Joined May 2021
  • Day16

    Etappe 15: Vogesen - Deutschland (Ende)

    July 22, 2022 in France ⋅ ☀️ 28 °C

    Heute begrüßte mich vor der anstehenden letzten Etappe wieder einmal ein blauer Himmel und die strahlende Sonne ohne eine einzige Wolke am Himmel. Somit waren es nun insgesamt 16 Tage ohne einen einzigen Regentropfen beim Radfahren abgekriegt zu haben.
    Auf der letzten Etappe wollte ich keine Bäume mehr ausreißen und es locker angehen lassen, jedoch stand wie bereits angekündigt nochmal ein ganz besonderer Leckerbissen für die eingefleischten Tour de France Fans auf der Tagesordnung 😄
    Nach dem gemütlichen Start auf dem Bahn-Radweg ging es über eine Nebenstraße auf den Col du Bussang, laut quaeldich "alles andere als ein sonderlich attraktiver Pass". Jedoch war er über die erwähnte Nebenstraße gut zu fahren und man kam sogar noch an der offiziellem Mosel-Quelle vorbei.
    Danach kam dann das letzte große Highlight der Reise, der Col du Hundsrück. Jan Ullrich stand 1997 kurz vor dem Gesamtsieg und hatte an diesem Pass nicht seinen besten Tag und verlor zwischenzeitlich 47 Sekunden auf seinen schärfsten Konkurrenten, Richard Virenque. Doch dann, so die Legende, raunzte sein Teamkollege Udo Bölts ihn mit den berühmt gewordenen Worten „Quäl dich, du Sau!” derart an, dass Ullrich wieder Mut fasste, einen Zahn zulegte und das Blatt zu seinen Gunsten wendete. Der Ausgang ist bekannt – Jan Ullrich gewann die Tour de France 😀
    Der Col du Hundsrück ist alles andere als ein Rollerberg, wovon man bei den reinen Daten von 400 Höhenmetern bei 6,3% ausgehen könnte. Der Anstieg ist sehr unrhythmisch zu fahren bei Rampen von bis zu 12% (kein Wunder dass Ulle sich hier auch schwer tat mit seiner Übersetzung 😄). Nach kurzer Pause ging es noch einmal auf rauhem, holprigen Asphalt eine letzte Abfahrt hinunter und nun standen nur noch 40 flache Kilometer bis zum Bahnhof in Müllheim (Deutschland) an.
    Kurz die Zugverbindungen gecheckt und dann festgestellt, dass ich bei einem Schnitt von 30km/h nicht 90 Minuten auf den nächsten Zug warten müsste. So wurde aus dem gemütlichen Ausrollen nochmal ein Einzelzeitfahren (was bei der richtigen Tour de France auch nicht fehlen darf 😄). In bester Tony Martin Manier wurde es eine Punktlandung, ich kam genau in der Sekunde am Bahnsteig an, als der Zug einfuhr 💪😄
    Völlig verschwitzt (siehe Bild) ging es dann im nicht überfüllten Zug zuerst nach Karlsruhe und dann über Stuttgart nach Osterburken. Von hier ließ ich es die letzten 10km dann aber wirklich bis daheim ausrollen 😉

    Pain au chocolat Counter: 20

    Zusammenfassung:

    Etappen: 15 (davon 4 alleine)
    Zurückgelegte Strecke: 1347km (397km)
    Höhenmeter: 27600 (5200)
    Zeit: 65:30h (17,5h)
    Cols: 36 (8)

    Danke auch an alle treuen Mitleser, Kommentare und private Nachrichten. Diese haben uns an manch hartem Anstieg bei prallem Sonnenschein immer noch etwas Motivation gegeben, das letzte aus uns rauszuholen 😊

    Très dur et la fin 🏁
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    Unglaublich! Herzlichen Glückwunsch ihr Maschinen 💪💪💪 [Tobias]

