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Trip to Portugal 🇵🇹

Mit dem Zug nach Portugal entlang der spanisch-portugiesischen Atlantikküste. Zurück nach Deutschland mit der Fähre übers Mittelmeer und via Rom mit dem Nachtzug. Read more
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    May 9, 2026

    Hamburg

    May 8 in Germany ⋅ ☀️ 16 °C

    Portugal gehört zu den wenigen Ländern in Europa, in denen ich noch nicht war. Deshalb der Plan: mit dem Zug hinzufahren.

    Die Route ist fertig geplant und alle Hotels gebucht. Frankreich lässt sich innerhalb eines Tages durchqueren, also von Deutschland bis an die spanische Grenze. In Spanien gäbe es die Möglichkeit, mit Hochgeschwindigkeitszügen direkt nach Portugal zu fahren, doch entlang der Atlantikküste gibt es sehr reizvolle Strecken, die ich befahren möchte. Die Idee kam unter anderem von diesen Beiträgen:

    https://zugpost.org/euskotren-baskenland/
    https://zugpost.org/feve-schmalspurbahn/

    Allerdings macht dies die Planung etwas komplizierter, denn die Fahrpläne für diese Abschnitte sind aus unerfindlichen Gründen meist erst etwa zwei Wochen vor Abfahrt online verfügbar (es gibt alternativ Papierexemplare als PDF). Außerdem werden viele Verbindungen nicht im Railplanner von Interrail angezeigt, sodass eine manuelle Suche bei den jeweiligen Bahnunternehmen nötig ist.

    Von Spanien geht es entlang der Küste weiter Richtung Portugal. Eine grenzüberschreitende Bahnverbindung gibt es nur morgens und am späten Nachmittag. Auf der Website der spanischen Bahn wird jedoch ein Schienenersatzverkehr über die Grenze genannt; ob das tatsächlich so funktioniert, ist unklar, denn bei der portugiesischen Bahn finde ich dazu keine Informationen. Auch die Abfahrtszeiten in Spanien sind teils unklar. Deshalb überquere ich die Grenze mit dem Flixbus (diesmal mit Zeitumstellung eingeplant 🙃). Über Lissabon geht es dann weiter bis zur Algarve, wo ein paar Tage Pause vorgesehen sind.

    Für die Rückfahrt lässt sich Frankreich per Fähre umfahren. Ab Rom geht es mit dem Nachtzug zurück nach Deutschland. Tickets werden wieder per FIP gebucht, also internationale Freifahrten. Dafür gibt es einen neuen Reiseführer, der die Besonderheiten der einzelnen Länder auflistet: https://www.fipguide.org/de/

    In Frankreich ist im TGV eine Reservierung erforderlich, die ausschließlich telefonisch möglich ist. Da das Callcenter der SNCF schwer erreichbar ist, habe ich stattdessen bei NS International angerufen und den einzigen geplanten TGV reserviert — TGVs sind oft ausgebucht; für diesen gab es nur noch 1.-Klasse-Tickets. Auch die Freifahrten nach Paris sind nicht mehr verfügbar; die Tickets kosten jetzt 27,50 € (2. Klasse) bzw. 47,50 € (1. Klasse). Im Vergleich zu etwa 360 € Normalpreis (1. Klasse ab Halle) ist das aber immer noch akzeptabel 😅.

    In Spanien sind ebenfalls einige Züge reservierungspflichtig, wobei ich die Reservierung vor Ort kaufen werde.

    Bei der Fähre habe ich leider das falsche Datum gebucht, weil ich nicht bedacht hatte, dass das Schiff nachts unterwegs ist 🤪. Ich konnte noch recht günstig umbuchen; die Fähre kommt nun allerdings um 00:30 statt um 19:00 in Italien an. Ich hoffe, ich kann die Nacht an Bord verbringen und muss das Schiff nicht mitten in der Nacht verlassen.
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  • Halle - Paris - Hendaye

    May 10 in France ⋅ ☀️ 16 °C

    Heute Morgen pünktlicher Start in Halle(Saale) Hbf mit dem ICE direkt nach Paris. Pünktlichkeit war heute besonders wichtig, da der Umstieg in Paris knapp bemessen war. Entsprechend eines Blogeintrag [1] werden mindestens 30 Minuten benötigt, um vom Gare de l'Est zum Gare Montparnasse zu gelangen — idealerweise hat man dann schon ein Ticket für die Metro. Geplant waren 50 Minuten, also etwas Puffer für entspanntes Umsteigen und Ticketkauf.

    Bis zur Ankunft in Frankfurt war der Zug auf die Minute pünktlich (sogar ohne Wartezeit am Einfahrsignal). Die Abfahrt verzögerte sich dann allerdings um 10 Minuten. Laut Kollegen J. — einem Spezialisten für Reisen in Frankreich — kein Problem, solange der Zug pünktlich in Strasbourg losfährt. In Strasbourg war der ICE tatsächlich wieder im Plan, sodass ich zuversichtlich war, den Umstieg in Paris entspannt zu schaffen.

    Bis Paris fuhren wir mit durchgängig über 270 km/h (kurzzeitig 300 km/h, nicht schneller, obwohl die Strecke 320 km/h erlaubt) — und ja, wir waren pünktlich unterwegs. Etwa zehn Minuten vor geplanter Ankunft wurde der Zug jedoch langsamer und blieb stehen; die Ansage sprach von einer technischen Störung und dass die Fahrt in 5–10 Minuten fortgesetzt werde. Plötzlich war Eile geboten.

