Rückfahrt im Wetterchaos
January 3 in Germany ⋅ ☁️ -1 °C
Zwischen Schneesturm, Hubstützen und Herzklopfen Rückblick auf meine erste Single-Womo-Tour
Schon am Abend macht sich ein mulmiges Gefühl breit. Die Wetterprognosen, die Nachrichten – Schnee, Glätte, Sturm. Ach, vielleicht wird es ja nicht so schlimm. Im Moment sieht es doch noch ganz okay aus.
In der Nacht wache ich auf, schaue aus dem Fenster – und da liegen plötzlich gut 10 cm Neuschnee. An entspannten Schlaf ist nicht mehr zu denken. Also bin ich früh auf den Beinen und mache das Wohnmobil abfahrbereit. Hab mir extra eine Checkliste gemacht, damit ich nichts vergesse. Die große Frage: Springt der Motor an? Die Starterbatterie ist ja nicht mehr die beste.
Aber siehe da: Der Motor läuft, die Hubstützen fahren ein. Läuft ja besser als gedacht, denke ich noch optimistisch.
Bis zum nächsten Moment.
Ich fahre heute gemeinsam mit Horst und Conny zurück. Bei den Witterungsverhältnissen beruhigt mich das schon ein wenig.
Bezahlt, losgefahren – und kaum hinter der Schranke ertönt ein ohrenbetäubender Warnton. Sofort anhalten. Diagnose: Die Hubstützen sind wohl doch nicht ganz eingefahren.
Also nochmal raus – und wieder rein.
Eine fatale Entscheidung.
Raus geht. Rein nicht mehr.
Eine halbe Stunde probieren, beraten, fluchen. Horst und Hans-Werner helfen, dann rufe ich den ADAC. Wartezeit: 2–3 Stunden. Eis, Schnee, überall Pannen.
Zum Glück kommt auch mein hilfsbereiter Nachbar vom Platz dazu, der schon das Kassettenproblem in den Griff bekommen hat – gleiche Hubstützenanlage. Und tatsächlich: Er schafft es, die Hubstützen nicht nur einzufahren, sondern auch den Kontakt zu säubern, dass der Warnton verstummt. Ich hätte ihn umarmen können.
Endlich: Start!
Doch die Straßen sind voller Schnee, Matsch und festgefrorenem Eis. Noch Tanken. Chaos an der Tankstelle. Zwei große Wohnmobile gleichzeitig und allws voller Schnee. Ich hoffe auf die Autobahn – aber es wird schlimmer. Rückreiseverkehr, Räumfahrzeuge, Glatteis, Staus. Auf der A27 kurz vor Bremen dann: Vollsperrung. Wir werden heruntergeleitet – mitten hinein ins verschneite, glatte, verkehrsreiche Bremen.
Vorne drehen die Räder durch, hinten wackelt alles. Als ich Bremen über die B6 verlasse, denke ich nur: Schlimmer kann es jetzt eigentlich nicht mehr kommen. Wenn ich das überstanden habe, fahre ich alles.
Und dann macht das Navi etwas richtig: Statt Autobahn geht es über Land nach Hause. Eine gute Entscheidung. Die Straßen werden besser, der Schnee verschwindet, irgendwann ist die Fahrbahn wieder frei.
Es ist 15:55 Uhr, als ich endlich den Schlüssel umdrehe.
Gestartet sind wir gegen 9:30 Uhr.
Ich bin völlig erledigt. Zwei Tassen Kaffee – die mir unterwegs schmerzlich gefehlt haben – holen mich langsam zurück ins Leben. Ich räume das Auto aus, stelle die Waschmaschine an, esse etwas, dusche. Um 22 Uhr falle ich todmüde ins Bett – und schlafe durch bis halb zehn am nächsten Morgen.
Rückblickend auf meine erste Single-Tour muss ich sagen: Diese Fahrt hatte es in sich. Ich bin mit der Annahme losgefahren, dass es ein bisschen so ist wie mit einer Waschmaschine: Man muss nicht alles verstehen, nur die richtigen Knöpfe drücken.
Aber so ist es nicht.
Ich habe in dieser Woche unglaublich viel gelernt – technisch und emotional, über mich selbst. Entspannend war es nicht. Ich habe ständig auf das nächste Problem gewartet. Als die Hubstützen bei der Abfahrt streikten, dachte ich nur: Wenn ich zuhause bin, verkaufe ich das Ding.
Heute, mit etwas Abstand, sehe ich das anders.
Nicht jede Tour wird so sein. Und mit jeder Fahrt werde ich bestimmt sicherer. Irgendwann kommen wir zwei – das Wohnmobil und ich – sicher gut miteinander klar. Denn fahren tue ich es unheimlich gern.
Und ein bisschen stolz bin ich auch:
Dass ich trotz aller Ängste durchgehalten habe.
Und dass es immer wieder liebe Menschen gab, die geholfen und mir beigestanden haben.
Mal schauen, was 2026 noch so für mich bereithält. 🌟Read more
Abschied mit SturmHagel &Kassettendrama
January 2 in Germany ⋅ 🌧 4 °C
– letzter Tag in Cuxhaven
Der letzte Tag in Cuxhaven.
Morgen geht es nach Hause.
Und was das Wetter vorhat, verursacht bei mir schon beim Aufwachen ein leises Magengrummeln. In den Nachrichten ist von Glätte, Schneefällen und Sturmböen die Rede – alles Dinge, die ich nun wirklich nicht gebrauchen kann.