    7/23/22Reply
     
  • Day15

    Etappe 14: Vogesen-Traumrunde

    July 21, 2022 in France ⋅ ☀️ 20 °C

    Heute stand bei bestem Wetter eine Runde in den Vogesen an. Mein Gepäck konnte ich im Hotel lassen und so ging es ohne Satteltasche und Rucksack gegen 9:30 Uhr los.
    Nach kurzem Einrollen auf dem Radweg einer stillgelegten Bahntrasse ging es dann über den Col des Croix auf den Ballon de Servance (wo mir incl. Abfahrt ganze 2 Autos begegneten). Die Abfahrt war dann auf dem typisch rauen Asphalt der Vogesen mit etwas Vorsicht zu genießen, jedoch war es trocken und somit gut machbar (kein Vergleich zur letzten Befahrung 2019 😬).
    Nun stand das nächste Highlight auf dem Programm, die Auffahrt zur Bergankunft der 8. Etappe der diesjährigen Tour de France, zur "Super Blanche des Belles Filles". Dieser Anstieg zählt mit 500 Höhenmetern und durchschnittlich 9% zu den steilsten Anstiegen der Vogesen (mit einer 20% Rampe am Ende). Dieses Jahr wurde der Anstieg noch um gute 100 Höhenmeter erweitert, die es in sich haben: Über eine steile Schotterpiste und dem großen Finale, einer Rampe mit 24% erreicht man die Super Blanche des Belles Filles.
    Nach kurzer Pause am Abzweig zur Planche des Belles Filles fasste ich kurzerhand den Entschluss, zu testen, was die Beine nach zwei Wochen noch so hergeben und ich knallte in bester "Sa Calobra" Manier in den Anstieg. Der Puls war schnell auf 180, der Schweiß floss in Strömen und es motivierte, die vielen belgischen und holländischen Radfahrer stehen zu lassen. Ich konnte das Tempo bis zum ursprünglichen Ende des Anstiegs durchziehen und die Bestzeit von 2019 von 35:18 auf 27:58min verbessern (sind damals wohl auch eher gemütlich hochgefahren 😄). Zum Vergleich: die Profis sind die gleich Strecke in unter 17 Minuten gefahren.
    Das dicke Ende kam dann zum Schluss und war mit einer meiner härtesten Erfahrungen bisher. Auf der letzten Rille und natürlich dem kleinsten Gang versuchte ich mich auf dem Schotter und der letzten Rampe mit 24% ins Ziel zu kämpfen, was mir schlussendlich auch gelang (einige Profis kommen hier sogar zu Fuß ins Ziel, unter anderem André Greipel 2019 😄). Oben hieß es dann erstmal durchschnaufen und den harten Kampf der Leidensgenossen auf den letzten Metern mitzuverfolgen (siehe Video).
    Nun folgte die verdiente Abfahrt auf einem super Asphalt und einer kurvenarmen Straße, was zu einer Höchstgeschwindigkeit von 78,5 km/h führte.
    Der letzte Teil der heutigen Genussfahrt war der Ballon d'Alsace, weitere 600 Höhenmeter bei angenehmen 5%, also ein richtiger Rollerberg. Hier ließ ich es dann auch locker auslaufen und danach ging es gemütlich in die Abfahrt zu meinem Hotel in Saint-Maurice-sur-Moselle. Alles in allem ein Traumtag in den Vogesen! 😍☀️
    Der Tag wurde mit dem Schauen der letzten Pyrenäen Etappe bei der Tour de France und dem Abendessen in einem Restaurant der Cuisine réunionnaise (Chop Suey) abgeschlossen.
    Morgen steht dann der letzte Tag an und es geht zuerst auf dem Rad Richtung Freiburg (wo auf dem Weg alle Tour de France Begeisterten noch ein absoluter Leckerbissen erwartet 😉), bevor ich mich dann mit der deutschen Bahn heimkämpfen werde.

    Pain au chocolat Counter: 20
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    Traveler

    Du bist eine Maschine!!!