    Also schon vor Ankunft das Gepäck geschultert und an die Tür gestellt. Schnell den Bahnsteig vorgelaufen, Ticketautomaten gesucht — und die nächste Herausforderung: Es gab nur Optionen für Zug oder Bus/Tram. Unter welcher Kategorie die Metro fällt, war nicht klar; zuerst entschied ich mich für Bus/Tram, begann dann aber nochmal neu. Kleingeld hatte ich dank des Blogeintrags parat; zusätzlich brauchte ich jedoch noch 2 Euro extra für die Karte, auf die das Ticket geladen wird 🤯

    Die Metro fuhr zum Glück sehr zuverlässig alle drei Minuten; direkt eine kam. Nach 15 angespannten Minuten Fahrt war ich in Montparnasse angekommen. Dort stieg gefühlt die gesamte Metro aus, wodurch der Weg zum Ausgang stark blockiert war — für Eilige ungünstig. Der Weg von der Metro zum Bahnsteig ist relativ lang und enthält Treppen, Rolltreppen und Laufbänder, die nicht gerade zum schnellen Umsteigen einladen.

    Außerdem gibt es in Frankreich Bahnsteigsperren, die zwei Minuten vor Abfahrt des Zuges schließen. Der TGV fuhr um 15:40 ab; Ankunft mit der Metro war um 15:30. Long story short: Ich habe den TGV geschafft. Ich habe exakt 30 Minuten vom Ausstieg aus dem ICE bis zum Einstieg in den TGV benötigt. Dabei kam ich leicht ins Schwitzen (andere würden sagen komplett durchnässt), sehr zur Freude meiner Sitznachbarn am reservierten Platz am Vierertisch. Erfahrungsgemäß gibt es im TGV immer noch ein paar freie Einzelplätze, sodass ich mich erst einmal umgesetzt und akklimatisiert habe.

    Von Paris habe ich nichts gesehen, da der Umstieg komplett unterirdisch erfolgte (dafür wurde ich nicht vom Regen nass).

    Das französische Hochgeschwindigkeitsnetz beeindruckt mich immer wieder: Mehrere hundert Kilometer werden mit 250–320 km/h befahren — nicht so ein Stückwerk wie in Deutschland mit wenigen Abschnitten mit Hochgeschwindigkeit und noch weniger Zügen, die wirklich über 260 km/h erreichen.

    Strasbourg–Paris sind ca. 440 km, zurückgelegt in 1:45 h — das entspricht einer Durchschnittsgeschwindigkeit von etwa 250 km/h. Die 540 km von Paris nach Bordeaux werden in 2:12 h gefahren. Zum Vergleich: Die Strecke München-Berlin mit einer Länge von 623 km benötigt 4 Stunden (Durchschnitt ca. 155 km/h).

    Nach über 12 Stunden und 30 Minuten Fahrt und nach ca. 1.780 km pünktlich in Hendaya angekommen.

    [1] https://nuancedefrance.com/blog/umsteigen-gare-…
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  • Hendaye - Bermeo

    May 11 in Spain ⋅ ☁️ 18 °C

    Den Morgen begann ich mit einem kurzen Bad im Atlantik — bei Windstille, Sonnenschein und etwa 18 °C Wassertemperatur sehr angenehm.

    Anschließend ging es mit Euskotren weiter, der regionalen Eisenbahn im Baskenland. Euskotren betreibt mehrere elektrifizierte Schmalspurlinien, die als relativ dichter Nahverkehr rund um die Küstenstädte und in die bergigen Innenregionen verkehren. Die Züge sind moderne, niederflurige Triebwagen mit häufiger Taktung und hoher Auslastung, da Pendlerverkehr und Tourismus die Nachfragelagen bestimmen. Charakteristisch für die Strecken sind viele Tunnel und enge Kurven, weil die Bahn sich dem anspruchsvollen Gelände des Kantabrischen Gebirges anpassen muss; gleichzeitig verläuft sie oft sehr nahe an der Küste und bietet immer wieder Ausblicke auf das Meer.

    Meine Etappe führte von Hendaye (französisch-spanische Grenze) über Donostia / San Sebastián und Lemoa bis nach Bermeo an der Atlantikküste, ein historischer Fischerort mit maritimem Charakter und guten Bedingungen zum Verweilen.

    Mit dem Ticket war die Fahrt erfreulich unkompliziert: Mit meinem einfachen FIP-Ausweis konnte ich am Schalter ohne Vorbestellung eine kostenlose 7‑Tages-Fahrkarte erhalten. Das ersparte viel Planungsaufwand und hat mir sehr gefallen.

    Insgesamt war ich heute nur relativ kurz unterwegs — etwa vier Stunden Zugfahrt für allerdings gerade mal 145 km Strecke — sodass noch genug Zeit blieb, die Orte zu erkunden und die Strecke zu genießen.
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  • Bermeo - Bilbao - Santander

    May 12 in Spain ⋅ ☁️ 16 °C

    Morgens brachte mich der Zug von Euskotren pünktlich nach Bilbao.

    Dort blieb noch Zeit für einen kurzen Stadtspaziergang, unter anderem zum Guggenheim Museum, bevor der Regionalzug nach Santander abfahren sollte. Am Renfe‑Ticketschalter erledigte ich außerdem die notwendigen Reservierungen.

    Die Fahrt mit der Regionalbahn gestaltete sich abenteuerlich: In Spanien gibt es Bahnsteigsperren, die per elektronischem Ticket oder Barcode geöffnet werden — FIP‑Tickets haben jedoch keinen Code und sind nicht digital (in den Niederlanden gibt es dafür etwa einen Zusatzzettel mit QR‑Code). In Bilbao war glücklicherweise eine Sperre offen, sodass ich ohne Probleme passieren konnte.

