Essen auf Rädern - und von ganzem Herzen
March 20 in Bahrain ⋅ 🌙 23 °C
Kaum haben wir Quartier gemacht in einem kleinen, von Familien bevölkerten Hafenpark in Al Jasra (Bahrein), schon haben wir Besuch von einem neugierigen Nachbarn. Das Übliche: wo wir her sind, ob es uns gut geht, ob wir etwas brauchen. "Thanks, shkran, we have all we need." Mit Mühe lässt der junge Mann sich überzeugen.
Doch nicht lang. Wenig später kommt er zurück und verkündet, er habe im Dorfrestaurant bei seinen pakistanischen Landsleuten Essen bestellt, das werde in Kürze geliefert - Widerspruch zwecklos.
Und so bauen wir unsere Campingtische auf (zum Pakistani wollten wir später sosieso) und harren des Essens auf Rädern. Das wird traditionell kredenzt: Plastikfolie auf den Tisch, Salat und Fladenbrot direkt darauf, der Rest in Alu: Gebratenes Huhn, Huhn in scharfer Soße, Huhn im Reisbett, Hühnerspießchen. Die Tische biegen sich, und wir schlemmen - überwältigt von der Generosität eines Wildfremden, der später noch mit selbst gekochtem Karak (Milchtee) aufkreuzt und sich zu uns gesellt.
Mohammed Sabir, so heißt der edle Spender, stammt aus Pakistan, lebt aber seit zehn Jahren auf der arabischen Halbinsel und verdient als Lkw-Fahrer das Geld für sich und seine Familie zuhause. Drei Töchter hat er, die er nur via Handy aufwachsen sieht. Eigentlich fährt er leidenschaftlich gern Schwerverkehr, zur Zeit aber liefert er Obst und Gemüse aus in ganz Bahrein. Für 600 oder 700 Euro im Monat.
Der 30-Jährige weiß, was er will, und er ist zielstrebig. Am Steuer feilt er mit Hilfe von Tutorials an seinem Englisch, und er bereitet sich auf die Prüfung zum internationalen Truckdriver vor. Denn er will demnächst in Rumänien anfangen. Und eines Tages vielleicht in Frankreich oder in Deutschland. Inshallah.
Wir erzählen, lachen und tauschen Fotos aus. Ein paar von uns waren selbst schon in Pakistan, es gibt also genug zu diskutieren. Als Mohammed Sabir sich verabschiedet - nicht ohne uns sein Haus als Quartier anzubieten -, fragt er uns, wann wir denn am nächsten Tag aufbrechen wollen. Er würde nach seiner Frühschicht mit Frühstück kommen. Wir wissen: Gegen diese Art der Gastfreundschaft ist Widerstand zwecklos. Nur kurz versuchen wir, ihm seinen Plan auszureden.
Punkt 8 Uhr steht Mohammed Zabir, 30, Trucker aus Pakistan, mit Eiern, Fladenbrot und Avokado-Smoothie im Park, um uns als seine Gäste zu verwöhnen.
Würde ihm in Deutschland wohl Ähnliches widerfahren?Read more











TravelerUnglaubliche GASTFREUNDSCHAFT 😍✨️✨️👏
TravelerSo haben wir das in Saudi-Arabien erlebt. Diese Gastfreundschaft ist unglaublich und bei uns absolut undenkbar. Sehr schade.
Wolferl weltweit🙏