• Flo_93
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Stadiontourismus

Eine Sammlung verschiedener Stadion-Erlebnisse. Ich bin bei weitem kein Groundhopper, aber Sport erlebt man am besten im Stadion! Les mer
  • Heja heja DEG

    8. mars 2024, Tyskland ☁️ 9 °C

    Ein Bekannter hatte mir schon häufiger angeboten, mich einmal zum Eishockey mitzunehmen. Er ist großer Fan der Düsseldorfer EG und besitzt sogar eine Dauerkarte. Ich freute mich über das Angebot und begleitete ihn zum letzten Spiel der Hauptrunde gegen die Löwen Frankfurt. Beide Mannschaften hatten keine Chance mehr auf die Playoffs, waren aber bereits sicher vor dem Abstieg gerettet. Es ging also sportlich um nichts mehr.

    Die Anfahrt war abenteuerlich: Erst mit dem Zug zum Düsseldorfer Hauptbahnhof, weiter mit der S-Bahn und schließlich an einer Ersatzhaltestelle auf den Bus warten. Ich war dementsprechend erleichtert, als wir endlich vor der Halle standen. Dabei hatte ich lange mit mir gehadert, ob ich das Treffen nicht doch noch absagen sollte, da ich mich an diesem Tag ziemlich schwach und kränklich fühlte. Was ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht ahnte: Bei mir bahnte sich gerade eine Lungenentzündung an. Wie dem auch sei, ich zog es durch.

    Der PSD Bank Dome gefiel mir gut und auch das Eventprogramm rund um das Spiel wusste zu überzeugen. Die Stimmung war hervorragend und auf meiner Sitzschale lag sogar eine Düsseldorf-Fahne bereit. Das Spiel selbst bot trotz der fehlenden Brisanz gute Unterhaltung, auch wenn lange die Tore fehlten.
    Aber gegen Ende konnte die DEG das Spiel doch noch für sich entscheiden.

    Nach dem Spiel ging mein Bekannter kurz das Pfand wegbringen, während ich etwas abseits mit meiner Fahne in der Hand auf ihn wartete. Vom Oberrang kamen gerade die Gästefans aus Frankfurt herunter. Einer von ihnen – er hatte wohl schon etwas Schlagseite beim Gehen – suchte gezielt den Blickkontakt und steuerte bedrohlich auf mich zu. In meinem geschwächten Zustand rechnete ich bereits mit einer handgreiflichen Auseinandersetzung, die ich garantiert verloren hätte, und wappnete mich für das Unausweichliche.

    Ich wurde jedoch eines Besseren belehrt: Der Frankfurter Fan erklärte mir völlig freundlich, dass er gerne seinen Löwen-Pin gegen meine DEG-Fahne tauschen würde. Obwohl mir die Fahne schon ein wenig ans Herz gewachsen war, willigte ich ein – ich fand es einfach eine wunderschöne Geste. Wahrscheinlich bin ich emotional so sehr vom Fußball geprägt, dass ich reflexartig vom Schlimmsten ausgegangen war.

    Den Pin trage ich bis heute im Kleingeldfach meines Geldbeutels.
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  • Eishockey bei den Wölfen Freiburg

    1. november 2024, Tyskland ⛅ 13 °C

    Zu Besuch bei einer Freundin in Freiburg überlegten wir, wie wir den Abend am besten verbringen könnten. Dabei kam sie auf Eishockey zu sprechen – sie war schon einmal bei den Wölfen des EHC Freiburg gewesen und hatte dadurch Gefallen an dem schnellen Sport gefunden. Da ich spätestens seit meinem Besuch bei der Düsseldorfer EG ebenfalls vom Eishockey-Virus gepackt war, war ich sofort begeistert von der Idee.

    Wir stiegen also in die Straßenbahn und machten uns auf den Weg zur Echte Helden Arena. Dort angekommen, konnten wir ganz entspannt an der Abendkasse unsere Tickets lösen. Drinnen nahmen wir auf den blanken und spärlich besetzten Betonstufen Platz, von denen aus man den urigen, unverfälschten Charme der alten Eishalle hautnah spürte.

    Kurz vor Beginn der DEL2-Partie gegen den Aufsteiger, die Blue Devils Weiden, schrillte plötzlich ein durchdringender Feueralarm durch das Gebäude – exakt derselbe schrille Ton, den ich sonst nur von der Arbeit kenne. Instinktiv wollten wir schon geordnet den Rückzug antreten, stutzten dann aber gewaltig: Um uns herum machte absolut niemand Anstalten, seinen Platz zu verlassen.

