• eBikes und Hunde

    September 14, 2025 in Romania ⋅ ☁️ 20 °C

    Als ich am Rathaus von Isverna vorbei komme, sehe ich eine Verleihstation mit blauen eMountainbikes. Wer leiht die wohl aus? Das Projekt ist auf jeden Fall durch die EU gefördert. Auf eine zweite Station treffe ich im Laufe des Tages in Balta. 🤔
    Heute ist es zwar bewölkt, aber nicht nebelig. So gibt es Aussicht auf die umliegenden Berge.
    Als ich die letzten Häuser von Isverna hinter mir gelassen habe wird der Anstieg steiler. Kurz vor dem Ende muss ich an einem Haus vorbei. Auf dem Tisch vor dem Haus liegt ein Hund, ganz entspannt. Das ändert sich als ich näher komme und vorbei gehen will. Er bellt nicht nur, sondern fletsch die Zähne. So nutze ich zum ersten Mal den Elektroschocker. Das zeigt Wirkung und das Geräusch erschreckt ihn so, daß er ziemlich viel Abstand zu mir gewinnt. Wow, so habe ich die Wirkung noch nicht gesehen.
    Aber gut zu wissen, daß es auch mit meinem Minigerät funktioniert. Um es ganz klar zu formulieren: Es geht nur um das Geräusch, nicht die Hunde damit zu berühren.
    Der weitere Weg führt mich über eine Ebene mit riesigen Farnen und nach dem Abstieg durch das Dorf Gornovița, mit einer imposanten orthodoxen Kirche. Über eine Asphaltstrasse geht es nach Balta. Als ich mir einen Platz für eine Pause wünsche, taucht am Straßenrand eine Picknickbank auf. 😊
    Nach wenigen Kilometern erreichen ich den Ort. Im Gemischtwarenladen gibt es alkoholfreies Bier - meine Lieblingssorte. So mache ich direkt noch eine Pause.
    Energiegeladen starte ich auf die zweite Hälfte meiner Etappe. Ich biege von der Hauptstrasse auf eine Schotterstrasse ab, vorbei an einem "geparkten" Pferdefuhrwerk und verlasse den Ort.
    Ich laufe in eine offene Ebene und sehe schon aus der Ferne eine riesige Schafherde. Das müssen bestimmt 100 Tiere sein. Oh nein, geht durch meinen Kopf. Aber da sehe ich zwei Menschen auf der Strasse. Gut, es sind Hirten dabei. Ich rufe um auf mich aufmerksam zu machen. Tatsächlich laufen die Schutzhunde auf mich zu, bleiben aber in einiger Entfernung stehen und hören auf zu bellen. Einzig ein kleiner Wachhund kommt bellend auf mich zu. Als ich näher komme, zähle ich 6 Schutz- und 4 Wachhunde. Die beiden Hirten sind ganz entspannt und die Hunde sind es auch. Die beiden haben ihre Hunde gut trainiert. Das ist eine positive Erfahrung, denn vor den Schutzhunden habe ich die größte Angst.
    Gut gelaunt gehe ich weiter und es geht wieder den Berg hinauf. Oben erwartet mich die nächste Überraschung. Ein Schäferhund liegt vor einem Haus. Vorbeischleichen oder Krach machen? Ich entscheide mich für die zweite Option. Er kläfft mich an und ein zweiter, kleinerer Hund kommt aus dem Hof geschossen. Die beiden kommen von unterschiedlichen Seiten an mich heran. Zweiter Einsatz des Elektroschocker. Nicht die gleiche Wirkung wie am Vormittag, aber sie halten mehr Abstand und lassen mich auf der Strasse passieren. Jetzt reicht es mir so langsam, aber das war noch nicht alles. Als ich wieder Absteige sehe ich aus der Ferne schon einen riesigen Hund auf der Wiese vor einem Bauernhof. Er beobachtet mich, aber alles ganz entspannt. Ein paar Meter weiter stelle ich fest, daß in ein paar hundert Metern hinter einer Baumreihe eine Schafherde grast. Da gehört er dazu.
    Im weiteren Verlauf des Weges komme ich noch an ein paar Bauernhöfen mit kläffenden Hunden vorbei. Einer hat nur leider keinen Zaun und zwei Schutzhunde und ein kleinerer Wachhund rennen auf mich zu. Ich kann sie über die gesamte Wiese kommen sehen. Auf meine Bitte die Hunde zu rufen, reagiert niemand. Vielleicht ist keiner da? Als sie mich auf der Strasse erreichen - dritter Einsatz des Elektroschockers. Der kleine Hund flüchtet sofort zurück zum Haus und die beiden Schutzhunde lassen mich ziehen.
    Ich erreiche das Tal und eine Asphaltstrasse. Am Strassenrand mache ich eine kurze Pause, bevor der letzte Anstieg des Tages beginnt. Als ich den Rucksack gerade abgesetzt habe, kommt ein Auto und hält neben mir. Es ist auf Englisch schnell geklärt, daß alles in Ordnung ist, ich nur eine Pause mache und keine Hilfe brauche. 😊
    Als ich fast oben bin, freue ich mich, das es nur noch ein paar Kilometer zu meiner Unterkunft in Jupânești sind. Aber schon wieder Hundegebell. Ich bemerke das er angekettet ist und entspanne, als ich aus dem Augenwinkel einen zweiten Hund durch den Zaun schlüpfen sehe. Jetzt reicht es mir. Bevor dieser mich erreicht kommt der Elektroschocker ein viertes Mal zum Einsatz. Die Hunde werde ich definitiv nicht vermissen.
    Kurz vor meiner Unterkunft gerate ich noch in einen Regenschauer, aber alles halb so wild. Als ich in Jupânești ankomme, werde ich herzlich von meinem Gastgeber Tudor und seinem Hund Nera begrüßt. Warum können nicht alle Hunde so freundlich mit Menschen sein?

    Der Countdown läuft: 2 Etappen bis zur Donau!
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