Die Nacht ist entsprechend unruhig. Der Sturm rüttelt so heftig am Wohnmobil, dass es sich spürbar bewegt. Zwischendurch trommelt Hagel aufs Dach. 🌪️❄️
Nach dem Frühstück will ich „nur grad schnell“ Abwasser und Toilette entsorgen.
Tja. Diese Toilette hat offenbar grundsätzlich etwas gegen mich. 😅
Zum Reinigen bekomme ich sie raus – aber zum Wiedereinsetzen braucht es wieder gleich drei Männer. Als sie endlich wieder sitzt, hört der Sog nicht mehr auf zu arbeiten, und die Spülung streikt komplett. Diagnose: Mikroschalter beleidigt, Stift verbogen.
Immerhin: Den Sog kann Horst wieder beruhigen. Die Spülung bleibt stur. Sie will nicht mehr.
Während der Reparaturarbeiten hagelt es plötzlich so heftig, dass die Körner durch die geöffneteTür ins Wohnmobil fliegen. Conny kommt mit einem beruhigenden Getränk vorbei – genau das Richtige für meine strapazierten Nerven. 🥂 Kurz darauf gesellt sich auch Heidi dazu und hat einen kleinen Snack dabei. Und so verquatschen wir gemütlich die Zeit bis zum Mittag.
Zwischen 13 und 15 Uhr soll es regen-, hagel- und schneefrei bleiben. Also mummele ich mich ein, ziehe los und spaziere noch einmal am Strand entlang. Und tatsächlich: Der Himmel reißt auf, wird stellenweise sogar blau. 🌤️
Der Wind allerdings ist so heftig, dass man aufpassen muss, nicht davongeweht zu werden.
Ein kleiner Bummel durch die Läden – ein paar Mitbringsel müssen schließlich mit – schließt sich an. Auf dem Rückweg klingelt das Telefon: Conny fragt, wo ich bleibe, der Kaffee sei fertig. ☕
Kurz vor dem Stellplatz treffe ich noch Anja und Eckhart. Sie waren in Otterndorf und sind extra mit dem Auto vorbeigekommen, um sich zu verabschieden. Auch für sie geht es morgen wieder nach Hause.
Danach: gemütliches Kaffeetrinken bei Horst uns Conny, nette Gespräche und dieses vertraute Gefühl von Gemeinschaft, das solche Tage trotz allem besonders macht.
Hans-Werner möchte später noch einmal den Glühwein-Topf anwerfen. Ob sich bei diesem schäbigen Wetter noch jemand blicken lässt?
Wir werden sehen. 🍷🚐Read more
Silvester & Neujahr in Cuxhaven
December 31, 2025 in Germany ⋅ 🌬 6 °C
🌬️🎆 Zwischen Sturm, Berlinern und Hoffnungsschimmern
Der Silvestermorgen beginnt mit Regen und Sturm. Kein Vergleich zu dem fast frühlingshaften Tag davor.
Silvester ist ein Tag zum Zurückblicken – und meine Gedanken wandern unweigerlich zum letzten Jahr. Zu ihm.
Er fehlt. Und mit diesem Fehlen kommt wieder die Erkenntnis, jetzt allein mit vielem klarkommen zu müssen.
Das Radio meint es nicht gut mit mir. Gefühlvolle Musik, sensible Texte – genau das, was man in so einem Moment nicht braucht.
Doch dann winken Hans-Werner und Heidi mir zu, als ich gerade den Müll wegbringe. Kurz darauf sitzen wir alle gemeinsam im Wohnmobil und begrüßen Silvester – mit einem kleinen Getränk und viel Spass. Und plötzlich fühlt sich alles ein kleines Stück leichter an.
Als Conny vorschlägt, noch einen Silvesterspaziergang zu machen, bin ich dabei. Regen und Wind legen tatsächlich eine kurze Pause ein, und wir drehen eine große Runde. Doch kurz bevor wir zurück auf dem Stellplatz sind, öffnet der Himmel wieder alle Schleusen. Der Wind treibt uns eiskalten Regen ins Gesicht – willkommen an der stürmischen Nordsee.
Am Nachmittag sind wir bei Barbara und Dirk, den Betreibern des Stellplatzes, zum Silvesterkaffee eingeladen. Und was das für einer ist! Berge von Berlinern, Spritzgebäck, Schaumküssen – dazu Lachen, Spass und interessante Gespräche. Danach noch ein Gläschen Sekt, und kurz nach fünf geht es zum Wohnmobil🤷♀️zurück, um uns etwas frisch zu machen.
Um 18 Uhr wartet bereits ein reservierter Tisch beim Chinesen. Eckhart und Anja sind inzwischen auch da, und gemeinsam genießen wir den Trubel eines vollbesetzten Silvesterlokals. Viel los, gutes Essen, gute Stimmung, besonders als Heidi bei der Bestellung eines Tees bei der Aufzählung der Tees statt Kamillentee Krawattentee versteht und näher nachfragt, was das denn für ein Tee ist. Um acht ist der Tisch neu vergeben – Silvester eben.
Zurück am Stellplatz wartet Barbara schon wieder auf uns: Schnittchen, Sekt, kalte Getränke – alles, was das Herz begehrt. Ich sorge für Musik über den Bluetooth-Lautsprecher, und schon bald raten wir fröhlich Schlager, singen mit und lachen viel.
