Lissabon - Vila do Bispo
May 17 in Portugal ⋅ 🌬 18 °C
Informationen! In Portugal (und teils auch in Spanien) werden Fahrgastinformationen meiner Erfahrung nach oft zurückhaltend oder nur auf Nachfrage gegeben: Ist der Zug ausgebucht? Fährt er am Bahnsteig X nach Faro? Ist er pünktlich? Wartet der Anschluss? Wo genau fährt der Bus? In Deutschland gibt es solche Infos meist gut sichtbar an Aushängen, Tafeln und Online — hier in Portugal hilft in vielen Fällen nur nachfragen.
Heute Morgen in Lissabon stand ein Zug mit zwei Teilen am Bahnsteig; auf der Anzeigetafel stand „Evora“ und „Faro“. In und an den Zügen selbst gab es keine Hinweise, also fragen: „Ist das der Zug nach Faro?“ Die Antwort: "Nein, dieser Zug fährt zuerst raus, dann kommt der Zug nach Faro."
Am Bahnsteig standen wie gesagt zwei Züge; der hintere fuhr tatsächlich nach Faro (ein (!) Wagen war sogar entsprechend beschriftet), aber mehrere Wagen standen außerhalb des Bahnsteigs, sodass Einsteigen zunächst nicht möglich war — warum die Züge nicht so positioniert wurden, dass alle Wagen zugänglich sind, blieb unklar.
Pünktlichkeit ist nicht die größte Stärke der portugiesischen Bahn: Der Zug nach Evora war abfahrbereit, der Lokführer plauderte noch und fuhr fünf Minuten später los. Danach wurde der Zug nach Faro komplett in den Bahnhof gezogen; viele Reisende mit großen Koffern brauchten nochmals mindestens fünf Minuten zum Einsteigen. Am Ende starteten wir mit knapp zehn Minuten Verspätung — bei nur 13 Minuten Umsteigezeit bereits sportlich.
Unterwegs stieg die Verspätung weiter; ab etwa 25 Minuten habe ich Alternativen geprüft: der nächste Zug fuhr erst knapp drei Stunden später, sodass der letzte Bus nach Vila do Bispo nicht mehr erreichbar gewesen wäre. Es gab noch eine Busverbindung über Albufeira, aber das war umständlich. Nachdem ich das bei mäßigem Internetempfang recherchiert hatte, fragte ich den Zugbegleiter — er sagte beruhigend: „Don’t worry. The train will wait.“ Einen Anschluss, der mindestens 25 Minuten auf uns wartet? Hatte ich noch nie erlebt! Aber in Tunes wartete der Regionalzug tatsächlich — zusammen mit vielen weiteren Fahrgästen. Die Weiterfahrt nach Lagos war dann unspektakulär.
In Lagos ging es zum Busbahnhof — dort suchte ich erst einmal vergeblich nach Informationen zur Abfahrt des Busses. Anders als bei einem "deutschen" ZOB waren Abfahrtsorte und Hinweise kaum ersichtlich; es gab gefühlt 50 Busse. Kurz vor Abfahrt entdeckte ich einen Bus mit der richtigen Nummer, der Fahrer meinte jedoch, er fahre nicht dorthin und die Busse würden alle in der „Halle“ abfahren. Die „Halle“ sah eher wie eine Werkstatt aus, in die Busse vorwärts hineinfuhren - damit die Zielanzeigen besser sichtbar sind 😉 Dort stand dann der richtige Bus und ich war erleichtert, ihn gefunden zu haben. Beim Losfahren hielten wir noch einmal, weil einige Leute wild vom Straßenrand winkten und einstiegen — ohne Nachfragen hätte ich das womöglich auch gemacht, denn es gab nirgends klare Hinweise, wo genau die Busse abfahren.
Schlussendlich kam ich erstaunlicherweise pünktlich in Vila do Bispo an. Den Abend verbrachte ich am Strand und bin noch im Atlantik geschwommen.Read more