    Wie sich herausstellte, handelte es sich um einen Fehlalarm. Es pfiffen bereits die Spatzen von den Dächern, dass der Alarm wohl nicht zum ersten Mal absichtlich ausgelöst worden war, um sprichwörtlich „Alarm zu schlagen“ und Nachdruck für den längst überfälligen Neubau der in die Jahre gekommenen Eishalle zu verleihen. Ein leidiges, zähes Thema in Freiburg – ein Schicksal, das man aus Würzburg rund um die Diskussionen um eine neue Basketball-Arena nur zu gut kennt.

    Als die Sirenen schließlich verstummten, rückte wieder das Geschehen auf dem Eis in den Mittelpunkt. Vor knapp 3.000 Zuschauern entwickelte sich ein enges und umkämpftes Spiel. Freiburg erwischte den besseren Start und ging in Führung, doch die Gäste aus Weiden hielten wacker dagegen und glich aus. In der 25. Minute erlöste Eero Elo die Heimmannschaft, als er eine Unachtsamkeit der Gäste-Abwehr nutzte und die Wölfe mit 2:1 in Front schoss.

    Im letzten Drittel verwalteten die Hausherren den Vorsprung geschickt und brachten das knappe 2:1 über die Zeit. Ein gelungener Eishockey-Abend in einer Halle mit viel Nostalgie – und dem süßen Geschmack von drei Punkten für die Wölfe!
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  • Champions League auswärts auf Schalke

    10. desember 2024, Tyskland ☁️ 6 °C

    Eine Kuriosität stand bevor: Aufgrund des Krieges in der Ukraine musste Shaktjor Donetzk ausweichen und spielte seine Champions League Heimspiele in jener Saison auf Schalke.
    Dann wurden sie auch noch als Gegner für meine Bayern gelost und fertig war das Champions League Auswärtsspiel auf Schalke! Da der FC Schalke zu dieser Zeit in der zweiten Liga spielte, war nur eine Randnotiz, die die ganze Sache noch kurioser machte.

    Ich hatte den Ticketverkauf stets im Blick, zögerte aber aufgrund des „Dynamic Pricing“, das man eher als Mondpreise bezeichnen konnte.
    Natürlich rechnete man bei diesem Spiel mit einem ordentlichen Zuschauerzuspruch und wollte die Gelegenheit nutzen um ordentlich Reibach zu machen.
    Genau das wurde im Vorfeld von den Bayernfans kritisiert und nicht wenige entschlossen sich dazu, ihre Ticketanfragen zu stornieren. Auch ich schloss mich diesem Boykott an.

    Darauf wurde reagiert und es wurde versprochen faire Ticketpreise anzubieten. Also direkt wieder eine Anfrage angelegt mit dem Ergebnis, dass mir keine dieser fair bepreisten Karten zugeteilt wurden, sondern zwei saftig teure Sitzplätze im Oberrang.

    Ich glaube der Preis einer Karte lag bei 90€. Das ließ mich schon gründlich überlegen, ob ich das unterstützen möchte.
    Aber durch den Umzug nach NRW kann ich die Bayernspiele, die ich im Jahr im Stadion sehe, an einer Hand abzählen und die Gelegenheit zumindest offiziell ein Champions League Auswärtsspiel der Bayern zu sehen, wollte ich mir nicht entgehen lassen, zumal ich ohnehin immer mal in die Arena auf Schalke wollte.

    Also biss ich auf die Zähne und ließ mich in diesem Fall ausnehmen wie eine Weihnachtsgans.

    Nach der Arbeit ging es mit meiner Freundin im Auto nach Gelsenkirchen. Den Verkehr hatten wir eindeutig unterschätzt und so hatten wir ordentlich Zeitdruck bei der Parkplatzsuche. Es gelang uns auf einem Pendlerparkplatz den letzten freien Platz zu finden. Von dort ging es einen Fußmarsch zum Stadion, der uns auch am verbliebenen ehemaligen Parkstadion vorbeiführte.
    Großspurig erzählte ich meiner Freundin, dass dies 2001 der Ort der legendären 4-Minuten Meisterschaft war, als Schalke fälschlicherweise annahm, das zeitgleiche Spiel der Bayern sei schon aus und ihre deutsche Meisterschaft gewonnen, nur um dann vom Freudentaumel in die Trauer abzustürzen, als sich herumsprach, dass Bayern München sich doch noch den Titel gesichert hatte. Um uns herum waren natürlich noch viele weitere Fans auf dem Weg zum Stadion und nicht wenige hielten es wohl üblicherweise mit dem örtlichen FC Schalke, aber niemand reagierte auf die für sie sicherlich schmerzliche Erinnerung.
    Im Stadion begaben wir uns schnell in unseren Block, der etwas verwinkelt war und unsere Plätze nicht direkt auffindbar waren.