    Der Zug war ein Dieseltriebwagen und nur schwach besetzt, vermutlich weil es schnellere Verbindungen zwischen Bilbao und Santander gibt. Für die rund 120 km brauchte er etwa 3,5 Stunden; landschaftlich ist die Strecke sehr reizvoll und führt durch die bergige Küstenregion.

    Laut Fahrplan sollte der Zug durchfahren, doch in Marrón (etwa auf halber Strecke) kam die Ansage: alle aussteigen. Weiterfahrt mit dem Gegenzug — unser Zug kehrte nach Bilbao zurück. Besonders für zwei Fahrgäste mit E‑Bikes und vielen Fahrradtaschen war das unangenehm; insgesamt waren wir nur zu fünft im Zug, während aus dem Gegenzug deutlich mehr Fahrgäste umstiegen.

    Weiter ging es bis Orejo, knapp sieben Stationen vor Santander, wo erneut alle aussteigen mussten. Die Weiterfahrt erfolgte per Bus, etwa 10 km bis Astillero; von dort brachte uns eine Vorortbahn in rund 20 Minuten nach Santander. Am Ziel wieder Bahnsteigsperren, doch die Zugbegleiterin öffnete mir diese freundlicherweise.

    Betrieben werden die Züge von Renfe Feve. FEVE (ursprünglich Ferrocarriles de Vía Estrecha) ist/war das spanische Netz für Meterspur‑(= schmalspurige) Regional‑ und Vorortbahnen vor allem an der Nordküste (Galicien–Asturien–Cantabrien–Baskenland). 2013 wurde FEVE in Renfe integriert, die Infrastruktur verwaltet Adif; die Netze umfassen sowohl elektrifizierte als auch Diesel‑Strecken und bedienen lange, oft landschaftlich sehr reizvolle Küstenverbindungen (u. a. Transcantábrico‑Touristikzug), Pendlerlinien und Regionalverkehre.

    Trotz allem planmäßig und pünktlich in Santander angekommen. Die Radfahrer haben wir übrigens in Orejo zurückgelassen...
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  • Santander - Oviedo (- Gijón)

    May 13 in Spain ⋅ ☁️ 15 °C

    Weiter geht die Reise nach Westen — nochmal entschleunigter als am Tag zuvor. Für die knapp 215 km war der Zug etwa 5,5 Stunden unterwegs. Die Landschaft bleibt wunderschön und abwechslungsreich; zeitweise verläuft die Strecke entlang dem Camino del Norte (Küstenweg), einer rund 850 km langen und anspruchsvollen Jakobsweg‑Route von Irún nach Santiago de Compostela, die Baskenland, Kantabrien, Asturien und Galicien verbindet. Entsprechend sieht man immer wieder Pilger — bis Santiago ist es aber noch sehr weit.

    Die Zugbegleiterin war dieselbe wie gestern; ich fragte gleich zu Beginn, ob wieder Ersatzverkehr geplant sei — dem war nicht so. Trotzdem mussten wir in Llanes, ungefähr auf halber Strecke, in den Gegenzug wechseln. Die Züge fuhren inklusive Personal anschließend jeweils zu ihren Startbahnhof zurück.

    Auf der Strecke verkehren im Sommer auch touristische Hotelzüge wie der Costa Verde Express und vor allem der Transcantábrico. Den Transcantábrico Gran Lujo habe ich heute gesehen: ein luxuriöser Zug, der den grünen Norden Spaniens auf einer rund 800 km langen Schmalspurroute zwischen San Sebastián und Santiago de Compostela durchquert. Die 8‑tägigen Reisen bieten gehobene Gastronomie, Ausflüge in Kantabrien, Asturien und Galicien und sind sehr exklusiv — die Preise beginnen bei etwa 9.900 € pro Person (Doppelkabine insgesamt ca. 19.800 €, Einzelkabine ca. 17.100 €). Interessant: Der Transcantábrico war einer der ersten Touristenzüge Spaniens (seit 1983) und zählt zu den weltweit renommierten Luxuszügen.

    Nach dem Einchecken ins Hotel (sehr schönes Zimmer mit toller Aussicht) fuhr ich noch nach Gijón - das erste Mal mit einem Zug auf spanischer Breitspur.

    Die Bahnsteigsperren waren erneut herausfordernd: Beim Einstieg in Santander öffnete ein Security‑Mitarbeiter die Sperre, bei Ankunft in Oviedo eine RENFE‑Mitarbeiterin. Für die Vorortbahn nach Gijón fühlte sich der Security‑Mitarbeiter nicht zuständig; eine Dame erklärte mir daraufhin, ich bekomme ein Ticket am Schalter — tatsächlich gab es dort ein "Gratisticket". Zurück wollte ich einen Fernverkehrszug nehmen, durfte aber offenbar nicht ohne Reservierung mitfahren. Mein vorsorglich geholtes "Gratisticket" für die Vorortbahn funktionierte letztlich nicht, weil diese Tickets nur zwei Stunden gültig sind — sehr verwirrend.

    In Gijón am Strand gewesen und nochmals im Atlantik geschwommen.
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  • Oviedo - Ferrol - A Coruña

    May 14 in Spain ⋅ ☁️ 14 °C

    Weiter ging es entlang der Costa Verde — der „grünen Küste“. Sie heißt so, weil das regenreiche, gemäßigte Seeklima die Landschaft deutlich grüner macht als in anderen Teilen Spaniens. Besonders auffällig sind die vielen Eukalyptusbäume: Ergebnis einer politisch vorangetriebenen Aufforstung. Vor rund 50 Jahren förderte das Franco‑Regime die großflächige Anpflanzung von Eukalyptus in Galicien und Nordspanien, um die Zelluloseindustrie zu beliefern; ganze Gebiete wurden dafür der Monokultur überlassen.