Gegen 22 Uhr löst sich die Runde langsam auf. Heidi geht es nicht so gut, Conny und Horst möchten zu ihrem Hund, der das Geböller im Wohnmobil nicht mag. Eckhart und Anja kommen noch mit zu mir ins Wohnmobil
Um 23:30 gehen wir Richtung Strand. Menschenmassen, Raketen, Böller – obwohl es noch keine zwölf ist. Dann der Countdown, überall „Frohes Neues Jahr“, Umarmungen, Jubel. Am Himmel ein halbstündiges bis dreiviertelstündiges Feuerwerkschaos – wild, laut, beeindruckend.
Doch Wind und Nieselregen sorgen für den frühzeitigen Heimweg. Gegen 0:30 verabschieden wir uns vom Spektakel. Eckhart und Anja fahren zurück nach Sahlenburg und ich mache es mir gemütlich im Wohnmobilbett – und schlafe ins neue Jahr hinein.
Der Neujahrsmorgen begrüßt mich mit kräftigem Wind, der das Wohnmobil ordentlich durchschüttelt. Gut, dass ich die Satellitenschüssel nachts noch eingefahren habe. Nach dem Frühstück kommen Heidi und Conny zum Quatschen vorbei und um das neue Jahr zu begrüßen. Wir beschließen, trotz allem einen Spaziergang zur Gosch zu wagen – Fisch geht schließlich immer und steht noch auf meiner Liste für Cuxhaven.
Der kurze Weg ist bei diesem Wetter schon das Höchste der Gefühle. Wir kommen klatschnass an, der Schirm ist völlig nutzlos gegen den Wind. Ein wirklich schäbiges Neujahrswetter.
Meine Gasflasche meldet sich inzwischen auch leer. Also wird nach dem Essen noch schnell gewechselt – Hauptsache warm. Der Nachmittag gehört dann der Gemütlichkeit: suf dem Bett liegen, Fotos sortieren, diesen Reisebericht schreiben,
mal schauen, was das neue Jahr sonst noch bereithält sowie ein kleines Mittsgsschläfchen machen. So höre ich nicht mal das Klopfen von Hans Werner der zum Nachmittagskaffee einlädt.
In der Küche stehen noch so viele Kuchenteile, die von gestern übergeblieben sind. Am späten Nachmittag verschwindet jeder in seinem Wohnmobil. Der Rest des ersten Tages im neun Jahre kann ich spüren wie der Sturm das Womo rüttelt und die Hagellkörner aufs Dach prasseln. 2026 fängt mit großem Wetterkino an. 🌬️✨Read more
SILVESTER-Jahresrückblick 2025 –
December 31, 2025 in Germany ⋅ 🌬 7 °C
Zwischen Abschied und Aufbruch
Mein Jahr beginnt in Cuxhaven.
Und es endet hier auch.
Damals, zu Jahresbeginn, ist Michael noch an meiner Seite. Schon schwer gezeichnet von seiner Krankheit. Wir wissen beide, dass sich etwas Unumkehrbares anbahnt, auch wenn wir es nicht aussprechen. Heute bin ich wieder hier – allein. Und doch fühlt sich dieser Kreis wichtig an.
2025 ist eines der schwersten Jahre meines Lebens.
Einen geliebten Menschen gehen zu lassen. Zusehen zu müssen. Nichts tun zu können. Diese Ohnmacht hinterlässt Spuren, die bleiben.
Und trotzdem – oder vielleicht gerade deshalb – hat dieses Jahr auch lichte Momente. Unser fünfzigster Hochzeitstag. Unsere goldene Hochzeit. Alle Freunde und Wegbegleiter kommen noch einmal zusammen. Wir feiern, lachen, umarmen uns. Tief in meinem Herzen weiß ich: Für mich ist es auch ein Abschied. Aber ein schöner. Einer voller Dankbarkeit.
Wir schafften es im Sommer sogar noch zu zwei kleinen Wohnmobiltouren. Kostbare Tage, die ich fest in mir bewahre. Erinnerungen, die bleiben.
2025 zeigt mir auch ganz deutlich, wie wichtig Familie ist. Meine Kinder, meine Familie – sie sind da. Immer. Wachsam, sorgend, tragend. Dafür bin ich unendlich dankbar.
Mein Blick geht nach vorn.
Die Fahrt mit dem großen Wohnmobil allein nach Cuxhaven ist eine meiner ersten Herausforderungen. Nicht alles läuft so reibungslos wie früher mit Michael an meiner Seite. Und doch fühlt es sich mit jedem Tag ein bisschen entspannter an, denn hier sind liebe Freunde, die mich unterstützen. Es ist ein Test. Für mich. Für dieses Leben. Für die Frage, ob ich diesen Weg weitergehe.
In vierzehn Tagen steht schon die nächste Reise an – diesmal mit dem Flugzeug. Ich besuche eine Freundin auf Gran Canaria.
Ende Februar folgt ein Generationentrip , Backpacker auf die Philippinen: mein Sohn Jan-Michel, meine Enkelin Clara und ich. Zwei Tage Singapur und dann Inselhopping, ein Abenteuer, ein großer Schritt. Mein erster Langstreckenflug. Ich bin neugierig. Respektvoll. Und voller Vorfreude.
Für April hat mein Bruder angefragt– zu einer mehrtägigen Radtour, entlang der Weser nach Hamburg, die ich eigentlich schon vor zwei Jahren machen wollte. Damals hat mich Corona gestoppt. Jetzt bekommt die Tour vielleicht ihren Platz.
Das sind schon viele gute Punkte für das neue Jahr. Daneben gibt es allerdings noch vieles zu regeln, zu klären, zu ordnen. Es ist nicht wenig. Aber auch das werde ich schaffen. Schritt für Schritt.