    Als wir schließlich im Oberrang unsere Plätze fanden, lag eine seltsame Atmosphäre über der Arena auf Schalke. Donetsk im Champions-League-Gewand auf Gelsenkirchener Boden – und mittendrin ein ordentlich verteilter Bayern-Anhang. Doch sportlich ließ die Mannschaft von Vincent Kompany von Beginn an keinen Zweifel aufkommen, wer hier das Sagen hatte.

    Bayern übernahm sofort die Spielkontrolle, presste hoch und schnürte Shakhtar in der eigenen Hälfte ein. Bereits nach knapp einer Viertelstunde belohnte sich das Team: Nach schöner Vorarbeit schob Jamal Musiala abgeklärt zur 1:0-Führung ein. Shakhtar versuchte zwar, über schnelle Umschaltmomente Nadelstiche zu setzen, aber die Münchner Defensive stand stabil und ließ kaum etwas zu.

    Kurz vor der Pause legte der FC Bayern nach. Thomas Müller bediente Michael Olise, der trocken zum 2:0 vollendete – die beruhigende Pausenführung und der verdiente Lohn für eine dominante Vorstellung.

    In der zweiten Halbzeit schaltete Bayern spürbar einen Gang zurück und verwaltete das Ergebnis souverän, während Donetsk die Mittel fehlten, um das Spiel noch einmal spannend zu machen. Das Highlight für den mitgereisten Anhang folgte in der Schlussphase: Harry Kane verwandelte einen Elfmeter gewohnt eiskalt zum 3:0-Endstand. Die drei Punkte waren eingetütet, die Kulisse im Oberrang feierte den ungefährdeten Champions-League-Erfolg.

    Mit der Freude über einen Auswärtssieg fuhren wir nach Hause, denn am nächsten Tag mussten wir beide wieder zur Arbeit.
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  • DFB-Pokal Finale der Frauen

    1. mai 2025, Tyskland ⛅ 26 °C

    Spontan zum DFB-Pokalfinale gehen? Im Damenfußball ging das noch.
    Da meine Dame am heutigen Feiertag ausgeflogen war, überlegte ich am Morgen, wie ich den Tag verbringen wollte.
    Schnell kam mir das heutige Endspiel in den Sinn. Meine Bayern spielten gegen Werder Bremen.
    In einem Bayernforum konnte ich noch schnell eine Karte organisieren, dann ging es mit dem Zug nach Köln und mit der U-Bahn zum Neumarkt. Eigentlich kannte ich mich schon ganz gut in Köln aus und auch die Station war mir vertraut, doch ich ging zur falschen Seite aus der Station.
    Direkt vor der Tür lag ein berauschter Drogenabhängiger reglos am Boden in der prallen Mittagssonne und niemanden störte es.
    Auf dem Weg einmal um den Block zum Neumarkt fielen mir noch ein paar Herrschaften auf, die in den Arkaden eines Gebäudes mit einem Feuerzeug und einem Löffel hantierten.
    Köln und insbesondere der Neumarkt hat wirklich ein offensichtliches Drogenproblem.
    Endlich an der Straßenbahnstation angekommen, empfing mich schon ein großer Pulk an Fußballfans. Interessanterweise waren es mehrfach Bremer. Ich hatte angenommen, überwiegend Bayernfans anzutreffen, waren diese einfach zahlreicher, vor allem auch hier in NRW, aber die Aussicht auf einen Titel für den SV Werder hatte wohl viele Anhänger von der Weser mobilisiert und so war das Müngersdorfer Stadion mit etwas über 45.000 Zuschauern nahezu ausverkauft. Die hartnäckige Sonne knallte voll in den Gästeblock, weshalb ich kurzerhand zum von der Fanszene ausgelegten Choreo-Material griff und es als Sonnenschutz umfunktionierte. Ein netter Fan bot großzügig Sonnencreme an. Mit einer schönen Choreo begrüßte man dann die Mannschaften auf dem Platz und schon konnte es losgehen.