    Die Strecke von Oviedo bis Ferrol war ebenso spektakulär wie die bisherigen Etappen: gebirgige Abschnitte, stellenweise direkt am Meer, viele Tunnel, Brücken und enge Kurven. Wegen der Topographie — und offenbar mangelnder Vegetationspflege, sodass Äste regelmäßig gegen die Züge schlagen — bleibt das Tempo niedrig.

    Für die rund 310 km und 120 (!) Stationen sieht der Fahrplan eine Reisezeit von 7:25 vor; wir erreichten Ferrol etwa 30 Minuten verspätet. Die Haltepunkte werden nur bei Bedarf bedient. Der Bedarf wird im Zug festgestellt, indem die Zugbegleiterin die eingestiegenen Fahrgäste fragt, bis wohin sie fahren möchten.

    Unterwegs gab es diesmal keinen Zugwechsel, lediglich ein Personalwechsel zur Streckenhalbzeit.

    In Deutschland würde eine Verbindung wie Bilbao–Santander–Oviedo–Ferrol wohl kaum angeboten: Auf Teilstrecken fuhren vielleicht ein Dutzend Personen mit, bei Preisen von 10–20 Euro pro Fahrt sowie 2/3 Zügen pro Tag und Richtung ist das kaum rentabel.

    Die Bahnsteigsperren waren wieder herausfordernd. Ich hatte gehofft, wie gestern ein Gratis‑Ticket am Schalter zu bekommen — diesmal ging das nicht: Der Zug ist als Media Distancia (beschleunigter Regionalverkehr) klassifiziert, hier ist ein FIP‑Globalpreis‑Ticket notwendig; der Aufpreis betrug 4 Euro und war akzeptabel. Von Ferrol nach A Coruña gab's übrigens keine Bahnsteigsperre 😬

    In Ferrol nutzte ich die Wartezeit bis zur Weiterfahrt nach A Coruña für einen kleinen Stadtspaziergang. Die Stadt liegt im Nordwesten Spaniens und ist seit jeher ein großer Marinestützpunkt, da sie über einen fjordähnlichen Meereszugang verfügt.

    Am Abend pünktlich in A Coruña angekommen.
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  • A Coruña - Vigo - Valenca - Lissabon

    May 15 in Portugal ⋅ 🌙 16 °C

    Abfahrt pünktlich um 09:00 in A Coruña. Zum Zug zu gelangen war wieder herausfordernd: Zwar gibt es keine automatischen Bahnsteigsperren, der Zugang ist aber reguliert. Da vom Bahnhof auch Fernverkehrszüge abfahren, gibt es einen Security‑Check und der Bahnsteig wird erst 30 Minuten vor Abfahrt „geöffnet“. Für Fahrten mit dem Regionalzügen/Media Distancia muss man zwar nicht durch die Sicherheitskontrolle, die Zugbegleiterin prüfte dennoch alle Tickets vor dem Betreten des Bahnsteigs. Mit meinem Ticket kam ich zunächst nicht durch, weil der Zug reservierungspflichtig war — woher man diese Info bekommen soll, blieb mir schleierhaft (im Nachgang stellte sich heraus: der DB Navigator gibt Auskunft). Also zurück zum Schalter und ein FIP‑Globalpreisticket für 4 € gekauft.

    Reservierungspflicht finde ich persönlich störend, weil ich mir gern im Zug einen angenehmen Platz suche. Ich habe mich daher trotzdem in dem Zug irgendwohin gesetzt und nach jeder der (nur drei) Stationen auf den nächsten freien Platz gewechselt; die Zugbegleiterin war davon nur mäßig begeistert. Auf Platz 1 & 2 durfte ich nicht sitzen (warum, ist mir unklar), Platz 3 & 4 gegenüber war aber okay — am liebsten wäre es ihr gewesen, ich säße einfach auf meinem reservierten Platz.

    Die Fahrt nach Vigo war dennoch sehr angenehm und schnell; sie führte über eine neue Strecke mit bis zu 200 km/h und war bedeutend schneller als die Fahrten der letzten Tage.

    Der Bahnhof Vigo ist neu und riesig, inklusive Einkaufszentrum — trotzdem fahren dort nur wenige Züge. Die alte Strecke wurde zum Fahrradweg umgebaut; die Oberleitungsmasten blieben stehen und tragen nun Straßenbeleuchtung.

    In Vigo gab ich das Gepäck in ein Schließfach und erkundete kurz die Stadt. Beim Abholen des Gepäcks wollte ich schnell zum Bus, war schon knapp dran — doch der Computer der Schließfachanlage hatte seinen Geist aufgegeben und das Gepäck war eingesperrt. Hilfe war zum Glück schnell zur Stelle (2–5 Minuten), sodass alles geklappt und ich pünktlich am Bus war; der Bus hatte selbst 15 Minuten Verspätung.

    Die kurze Busfahrt von Spanien nach Portugal war ganz nett, aber auch nicht besonders. Eine Zugverbindung gibt es zwar auch, aber nur früh und abends. Außerdem wird derzeit gebaut, so dass diese ebenfalls mit dem Bus gefahren wird.

    Anschließend mit der Regionalbahn von Valença do Minho nach Nine und dann nach Porto.

    Ab Porto fahren die Züge nach Lissabon ausschließlich mit Reservierung; diese Reservierungen können nur am Schalter erworben werden. Der Schalter in Nine war leider geschlossen und die Gelegenheit in Valença habe ich leider nicht genutzt. In Porto waren die nächsten zwei Verbindungen bereits ausgebucht — daher kam ich heute relativ spät an. Hinzu kam die Zeitumstellung (−1 Stunde - der Bus fuhr offiziell 12:30 ab und kam 12:00 an).