Ich gehe positiv und entschlossen ins neue Jahr.
Mit allem, was war.
Mit dem, was fehlt.
Und mit der Hoffnung, dass es ein gutes Jahr wird.Read more

TravelerGenau richtig machst du das - positiv denken, Pläne schmieden! Und die lesen sich schon vielversprechend 😀

TravelerDas Gute in Erinnerung behalten und nach vorne gucken, so schwer es auch fallen mag. Aber das sind ja tolle Pläne? Du kümmerst Dich hoffentlich um die gesundheitlichen Themen im Vorfeld, Impfungen etc.? Eine gute Reiseberatung ist Gold wert.

Womofriends-on-tourDanke für eure Wünsche.🙏😊Die Hepatitis A und B sind schon abgehakt. Bereits kommenden Montag die erste Tollwut und japanische Enzephalitis und im Februar Thyphus.💉
🔋🌊 Batteriestress und Küstenglück
December 30, 2025 in Germany ⋅ 🌬 3 °C
Man kann nicht unbedingt sagen, dass ich entspannt geschlafen habe. Schon in den frühen Morgenstunden kreisen meine Gedanken wieder um die fehlende Spannung auf der Starterbatterie– und welche Auswirkung das hat. Ein Blick aufs Panel: Die Spannung der Starterbatterie ist über Nacht abgefallen. 11,8 Volt. Das reicht beileibe nicht, um die Stützen einzufahren und den Motor zu starten.
Hans-Werner und Horst beruhigen mich immer wieder. Irgendwie bekommen wir die Karre schon wieder zum Laufen, sagen sie. Horst hat noch eine Idee: den Außenstecker für 230 V kurz ziehen, das Wohnmobil für einen Moment vom Landstrom trennen und dann wieder anschließen. Gesagt, getan. Und tatsächlich – kaum steckt der Stecker wieder, fängt die Starterbatterie an zu laden. Gegen Abend zeigt das Panel wieder 12,7 Volt. Wenn das hilft, ziehe ich künftig gern jeden Morgen den Stecker 😅
Das Wetter fordert geradezu einen langen Spaziergang.
Vorher wage ich mich aber noch an die Toilettenkassette. Raus will sie – rein eher nicht. Natürlich stehen meine beiden Nachbarn von gegenüber sofort parat und helfen mit. Irgendwann muss ich mir wirklich mal die Stellung der Knöpfe merken. Es muss daran liegen.
Dann aber: warm anziehen und ab Richtung Strand. Viele Spaziergänger sind unterwegs, doch es ist einfach nur herrlich. Die Sonne im Gesicht, der Blick aufs blaue Wasser, darüber ein fast unwirklich heller Himmel. Ich laufe am „Ajoi", dem Erlebnisbad, vorbei, weiter durch die Dünen Richtung Sahlenburg. Irgendwann ist der Weg gesperrt, also drehe ich um. Die Strandcafés haben noch geschlossen – also eine Pause, ohne Geträn, nur zum Sonne tanken.
Ganz beliebig lange kann ich nicht laufen, denn ich habe einen Auftrag: vier Baguettes besorgen. Am Nachmittag wollen wir für die Womo-Nachbarn rechts und links und für all die hilfsbereiten Wohnmobilisten einen kleinen Snack zum Glühwein vorbereiten. Beim Bäcker dann die Ernüchterung: Baguettes ausverkauft. Also wird improvisiert – mit Brot und Brötchen.
Zurück am Mobil schnipple ich Häppchen, danach hole mir einen Hocker aus dem Stauraum, koche Kaffee und setze mich noch ein wenig in die Sonne. Lange bleibe ich nicht allein – Gespräche ergeben sich hier ganz von selbst.
Um drei beginnt das Glühweintrinken 🍷. Vor Hans-Werners Wohnmobil sammelt sich schnell eine fröhliche Runde. Snacks, Glühweintopf, ein bisschen Musik von Spotify – und schon ist dieser vorletzte Tag des Jahres wunderbar leicht.
Gegen 17 Uhr löst sich die Runde wegen kalter Füße langsam auf. Auch ich kuschle mich ins Wohnmobil, schaue den immer noch ankommenden Fahrzeugen zu, bin erstaunlich entspannt – die Batteriespannung passt.
Und dann ist da wieder diese leise Sehnsucht. Michael fehlt mir sehr. Im letzten Jahr war er noch dabei. Jetzt ist er auf eine andere Weise da. Irgendwie passt er auf mich auf. 💫Read more

TravelerMan lernt immer noch dazu. Auf die Idee mit dem Stecker ziehen wäre ich auch nicht gekommen. Toll. Danke, vielleicht brauch ich es auch mal. 👌

TravelerDu wirst schon noch die Expertin! Nächstes Jahr kannst Du dann allen anderen helfen...

Womofriends-on-tourDanke, Euch. Wenn ich diese Tour mit gutem Gefühl abgeschlossen habe, traue ich mir auch weiterr zu. Learnig bei Doing und in kleinen Schritten. Euch allen einen guten Rutsch
Grünlicht, Glühwein und Gruppenticket
December 29, 2025 in Germany ⋅ 🌬 7 °C
🌊 Cuxhaven Tag 4
Ich wache heute Morgen erstaunlich entspannt auf. Ein erster Blick aufs Panel: grün. Alles läuft. Licht, Technik, Ruhe im Kopf.