    Das Spiel war recht einseitig, Bayern über die gesamte Spielzeit klar überlegen. Bereits in Minute 6 köpfte Lea Schüller zum 1:0. Danach folgten einige vergebene Chancen der Bayern Damen, ehe dann Carolin Simon das 2:0 machte. Danach ließen die Münchenerinnen es etwas leichter angehen und ließen eine Konterchance für die Bremerinnen zu, die diese auch zum 2:1-Anschlusstreffer nutzten. Ein erstaunlicher Treffer, da er nicht so wirklich zum Spielverlauf passen wollte, aber so ist Fußball nun mal.

    So ging es dann auch erstmal in die Pause, die ich dafür nutze, mich ausreichend zu hydrieren und im Schatten des Tunnels, der zum Block führte, auszuruhen. Hier traf ich auch einige aus dem Block, die wirklich total fertig aussahen.

    Weiter ging das Fußballspiel und in der 65. Minute traf erneut Lea Schüller zum 3:1. Sie schien nun Blut geleckt zu haben und schlenzte in der 79. sehenswert zum 4:1, womit sie einen Dreierpack schnürte.
    Damit war das Spiel endgültig entschieden, daran änderte auch das späte 4:2 von Larissa Mühlhaus nichts mehr.

    Nach der Siegerehrung kam die Mannschaft vor den Gästeblock und präsentierte den Pokal, welcher es sogar in die ersten Reihen des Blocks schaffte.

    Die Bayern feierten das Double, was den Männern in jener Saison nicht gelungen war und hatten die 10-jährige Serie des VFL Wolfsburg unterbrochen.
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  • Als Glücksbringer bei der Fortuna

    22. november 2025, Tyskland ☀️ 4 °C

    „Fortuna für alle“ – unter diesem ambitionierten Motto startete Fortuna Düsseldorf ihr deutschlandweit beachtetes Pilotprojekt, das Fans kostenlosen Eintritt zu ausgewählten Heimspielen ermöglicht. Sponsoren übernehmen dabei die Ticketkosten, um die Arena vollzumachen und Spitzenfußball für jeden zugänglich zu machen. Das Glück – oder wohl eher die sprichwörtliche Fortune – war mir dabei treu: Mehrfach durfte ich mich über das Verlosungsglück und zugeteilte Freikarten freuen.

    So ging es für mich am 22.11.25 zum zweiten Mal in die Düsseldorfer Arena.

    Der 1. FC Magdeburg war zu Gast. Bei bester Stimmung im ausverkauften Haus übernahm die Fortuna von Beginn an das Kommando. In der 37. Minute belohnte Cedric Itten die engagierte Leistung der Hausherren und köpfte/schob nach einer feinen Kombination zur verdienten 1:0-Führung ein. Mit dem knappen, aber verdienten Vorsprung ging es in die Halbzeitpause.

    In der zweiten Hälfte drückten die Magdeburger zwar auf den Ausgleich, doch die Düsseldorfer Defensive stand lange Zeit stabil. Als die Fans auf den Rängen gedanklich schon die drei Punkte feierten, folgte in der 88. Minute der kalte Dusche: Ein unglückliches Eigentor von Christopher Lenz schien den sicher geglaubten Sieg im letzten Moment noch zu rauben. Dies veranlasste leider einige Magdeburger im Gästeblock dazu, mit Bierbechern nach uns zu werfen.

    Doch wer dachte, das Spiel sei gelaufen, hatte die Rechnung ohne die Schlussoffensive gemacht! Das Stadion peitschte die Mannschaft noch einmal nach vorne, und in der 95. Minute kramte Fortuna die ganz große Dramatik heraus: Erneut war es Cedric Itten, der den Ball im Nachfassen über die Linie drückte! Die Arena explodierte förmlich vor Jubel – ein echter Lucky Punch in letzter Sekunde zum 2:1-Endstand.
    Natürlich flogen wieder Bierbecher aus dem Gästeblock. Einer verfehlte mich nur um Haaresbreite.

    Mein Stadion-Omen hatte wieder einmal gehalten, denn wenn ich im Stadion bin, verliert Fortuna nicht – ein perfekter, hochdramatischer Nachmittag in Düsseldorf!