    In Portugal funktioniert die Eisenbahn für Reisende deutlich entspannter — regelmäßige Verbindungen, abgestimmte Umstiege, Online‑Echtzeitauskunft, keine Bahnsteigsperren und eine pauschale Reservierungsgebühr von 5 € unabhängig von der Zuggattung. Das ist das komplette Gegenteil zu Spanien.

    Fun‑Fact: Der Intercity von Porto nach Lissabon bestand aus einem Zug mit Baujahr 1985 — da geht die Toilette noch direkt auf die Schienen.
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  • Cabo de Roca

    May 16 in Portugal ⋅ 🌬 15 °C

    Cabo da Roca — der westlichste Punkt des europäischen Festlands — lässt sich gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichen. Also Start mit der Vorortbahn nach Sintra, von dort weiter mit dem Linienbus.

    Der Einstieg in Lissabon Oriente verlief unproblematisch, unterwegs fiel jedoch erneut auf: Bahnsteigsperren! Auch bei den Vorortzügen rund um Lissabon. Am Endpunkt in Sintra bin ich diesmal einfach mit jemandem „durchgeschlüpft“ — niemand hat es bemerkt.

    Sintra selbst ist eine malerischer Ort etwa 25 km westlich von Lissabon. Berühmt ist der Ort für seine vielfach jahrhundertealten Paläste, Schlösser und Gärten; die Kulturlandschaft von Sintra steht seit 1995 unter dem Schutz des UNESCO‑Welterbes. Der Ort ist ein Magnet für Touristen: enge Gassen, Aussichtspunkte, Souvenirstände und zahlreich angebotene Rundfahrten bestimmen das Bild — entsprechend voll und geschäftig war es.

    Der Linienbus nach Cabo da Roca kam pünktlich und war überraschend leer (ein Kleinbus, wir zu fünft). Die Fahrt durch das hügelige, bewaldete Gebiet ist landschaftlich beeindruckend und stellenweise recht kurvenreich.

    Cabo da Roca selbst liegt an der Atlantikküste westlich von Lissabon auf etwa 140 m über dem Meeresspiegel; durch den fjordähnlichen, steilen Küstenabbruch bietet der Aussichtspunkt spektakuläre Blicke auf die offene See. Als weithin bekanntes Reisemotiv ist Cabo da Roca stark frequentiert — Busladungen voller Touristen waren vor Ort. Ich suchte mir deshalb schnell einen Wanderpfad und entfernte mich in Richtung des nächsten Dorfes, wo ich in der Sonne ein gutes Essen genoss.

    Mit dem nächsten Linienbus fuhr ich weiter nach Cascais. Das ehemalige Fischerdorf, rund 25 km westlich von Lissabon, liegt an einer sandigen Atlantikbucht. Im Laufe der Jahrhunderte entwickelte sich Cascais vom Fischerort zu einem der beliebtesten Bade- und Erholungsorte Portugals; heute verbindet es historische Architektur, Promenaden, Yachthäfen und ein reges touristisches Angebot. Manche vergleichen Cascais mit mondänen Orten wie Saint‑Tropez — die elegante Atmosphäre ist spürbar, doch die Stadt hat auch viel Alltagscharme und Strandleben zu bieten. Auch hier war viel los.

    Die Rückfahrt nach Lissabon erfolgte mit der Linha de Cascais: eine 25,4 km lange Vorortstrecke mit 17 Stationen, eröffnet 1889. Die Strecke verläuft größtenteils sehr nah am Meer bzw. am Rio Tejo und bietet auf weiten Abschnitten fantastische Ausblicke — ein besonders schöner Abschnitt für Bahnfahrten im Raum Lissabon. Die Bahnsteigsperren wurden mir diesmal vom Personal vor Ort geöffnet.

    Abschließend setzte ich mit der Fähre nach Cacilhas über und machte dort noch einen gemütlichen Spaziergang am Flussufer, bevor es zurück in die Stadt ging.
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  • Lissabon - Vila do Bispo

    May 17 in Portugal ⋅ 🌬 18 °C

    Informationen! In Portugal (und teils auch in Spanien) werden Fahrgastinformationen meiner Erfahrung nach oft zurückhaltend oder nur auf Nachfrage gegeben: Ist der Zug ausgebucht? Fährt er am Bahnsteig X nach Faro? Ist er pünktlich? Wartet der Anschluss? Wo genau fährt der Bus? In Deutschland gibt es solche Infos meist gut sichtbar an Aushängen, Tafeln und Online — hier in Portugal hilft in vielen Fällen nur nachfragen.

    Heute Morgen in Lissabon stand ein Zug mit zwei Teilen am Bahnsteig; auf der Anzeigetafel stand „Evora“ und „Faro“. In und an den Zügen selbst gab es keine Hinweise, also fragen: „Ist das der Zug nach Faro?“ Die Antwort: "Nein, dieser Zug fährt zuerst raus, dann kommt der Zug nach Faro."

    Am Bahnsteig standen wie gesagt zwei Züge; der hintere fuhr tatsächlich nach Faro (ein (!) Wagen war sogar entsprechend beschriftet), aber mehrere Wagen standen außerhalb des Bahnsteigs, sodass Einsteigen zunächst nicht möglich war — warum die Züge nicht so positioniert wurden, dass alle Wagen zugänglich sind, blieb unklar.