    7/22/22Reply

    Sieht nach „6:10 kämpft“aus… [HargotMargot]

    7/22/22Reply
     
  • Day14

    Etappe 13: Uzelle - St-Maurice-s-Moselle

    July 20, 2022 in France ⋅ 🌧 18 °C

    Nach der langen Hitzeschlacht gestern standen für den zweiten Teil der Überführung in die Vogesen nur ca. 75 recht flache Kilometer auf dem Programm. Nach einem Blick aus dem Fenster konnte ich mit großem Erstaunen feststellen, dass ich keinen blauen Himmel und strahlenden Sonnenschein vorfand, sondern es war zur Abwechslung mal bewölkt.
    So waren die ersten 50km schnell und ohne Probleme bei angenehmen Temperaturen am Vormittag bewältigt. Sie führten größtenteils auf Fahrradwegen und kleinen Nebenstraßen relativ flach in Richtung Nordosten.
    Der einzige Pass des Tages führte über den Col des Croix. Nach den Alpenriesen war dieser mit 270 Höhenmetern bei 4% Steigung quasi nur ein kleiner Zwerg, jedoch sogut wie ohne Verkehr sehr gut zu befahren.
    Um 13 Uhr war die heutige Etappe schon beendet und ich freute mich auf die Einkehr ins Restaurant Le Romélie, wo wir 2019 den besten Salat als Vorspeise hatten, und zwar den Salade Vosgienne. Er schmeckte noch genau sogut wie vor 3 Jahren 😄 Danach ging es weiter ins benachbarte Örtchen in die Bäckerei "Pinot", wo es noch einen Kaffee und Nachtisch gab und ich mich auch schon fürs Abendessen eindeckte.
    Nach kurzer Fahrt im Tal nach Saint-Maurice-sur-Moselle ins Hotel, wo ich mich für zwei Nächte einquartiert habe, ging der Tag mit einem Sommergewitter zu Ende, dem ersten Regen seit Beginn des Trips vor 13 Tagen. Für morgen sind dann jedoch wieder 25 Grad und Sonne vorhergesagt 👌☀️

    Pain au chocolat Counter: 20
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  • Day13

    Etappe 12: Lausanne - Uzelle

    July 19, 2022 in France ⋅ 🌙 29 °C

    Nach einer kurzen Nacht bei tropischen Temperaturen machten wir uns gegen 7:30 Uhr ohne Frühstück auf zur Evian-Quelle, um unsere Trinkflaschen mit bestem Evianwasser zu füllen. Dann gings weiter zur boulangerie, wo wir uns mit Panini und pain au chocolat eindeckten. Die Anlegestelle der Fähre nach Lausanne war nur einen Katzensprung entfernt und so waren wir pünktlich zur Abfahrt um 8:20 Uhr auf der Fähre (die Tickets hatten wir uns am Vorabend schon online gekauft). Bei der Ticketkontrolle an Bord wurden wir dann auch nach den Tickets für unsere Räder gefragt, die wir aber nicht hatten. Glücklicherweise konnten wir diese noch an Bord nachlösen, für 8 Franken pro vélo nicht gerade ein Schnäppchen, Schweiz eben 😀
    Nach einer halben Stunde Fahrt über den Genfer See waren wir dann auch schon in Lausanne und nun hieß es Abschied nehmen. Zum Bahnhof ging es gute 100 Höhenmeter hinauf, wo Constantin dann seine Heimreise antrat. Für mich ging es dann weitere 100 Höhenmeter hinauf, wie sich herausstellte bis zum Olympiastadion, das bei der diesjährigen Tour de France das Etappenziel der 8. Etappe war.
    Nun ging es weiter Richtung Norden, wo dann das Jura-Massiv auf mich wartete. Hier wusste ich nicht genau, was mich erwartete. Nach kurzer Recherche auf quaeldich.de sollte der Col de l'Aiguillon ein "echter Geheimtipp" sein. Jedoch klangen die 9,5% durchschnittliche Steigung auf 7km nach einer schweißtreibende Angelegenheit, da es immer heißer wurde. Also nochmal die Trinkflaschen am Ortsbrunnen aufgefüllt und los gings. Der Schweiß floss natürlich in Strömen, jedoch waren sogut wie keine Autos unterwegs und die Bäume spendeten noch viel Schatten und so ging kämpfte ich mich mit dem kleinsten Ritzel über den Pass.
    Nach einer kurzen Rast und dem Buchen eines Hotels für die Nacht ging es dann weiter. Da die Hoteldichte hier nicht sonderlich hoch ist, standen für heute 150km auf dem Programm. Nach einer kurzen Mittagspause in einem kleinen Städtchen lief es jedoch trotz Mittagshitze wie am Schnürchen und ich konnte viele Kilometer herunterspulen. Die Streckenführung von Komoot war abwechslungsreich, mal über kleine Nebenstraßen, dann wieder über Straßen mit hohem Verkehrsaufkommen, wo die LKWs knapp an einem vorbeigerast sind.
    Da es in meinem heutigen Zieldörfchen keine Restaurants etc gab, deckte ich im letzten Städtchen 15km zuvor in einem Supermarkt fürs Abendessen ein, das ich dann teilweise schon gleich aß. So gestärkt waren dann die letzten Kilometer auf kleinen Feldwegen mit sogut wie kaum Verkehr trotz der hochsommerlichen Temperaturen keine Probleme.

