Grünlicht, Glühwein und Gruppenticket
December 29, 2025 in Germany ⋅ 🌬 7 °C
🌊 Cuxhaven Tag 4
Ich wache heute Morgen erstaunlich entspannt auf. Ein erster Blick aufs Panel: grün. Alles läuft. Licht, Technik, Ruhe im Kopf.
Ich hole drei Kannen Wasser, auch das Wassertaxi ist aufgetaut und schluckt brav das Abwasser. Die Toilette lasse ich heute lieber in Ruhe – man soll das Glück ja nicht herausfordern.
Um 10 Uhr machen wir uns auf den Weg zur nahegelegenen Bushaltestelle: Conny, Horst und ich. Die Idee hatten offenbar viele. Als der Bus kommt, ist er bereits so voll, dass wir uns nur mit Mühe hineinpressen können. An den nächsten Haltestellen fährt er einfach durch. Glück gehabt – das darf man auch mal sagen.
Wir steigen an der Alten Liebe aus, bummeln durch die Anlage, beobachten die Wohnmobile auf der Platte und stöbern durch die reduzierten maritimen Angebote. Währenddessen warten wir auf Anja und Eckhard, die mit dem Fahrrad kommen. Als sie da sind, schließen sie die Räder an und wir ziehen gemeinsam Richtung Stadt.
Im Lotsenviertel landen wir in der Cuxhavener Rösterei. Warmer Cappuccino, einladendes Ambiente – so gemütlich, dass wir deutlich länger bleiben als geplant.
Beim anschließenden Stadtbummel haben es die Männer nicht leicht: Conny, Anja und ich steuern gefühlt jeden Laden an. Die Stadt ist voll, Menschen bummeln, essen Bratwurst, trinken Glühwein. Ein Saxophonspieler untermalt das Ganze – und bekommt von mir natürlich etwas in den Hut.
Am Ende der Einkaufsstraße entdecken wir unser kleines Restaurant wieder, in dem wir schon letztes Jahr so gut gegessen haben. Ein Familienbetrieb, kosovo-albanisch geführt, nur 15 Plätze. Für uns fünf werden kurzerhand die hauseigenen Kinder umgesetzt – damit wir zusammensitzen können.
Die Karte: eine köstliche Mischung aus Balkan, Griechenland, Mittelmeer. Die Preise moderat, das Essen großartig. Wir kommen mit der Betreiberin und ihrem Sohn ins Gespräch, hören Geschichten aus ihrem Leben. Bekommen zum Abschluss alle eonen Ouzo.
Die Toilette? Zwei Häuser weiter, gegenüber. Die Mutter marschiert mit ihrem Schlüsselbund voran und schließt uns auf. Auch das haben wir noch nicht erlebt.
Als wir wieder aufbrechen, ist der Tag schon weit fortgeschritten. Natürlich liegen auf dem Rückweg noch etliche Läden – man kann sie ja nicht einfach ignorieren.
Kurz vor drei erreichen wir die Haltestelle. Der Bus fährt erst in 20 Minuten. Anja und Conny wollen „nur schnell“ noch etwas besorgen. 21 Minuten später sind sie zurück und der Bus fährt ohne uns. Der nächste kommt erst eine halbe Stunde später.
Anja und Eckhard verabschieden sich und radeln zurück. Wir wärmen uns gegenüber in einem Buchladen mit Toilette und Kaffeeecke auf: 1 Euro Kaffee, 1,50 Euro Cappuccino aus dem Automaten. Perfekt, um unsere Blase und Horsts Koffeinspiegel zu retten.
An der Haltestelle wartet inzwischen eine riesige Menschentraube. Der Bus kommt – voll. Mit Ach und Krach kommen wir noch rein, weil wir hinten einsteigen können, da wir morgens ein Gruppentagesticket gelöst haben. Wieder fährt der Bus an den Wartenden vorbei.
Gegen 17 Uhr erreichen wir endlich das Wohnmobil. Anja und Eckhard stehen schon frierend davor – sie waren mit dem Rad natürlich schneller. Wir hatten ein wärmendes Getränk versprochen.
Wenig später sitzen wir alle bei mir im Wohnmobil und wärmen uns auf. Musik läuft, es wird mitgesungen. Ein herrlicher Abschluss eines schönen, wenn auch anstrengenden Tages.
Ein kleiner Wermutstropfen: Die Energielampe springt wieder auf Rot. Die Starterbatterie fällt erneut auf 12 Volt. Das Batterieerhaltungsgerät schafft es nicht die Spannung zu erhalten. Das wird langsam kritisch. Aber: Ich will ja im Moment noch nicht weg. Ich bleibe noch ein paar Tage. Und zur Not muss ich eben eine neue Batterie einbauen lassen.
Den Abend verbringe ich gemütlich im Bett – Tagebuch, Fernsehen, Wohlfühlmodus. Morgen soll es noch einmal richtig schön werden. Conny schlägt vor, dass wir uns alle noch einmal am Wohnmobil zu Snack und Glühwein treffen.
Das besprechen wir morgen.Read more

























TravelerSehr schön, dass ihr Glück mit dem Wetter habt. Cuxhaven nicht voll gibt's glaube ich sowieso nicht. Weiterhin viel Spaß.
Womofriends-on-tourDanke. Ab Morgen wird das Wetter schlechter und es soll Schnee geben. Aber erst einmal..."Carpe diem"