    Pünktlichkeit ist nicht die größte Stärke der portugiesischen Bahn: Der Zug nach Evora war abfahrbereit, der Lokführer plauderte noch und fuhr fünf Minuten später los. Danach wurde der Zug nach Faro komplett in den Bahnhof gezogen; viele Reisende mit großen Koffern brauchten nochmals mindestens fünf Minuten zum Einsteigen. Am Ende starteten wir mit knapp zehn Minuten Verspätung — bei nur 13 Minuten Umsteigezeit bereits sportlich.

    Unterwegs stieg die Verspätung weiter; ab etwa 25 Minuten habe ich Alternativen geprüft: der nächste Zug fuhr erst knapp drei Stunden später, sodass der letzte Bus nach Vila do Bispo nicht mehr erreichbar gewesen wäre. Es gab noch eine Busverbindung über Albufeira, aber das war umständlich. Nachdem ich das bei mäßigem Internetempfang recherchiert hatte, fragte ich den Zugbegleiter — er sagte beruhigend: „Don’t worry. The train will wait.“ Einen Anschluss, der mindestens 25 Minuten auf uns wartet? Hatte ich noch nie erlebt! Aber in Tunes wartete der Regionalzug tatsächlich — zusammen mit vielen weiteren Fahrgästen. Die Weiterfahrt nach Lagos war dann unspektakulär.

    In Lagos ging es zum Busbahnhof — dort suchte ich erst einmal vergeblich nach Informationen zur Abfahrt des Busses. Anders als bei einem "deutschen" ZOB waren Abfahrtsorte und Hinweise kaum ersichtlich; es gab gefühlt 50 Busse. Kurz vor Abfahrt entdeckte ich einen Bus mit der richtigen Nummer, der Fahrer meinte jedoch, er fahre nicht dorthin und die Busse würden alle in der „Halle“ abfahren. Die „Halle“ sah eher wie eine Werkstatt aus, in die Busse vorwärts hineinfuhren - damit die Zielanzeigen besser sichtbar sind 😉 Dort stand dann der richtige Bus und ich war erleichtert, ihn gefunden zu haben. Beim Losfahren hielten wir noch einmal, weil einige Leute wild vom Straßenrand winkten und einstiegen — ohne Nachfragen hätte ich das womöglich auch gemacht, denn es gab nirgends klare Hinweise, wo genau die Busse abfahren.

    Schlussendlich kam ich erstaunlicherweise pünktlich in Vila do Bispo an. Den Abend verbrachte ich am Strand und bin noch im Atlantik geschwommen.
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  • Cabo de São Vicente

    May 18 in Portugal ⋅ ⛅ 16 °C

    Das Cabo de São Vicente bei Sagres und die benachbarte Ponta de Sagres markieren die südwestliche Spitze des europäischen Festlands. An der Algarve fällt das Land hier in eine zerklüftete Steilküste ab, die bis zu etwa 70 Meter hoch ist.

    Auf dem Cabo de São Vicente steht ein gleichnamiger Leuchtturm; sein Lichtstrahl reicht etwa 32 Seemeilen (fast 60 km) weit über den Atlantik, weshalb er als der stärkste Leuchtturm Europas gilt.

    Am Cabo de São Vicente gibt es sogar deutsche Würste: Angeboten wird die „Letzte Bratwurst vor Amerika“ — echte Nürnberger und Thüringer Bratwürste.
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  • Praia de Vale Figueiras

    May 19 in Portugal ⋅ ☀️ 19 °C

    Mit dem Rad auf einem Teilstück der EuroVelo-Route EV1 (Atlantikküsten-Route) unterwegs — einem europäischen Fernradweg, der sich über 10.650 Kilometer vom Nordkap bis nach Caminha in Portugal erstreckt. Die Nord–Süd-Strecke folgt größtenteils der Atlantikküste und führt durch sechs Länder: Norwegen, Großbritannien, Irland, Frankreich, Spanien und Portugal.

    Unterwegs gab es spektakuläre Ausblicke und schöne Strände — abgesehen von der Praia de Vale Figueiras, der statt feinem Sand überraschend steinig war; Google weckt hier einen falschen Eindruck.

    Die Wege waren meist staubig und schottrig, trotzdem war es eine großartige Tour.
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  • Sagres - Vila do Bispo (Fischerpfad)

    May 21 in Portugal ⋅ 🌬 22 °C

    Wandertag! Bei starkem Wind 🌬️

    Der Fischerpfad, der küstennahe Abschnitt der Rota Vicentina im Südwesten Portugals, verläuft auf schmalen Pfaden entlang der Klippen, durch abwechslungsreiche Strandabschnitte und an kleinen Fischerdörfern vorbei. Direkt am Atlantik gelegen bietet er immer wieder weite Meerblicke, beeindruckende Felsformationen und nahezu unberührte Natur. Teilweise sind die Wege anspruchsvoll: steile Auf‑ und Abstiege über Felsen sowie kiesige und sandige Passagen verlangen Trittsicherheit und gutes Schuhwerk.

    Die Etappe von Sagres nach Vila do Bispo folgt überwiegend der Küste und besticht durch steile Klippen, versteckte Buchten und großartige Aussichtspunkte. Der Untergrund wechselt zwischen Fels, Kies und Sand, weshalb die Strecke als mittel bis anspruchsvoll einzustufen ist.

    Zwischendurch gab es Badepausen am Praia do Telheiro und am Praia da Cordoama. Das Strandrestaurant Castelejo hatte heute leider geschlossen — in den letzten Tagen habe ich dort immer sehr gut gegessen.
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  • Vila do Bispo - Huelva

    May 22 in Spain ⋅ ☀️ 30 °C

    Huelva — wie bitte spricht man das aus?