    Morgen geht es dann also in die Vogesen, wo wir (Constantin, Sebastian und ich) schon 2019 waren und es in guter Erinnerung behalten haben. Die Wettervorhersage sieht weiterhin recht gut aus, es soll sogar einige Grad kühler werden. Das Ziel ist dann am Freitag in Freiburg, wo es dann mit dem Zug heim geht, wenn alles nach Plan läuft.

    Pain au chocolat Counter: 19
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  • Day12

    Etappe 11: Cluses - Évian-les-Bains

    July 18, 2022 in France ⋅ 🌙 24 °C

    Heute stand die letzte Etappe der Route des Grand Alpes an und diese ging schon fast als Regeneration durch, was bei diesen Temperaturen sicher nicht verkehrt war.
    Nach einem Filterkaffee in unserem Apartment verlief die Etappe neutralisiert bis zur boulangerie, wo wir uns pains au chocolat und Sandwiches eindeckten. Danach folgte dann der scharfe Start und es ging aus Cluses hinaus zum Col de Châtillon (laut quaeldich.de ein Anstieg, den man sich auch schenken kann), der dieses Jahr auch von der Tour de France (Kategorie 4) befahren wurde.
    Ohne Pause ging es weiter auf den Col des Gets, der auch in der Kategorie Rollerberg anzusiedeln war und gleichzeitig auch der letzte Pass der Route des Grand Alpes ist.
    Nun ging es bis zum Genfer See durchgehend bergab. Da wir heute leider Gegenwind hatten, waren die eher flachen Passagen zunächst kein Vergnügen. Nach kurzer Zeit hatten wir aber das Glück, dass uns ein anderer Rennradfahrer ("Peter") überholte und wir schön bis fast zum See an seinem Hinterrad "lutschen" konnten.
    Der Regenerationatag wurde dann im Strandbad von Evian fortgesetzt. Anschließend folgte der obligatorische Gang zu der Evian-Quelle, wo wir unseren Wasserhaushalt wieder ins Gleichgewicht brachten. Bei der Quelle konnte man beobachten, dass hier die Einheimischen kästenweise in guter Schwabenmanier ihr Mineralwasservorräte füllten.
    Bei Thai-Curry und einem klassischen Konzert der örtlichen Musikschule ließen wir es uns gutgehen.

    Zusammenfassung der Tour:

    Nach 11 Etappen wurden insgesamt 950km und 22400 Höhenmeter in 48:00h (davon 47:50h bei strahlendem Sonnenschein) zurückgelegt. Das entspricht ca. 216 000 Pedalumdrehungen (bei 75 rpm). Dabei wurden 28 Cols bezwungen und in unser Palmarès eingetragen. Von den 11 Etappen waren 6,5 auf der eigentlichen Route der Grand Alpes.

