Sonne satt und vier weiße Männer
28 ottobre, Danimarca
☀️ 14 °C
☀️
Sonne, strahlend blauer Himmel und leuchtende Dünen! Was für ein herrlicher Morgen! 🌞
Heute geht es nach dem Aufwachen ausnahmsweise nicht in den Pool. Stattdessen schlüpfe ich gleich in meine Klamotten, schnappe mir die Walkingstöcke und mache mich auf zu einer morgendlichen Runde durch die Dünen hinunter zum Strand.
Es ist ein wunderschönes Licht heute Morgen. Die Sonne lässt den Sand richtig leuchten, der Wind hat sich endlich etwas gelegt und es ist längst nicht mehr so kalt wie in den vergangenen Tagen. So macht das richtig Spaß!
Das Meer hat wieder einiges an Land gespült. Muscheln, Tang, Treibholz, aber leider auch jede Menge Plastikmüll. Das muss man auch mal sagen, denn so schön es hier ist, was alles im Meer landet, ist wirklich erschreckend.
Ich finde viele kleine Treibholzstücke. Manche haben ganz kreisrunde Löcher und ich überlege, wie die wohl da hineingekommen sind. Aus Treibholz, Muscheln und ein paar anderen Fundstücken lege ich einen Fisch in den Sand. Ein kleines Strandmosaik. 🐟 Das macht richtig Spaß und ich vergesse darüber fast die Zeit.
Dabei gibt es hier so viel zu beobachten. Strandläufer flitzen über den feuchten Sand und ein ganzer Schwarm Möwen veranstaltet ein ziemliches Gezeter. Offenbar gibt es in den Pfützen, die das ablaufende Wasser zurücklässt, einiges zu futtern. Nur scheint man sich über die Verteilung nicht ganz einig zu sein. 🐦
Die frische Seeluft tut mir gut, besonders mit meiner immer noch nicht ganz verschwundenen Erkältung. Am liebsten würde ich noch stundenlang hier herumlaufen.
Aber irgendwann meldet sich mein Handy.
Lena ist dran: „Wann kommst du denn? Wir wollen frühstücken!“
Ach ja, Frühstück! Und Brötchen wollte ich schließlich auch noch mitbringen. Also heißt es, die Beine in die Hand nehmen. Auf dem Rückweg schnell beim Bäcker vorbei und dann zurück ins Ferienhaus.
Wir frühstücken lange und ausgiebig. Und heute ist es tatsächlich so warm und sonnig, dass wir anschließend die Liegen nach draußen stellen können. Herrlich! Einfach mal in der Sonne sitzen und nichts tun. 😎
Aber natürlich hält es nicht alle lange auf den Liegen.
Tristan dreht eine Joggingrunde durch die Dünen und über den Strand. Jan Michel macht mit Paul und Clara einen Spaziergang zum Meer und Lena zieht ebenfalls noch einmal durch die Dünen, um in Ruhe zu telefoniren
Jeder macht heute irgendwie sein eigenes Ding. Muss ja auch nicht immer alles gemeinsam stattfinden. Hauptsache, alle haben ihren Spaß.
🚗 Auf nach Esbjerg!
Nachdem wir die Sonne ausgiebig genossen haben, beschließen wir, am Nachmittag noch einen Ausflug nach Esbjerg zu machen.
Gut 35 Kilometer sind es von Vejers Strand bis dorthin, also eine gute halbe Stunde Fahrt.
Wir verlassen Vejers Strand und fahren zunächst durch die Dünenlandschaft Richtung Oksbøl. Die Straße führt durch Kiefernwälder, vorbei an Heideflächen und anschließend durch die flache westjütländische Landschaft mit ihren Wiesen, Feldern und verstreut liegenden Höfen. Die Bäume zeigen ihre Herbstfarben und über allem spannt sich noch immer dieser herrlich blaue Himmel.