    Die Etappe beginnt in Vila do Bispo. Mit dem Bus fahre ich nach Lagos, von dort geht es per Zug (mit Umstieg in Faro) weiter nach Vila Real de Santo António an der spanisch‑portugiesischen Grenze am Rio Guadiana. Von dort setzt eine Fähre nach Ayamonte über und von Ayamonte fährt ein Bus nach Huelva.

    Die Verbindungen sind jedoch alles andere als perfekt aufeinander abgestimmt: Der Bus nach Lagos fährt dreimal am Morgen und einmal vormittags, der Zug nach Faro einmal morgens und einmal vormittags. Mit dem ersten Bus erreicht man den ersten Zug nicht, mit dem Bus am Vormittag besteht ebenfalls kein Anschluss an den Zug am Vormittag — also bleibt nur, einen der Morgenbusse zu nehmen und anschließend mindestens 2:20 Stunden auf den Zug zu warten.

    In Faro ist die Umstiegszeit zum Anschlusszug nach Vila Real de Santo António offiziell nur drei Minuten; praktisch braucht man sich hier wenig Sorgen zu machen, der Zug wartet bei Verspätungen.

    Laut Recherche sollte die Fähre stündlich zur vollen Stunde fahren; der planmäßige Zug trifft etwa Viertel nach ein. Auch der Bus ab Ayamonte war online zur vollen Stunde (17:00) verzeichnet und wäre in rund 15 Minuten zu Fuß vom Fähranleger gut erreichbar gewesen.

    Vor Ort die Überraschung: Die Fähre fährt nicht stündlich, sondern nur alle 1,5 Stunden. Die nächste Fähre legte um 15:30 ab und braucht etwa zwölf Minuten bis Ayamonte. Durch die Zeitumstellung (+1 Stunde) ist es dann schon 16:42 in Spanien — viel weniger Zeit als gedacht bis zum Bus um 17:00. Der Fährmann hat sich beim Anlegen noch gemütlich Zeit genommen, so dass es dann schon 16:45 war. Also war nun spurten angesagt - auch bekannt als "Beschleunigt Umsteigen".

    Am Busterminal angekommen, suchte ich den Bus nach Huelva — es gab nur einen Bus, aber die Fahrerin meinte, sie fahre nicht dorthin und erklärte etwas auf Spanisch. Ein Mitfahrender führte mich dann zum Aushang: der Bus fuhr erst um 17:30. Auch dieses erfuhr man nur vor Ort!

    Trotz der vielen Unwägbarkeiten kam ich am Ende relativ pünktlich im Ziel in Huelva an.

    Zur Aussprache: Die spanische Hafenstadt Huelva wird ungefähr wie „U-él-wa“ ausgesprochen (Betonung auf dem „e“); das Anfangs‑H ist stumm. Ich habe es zwar nicht ganz so artikuliert, aber es hat trotzdem geklappt.
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  • Huelva - Madrid - Barcelona

    May 23 in Spain ⋅ ⛅ 25 °C

    Einmal quer durch Spanien: von Huelva über Madrid nach Barcelona — insgesamt rund 1.175 km in weniger als 8,5 Stunden dank des ausgedehnten spanischen Hochgeschwindigkeitsnetzes. Spanien verfügt über das längste HGV‑Netz Europas; Ende 2023 betrug seine Länge etwa 3.900 km, auf denen Züge regulär bis zu 300 km/h erreichen.

    In Huelva verkehren nur wenige Züge; heute standen diese Verbindungen zur Auswahl:

    08:00 — Madrid Puerta de Atocha
    10:33 — Sevilla Santa Justa
    14:02 — Madrid Puerta de Atocha
    14:23 — Sevilla Santa Justa
    18:33 — Sevilla Santa Justa
    19:44 — Jabugo–Galaroza
    22:02 — Madrid Puerta de Atocha
    22:20 — Sevilla Santa Justa

    Der Abschnitt von Huelva nach Madrid wurde mit einem Zug der Marke Alvia mit der Baureihe 120 gefahren. Alvia‑Züge verfügen über wechselbare Spurführungen für iberische Breitspur und Normalspur sowie für Wechsel- als auch Gleichstrom. Dank des BRAVA‑Systems von CAF gelingt ein Spurwechsel in etwa einer Minute. Die BR 120 erreicht Höchstgeschwindigkeiten von ca. 250 km/h unter AC 25 kV 50 Hz bzw. 220 km/h unter DC 3 kV. Trotz allem kamen wir in Madrid mit etwa 35 Minuten Verspätung an.

    Die Weiterfahrt nach Barcelona erfolgte mit einem Zug der Marke AVE‑International (Baureihe 100), deren Technik auf dem TGV Atlantique basiert. An Bord gab es keine verlässliche Anzeige der aktuellen Geschwindigkeit — die Bildschirme funktionierten nicht und ein Zugportal war nicht vorhanden — sodass nur GPS Aufschluss gab: Zwischen Madrid und Saragossa zeigte das Handy überwiegend rund 160 km/h, später wurden abschnittsweise bis zu 280 km/h gefahren.

    Auffällig ist die Organisation des spanischen Fernverkehrs: Bahnhöfe und Bahnsteige sind oft flughafenähnlich gestaltet. Beim Zugang zu den Bahnsteigbereichen wird das Ticket kontrolliert und es gibt häufig Gepäckprüfungen; bei einem Zugwechsel muss man bisweilen den Sicherheitsbereich verlassen und die Kontrollen erneut passieren, weil die Bahnsteige als separate, geschützte Zonen fungieren. Außerdem besteht Reservierungspflicht und die Sitze sind wie im Flugzeug, nummeriert (Reihe Zahl, Sitz Buchstabe). Als Eisenbahner wirkt dieses Verfahren etwas befremdlich...