    Leider kam ich wohl nicht oft genug hierher ins Stadion, denn die Fortuna stieg am Ende der Saison in die 3. Liga ab!
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  • Mit den Haien schwimmen

    5. desember 2025, Tyskland ⛅ 6 °C

    Als mich ein Bekannter letztes Jahr mit zum Eishockey nach Düsseldorf nahm, hatte es mich gepackt: Mein Interesse am Sport war geweckt. Seitdem schaute ich immer wieder Mal im Fernsehen rein und verfolgte die DEL-Ergebnisse. Zwar hatte ich Sympathien für die DEG entwickelt, aber eins war klar: Ich musste unbedingt auch mal zu den Rivalen – den Kölner Haien.

    Mein Bekannter war von der Idee natürlich wenig begeistert. Trotzdem ging es für mich zusammen mit meiner Verlobten und zwei Freunden aus Baden-Württemberg nach Köln. Die Anfahrt zur LANXESS Arena ist eigentlich unkompliziert, wir entschieden uns aber für den Klassiker: Zu Fuß vom Kölner Dom über die Hohenzollernbrücke rüber nach Deutz.

    In der Halle erwartete uns ein starkes Spiel gegen die Nürnberg Ice Tigers – für die ich als Franke klammheimlich natürlich auch ein paar Sympathien hegte. Die Haie legten wie die Feuerwehr los und brannten im ersten Drittel eine 3:0-Führung aufs Eis. Nürnberg wachte erst im zweiten Spielabschnitt auf, der mit einem turbulenten Zwischenstand von 6:3 endete. Im letzten Drittel ging es etwas ruhiger zu, sodass am Ende ein verdienter 7:4-Heimsieg auf der Anzeigetafel stand.

    Es war eine herrliche Atmosphäre hier in der riesigen Arena! Ich komme gerne wieder.
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  • Nach langer Zeit mal wieder beim Bayernspiel

    14. desember 2025, Tyskland ☁️ 4 °C

    Die Anreise zu den Bayern-Spielen gleicht mittlerweile einer Weltreise – acht Stunden einfache Fahrt passen einfach kaum noch in den Alltag. Zum letzten Heimspiel des Jahres 2025 wollte ich es mir aber nicht nehmen lassen.

    Zusammen mit meinem Vater und einem Kumpel machte ich mich auf den Weg. Der dichte Verkehr und ein nahegelegener Weihnachtsmarkt durchkreuzten unsere Parkplanung, sodass als Ausweichmöglichkeit nur der Campus blieb. Weil die Zeit drängte und das Spiel der Bayern-Frauen bereits im Gange war, blieb in der Vereinsgaststätte nur Zeit für ein schnelles Getränk. Anschließend ging es zu Fuß durch die Fröttmaninger Heide zur Arena.

    Ein kurzes Highlight vor dem Einlass: Da ich seit der Aufstellung der Statuen von Gerd Müller und Franz Beckenbauer nicht mehr vor Ort gewesen war, bewunderten wir die Denkmäler auf der Esplanade. Nach einer zähen Wartezeit am Kiosk erreichten wir die Südkurve erst kurz vor dem Anpfiff. Dort erwischten wir einen erstaunlich entspannten Stehplatz mit etwas Ellbogenfreiheit.

    Auf dem Rasen gab es schließlich eine dicke Überraschung: Ausgerechnet die in dieser Saison so souveränen und rekorhungrigen Bayern taten sich gegen das Schlusslicht aus Mainz extrem schwer. Am Ende ging das 2:2 sogar in Ordnung – Harry Kane rettete den Punkt erst in der 87. Minute durch einen verwandelten Strafstoß.

    Zum Jahresabschluss gab es noch die Lichtershow, die sich in den letzten Jahren etabliert hat.

    Natürlich war es beim Rückweg durch die Heide stockdunkel und das war meinen beiden Begleitern sichtlich nicht ganz geheuer.
    Aber ich kannte den Weg noch von vorherigen Spielen und führte uns sicher zurück zum Campus, wo glücklicherweise die Parkplatzschranke oben stand.
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  • Mit einem Basketballspiel ins neue Jahr 2026

    2. januar, Tyskland ☁️ 0 °C

    Auf Heimaturlaub, wenn man das so sagen möchte, befand ich mich von Weihnachten 2025 bis in die erste Woche des Folgejahres.
    Das ist natürlich auch immer eine Möglichkeit, Freunde zu treffen und bietet sich dafür nicht ein Basketballspiel an?
    Es ging mal wieder in die "Turnhölle" in der Würzburger Sanderau zu den Baskets.
    Natürlich wird es endlich Zeit für eine neue Halle, es gibt auch schon Pläne und die Politik diskutiert eifrig darüber, aber irgendwie hat diese alte Schulsporthalle auch einen gewissen Flair und es wirkt auch immer ein wenig skurril, wenn hier erstklassiger Basketball gespielt wird. Man trifft immer jemanden, den man kennt. Die Halle ist klein, aber das würzburger Publikum versteht es hier für ordentliche Stimmung zu sorgen und die Kulisse lässt die Baskets immer ein wenig mehr als Außenseiter wirken, als sie tatsächlich einer sind. In Wahrheit liefen die letzten Saisons sogar richtig gut. Man konnte immer die Play-Offs erreichen und einmal hätte man fast sogar den Einzug in die Finalrunde gepackt.

