• Huelva - Madrid - Barcelona

    May 23 in Spain ⋅ ⛅ 25 °C

    Einmal quer durch Spanien: von Huelva über Madrid nach Barcelona — insgesamt rund 1.175 km in weniger als 8,5 Stunden dank des ausgedehnten spanischen Hochgeschwindigkeitsnetzes. Spanien verfügt über das längste HGV‑Netz Europas; Ende 2023 betrug seine Länge etwa 3.900 km, auf denen Züge regulär bis zu 300 km/h erreichen.

    In Huelva verkehren nur wenige Züge; heute standen diese Verbindungen zur Auswahl:

    08:00 — Madrid Puerta de Atocha
    10:33 — Sevilla Santa Justa
    14:02 — Madrid Puerta de Atocha
    14:23 — Sevilla Santa Justa
    18:33 — Sevilla Santa Justa
    19:44 — Jabugo–Galaroza
    22:02 — Madrid Puerta de Atocha
    22:20 — Sevilla Santa Justa

    Der Abschnitt von Huelva nach Madrid wurde mit einem Zug der Marke Alvia mit der Baureihe 120 gefahren. Alvia‑Züge verfügen über wechselbare Spurführungen für iberische Breitspur und Normalspur sowie für Wechsel- als auch Gleichstrom. Dank des BRAVA‑Systems von CAF gelingt ein Spurwechsel in etwa einer Minute. Die BR 120 erreicht Höchstgeschwindigkeiten von ca. 250 km/h unter AC 25 kV 50 Hz bzw. 220 km/h unter DC 3 kV. Trotz allem kamen wir in Madrid mit etwa 35 Minuten Verspätung an.

    Die Weiterfahrt nach Barcelona erfolgte mit einem Zug der Marke AVE‑International (Baureihe 100), deren Technik auf dem TGV Atlantique basiert. An Bord gab es keine verlässliche Anzeige der aktuellen Geschwindigkeit — die Bildschirme funktionierten nicht und ein Zugportal war nicht vorhanden — sodass nur GPS Aufschluss gab: Zwischen Madrid und Saragossa zeigte das Handy überwiegend rund 160 km/h, später wurden abschnittsweise bis zu 280 km/h gefahren.

    Auffällig ist die Organisation des spanischen Fernverkehrs: Bahnhöfe und Bahnsteige sind oft flughafenähnlich gestaltet. Beim Zugang zu den Bahnsteigbereichen wird das Ticket kontrolliert und es gibt häufig Gepäckprüfungen; bei einem Zugwechsel muss man bisweilen den Sicherheitsbereich verlassen und die Kontrollen erneut passieren, weil die Bahnsteige als separate, geschützte Zonen fungieren. Außerdem besteht Reservierungspflicht und die Sitze sind wie im Flugzeug, nummeriert (Reihe Zahl, Sitz Buchstabe). Als Eisenbahner wirkt dieses Verfahren etwas befremdlich...

    Am Nachmittag pünktlich in Barcelona angekommen. Die Stadt gefiel mir von der Stimmung her am besten. Am Abend ging es weiter: Einschiffung auf die Fähre nach Italien.
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