    Am Nachmittag pünktlich in Barcelona angekommen. Die Stadt gefiel mir von der Stimmung her am besten. Am Abend ging es weiter: Einschiffung auf die Fähre nach Italien.
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  • Barcelona - Civitavecchia

    May 25 in Italy ⋅ 🌙 20 °C

    Innerhalb von 23 Stunden ging es von Barcelona nach Civitavecchia — rund 830 km quer über das Mittelmeer. Die Reisegeschwindigkeit war etwa 20 Knoten.

    Die Fähre Cruise Roma der Reederei Grimaldi Lines fährt unter italienischer Flagge. Das Schiff wurde 2007 von Fincantieri für die Reederei gebaut und wird auf der Strecke Civitavecchia–Barcelona eingesetzt. 2019 erhielt die Fähre einen Umbau: Ein zusätzliches Mittelstück wurde zwischen die beiden Rumpfhälften eingefügt, wodurch die Passagierkapazität von 2.300 auf 2.794 Plätze wuchs. Gefühlt waren aber nur rund 100 Passagiere an Bord. Nach der Verlängerung misst die Cruise Roma 254 m und zählt damit zu den längeren Fähren weltweit.

    Die Überfahrt war insgesamt sehr entspannt: kaum Wellen, kaum Wind und strahlend blauer Himmel. Der Ausblick aufs Meer war eindrucksvoll; den Sonnenaufgang habe ich knapp verpasst. Am Nachmittag kam Land in Sicht: steuerbord Sardinien, backbord Korsika. Die Passage durch die Straße von Bonifacio bot einen tollen Blick auf beide Inseln, und am Abend gab es einen schönen Sonnenuntergang mit den korsischen Bergen als Kulisse. Kurzzeitig begleiteten zwei Delfine das Schiff und näherten sich ihm neugierig. Ansonsten war es ein ruhiger, eher ereignisarmer Tag.
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  • Civitavecchia - Rom

    May 25 in Italy ⋅ ☀️ 26 °C

    Nach dem nächtlichen Anlegen der Fähre gegen 1:00 Uhr konnte ich die Kabine glücklicherweise noch bis zum Morgen nutzen und musste das Schiff nicht mitten in der Nacht verlassen.

    Von Civitavecchia ging es mit dem Regionalzug weiter nach Roma Termini.

    Nach dem Check‑in im Hotel habe ich die Stadt mit dem ÖPNV erkundet: Mit der neuen Metro‑Linie C ging es zum Kolosseum, anschließend weiter mit der Straßenbahn sowie Metro zur Vatikan-Stadt.

    Die Straßenbahnflotte wirkt stellenweise historisch — einzelne Wagen stammen noch aus den Baujahren 1948/1949. Neue Straßenbahnwagen sind bestellt — gestern im Hafen von Barcelona eine davon gesehen und heute Morgen im Hafen von Civitavecchia; offenbar war diese ebenfalls mit der Fähre unterwegs. Die Busse dagegen sind teils sehr modern; es gibt auch E‑Busse im Einsatz.
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  • Rom - München - Hamburg

    May 27 in Germany ⋅ ☀️ 20 °C

    Bei strahlendem Sonnenschein und Temperaturen über 30 °C habe ich Rom weiter erkundet. Auf dem Programm standen die touristischen Hotspots wie der Trevi-Brunnen und die Gelateria Fassi, außerdem der Monte Mario mit Blick auf den Vatikan und die Stadt.

    Abends bin ich pünktlich mit dem Nachtzug in Richtung München gestartet. Es handelte sich um einen Nightjet der neuesten Generation, entsprechend komfortabel — ich hatte einen solchen Zug schon zweimal genutzt (Rimini–München und Wien–Hamburg). Dieses Mal hatte ich wieder eine sogenannte Minicabin gebucht, also eine Schlafkapsel.

    Die „Kinderkrankheiten“ des Nightjet sind offenbar noch nicht komplett behoben: Das Licht ging in der Nacht zweimal an. Beim ersten Mal, gegen Mitternacht, war eine Zwangsbremsung auf freier Strecke der Auslöser; anschließend musste der Zug „neugestartet“ werden, wobei sich das Licht erst etwa 20 Minuten nach der Weiterfahrt wieder ausschalten ließ. Beim zweiten Mal, während des Systemwechsels von Gleich- auf Wechselstrom, ließ sich das Licht sofort wieder ausschalten - geweckt wurde man dadurch trotzdem...

    Die Fahrplangestaltung bei Nachtzügen ist spannend: Längere Standzeiten in der Nacht sind nicht ungewöhnlich und dienen dazu, Ziele zu vernünftigen Morgenstunden zu erreichen. So war die Ankunft in Salzburg für 7:25 Uhr geplant. Warum der Zug jedoch von Salzburg nach München planmäßig vier Stunden unterwegs sein soll — während ein regulärer ICE die Strecke in knapp 1,5 Stunden schafft — erschließt sich mir nicht. Besonders ärgerlich war, dass in Freilassing fast eine Stunde außerplanmäßiger Aufenthalt für Grenzkontrollen vorgesehen war und in dem Zuge auch das Bettzeug eingesammelt wurde, sodass man bis München nicht mehr bequem im "Bett" hätte liegen können.

    In Rosenheim, das wir 30 Minuten vor Plan erreicht hatten, bin ich daher in einen ICE nach München umgestiegen und konnte so einen früheren Zug nach Hamburg nehmen.

    In Hamburg bin ich dann knapp 24 Stunden nach dem Start in Rom pünktlich angekommen.
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    Trip end
    May 27, 2026