaben. Geboren am 26. Dezember 1194 in Jesi, gestorben am 13. Dezember 1250 in Fiorentino.“

    Die zweite Seite zeigt das Wappen des Königreichs Sizilien, den sizilianischen Adler. Hier steht die italienische Übersetzung des berühmten Zitats des englischen Chronisten Matthaeus Parisiensis in Großbuchstaben untereinander gemeißelt: „IN QUEL TEMPO MORÌ FEDERICO IL PIÙ GRANDE TRA I PRINCIPI DELLA TERRA STUPORE DEL MONDO E MERAVIGLIOSA INNOVATORE MATTEO DA PARIGI“. Übersetzt lautet dies: „In jener Zeit starb Friedrich, der Größte unter den Fürsten der Erde, das Staunen der Welt und der wunderbare Erneuerer. Matthäus von Paris.“

    Auf der dritten Seite befindet sich unter dem Wappen des Königreichs Jerusalem, dem Jerusalemkreuz, die lateinische Originalfassung des Chronisten-Zitats. Der Text lautet: „OBIIT CIRCA EADEM TEMPORA PRINCIPUM MUNDI MAXIMUS FRETHERICUS STUPOR QUOQUE MUNDI ET IMMUTATOR MIRABILIS MATTHAEUS PARISIENSIS“. Darunter hat sich der Künstler verewigt mit der Inschrift: „MARKUS WOLF ANNO MM“. Übersetzt bedeutet dies: „Es starb um diese Zeit der Größte unter den Fürsten der Erde, Friedrich, das Staunen der Welt und deren wunderbarer Verwandler. Matthaeus Parisiensis. Markus Wolf im Jahr 2000.“

    Die vierte Seite steht ganz im Zeichen der schwäbischen Herkunft der Dynastie und zeigt das entsprechende Wappen des Herzogtums Schwaben mit den drei Stauferlöwen. Hier findet sich schließlich die deutsche Übersetzung des historischen Zitats des Chronisten: „UM DIESE ZEIT ABER STARB FRIEDRICH DER GRÖZSTE UNTER DEN FÜRSTEN DER ERDE UND DAS STAUNEN DER WELT UND IHR WUNDERBARER WANDLER MATTHÄUS VON PARIS“.
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