• Halle - Paris - Hendaye

    May 10 in France ⋅ ☀️ 16 °C

    Heute Morgen pünktlicher Start in Halle(Saale) Hbf mit dem ICE direkt nach Paris. Pünktlichkeit war heute besonders wichtig, da der Umstieg in Paris knapp bemessen war. Entsprechend eines Blogeintrag [1] werden mindestens 30 Minuten benötigt, um vom Gare de l'Est zum Gare Montparnasse zu gelangen — idealerweise hat man dann schon ein Ticket für die Metro. Geplant waren 50 Minuten, also etwas Puffer für entspanntes Umsteigen und Ticketkauf.

    Bis zur Ankunft in Frankfurt war der Zug auf die Minute pünktlich (sogar ohne Wartezeit am Einfahrsignal). Die Abfahrt verzögerte sich dann allerdings um 10 Minuten. Laut Kollegen J. — einem Spezialisten für Reisen in Frankreich — kein Problem, solange der Zug pünktlich in Strasbourg losfährt. In Strasbourg war der ICE tatsächlich wieder im Plan, sodass ich zuversichtlich war, den Umstieg in Paris entspannt zu schaffen.

    Bis Paris fuhren wir mit durchgängig über 270 km/h (kurzzeitig 300 km/h, nicht schneller, obwohl die Strecke 320 km/h erlaubt) — und ja, wir waren pünktlich unterwegs. Etwa zehn Minuten vor geplanter Ankunft wurde der Zug jedoch langsamer und blieb stehen; die Ansage sprach von einer technischen Störung und dass die Fahrt in 5–10 Minuten fortgesetzt werde. Plötzlich war Eile geboten.

    Also schon vor Ankunft das Gepäck geschultert und an die Tür gestellt. Schnell den Bahnsteig vorgelaufen, Ticketautomaten gesucht — und die nächste Herausforderung: Es gab nur Optionen für Zug oder Bus/Tram. Unter welcher Kategorie die Metro fällt, war nicht klar; zuerst entschied ich mich für Bus/Tram, begann dann aber nochmal neu. Kleingeld hatte ich dank des Blogeintrags parat; zusätzlich brauchte ich jedoch noch 2 Euro extra für die Karte, auf die das Ticket geladen wird 🤯

    Die Metro fuhr zum Glück sehr zuverlässig alle drei Minuten; direkt eine kam. Nach 15 angespannten Minuten Fahrt war ich in Montparnasse angekommen. Dort stieg gefühlt die gesamte Metro aus, wodurch der Weg zum Ausgang stark blockiert war — für Eilige ungünstig. Der Weg von der Metro zum Bahnsteig ist relativ lang und enthält Treppen, Rolltreppen und Laufbänder, die nicht gerade zum schnellen Umsteigen einladen.

    Außerdem gibt es in Frankreich Bahnsteigsperren, die zwei Minuten vor Abfahrt des Zuges schließen. Der TGV fuhr um 15:40 ab; Ankunft mit der Metro war um 15:30. Long story short: Ich habe den TGV geschafft. Ich habe exakt 30 Minuten vom Ausstieg aus dem ICE bis zum Einstieg in den TGV benötigt. Dabei kam ich leicht ins Schwitzen (andere würden sagen komplett durchnässt), sehr zur Freude meiner Sitznachbarn am reservierten Platz am Vierertisch. Erfahrungsgemäß gibt es im TGV immer noch ein paar freie Einzelplätze, sodass ich mich erst einmal umgesetzt und akklimatisiert habe.

    Von Paris habe ich nichts gesehen, da der Umstieg komplett unterirdisch erfolgte (dafür wurde ich nicht vom Regen nass).

    Das französische Hochgeschwindigkeitsnetz beeindruckt mich immer wieder: Mehrere hundert Kilometer werden mit 250–320 km/h befahren — nicht so ein Stückwerk wie in Deutschland mit wenigen Abschnitten mit Hochgeschwindigkeit und noch weniger Zügen, die wirklich über 260 km/h erreichen.

    Strasbourg–Paris sind ca. 440 km, zurückgelegt in 1:45 h — das entspricht einer Durchschnittsgeschwindigkeit von etwa 250 km/h. Die 540 km von Paris nach Bordeaux werden in 2:12 h gefahren. Zum Vergleich: Die Strecke München-Berlin mit einer Länge von 623 km benötigt 4 Stunden (Durchschnitt ca. 155 km/h).

    Nach über 12 Stunden und 30 Minuten Fahrt und nach ca. 1.780 km pünktlich in Hendaya angekommen.

    [1] https://nuancedefrance.com/blog/umsteigen-gare-…
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