Ich hole drei Kannen Wasser, auch das Wassertaxi ist aufgetaut und schluckt brav das Abwasser. Die Toilette lasse ich heute lieber in Ruhe – man soll das Glück ja nicht herausfordern.
Um 10 Uhr machen wir uns auf den Weg zur nahegelegenen Bushaltestelle: Conny, Horst und ich. Die Idee hatten offenbar viele. Als der Bus kommt, ist er bereits so voll, dass wir uns nur mit Mühe hineinpressen können. An den nächsten Haltestellen fährt er einfach durch. Glück gehabt – das darf man auch mal sagen.
Wir steigen an der Alten Liebe aus, bummeln durch die Anlage, beobachten die Wohnmobile auf der Platte und stöbern durch die reduzierten maritimen Angebote. Währenddessen warten wir auf Anja und Eckhard, die mit dem Fahrrad kommen. Als sie da sind, schließen sie die Räder an und wir ziehen gemeinsam Richtung Stadt.
Im Lotsenviertel landen wir in der Cuxhavener Rösterei. Warmer Cappuccino, einladendes Ambiente – so gemütlich, dass wir deutlich länger bleiben als geplant.
Beim anschließenden Stadtbummel haben es die Männer nicht leicht: Conny, Anja und ich steuern gefühlt jeden Laden an. Die Stadt ist voll, Menschen bummeln, essen Bratwurst, trinken Glühwein. Ein Saxophonspieler untermalt das Ganze – und bekommt von mir natürlich etwas in den Hut.
Am Ende der Einkaufsstraße entdecken wir unser kleines Restaurant wieder, in dem wir schon letztes Jahr so gut gegessen haben. Ein Familienbetrieb, kosovo-albanisch geführt, nur 15 Plätze. Für uns fünf werden kurzerhand die hauseigenen Kinder umgesetzt – damit wir zusammensitzen können.
Die Karte: eine köstliche Mischung aus Balkan, Griechenland, Mittelmeer. Die Preise moderat, das Essen großartig. Wir kommen mit der Betreiberin und ihrem Sohn ins Gespräch, hören Geschichten aus ihrem Leben. Bekommen zum Abschluss alle eonen Ouzo.
Die Toilette? Zwei Häuser weiter, gegenüber. Die Mutter marschiert mit ihrem Schlüsselbund voran und schließt uns auf. Auch das haben wir noch nicht erlebt.
Als wir wieder aufbrechen, ist der Tag schon weit fortgeschritten. Natürlich liegen auf dem Rückweg noch etliche Läden – man kann sie ja nicht einfach ignorieren.
Kurz vor drei erreichen wir die Haltestelle. Der Bus fährt erst in 20 Minuten. Anja und Conny wollen „nur schnell“ noch etwas besorgen. 21 Minuten später sind sie zurück und der Bus fährt ohne uns. Der nächste kommt erst eine halbe Stunde später.
Anja und Eckhard verabschieden sich und radeln zurück. Wir wärmen uns gegenüber in einem Buchladen mit Toilette und Kaffeeecke auf: 1 Euro Kaffee, 1,50 Euro Cappuccino aus dem Automaten. Perfekt, um unsere Blase und Horsts Koffeinspiegel zu retten.
An der Haltestelle wartet inzwischen eine riesige Menschentraube. Der Bus kommt – voll. Mit Ach und Krach kommen wir noch rein, weil wir hinten einsteigen können, da wir morgens ein Gruppentagesticket gelöst haben. Wieder fährt der Bus an den Wartenden vorbei.
Gegen 17 Uhr erreichen wir endlich das Wohnmobil. Anja und Eckhard stehen schon frierend davor – sie waren mit dem Rad natürlich schneller. Wir hatten ein wärmendes Getränk versprochen.
Wenig später sitzen wir alle bei mir im Wohnmobil und wärmen uns auf. Musik läuft, es wird mitgesungen. Ein herrlicher Abschluss eines schönen, wenn auch anstrengenden Tages.
Ein kleiner Wermutstropfen: Die Energielampe springt wieder auf Rot. Die Starterbatterie fällt erneut auf 12 Volt. Das Batterieerhaltungsgerät schafft es nicht die Spannung zu erhalten. Das wird langsam kritisch. Aber: Ich will ja im Moment noch nicht weg. Ich bleibe noch ein paar Tage. Und zur Not muss ich eben eine neue Batterie einbauen lassen.
Den Abend verbringe ich gemütlich im Bett – Tagebuch, Fernsehen, Wohlfühlmodus. Morgen soll es noch einmal richtig schön werden. Conny schlägt vor, dass wir uns alle noch einmal am Wohnmobil zu Snack und Glühwein treffen.
Das besprechen wir morgen.Read more
Murphys Gesetz in Cuxhaven
December 28, 2025 in Germany ⋅ ☁️ 5 °C
Murphy reist mit – oder: Warum man mit dem Wohnmobil nie allein ist
Ich bin früh wach.
Ein bisschen ist es die innere Unruhe, ein bisschen dieses blinkende rote Lämpchen, das mir keine Ruhe lässt. Licht mache ich lieber keins an – Batterie schonen. Also bleibe ich noch liegen, Hörbuch im Ohr, Decke bis zur Nase gezogen.
Gegen acht stehe ich auf. Zeit, mich dem Problem des Tages zu stellen. Frühstück gibt es nur halbherzig. Hunger habe ich nicht. Technische Sorgen schlagen mir sofort auf den Magen.
Inzwischen weiß ich – dan Google, KI und gesundem Menschenverstand:
Nicht die Aufbaubatterie ist das Problem. Die ist voll. Gott sei Dank.
