Gornergrat - Lötschberg - Lenk
March 28 in Switzerland ⋅ ☁️ -4 °C
Für heute standen mehrere Strecken auf dem Programm, die ich bislang noch nicht gefahren bin:
- Gornergratbahn
- Lötschberg-Bergstrecke
- Zweisimmen–Lenk im Simmental
Um dieses durchaus sportliche Vorhaben zu schaffen, begann der Tag bereits früh: Um 5:56 Uhr ging es mit dem Zug los. Da das Frühstück erst ab 7:30 Uhr angeboten wurde, bekam ich stattdessen ein Lunchpaket.
Zunächst fuhr ich von Montreux nach Visp. Im Wallis bot sich dabei ein ungewöhnliches Bild: Trotz Frost (!) wurden die Obstbäume beregnet, wodurch sie von einer dicken Eisschicht überzogen waren. Eine kurze Internetrecherche ergab, dass diese Methode tatsächlich dazu dient, die jungen Triebe vor zu niedrigen Temperaturen zu schützen. Optisch wirkte das Ganze jedoch zunächst eher so, als würde es den Pflanzen schaden – auf jeden Fall ein spannender Anblick.
Die weitere Fahrt nach Visp entlang der Simplonbahn durch das Walliser Rhonetal war eher unspektakulär, verlief aber immerhin pünktlich.
Ab Visp ging es mit der Matterhorn-Gotthard-Bahn weiter in Richtung Zermatt. Die bereits 1891 als Visp-Zermatt-Bahn (VZ) eröffnete Strecke ist besonders auf den ersten Kilometern sehr beeindruckend, da sich die Bahn durch mehrere enge Schluchten schlängelt.
In Zermatt stieg ich schließlich in die Gornergratbahn um. Diese elektrisch betriebene Zahnradbahn führt auf den Gornergrat in der Monte-Rosa-Region und ist nach der Jungfraubahn die zweithöchste Bergbahn Europas. Da sie auch ein Skigebiet erschließt, war der Zug auf der Bergfahrt entsprechend voll. Umso angenehmer war die spätere Talfahrt, bei der deutlich weniger Fahrgäste unterwegs waren. Oben angekommen bot sich bei bestem Wetter ein großartiger Ausblick auf verschneite Berge, Gletscher und insbesondere das Matterhorn. Nach einem kurzen Aufenthalt auf über 3.000 Metern ging es anschließend wieder zurück nach Visp über Zermatt.
Von dort fuhr ich weiter nach Brig, dem Ausgangspunkt der Lötschberg-Bergstrecke, die von der BLS betrieben wird. Diese traditionsreiche Strecke verbindet das Berner Oberland mit dem Wallis. Ihr Herzstück ist der 14.612 Meter lange Lötschbergtunnel. Besonders bekannt ist die Strecke unter Eisenbahnenthusiasten wegen ihrer Doppelschleifen (Kehrtunnel) an der Nordrampe, der zahlreichen Kunstbauten sowie der Führung entlang der Südrampe im Rhonetal. Eindrucksvoll ist vor allem der Anstieg vom Rhonetal hinauf nach Ausserberg mit Steigungen von bis zu 24 ‰ und spektakulären Ausblicken ins Rhonetal sowie ins gegenüberliegende Mattertal. Im Anschluss folgt die Durchquerung des 1913 eröffneten Lötschbergtunnels, bevor es über mehrere Kehrschleifen weiter in Richtung Spiez geht.
Ab Spiez nahm ich einen Regionalzug der BLS nach Zweisimmen und fuhr von dort weiter auf der Stichstrecke nach Lenk im Simmental. Dieser Abschnitt erwies sich im Vergleich als eher unspektakulär. Für die Rückfahrt war ursprünglich die Strecke entlang der GoldenPass-Linie (Zweisimmen–Gstaad–Montreux) geplant. Aufgrund eines (angeblichen) Oberleitungsschadens fiel der geplante Zug um 17:04 Uhr jedoch aus, und auch der folgende GoldenPass-Express (GPX) verkehrte nur bis Gstaad. Normalerweise ist für diesen Zug ein Aufpreis zu zahlen, der aufgrund der Umstände jedoch entfiel.
Die Situation nutzte ich, um bei der Zugbegleiterin freundlich nachzufragen, ob ich in der ansonsten leeren Prestige-Klasse Platz nehmen dürfe – was mir tatsächlich erlaubt wurde. Wirklich überzeugen konnte mich diese Klasse allerdings nicht. Zwar verfügen die Sitze über eine elektrische Verstellung und eine Fußablage, diese ist jedoch eher für kleinere Personen geeignet und für meine Körpergröße kaum nutzbar. Auch die Rückenlehne ließ sich nicht klassisch neigen, sondern nur zusammen mit dem Sitz leicht nach vorne verschieben. Da zudem der Sitzabstand recht gering ist, blieb insgesamt wenig Beinfreiheit. Positiv hervorzuheben war aus meiner Sicht lediglich die Sitzheizung.
Ab Gstaad wurde schließlich ein Ersatzverkehr mit dem Bus eingerichtet, der reibungslos funktionierte. Es handelte sich um einen Doppeldeckerbus, in dem ich zunächst einen Platz in der zweiten Reihe bekam und ab Château-d’Œx sogar ganz vorne sitzen konnte. Die Fahrt verlief entlang der Bahnstrecke Bulle–Montbovon und bot eine gute Sicht auf die Oberleitungsanlage mit ihrer vollwindschiefen Fahrleitung.
Gegen 19:30 Uhr erreichte der Bus schließlich Montreux – mit rund 20 Minuten Verspätung gegenüber der ursprünglich geplanten Zugverbindung.Read more


























