• Hupend durch Baghdad

    February 9 in Iraq ⋅ ☁️ 17 °C

    Warum hupen Autofahrer im Irak? Weil sie's können. Sinn und Zweck hat es selten, zumindest keinen erkennbaren. Nach stundenlangem Staustehen im Taxi grübeln wir heute Abend, warum das akustische Warnsignal so gern zur Anwendung gelangt.

    Grübeln lässt uns aber auch manch andere Erfahrung. Warum sind drei von vier als sehenswert angepriesenen Monumente in Baghdad langfristig geschlossen und dürfen noch nicht mal von Weitem fotografiert werden? Warum darf man ohne Permit zwar nicht zu Fuß in die hermetisch abgeschirmte Green Zone von Baghdad, das Regierungs- und Botschaftsviertel, aber mit dem vom Kontrollposten herbeigerufenen Taxi dann doch? Und warum interessiert sich auf einmal die Polizei mit einem Großaufgebot dafür, dass wir auf einem Restaurantparkplatz nächtigen?

    Man kann und muss nicht alles verstehen in dieser so völlig anderen, aber faszinierenden, spannenden und liebenswert chaotischen Welt. Was für ein Geschenk, einen kurzen Blick hinter die Kulissen werfen zu dürfen! Die Iraker empfangen uns Fremde äußerst herzlich, neugierig und hilfsbereit. Die Gastfreundschaft ist überwältigend. Mehrfach werden wir beschenkt und eingeladen. Ein Lächeln wird mindestens mit einem Lächeln quittiert.

    Für den Irak besteht eine Reisewarnung. Noch so ein Rätsel. In keiner Sekunde haben wir uns hier bislang mulmig oder unsicher gefühlt. Ganz im Gegenteil.
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