Es ist die Starterbatterie, die nicht lädt. Trotz Erhaltungsgerät.
Heißt auch: Die ganze Stromsparaktion gestern Abend? Völlig umsonst.
Aber egal – die Starterbatterie brauche ich ja erst, wenn ich nach Hause fahre. Redet man sich halt schön.
Also fange ich mit Dingen an, von denen ich glaube, sie zu können.
Toilette leeren. Abwasser entsorgen.
Tja.
Der Abwassertank unter dem Ablauf ist seit der Nacht eingefroren. Thema erledigt.
Improvisation ist gefragt: Ich lasse das restliche Abwasser einfach in die Toilette laufen. Die ist eh noch nicht voll. Zwei Fliegen, eine Klappe.
Als ich die Kassette wieder einsetzen will, spüre ich Widerstand.
Das kenne ich. Schon mal gehabt. Damals, als Michael noch lebte.
Irgendwas mit dem Schieber.
Ich drücke ein wenig nach.
Das war zu viel.
Jetzt geht die Kassette weder rein noch raus.
Verdammte Schei…
Ich stampfe mit den Füßen.
Muss wirklich alles schiefgehen, was schiefgehen kann? Bei dieser ersten Fahrt allein?
Ich ruckele, zuckele, fluche. Nichts.
Und dann – wie aus dem Nichts – stehen sie da:
Horst. Hans-Werner. Und die zwei von gegenüber.
Vier Männer. Ein Toilettenproblem.
Sie beraten, schauen, probieren.
Es dauert.
Und Hans-Werner darf später mit Recht behaupten, der erste Mann zu sein, der bei mir in die Toilette gegriffen hat. Natürlich stilecht mit Einmalhandschuhen, die ich beisteuere.
Mit vereinten Kräften – und dem überraschenden Einsatz eines Schuhlöffels – wird die Kassette schließlich befreit und ordnungsgemäß eingesetzt.
Murphys Gesetz lässt grüßen.
Alles, was schiefgehen kann, geht schief.
Die Sonne scheint. Knackig kalt. Blauer Himmel. Traumwetter.
Und ich bin so genervt, dass ich am liebsten aufs Rad gestiegen und nach Hause geradelt wäre.
Doch die Männer beruhigen mich.
„Wir sind da. Wenn noch was ist, sag Bescheid. Weg kommst du hier auf jeden Fall – dafür reicht die Batterie.“
Ich bin gerührt. Und dankbar.
So viel Hilfe. So viel Selbstverständlichkeit.
Heidi hat ihre ganz eigene Art der Problemlösung:
Sie macht einfach eine Flasche Sekt auf.
Und so sitzen wir um elf Uhr bei Heidi und Hans-Werner im Wohnmobil, trinken ein Glas Sekt auf die gelösten Probleme des Tages, lassen uns von der Wintersonne bescheinen – und reden über das Wohnmobil weiter vorn, das „nur mal eben zur Entsorgung“ wollte und mitten in der Kurve ausgegangen ist. Und nicht mehr anspringt.
ADAC-Fall.
Der ADAC ist inzwischen auch da. Praktischerweise habe ich meine ADAC-Karte zur Hand, damit sie sich mein Batterieproblem auch einmal anschauen können, bevor sie weiterfahren.
Bei dem Wetter ist klar: Heute wird gegrillt.
Dafür brauchen wir Brötchen. Also geht es in die Stadt.
Mein Womo ist in guten Händen bei Jorst und Hans Werner.
Cuxhaven ist voll. Menschen überall. Wintersonne, Bewegung, gute Laune.
Wir stöbern ein wenig, da klingelt mein Telefon:
Anja und Eckart – die Silvester mit uns verbringen wollen und in einer Ferienwohnung wohnen – sind mit dem Fahrrad unterwegs und wollen sich treffen.
Wir warten, bis sie uns finden, und ziehen dann gemeinsam über den Weihnachtsmarkt. Glühwein. Pommes. Sonne. Genau richtig.
Gegen zwei sind wir zurück am Platz.
Anja und Eckart radeln noch weiter zur Kugelbake.
Der ADAC hat inzwischen meine Batterie geprüft, den Motor gestartet und festgestellt:
Demnächst brauche ich eine neue Starterbatterie.
Aber: Die rote Lampe ist weg. Sie leuchtet jetzt grün.
Die Spannung ist von 12,1 auf 12,9 Volt gestiegen.
Was will man mehr?
Alle Probleme gelöst. Vorerst. Bloß nicht übermütig werden.
Um drei beginnt das gemeinsame Grillen.
Kleine Runde, nette Gespräche.
Die Stellplatzbetreiber – die neuen Pächter – es gibt Glühwein aus dem großen Topf, dazu Bratwurst im Brötchen.
Für heute ist fürs Essen gesorgt.
Gegen halb fünf wird es lausig kalt. Jeder verzieht sich wieder ins muckelig warme Wohnmobil.
Morgen sind wir mit Anja und Eckart an der „Alten Liebe“ verabredet.
Heute Abend heißt es: Entspannung pur.
Und Murphy?