Je näher wir Esbjerg kommen, desto städtischer wird es. Esbjerg liegt an der dänischen Nordseeküste, am nördlichen Rand des Wattenmeeres, und besitzt einen der bedeutendsten Häfen des Landes.
Schon bei der Einfahrt fallen uns die vier riesigen weißen Männer auf, die über dem Meer sitzen. Also wird erst einmal geparkt.
🐳 Ein Wal und vier weiße Männer
Bevor wir zu den Skulpturen gehen, schauen wir uns noch das Gelände vor dem Fischerei- und Seefahrtsmuseum an.
Dort steht das gewaltige Skelett eines Pottwals. Paul ist sofort begeistert. Ein Dinosaurier ist es zwar nicht, aber bei diesen riesigen Knochen kann man schon mal ins Staunen kommen.
Das Museum selbst beschäftigt sich mit der Fischerei, der Seefahrt und der Tierwelt der Nordsee. Es gibt dort unter anderem große Meerwasseraquarien und Seehunde zu sehen. Aber wir verzichten heute auf einen Besuch. Dafür ist das Wetter einfach viel zu schön.
Stattdessen gehen wir zu den vier weißen Männern.
Die Skulptur heißt „Mennesket ved Havet“ – „Der Mensch am Meer“ und ist inzwischen das Wahrzeichen von Esbjerg.
Die vier neun Meter hohen, aus weißem Beton gefertigten Männer sitzen nebeneinander und blicken hinaus aufs Meer. Geschaffen hat sie der dänische Künstler Svend Wiig Hansen. Sie sollen die Begegnung des Menschen mit der Natur darstellen und erinnern mit ihren gewaltigen Formen ein wenig an die berühmten Steinfiguren der Osterinsel.
Aufgestellt wurden sie anlässlich des 100-jährigen Jubiläums von Esbjerg als selbstständige Kommune.
Und was für ein Zufall: Eingeweiht wurden sie am 28. Oktober 1995. Also heute vor genau 31 Jahren! 🎂
Lena und ich setzen uns unterhalb der Skulpturen in die Sonne und schauen aufs Wasser. Ein großes Containerschiff zieht vorbei. Wir können uns gar nicht sattsehen an diesem schönen Ausblick.
Währenddessen sind die anderen unten am Strand unterwegs beziehungsweise auf der Suche nach einer Toilette. Auch das gehört zum Familienausflug. 😉
🏙️ Esbjerg – eine Großstadt, die gar nicht so wirkt
Anschließend wollen wir uns noch die Innenstadt anschauen.
Ein Parkhaus ist schnell gefunden und das Beste: Wir können hier vier Stunden kostenlos parken, wenn wir unser Kennzeichen eingeben.
Und diesmal merken wir uns auch alle ganz genau, in welchem Stockwerk die Autos stehen. Man lernt ja schließlich dazu!
Von dort sind es nur wenige Schritte bis in die Innenstadt.
Esbjerg ist tatsächlich die fünftgrößte Stadt Dänemarks. Mir kommt es allerdings gar nicht so groß vor. Eher wie Herford oder Minden.
Dabei hat die Stadt eine interessante Geschichte. Erst 1868 wird hier mit dem Bau eines Hafens begonnen. Aus einer kleinen Siedlung entwickelt sich innerhalb weniger Jahrzehnte eine bedeutende Hafen- und Fischereistadt. Später kommen die Öl- und Gasindustrie dazu, und heute spielt Esbjerg auch eine wichtige Rolle für die Windenergie in der Nordsee.
Wir wollen aber keine Industrieanlagen besichtigen, sondern ein bisschen bummeln.
Esbjerg besitzt mit der Kongensgade eine der längsten Fußgängerzonen Dänemarks. Und die finden wir auch gleich.
Überall wird schon die Weihnachtsdekoration aufgehängt. Teilweise leuchtet sie bereits, anderswo sind die Arbeiter noch fleißig dabei, alles anzubringen. 🎄
Paul findet das natürlich sehr interessant. Schließlich gibt es immer etwas zu schauen, wenn irgendwo gearbeitet wird.