    Pain au chocolat Counter: 15
    Pichet Counter: 11
    Getrunkene Trinkflaschen: Ca. 45 (a 0,75l)
    Abgekriegte Regentropfen: 5 (nach der Etappe 2)
    Ausgestoßene Schweißtropfen: >5
    Kalorienverbrauch: 35 000 kcal (entspricht ca. 70 Big Macs)
    Bestes Zitat der Reise: "I'm sick of climbing" (US Amerikaner, getroffen auf Etappe 8)
    Fail der Reise: Vergessener Rucksack im Café du Cyclistes nach weniger als 1km
    Cliché der Reise: Das Baguette unter dem Arm tragen als Identifikation eines echten Franzosen

    Fazit der Reise: Es ist einfach erstaunlich, wie weit man mit dem Rad in 11 Tagen kommt und was man sehen und erleben kann. Vom ersten bis zum letzten Tag sahen wir grandiose Landschaften, die sich von mediterran zu hochalpin veränderten. Highlights waren immer wieder die Übernachtungen in den kleinen Bergdörfern, wo wir speziell die Gastfreundschaft der Franzosen spürten. Aus sportlicher Sicht war die Tour (auch durch die Hitzewelle) herausfordernd, jedoch durch eine gute Planung und ständiger Wasser- und Elektrolytezufuhr auch ohne richtigen Ruhetag zu bewältigen. Nicht nur bei der Tour de France Etappe in Alpe d'Huez, sondern generell auf der gesamte Tour spürt man die Liebe der Einheimischen zum vélo deutlich mehr als dies in Deutschland der Fall ist.

    Morgen trennen sich dann unsere Wege. Constantin nimmt die Bahn-Odyssee auf sich und fährt von Lausanne nach Stuttgart zurück. Ich (Jürgen) habe jedoch noch nicht genug geschwitzt und werde weiter in die Pedale treten. Wohin es geht, erfahrt ihr dann morgen 😉
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    Eine geniale Tour die ihr hinter euch habt 👍 In den Bergen macht das Radfahren einfach mehr Spaß. Da steht die Anstrengung nicht im Vordergrund 🚵‍♂️ Hoffe ihr konntet einige gute Eindrücke sammeln von denen ihr bis zur nächsten Tour zehren könnt 🏔 Mir hat's auf jeden Fall gefallen 👍 [Sebastian]

    7/19/22Reply

    Bist du das von hinten? 🤔 [Herbert]

