• Glamping in Dobraia

    September 9, 2025 in Romania ⋅ ☀️ 22 °C

    Auf dem Weg zum Ortsausgang von Petnic stoppt ein alter Herr sein Fahrrad neben mir und warnt mich vor den "cainii mare", den großen Hunden bei den Schafen. 😬 Vom Schafstall habe ich bereits im Guide gelesen und tatsächlich sind dort zwei Hunde. Einer ist angebunden und der zweite bellt mich an, aber kommt mir nicht zu nah - puh. Die Schafe sind nicht da und die Anspannung bleibt, ob ich ihnen begegne. Aber ich habe Glück.
    In Crușovăț gehe ich zum Gemischtwarenladen, hole mir meinen Via T. Stempel ab und kaufe noch ein paar Bananen und Cracker ein. Es ist ein richtiger Gemischtwarenladen. Hier gibt es vom Malerpinsel bis zur Eiscreme alles. 😉
    In Crușovăț steht der letzte Meilenstein des Abschnitts Terra Banatica. Jetzt bin ich im letzten Segment der Via T. angekommen, der Terra Romana.
    Weiter geht es auf Asphalt und ich muss die Hauptstrasse, die Timișoara mit Bukarest verbindet, überqueren.
    Der Feldweg auf den ich abbiege ist ziemlich dreckig. Unter Müll kriecht eine Mini-Schlange hervor und über den Weg. Ob es eine Hornotter ist, kann ich nicht sagen. Aber wir gehen uns aus dem Weg.
    Der lange Aufstieg nach Dobraia beginnt. Am Beginn treffe ich eine Frau mit einem Baby, die auf den Schulbus mit ihre größeren Tochter wartet. Sie mit beiden Kindern treffe ich tatsächlich bei den nächsten Häusern wieder. Ich habe zwischendurch eine Mittagspause gemacht und frage mich, wie sie so schnell den Berg hinauf gekommen sind.
    Mein Weg steigt weiter über eine baumlose Wiese an. Ab und zu kommt mir ein Holztransporter entgegen, der mich in Staub hüllt.
    Irgendwann wachsen knorrige Eichen am Wegesrand und die Landschaft wird felsiger und der Ausblick zeigt die Berge des Cerna-Gebirges. Ich erreiche einen Buchenwald und gehe parallel zu einem Bach bergauf. Hier gibt es tausende von Mücken. Ich kann noch nicht mal etwas trinken, ohne Mücken in der Flasche zu haben. Das ist anstrengend, da ich auch nicht so richtig Pause machen kann.
    Immer wieder begegne ich Arbeitern die Holz fällen oder den LKWs zum Transport.
    Als es mit den Mücken weniger wird, mache ich eine Pause - endlich.
    Kurz darauf wird der Weg felsiger und ich lasse den Wald hinter mir. Der Blick wird freigegeben auf die Schwestergipfel Biliana und Arjana sowie die Poiana Lungă (übersetzt mit große Lichtung oder Aue). 😊
    In der Zwischenzeit habe ich ein Käsebrot, drei Schokoriegel und eine 3/4 Tafel Schokolade verdrückt. Aber irgendwie habe ich immer noch Hunger.
    Mittlerweile bin ich im Nationalpark Domogled – Cerna-Tal angekommen.
    Ich erreiche die Poiana Lungă und der Weg wird flacher. Er schlängelt sich zwischen Weideflächen und einzelnen Höfen hindurch. Ein Schild weist auf den "Banat Greenway Corridor" hin. Ein Netz von Wanderwegen das durch EU Mittel finanziert wurde.
    Ein Mann spaltet vor seinem Haus Holz, als plötzlich ein Hund aus der Scheune geschossen kommt, und mich anbellt. Er bleibt aber genau am Rand des Weges stehen und lässt mich vorbeigehen.
    Obwohl die Aussicht grandios ist, zieht sich der Weg. Ich bin froh als ich meine Unterkunft erreiche und von Ana freundlich in Empfang genommen werde.
    Die Hunde bellen mich an, aber ich wage mich mutig aufs Gelände. Sobald Ana mir entgegen kommt, ist es mit den Hunden überhaupt kein Problem.
    Ich schlafe heute in einem Glamping Zelt auf einem Bauernhof. Es gibt 5 Schweine, 4 Kühe, 3 Hunde, eine Katze und jede Menge Hühner. Einer der Hunde jagt die Hühner über die Wiese und Ana schimpft ganz ordentlich mit ihm.😂
    Die Aussicht aus meinem Zelt ist grandios. Heute bin ich total geschafft, nach 28km mit ca. 1.300hm, so das ich nach dem super leckeren Abendessen ins Bett falle.

    Der Countdown läuft: 6 Etappen bis zur Donau!
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