Die Geschäfte sind zum Teil erstaunlich ruhig. Ob es an den Preisen liegt, dass wir nicht in Kauflaune geraten. Die haben es teilweise ganz schön in sich!
Irgendwann landen wir in einem großen Einkaufszentrum. Aber so richtig Lust, bei diesem herrlichen Wetter drinnen herumzulaufen, hat eigentlich keiner.
Also geht es wieder hinaus in die Stadt.
☕ Schönes Café – nur leider ohne Bedienung
Inzwischen meldet sich bei allen der Hunger. Und zwar ordentlich!
Wir entdecken ein wirklich hübsches Café. Draußen stehen kleine gläserne Häuschen, fast wie Mini-Gewächshäuser, in denen man windgeschützt sitzen kann. Alles ist liebevoll mit Halloween-Dekoration geschmückt. 🎃
Auch die Speisekarte hört sich richtig gut an. Da stehen einige Sachen drauf, die man bei uns nicht unbedingt findet.
Also setzen wir uns und freuen uns schon aufs Essen.
Nur leider scheint das Personal von unserer Anwesenheit nichts mitbekommen zu haben.
Wir warten. Und warten.
Nach einer halben Stunde ist immer noch nichts passiert.
So schön das Café auch ist, vom Anschauen der Speisekarte wird man nun mal nicht satt.
Also stehen wir wieder auf und marschieren zurück ins Einkaufszentrum. Dort finden wir wenigstens etwas auf die Faust und können unseren Hunger stillen.
Inzwischen ist es auch merklich kühler geworden. Es geht auf 17 Uhr zu und die Sonne verabschiedet sich langsam.
Wir bummeln noch ein wenig durch die Straßen, dann geht es zurück zum Parkhaus.
Für heute haben wir genug Stadt gesehen. Jetzt wollen alle wieder ins gemütliche, warme Ferienhaus.
🔥 Pizza, Kaminfeuer und ein gemütlicher Abend
Wir fahren diesmal getrennt zurück.
Als wir ankommen, sind Tristan, Lena und Paul schon da und haben den Kaminofen bereits angeheizt.
Ich möchte nur wissen, welche Strecke die genommen haben! Wir sind doch auch nach Navi gefahren. Offenbar kennt deren Navi irgendwelche Abkürzungen, die es für sich behält.
Jedenfalls ist es herrlich, wieder im warmen Haus zu sein.
Zum Abendessen gibt es heute selbst gemachte Pizza. 🍕
Alle helfen mit, schnippeln, belegen und werkeln herum. Nur mit dem Hefeteig klappt das irgendwie nicht so richtig. Der hat offenbar seine eigenen Vorstellungen davon, wie ein Pizzateig auszusehen hat.
Aber was soll's? Die Pizza schmeckt, alle werden satt und das ist schließlich die Hauptsache.
Anschließend beginnt der gemütliche Teil des Abends. Jeder macht erst einmal das, wozu er Lust hat. Später sitzen wir wieder alle zusammen und spielen noch ein paar Spiele. 🎲
Morgen haben wir noch einen gemeinsamen Tag vor uns.
Am Freitag fahren Jan Michel und Clara schon nach Hause, weil Clara am Abend noch einen Termin hat. Die beiden nehmen mein Auto mit. Ich fahre dann am Samstag mit Tristan, Lena und Paul zurück.
Wie wir das mit dem ganzen Gepäck regeln, ist allerdings noch nicht so ganz klar.
Aber irgendwie wird schon alles hineinpassen. Hoffentlich!
Darüber machen wir uns morgen Gedanken.
Jetzt genießen wir erst einmal den Abend. Schließlich haben wir Urlaub! 😊Leggi altro

