Der darf ruhig draußen bleiben.Read more

TravelerIch bin begeistert von deiner Art der Berichterstattung. 👌Du solltest Kurzgeschichten schreiben. Klasse. Trotzdem, weiterhin viel Spaß ohne Murphy in Cuxhaven. 🙂

TravelerDas gehört zu den besten Seiten des Campens, egal welcher Art: die Hilfsbereitschaft 👍

Womofriends-on-tourJa. Das ist toll und ich bin froh, die hier zu haben. 😊🚐 Das Womo hat so viele Unbekannte.....mein Michael war ein begeisterter Technikbastler.....und für mich war Physik in der Schule ein Horrorfach. 😱🧪

Wohnmobil Rund ReisenIch find es toll wie du alles meisterst und dich nicht abschrecken lässt durch kleine Probleme. Aber du zeigst uns auch… nur mit dem fahren des Womos ist es nicht getan. Ich werde in Zukunft mal öfters über die Schulter gucken bei der Technik. Liebe Grüße und einen guten Rutsch. Sabine
Eiergrog, Nordsee und roterAlarmknopf
December 27, 2025 in Germany ⋅ 🌬 7 °C
Nach einer wirklich ruhigen, kuscheligen Nacht im Wohnmobil werde ich wach.
Ich schaue aus dem Fenster – und sehe: nichts. Es ist noch dunkel.
Hier oben an der Küste braucht der Morgen offenbar länger als zu Hause.
Also koche ich mir erst einmal einen Kaffee, krieche zurück ins Bett und genieße das Faulsein mit meinem Hörbuch. ☕📖
Langsam erwacht draußen der Stellplatz: Türen klappen, Kassettentoiletten werden Richtung Entsorgung gezogen, die Ersten kommen mit frischen Brötchen aus dem Ort zurück oder marschieren om Bademantel zur Dusche.
Zeit, auch für mich aufzustehen.
Großes Frühstück? Heute nicht.
Ein Glas frischer Orangensaft 🍊 und mein Müsli – das reicht.
Nur: irgendwie ist es kühl im Wohnmobil, obwohl die Heizung auf 20 Grad steht.
Was habe ich denn jetzt schon wieder falsch gemacht?
Ein kurzes Telefonat mit Rolf und Lisa – wir haben das gleiche Wohnmobil – bringt die Lösung:
Die Temperatur muss höher eingestellt werden, damit der Heizkreislauf richtig startet.
Gesagt, getan. Und siehe da: Es wird warm.
Wieder etwas gelernt. ✅
Das Wetter allerdings zeigt sich zunächst wenig kooperativ: grau in grau, feiner Nieselregen.
Dabei hieß es gestern noch, heute würde die Sonne scheinen.
Aber gegen elf Uhr passiert es: Der Himmel reißt auf, dieses typische winterliche Hellblau, das nur am Meer so mystisch ist, erscheint und plötzlich ist alles wieder wunderschön. 🌤️
Ich treffe mich mit Connie, Horst und Heidi zu einem Spaziergang zum Meer, zur Promenade und in den Ort.
Der Wind am Strand ist schneidend kalt – mir fallen fast die Ohren ab. 🧣🌬️
Aber die Sicht ist grandios: Ich kann bis nach Neuwerk schauen.
Nach so viel Nordwind brauchen wir dringend etwas zum Aufwärmen.
Wo geht das besser als auf dem Weihnachtsmarkt bei einem Glas Eiergrog? 🎄🥃
Und weil man bekanntlich nicht nur vom Trinken leben kann, gibt es gleich noch Currywurst mit Pommes dazu.
Herz und Bauch sind zufrieden.
Wir bummeln noch durch ein paar kleine Läden, dann ziehen wieder dunkle Wolken auf, leichter Regen setzt ein.
Also langsam zurück zum Stellplatz.
Kaum dort angekommen, lacht uns die Sonne wieder aus allen Knopflöchern an – als wolle sie sagen: „Ätsch!“ ☀️
Ich nutze die Gelegenheit für ein kleines Sonnenbad im Cockpit. und lasse mich zu einem Mittagsschläfchen verführen.
Später möchte ich eigentlich noch einmal an den Strand.
Doch dann sehe ich es:
Die Kontrollleuchte am Panel leuchtet rot. 🔴
Oh nein – was bedeutet das jetzt wieder?
Vermutlich ist eine der Gasflaschen leer. Ich wusste ja nicht, wie voll sie bei der Abfahrt waren – und tatsächlich: eine ist leer.
Hans-Werner besorgt mir eine neue, Horst schließt sie an.
Aber da war doch noch etwas mit der Duomatik … 🤔
Ein netter Herr vom Nachbarplatz – ebenfalls Carthago-Fahrer – erklärt uns geduldig den Drehknopf.
Wir stellen die Entnahme erst einmal auf die noch halbvolle Flasche ein
Wieder etwas gelernt.
Der Knopf bleibt trotzdem rot.
Erst nach ein paar beherzten An-und-Aus-Drück-Versuchen springt er endlich auf Grün. 🟢
Erleichterung!
Inzwischen ist es dunkel, aber für einen kleinen Spaziergang reicht es noch.
Gegen sechs schaue ich noch bei Horst und Connie vorbei.
Beim Eierlikörchen 🥛 lassen wir den Tag Revue passieren – diese kleinen Gespräche tun einfach gut.
Abendbrot mache ich mir später alleine. Große Lust habe ich nicht, aber irgendwas braucht der Mensch ja.
Und dann sehe ich es schon wieder:
Der Knopf am Panel ist erneut rot.
Nicht schon wieder …
Ich fotografiere das komplette Panel und frage die KI.
Sie weist mich auf ein kleines blinkendes Symbol hin, das ich gar nicht richtig wahrgenommen habe.
Bedeutung: Die Aufbaubatterie lädt nicht.
Oh je.