    Passenderweise zum neuen Jahr, gingen wir in Begleitung eines Schornsteinfegers zum Spiel. Somit war schon einmal für's Spielglück gesorgt.
    Das wurde auch dringend gebraucht, denn das Spiel gegen Hamburg konnte nur knapp mit 91:88 gewonnen werden.

    Immer vorwärts Würzburg Baskets!
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  • Kickers - Bayern Amateure

    10. april, Tyskland ☁️ 12 °C

    Gibt es eigentlich irgendetwas Besseres, als ins Stadion zu gehen, und auf dem Rasen stehen sich genau die zwei Vereine gegenüber, für die das eigene Herz schlägt? Ein persönliches Win-Win-Duell, bei dem man eigentlich nur genießen kann – auch wenn der Puls im Laufe der 90 Minuten doch höher schlägt, als man vorher zugeben möchte.

    Am Freitagabend, den 10. April 2026, stand in der Arena am Dallenberg das Regionalliga-Topspiel zwischen den Würzburger Kickers und den Amateuren des FC Bayern München an. Über 5.000 Zuschauer sorgten unter dem Flutlicht für eine grandiose Kulisse.

    Die Partie entwickelte sich nach dem Seitenwechsel zu einer echten Nervenschlacht: In der 53. Minute gerieten die Kickers zunächst ins Hintertreffen, als Mudaser Sadat die Gäste aus München dann doch etwas überraschend mit 0:1 in Führung brachte. Doch die Rothosen zeigten eine unmittelbare Reaktion und schlug nur zwei Minuten später zurück: Martin Thomann schaltete am schnellsten und glich in der 55. Minute zum umjubelten 1:1 aus!

    In der hitzigen Schlussphase wurde gekämpft, gerannt und um jeden Zentimeter Rasen gefightet. Als sich viele auf den Rängen gedanklich schon mit einer Punkteteilung abgefunden hatten, gipfelte die Partie in der achten Minute der Nachspielzeit (90.+8) im absoluten Maximum an Dramatik: Die Kickers bekamen nach einem Foul im Sechzehner einen Elfmeter zugesprochen. Tarsis Bonga übernahm die Verantwortung, behielt eiskalt die Nerven und schweißte den Ball kurz vor dem Schlusspfiff zum 2:1-Siegtreffer ins Netz!

    Ein magischer Last-Minute-Erfolg am Dallenberg, der den Spieltag perfekt abrundete – Fußballherz, was willst du mehr?
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  • Das ist also diese gelbe Wand

    22. august, Tyskland ☀️ 18 °C

    Nicht erst, seitdem ich in NRW wohne, steht das Westfalenstadion weit oben auf meiner Liste der Stadien, die ich unbedingt einmal besuchen wollte. Leider hatte ich bei den gewöhnlichen Ticketvergaben nie Glück – bis jetzt! Es hatte endlich geklappt, und ich konnte sogar meinen Herzensverein, den FC Bayern München, zum Auswärtsspiel begleiten: Beim Supercup 2026 ging es direkt gegen Borussia Dortmund um den ersten offiziellen, wenn vielleicht auch nicht ganz so wichtigen Titel der jungen Saison.

    Die Anfahrt mit dem Auto verlief entspannt und auch das Parken klappte reibungslos, da ich vorab ein Parkticket online gebucht hatte. Begleitet wurde ich von meiner Frau, meinem Vater und einem Bekannten aus meinem Ehrenamt – vier waschechte Bayernfans!

    Am Stadion angekommen, hielten wir an den Buden davor noch Ausschau nach etwas Geselligkeit und schlossen uns einer Gruppe Jungs eines Fanclubs aus Niederbayern an. Wir stießen gemeinsam an und kamen schnell ins Gespräch. Auch wenn sie anfänglich etwas skatisch auf unseren fränkischen Dialekt reagierten, entwickelte sich ein herrlich herzlicher Austausch. Uns entging allerdings nicht, dass die Gruppe schon ordentlich gebechert hatte und völlig ungeniert Schmähgesänge auf den BVB anstimmte.