    7/19/22Reply
     
  • Day11

    Etappe 10: Arêches - Cluses

    July 17, 2022 in France ⋅ 🌙 20 °C

    Nach einer erholsamen Nacht und einem durchschnittlichen Frühstück wurden die Räder aus dem Skidepot geholt, die erstbeste boulangerie aufgesucht und dann konnte es auch schon losgehen. Heute standen 3 Cols auf dem Programm. Die Pässe werden so langsam kleiner, jedoch war es heute wieder eine Augenweide. Der Nachteil der kleineren Pässe ist jedoch, dass man sich in der Höhe kaum abkühlen kann wie z.B. auf dem Iseran am Vortag.
    Nach einer kurzen Abfahrt nach Beaufort begann sofort der erste Aufstieg zum Col des Saisies. Nach einigen Kehren hatten wir schon einen wunderbaren Blick auf das Mont Blanc Massiv, und mit jeder Kurve bergauf wurde der Ausblick nur noch besser. So fuhr sich dieser Pass fast wie von alleine. Nach insgesamt 900 Höhenmetern wurde dann die Passhöhe erreicht und wir stürzten uns gleich in die Abfahrt nach Flumet.
    Hier startete dann gleich der 2. Anstieg des Tages, mit rund 500 Höhenmetern nur eine kleine Hürde am heutigen Tag. Oben an der Passhöhe genossen bei einer kleinen Pause die letzten Blicke auf den Mont Blanc, bevor es auf einer rasanten und gut zu fahrenden Abfahrt nach Le Grand-Bornand (bekannt vom Biathlon Weltcup) ging.
    Nach einer kleinen Stärkung wollten wir uns gerade auf den 3. und letzten Anstieg des Tages machen, auf den Col de la Colombière, als Constantins Schaltung streikte. Es wurde dann schnell ein gerissener Schaltzug diagnostiziert. Da wir zum Glück einen Ersatz Schaltzug dabei hatten, war die Reparatur nur noch Formsache. Die fehlende Zange zum Abzwicken des Zuges wurde durch zwei Pflaster aus dem 1. Hilfe-Set ersetzt, mit denen der zu lange Zug am Rahmen befestigt wurde.
    Auf dem Anstieg zum Col de la Colombière hatten wir dann ein deja vu, da die Temperatur bis aufs Grad genau (35 Grad) der letzten Befahrung vor 3 Jahren (mit Sebastian Ö.) glich. So lief der Schweiß wieder in Strömen, aber da der Pass von der Südseite her sehr angenehm zu fahren ist bei Steigungen um die 6%, konnten wir es trotzdem genießen.
    Da wir für heute noch Unterkunft hatten, buchten wir ein Appartement in Cluses. Nach 15km Abfahrt hatten wir dieses erreicht und es stellte sich heraus, dass es sich um ein ganzes Stockwerk mit 9 Schlafplätzen handelt. Die Suche nach einem Restaurant zum Essen und etwas trinken stellte sich an einem Sonntag Abend in Cluses als eher schwierig heraus und wir mussten noch einige Kilometer mit dem Rad zurücklegen, um etwas zwischen die Kiemen zu bekommen. Cluses ist dann doch ein recht starker Kontrast im Vergleich zur letzten Woche in den Bergdörfer der Alpen.

    Pain au chocolat Counter: 13
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  • Day10

    Etappe 9: Bessans - Arêches

    July 16, 2022 in France ⋅ 🌙 18 °C

    Heute stand eine spezielle Etappe auf dem Programm, denn es ging zuerst über den höchsten und danach über den wohl schönsten Alpenpass. Nach dem Frühstück begrüßte uns wie bisher jedem Tag ein blauer Himmel und strahlende Sonne. Trotzdem waren die ersten paar Kilometer im Tal noch recht frisch. Von unserem Ausgangsort ging es bis zum Städtchen Bonneville noch relativ flach, bevor es dann links weg zum 13km langen Anstieg zum Col de l'Iseran ging. Der Anstieg war alles in allem ziemlich unrythmisch zu fahren und vor allem die letzten 2km hatten es in sich bei einer Steigung von 10% und dünner werdender Luft. Jedoch stellte der Berg noch keine Probleme für uns dar. Nach dem obligatorischen Passschildfoto gab es noch ein Pain au lait im windgeschützten "Haller-Eck". Ein Highlight war ein Radfahrer älteren Semesters, der sich ganz klassisch mit Zeitungspapier für die Abfahrt präparierte.
    Dann stürzten wir uns auch schon in die 50km lange Abfahrt nach Bourge Saint Maurice, unterbrochen durch einen Espresso im bekannten Skiort Val d'Isere. Unten angekommen kurz in einer boulangerie gestärkt und dann, ging es gleich mit dem nächsten Anstieg weiter.
    Es ging 19km und 1200 Höhenmeter auf den Cormet de Roselend. Durch die extreme Hitze waren die ersten 10-15km sehr schweißtreibend und forderten uns gut heraus. Oben angekommen begrüßte uns der bei Kennern sehr berühmte Delikatessenstand, wo wir uns mit Cola und 2 Pärchen Wurst eindeckten.
    Nun ging es weiter in die Abfahrt zum Lac de Roselend, was mit zu dem schönsten Abschnitt unserer Tour, wenn nicht sogar der ganzen Alpen, zählt. Auf der Abfahrt begegnete uns noch ein deutscher Rennradfahrer, der uns mit seinen Ortskenntnissen erstaunt hatte (kannte jeden Hügel und jedes Dorf) und er gab uns noch wertvolle Tipps. Nach einigen Fotostopps ging es entlang des Sees und über die Staumauer zum empfohlenen Badeplatz, wo wir uns im türkisen Bergsee mit perfektem Blick auf den Mont Blanc abkühlten.
    Nach dieser Erfrischung fielen die letzten 200 Höhenmeter zum Col du Pré und die Abfahrt in unseren heutigen Zielort Areche nicht mehr schwer. Zum Abendessen gab es in der Käse-Hochburg um Beaufort standesgemäß ein Raclette (leider dieses Mal kein all you can eat 🙄).

