Irrlaufen statt Radfahren
July 21 in France ⋅ ☀️ 25 °C
Heute war Zeitfahren angesagt. Eigentlich dachten wir, das wird ein gemütlicher Tag. Ausschlafen, z'Mörgele vor Knutschi, die Sonne geniessen und erst später die paar hundert Meter bis ins Ziel spazieren. Die Werbekolonne liessen wir bewusst aus – wir wollten unsere Energie lieber für die Fahrer aufsparen.
Dann kam die Nachricht, die unsere Pläne über den Haufen warf: Die Strasse auf die Alp d'Huez wird nachts gesperrt. Mist! Eigentlich wollten wir nach dem Rennen hochfahren. Also hiess es umdenken. Ein Teil unserer Gruppe fuhr schon am Nachmittag los, wir entschieden uns, das Zeitfahren ganz zu geniessen und dafür morgen um 3.30 Uhr loszufahren. Ferien können manchmal erstaunlich anstrengend sein...
Zuerst schlenderten wir durchs Zielgelände. Unglaublich, was für eine riesige Infrastruktur nur für einen Tag aufgebaut wird. Die ersten Fahrer kamen bereits ins Ziel – und man sah einigen an, dass sie heute wirklich alles gegeben hatten.
Danach spazierten wir der Strecke entlang bis zum Genfersee und später mit der kleinen Standseilbahn hinauf in die Altstadt. Überall herrschte Tour-de-France-Stimmung: Fans, Lautsprecherdurchsagen, Souvenirstände und natürlich immer wieder Rennfahrer und Teamfahrzeuge, die mit quietschenden Reifen unterwegs waren.
Eigentlich wollten wir dann die letzten Kilometer der Strecke zurück zum Ziel laufen und die Fahrer anfeuern. Tja... eigentlich. Rund anderthalb Kilometer vor dem Ziel war Schluss. Kein Durchkommen mehr. Also hiess es: alles wieder zurück durch die Menschenmassen, bis wir endlich irgendwo unter der Strasse auf die andere Seite wechseln konnten. Ich glaube, wir waren heute strenger unterwegs als so mancher Radprofi.
Gerade noch rechtzeitig erreichten wir das Ziel für die letzten Fahrer. Remco Evenepoel gewann das Zeitfahren, Tadej Pogačar wurde Zweiter. Die Stimmung war einfach genial und das Warten definitiv wert.
Am Ende standen bei uns über 11 Kilometer auf dem Tageszähler – allerdings zu Fuss und nicht auf dem Velo. Fix und fertig fielen wir am Abend ins Bett. Der Wecker klingelt nämlich morgen mitten in der Nacht. Alp d'Huez wartet... und hoffentlich auch noch ein Plätzli für Knutschi.Read more