    Die Dortmunder Fans verhielten sich im Allgemeinen eher zurückhaltend und beließen es bei argwöhnischen Blicken. Lediglich ein besonders charmantes Exemplar rülpste meiner Frau und mir im Vorbeigehen direkt ins Gesicht. Meine Frau war sichtlich irritiert, doch ich beruhigte sie mit der Erklärung, dass dies in Dortmund eben die gängige Form einer höflichen Begrüßung sei.

    Danach ging es hinein ins Stadion – wo allerdings eine kleine Enttäuschung auf uns wartete: Der Umlauf des Stadions wirkt erstaunlich karg. Außer einem nackten Beton-Treppenhaus, das zu einem Bereich mit Bratwurstbude und Toiletten führt, gibt es dort nicht viel. Der Weg in den Block war zudem ziemlich verwinkelt, sodass es gar nicht so leicht war, unsere Plätze zu finden. Dort lernten wir ein Ehepaar mittleren Alters kennen, das in Norddeutschland lebt und dennoch zu jedem Spiel des FC Bayern reist – eine beachtliche Leistung, wenn jedes Heimspiel einer halben Weltreise gleicht!

    Die Stimmung im Stadion blieb leider etwas hinter den Erwartungen zurück und der Tempel konnte seinem legendenumwobenen Ruf an diesem Tag nicht ganz gerecht werden. Beim Supercup war das allerdings absehbar, da die organisierten Fan-Szenen beider Vereine dem Spiel fernblieben. Die mitgereisten Bayernfans machten das Beste daraus, während es von den Dortmundern eher ruhig blieb – auch wenn es natürlich trotzdem ein imposantes Bild abgibt, wenn auf der Südtribüne 25.000 Fans ihre Schals in die Höhe strecken.

    Das Spiel selbst war richtig gut: Bayern zeigte eine starke erste Halbzeit und ging in der 28. Minute durch Neuzugang Brown nach Vorarbeit von Olise verdient in Führung. Nachdem weitere Torchancen ungenutzt blieben, erhöhte Olise kurz vor dem Pausenpfiff auf 0:2.

    In der zweiten Hälfte kam der BVB besser in die Partie. Die Bayern standen zwar defensiv weitgehend stabil, mussten in der 75. Minute aber doch den Anschlusstreffer durch Fábio Silva hinnehmen. Es keimte schon das leidige Gefühl auf, dass die Bayern ihre Überlegenheit mal wieder nicht konsequent nutzten und das Spiel noch aus der Hand geben könnten – zumal es bei einem Unentschieden nach 90 Minuten direkt ins Elfmeterschießen gegangen wäre. Doch dem eingewechselten BVB-Stürmer Beier verließen in der 93. Minute frei vor dem Tor die Nerven: Er vergab die Riesenchance zum Ausgleich, und kurz darauf durften wir den ersten Titel der Saison bejubeln!

    Während die Bayern-Mannschaft die Trophäe in Empfang nahm und ausgiebig vor unserem Gästeblock feierte, leerte sich das Stadion auf Heimseite schlagartig. Die BVB-Anhänger auf der Haupttribüne waren dabei wenig zu beneiden: Um den Block zu verlassen, mussten sie direkt am Gästeblock vorbei, wo sie von den Bayernfans mit reichlich Hohn und Spott verabschiedet wurden. Schmunzelnd beobachtete ich die Szenerie – und erkannte in der allerersten Reihe prompt unsere niederbayerischen Bekanntschaften von vor dem Spiel wieder, wie sie mit abfälligen Gesten und sicherlich vielen gehässigen Kommentaren beschäftigt waren.

    Nachdem genug gefeiert war und die Mannschaft in den Katakomben verschwand, machten auch wir uns auf den Rückweg zum Auto. Meiner Frau war es nicht ganz geheuer, sich im Dunkeln auf fremdem Terrain zu bewegen. Nicht gerade hilfreich war dabei die Bemerkung eines entgegenkommenden BVB-Fans, der ihr im Vorbeigehen zuraunte, weiter vorne würden schon die Hooligans auf uns warten. Zum Glück nur diffuser Müll, um sie grundlos in Schrecken zu versetzen.