    Pain au chocolat Counter: 11
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    Traveler

    Ihr seid doch Maschinen 👍 👍 👍

    7/17/22Reply
     
  • Day9

    Etappe 8: Villar-d'Arêne - Bessans

    July 15, 2022 in France ⋅ 🌙 16 °C

    Ohne über Nacht verhungert zu sein ging es mit ordentlichem Hunger zum Frühstück. Die Speicher wurden mit Baguette, Eiern, Haferflocken usw aufgefüllt und so waren wir gegen 10 Uhr startbereit.
    Der erste Dämpfer ereignete sich nach 100 Metern, da im einzigen Tante Emma Laden des Dorfes die pain au chocolat ausverkauft waren und wir mussten uns mit pain au lait begnügen. Trotz diesem schlechten Omen lief der Aufstieg über den Col du Lautaret auf den Col du Galibier recht gut. Im Vergleich zu vor 3 Jahren war auf der Passhöhe deutlich mehr los und auch die Schneewände wie beim letzten Mal waren nicht mehr vorhanden.
    Nun folgte eine 35km lange Abfahrt, die nur kurz durch den Gegenanstieg zum Col du Télégraphe unterbrochen wurde, hinunter nach Saint Michel de Maurienne. Hier kehrten wir aus Traditionsgründen in die Pizzeria mit der Pizza Mayonese ein (Gruß an Sebastian Ö. 😄). Genau wie beim letzten Mal lief die Einkehr nicht ganz so optimal. Nachdem uns ein Tisch mit wackligem Sonnenschirm zugewiesen wurde, der bei jedem Windstoß umfiel, konnten wir zwar die Bestellung aufgeben und die gute Pizza genießen, jedoch wurde danach der Betrieb in dem Laden quasi eingestellt. Nach ca. 1,5h haben wir es dann geschafft, noch ein Dessert zu bestellen und zu zahlen.
    Mit vollem Bauch und bei 35 Grad in der prallen Sonne wurde dann der restliche Teil der Strecke (50km und 1000 Höhenmeter Anstieg) begonnen. Wie bereits fast jeden Tag war heute mal wieder überhaupt keine Wolke am Himmel zu sehen. Hatte uns der Wind beim Mittagessen noch fast in den Wahnsinn getrieben, half uns nun der kräftige Rückenwind bis zu unserem Zielort in Bessans (bei 1-2 prozentiger Steigung 30km/h).
    Zwei Kilometer vor dem Ziel kühlten wir noch in dem Bergflüsschen Arc ab und erreichten dann unser Zielort Bessans, der in halber Höhe zum Col de l'Iseran liegt.
    Zum Abendessen gab es die Region typische Tartiflette und danach ging es noch in die Crêperie auf einen Crêpe mit Eis und dazu Cidre.

    Pain au chocolat Counter: 11
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  • Day8