Es ist inzwischen halb neun, und ich mag niemanden mehr fragen.
Zum Glück beruhigt mich die KI:
Nichts Dramatisches.
12-Volt-Verbraucher reduzieren – also Lampen, Fernsehen, Radio.
Pumpe möglichst wenig benutzen.
Morgen in Ruhe nach Ladegerät, Batterie oder einer Sicherung schauen. Vielleicht ist auch nur ein Schalter verrutscht.
Das beruhigt mich wirklich. 💙
Und weil ich sowieso Strom sparen will, gehe ich einfach ins Bett.
Mit dem Handy.
Und schreibe Tagebuch.
Morgen wird alles gut.
Hoffe ich. 🌙✨Read more
Es geht los....
December 26, 2025 in Germany ⋅ ☀️ 2 °C
BOARDING PASS – WOMO EDITION
🚐 Reiseziel: Cuxhaven
📅 Reisezeit: Zwischen den Jahren & über Neujahr
🧭 Route: Erinnerung → Mut → Freiheit
👩✈️ Fahrerin: Rosi
🧳 Gepäck: Vertrauen, Wissen von Freunden, viele Erinnerungen
💛 Unsichtbarer Begleiter: Michael
🌊 Erwartung: Meerluft, Begegnungen, Zuversicht
✨ Status: Angekommen – und unterwegs zugleich
Heute Morgen geht es los.
Zum ersten Mal ganz allein mit dem Wohnmobil auf Tour. Ich habe Angst vor meiner eigenen Courage.30 Jahre war ich mehr oder weniger nur Beifahrerin. Erst seit Michaels Krebserkrankung habe angefangen auch zu fahren.
Eine Reise, die ich mir gleich nach Michaels Tod vorgenommen habe: zwischen den Jahren und über Neujahr nach Cuxhaven.
Im letzten Jahr bin ich diese Strecke noch an Michaels Seite gefahren. Heute fahre ich allein – aber nicht ohne Halt.
Hier oben sind liebe Freunde. Menschen, die da sind, wenn etwas hakt.
Denn Wohnmobilfahren ist das eine – die ganze Technik im und um das Mobil zu beherrschen, ist eine andere Welt.
Bislang kenne ich vor allem Gas- und Bremspedal. In den letzten Tagen erklären mir Freunde geduldig,
wie Gasflaschen gewechselt werden, wie die Heizung funktioniert
und dass es diesen genialen Wärmetauscher gibt, der das große Fahrzeug während der Fahrt mit Motorwärme heizt.
Und trotzdem: Viele kleine Unbekannte fahren mit mir mit.
Dinge, für die Michael immer zuständig war – und die mich ganz sicher noch fordern werden.
Im ersten Teil der Fahrt sitzt Jan-Michel neben mir.
Ich setze ihn am Parkplatz Ahlhorn ab – er muss zur Familienfeier nach Garrel.
Ein vertrauter Anfang, der gut tut.
Für das tolle Winterwetter habe ich anfangs kaum ein Auge.
Meine Konzentration liegt fest auf der Straße.
Doch mit jedem Kilometer werde ich lockerer.
Plötzlich nehme ich die Landschaft wahr, wie sie im Sonnenlicht glitzert.
Die Navis dagegen sind sich alles andere als einig. Meine Schuld. Irgendwie hat das mit den Zwischenzielen wohl nicht ganz funktioniert.
Wenn Google Maps „rechts“ sagt, will das Garmin unbedingt „links“.
Ich folge keinem von beiden blind – und komme trotzdem an.
Oder gerade deshalb.
Und das ist doch, was zählt.
Die nächste Überraschung wartet sofort nach der Ankunft:
Ich will mir die Hände waschen – doch trotz eingeschalteter Pumpe kein Wasser.
Kurz denke ich ernsthaft darüber nach, die nächsten Tage mit einer Gießkanne auszukommen.
Dann gluckern die Hähne, und plötzlich fließt Wasser.
Erst zögerlich, dann kräftig.
Viel Luft in der Leitung. Problem gelöst. Erleichterung pur.
Lange bleibe ich nicht allein.
Schon sitze ich bei Connie und Horst am Kaffeetisch.
Und wenig später laden Barbara und Dirk, die Betreiber des Stellplatzes,
zu Kaffee, Kuchen und Sekt ein.
In dieser fröhlichen Runde sehe ich zu, wie die Sonne langsam hinter dem Stellplatz verschwindet.
Das Meer schaffe ich heute nicht mehr zu besuchen.
Aber morgen ist auch noch ein Tag.
Und das Wetter soll wieder wunderbar werden.
Jetzt kuschle ich mich in mein warmes Wohnmobil,
mache es mir gemütlich
und denke:
Michael wäre ganz schön stolz auf mich.Read more

TravelerDas finde ich super, das du los fährst. Ich wünsche dir eine wunderschöne Reise mit vielen Eindrücken.























































































































TravelerDie Lernkurve dürfte etwas weniger steil sein....
Womofriends-on-tourTja, hatte ich mir auch etwas anders vorgestellt.
TravelerRosi das hast du super gemacht, irgendwie geht es immer weiter und es findet sich eine Lösung 😉🥰
Ja, Feuertaufe erhalten [TpS]