Sonne, Schnatter-Ente und Mut
April 12 in the Netherlands ⋅ ☁️ 12 °C
Nachdem der Tag gestern Abend ziemlich nass zu Ende ging, werden wir heute von der Sonne geweckt … und von einer Ente auf dem Dach. So laut schnatternd, als hätte sie beschlossen, einfach bei uns mit im Bett zu übernachten.
Auf zu neuen Unternehmungen!
Der Wetterbericht verspricht einen sonnigen Tag. Also wollen wir nicht allzu weit fahren – die Wahl fällt auf Veendam, gut in etwa 45 Minuten zu erreichen. Ein Stellplatz mit allem Komfort, direkt am See im Park gelegen und ein Städtchen in fußläufiger Nähe. Und falls das Wetter morgen wirklich so grau und nass wird wie angekündigt: Ein Badeparadies gibt es auch ganz in der Nähe.
Es dauert ein wenig, bis wieder alles an seinem Platz ist. Die Hubstützen fahren problemlos ein, das Ausparken klappt wie am Schnürchen. Da ist es fast nebensächlich, dass ich zunächst die falsche Kanalseite erwische – eigentlich nur für Radfahrer und Anwohner gedacht. Aber gut, ich komme auch so zur Hauptstraße. Kommt ja niemand entgegen.
Die Strecke bis zur N-Straße verläuft entspannt. „Läuft ja richtig gut“, denke ich – natürlich zu früh gefreut. Denn kurz vor dem Stellplatz wartet eine ziemlich enge Schikane. Mein erster Gedanke: Da komme ich niemals durch! Also 100 m zurücksetzen und erst einmal auf dem Parkplatz parken. Dann schaue mir das Ganze in Ruhe an.
Erst als ich einen Morelo auf dem Platz entdecke, wächst mein Mut: Wenn der da durchgekommen ist, dann ich doch auch! Zweiter Versuch – eng, aber machbar. Und wenig später stehen nicht nur das Wohnmobil, sondern auch schon die Stühle in der Sonne, der Kaffee dampft auf dem Tisch.
Die Anmeldung läuft ganz unkompliziert über einen Automaten: Code fürs Sanitärhaus, Stromfreischaltung – alles da.
Ein erster Spaziergang führt uns entlang des Sees. Das Wasser glitzert in der Sonne, die ersten Wassersportler ziehen ihre Bahnen, der Strand ist noch menschenleer. Wer geht bei diesen Temperaturen schon baden?
Später machen wir uns auf den Weg in die Stadt. Heute geht alles etwas ruhiger – Gitti hat einen Rheumaschub und die rechte Hand ist nicht richtig zu gebrauchen. Aber die Füße funktionieren, und so spazieren wir los.
Die Stadt liegt etwa zwei bis drei Kilometer entfernt, und der Weg dorthin ist wunderbar abwechslungsreich – besonders bei diesem herrlichen Frühlingswetter.
In Veendam schauen wir uns einige alte Häuser an, besuchen das Veenmuseum und schlendern entlang der Kanäle. Schließlich landen wir im Stadtcafé und gönnen uns ein Alster.
Auf dem Rückweg kommen wir an einem Coffeeshop vorbei. Da wollte ich schon immer mal hinein. Also: gesagt, getan. Kaffee gibt es dort allerdings nicht 😉 Die Luft ist… speziell, das Licht eher gedämpft. Wir entscheiden uns für ein buntes Sonntagskeks „to go“ in Regenbogenfarben.
Vielleicht hilft es ja sogar gegen Rheuma.
Am Ende zeigt die Uhr knapp 11 Kilometer – ein ordentlicher Spaziergang!
Zurück am Wohnmobil beginnt der gemütliche Teil. Wir genießen die Sonne, bis sie langsam von Wolken verschluckt wird. Zeit fürs Abendessen.
Wieder ein schöner Tag. Und leise klopfe ich mir selbst auf die Schulter: Wieder eine Herausforderung gemeistert – etwas, das ich mir vor zwei Jahren nicht im Traum hätte vorstellen können.Read more






