    Etappe 7: Col d'Ornon - Villar-d'Arêne

    July 14, 2022 in France ⋅ 🌙 16 °C

    In Erwartung der richtigen Tour de France wurde der Wecker heute früher gestellt und so kamen wir gegen kurz nach 8 Uhr los. Den Col d'Ornon hinab, in der boulangerie mit Snacks und Getränken eingedeckt und dann ging es gegen 9 Uhr nach Alpe d'Huez hoch.
    Hier erlebten wir dann eine Völkerwanderung zu mit Fußgängern, Radfahrern und Autofahren, gefühlt war halb Frankreich auf den Beinen. Mit der Anfeuerung der Zuschauer schwebten wir quasi die 21 Kehren hoch. Vor allem in der Holländerkurve war bereits ein gewaltiger Auflauf an Fans und gendarmerie.
    Nun hieß erst mal einige Stunden warten, ein Großteil davon in der prallen Sonne. Gegen 16 Uhr kam dann die Karawane und die verteilte allerlei unnützes Zeugs (Kofferanhänger, Kugelschreiber, Bleistifte, Schlüsselanhänger, Waschpulverproben). Leider fiel für uns vom einzigen brauchbaren Wagen (Haribo) nichts ab.
    Das überlastete Internet hat unsere Wartezeit nicht gerade verkürzt, so konnten wir den Anstieg zu Alpe d'Huez nicht am Handy verfolgen. Als die ersten Fahrer dann ankamen, kam etwas Stimmung auf, jeder Fahrer wurde frenetisch angefeuert. Das ganze Spektakel war dann innerhalb weniger Minuten vorbei und wir machten uns über den Col de Sarenne auf die Weiterreise zu unserem Etappenziel in Villar-d'Arêne. Speziell die Abfahrt vom Col de Sarenne bleibt in Erinnerung, da diese nicht gerade den besten Fahrbahnbelag aufwies, dafür aber recht steil war. Am Ende durften wir uns nochmal 20km und 500 Höhenmeter bergauf kämpfen.
    Nach einer schnellen Dusche ging es in Vorfreude auf ein völlig verdientes Abendessen (tagsüber gab es nur Baguette und ein Pizzastück) zum Marktplatz. Leider hatten die beiden Restaurants im Örtchen schon die Küche geschlossen. Wir mussten mit einem Nachtisch (Bananensplit), das wir noch raushandeln konnten und 2 Stückchen Baguette, das uns der Nachbartisch mitleidsvoll überließ, leben.
    Mit der Hoffnung auf ein ausgiebiges Frühstück geht es nun gleich ins Bett.

    Pain au chocolat Counter: 11
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  • Day7

    Etappe 6: Bourge d'Oisans - Col d'Ornon

    July 13, 2022 in France ⋅ ⛅ 20 °C

    Nach dem Ruhetag folgte eine erholsame Nacht in einer Lodge, die direkt neben einem Bergfluss lag, der zwar extrem laut war, dadurch aber das Schnarchen übertönt und sehr beruhigend war. Gestärkt mit Kaffee und Haferflocken ging es den altbekannten Radweg zurück nach Le Bourge d'Oisans und zu unserer großen Freude hatte das Restaurant du France geöffnet und wir tranken beim Plaudern mit dem netten 80-jährigen Wirt einen Kaffee. Die letzten Infos zur morgigen Tour de France Etappe in der Touristeninfo abgeholt und dann konnte unsere Tour starten.
    Von Le Bourg-d'Oisans entschieden wir uns für den Aufstieg zum Dörfchen Villard-Notre-Dame, das nur über eine in die Felsen gesprengte, ausgesetzte Straße mit einigen unbeleuchteten Tunnels erreichbar ist. Sowohl Straße als auch die Aussicht ins Tal und auf den Aufstieg zu Alpe d'Huez waren spektakulär. Vor allem der letzte Tunnel hatte es in sich, da man sich plötzlich in totaler Finsternis befand und anhalten musste, um nicht in die Tunnelwand zu fahren. Bei durchschnittlich 9% im Anstieg kamen wir auch wieder gut ins Schwitzen. Jedoch ging der Aufstieg aufgrund der atemberaubenden Blicke und frischen Beinen relativ leicht von der Hand.
    Zur Belohnung gab oben angekommen im Örtchen einen leckeren Burger zum Mittagessen. Danach ging es über einen 3km langen Schotterweg oberhalb der Felswände weiter, der sich aber recht gut fahren ließ. Danach folgte nur noch eine Abfahrt und der Anstieg zu unserem Etappenziel mit Bergankunft am Col d'Ornon, wo wir in unserer Auberge mit einer Hasenkeule zum Abendessen verwöhnt wurden.

    Pain au chocolat Counter: 10
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