    Da sich der Parkplatz bereits gut geleert hatte, waren wir im Nu auf der Autobahn und rollten – nach nur einem kurzen Stau – müde, aber glücklich wieder zu Hause ein.
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  • Kickers auswärts in Duisburg

    29. august, Tyskland 🌧 22 °C

    Endlich waren die Würzburger Kickers zurück in der 3. Liga! Für mich brachte das den charmanten Vorteil mit sich, dass sie nun gegen gleich elf Vereine aus NRW antreten mussten – das bedeutete vergleichsweise kurze Anfahrtswege zu den Auswärtsspielen, zu denen sich sonst meist nur überschaubar viele Fans aus Unterfranken auf den Weg machen.

    Nun stand die Partie beim MSV Duisburg an: Blickt man auf die Tabelle, ein echtes Spitzenspiel zwischen dem Tabellenführer (MSV) und dem Tabellendritten (FWK) – sofern man das nach zwei Spieltagen überhaupt schon so nennen kann. Für mich war es zudem eine schöne Rückkehr an alte Wirkungsstätte: Bereits 2016 war ich in diesem Stadion dabei gewesen, als die Kickers hier mit einem 1:2 Auswärtssieg in der Relegation den Aufstieg in die 2. Bundesliga perfekt machten. Für sie ging es damals in die zweithöchste Spielklasse, während es für Duisburg in die dritte hinabging. Die verärgerten Bierduschen von den Heimfans in den Gästeblock sind mir noch in guter Erinnerung geblieben.

    Aber das ist Geschichte und heute begegneten sich die beiden in der 3. Liga. Die Anfahrt verlief weder besonders lang noch kompliziert, und wir parkten direkt vor dem Stadion auf dem Parkplatz, der als Gästeparkplatz ausgewiesen war. Allerdings stellten wir schnell fest, dass wir als Würzburger hier eher Exoten waren. Lediglich drei neutral gekleidete Personen kamen auf uns zu, um nach dem Weg zum Gästeblock zu fragen. Der Weg wäre eigentlich ganz einfach gewesen – stünde da nicht dieses verschlossene Metalltor im Weg. Das Trio machte sich kurzerhand „undercover“ auf den Weg vorbei an den Heimeingängen, während wir in voller Kickers-Montur lieber die sicherere, wenn auch längere Route um das Wassersportgelände wählten.

    Im Gästeblock gähnte uns zunächst Leere entgegen, da die organisierte Fan-Szene mit ihrem Bus noch im Stau steckte. Nur eine Hand voll Gästefans hatte den Weg nach DUisbirg gefunden. Die Kickers spielten gar nicht so schlecht, doch die Duisburger wirkten gedanklich und körperlich immer ein Quäntchen schneller. Bereits in der 9. Minute landete der Ball im Würzburger Netz – Lobinger hatte zugeschlagen. Nur sechs Minuten später legte er nach und erhöhte auf 2:0 (15.).

    Unsere Ultras trafen erst ein, als die zweite Halbzeit bereits lief – und ehe wir uns versahen, standen wir mittendrin im lautstarken Pulk. Mit der akustischen Unterstützung aus dem Gästeblock lief das Spiel der Kickers tatsächlich etwas flüssiger, die erhoffte Aufholjagd blieb jedoch aus. Stattdessen fing man sich in der 71. Minute durch Viet noch den dritten Gegentreffer. Damit war die Partie endgültig entschieden. Bedröppelt trat die Mannschaft nach dem Abpfiff vor den Gästeblock und schaute sichtlich verwundert, als sie von den Fans trotz der Niederlage gefeiert wurde. Aber als Aufsteiger muss man eben akzeptieren, dass manche Gegner schlicht andere Möglichkeiten haben.

    Nach dem Spiel war das besagte Tor zum ausgewiesenen Gästeparkplatz immer noch verriegelt, sodass uns erneut nur der Marsch um die Wasserski-Anlage blieb. Die entgegenkommenden MSV-Fans würdigten uns kaum eines Blickes. Einzig ein Junge auf dem Fahrrad machte im Vorbeifahren eklatierte Würgeräusche bei unserem Anblick, und ein älterer Herr fragte höhnisch, aber nicht ganz unberechtigt, ob sich die Anreise für unsere verspätete Fangruppe denn überhaupt gelohnt habe.

    Dank der kurzen Distanz waren wir ruckzuck wieder zu Hause. Es war trotz der Nullnummer für die Kickers ein rundum gelungener Ausflug! Hoffentlich halten sie die Klasse, damit ich auch nächstes Jahr solche entspannten Auswärtsfahrten machen kann.
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    Reisens slutt
    29. mars 2003