• Castrojeriz

    May 17–18 in Spain ⋅ ☁️ 14 °C

    Trotz zehn Bettzimmer und Schnarcher habe ich recht gut geschlafen. Bin nur zu früh aufgewacht. Nachdem die resolute Irin in unserem Zimmer gestern Abend noch eine Gemeinschaftsentscheidung gefordert hat, und alle sich für 6:00 Uhr Weckzeit ausgesprochen haben, hatte sie wohl überseheen, dass bei der Abstimmung die Koreanerin nicht anwesend war, und so begann diese dann kurz nach fünf ihre Sachen zu packen. Wenigstens war der Wecker lautlos.

    Der Weg geht heute wieder ein Stückchen nach oben und dann ziemlich flach durch eine Eintönige Landschaft mit viel Feldern und Windrädern. Man könnte meinen Mann wandert in Ostdeutschland. Der Weg führte auch durch Hontanas. Auf diesen Ort war ich gespannt. Hape schreibt in seinem Buch von einem mittelalterlichen Ort ohne Autos. Davon ist heute nichts mehr zu sehen. Es ist inzwischen ein ganz normaler Ort wie so viele durch die ich laufe. Mit mehreren Herbergen und Bars.

    Auf dem Weg treffe ich auch das Pärchen aus der Herberge wieder. Die beiden sind Kanadier und sie hatte so einen Muskelkater, dass sie am Vorabend nur mit den Wanderstöcken die Treppe hoch und runter kam, auf dem flachen Weg lief sie langsam mit ihrem Mann. Es ging wohl schon besser. Als ich in der Herberge ankam, starten die beiden gerade vor mir am Checkin. Ich wunderte mich noch kurz, erfuhr dann aber, dass ihr irgendwann die Beine weg gesackt sind und sie ein Taxi für den Rest des Weges bestellt hatten. Bin gespannt, ob ich sie noch mal sehe.

    Da der Weg heute nur 20 km lang war, bin ich auch schon um 13:00 Uhr in Castorjeriz angekommen.
    Seit Horrnillos habe ich endlich ein Management für meine Klamotten.
    Nachdem jetzt endlich gutes Wetter ist, hat die Kleidung auch die Chance, nach der Wäsche zu trocknen. So hatte ich dort alles, was ich die letzten Tage anhatte gewaschen. Jetzt kann ich die Sachen vom Wandern abends kurz von Hand waschen und habe die 2. Garnitur für danach.

    Das Wanderwetter ist perfekt Sonne aber nicht zu warm. Unter 20°. Das entschädigt für die ersten Regentage auf dem Weg. In der Herberge habe ich auch erfahren, dass ich wirklich Glück hatte mit Regen über die Pyrenäen. Vor ein paar Tagen gab es mindestens 10 cm Schnee. Da will ich mich doch nicht beschweren.

    Das Abendessen in der Herberge war so lala. Zuerst ein Rohkostsalat mit Kichererbsen für alle. Da ich kein Fleisch wollte, gab es für mich dann wabbeligen Tofu mit Erbsen und Möhren mit Ofenkartoffeln. Zum Glück haben die anderen von ihren Kartoffeln was übrig gelassen. So konnte ich da nochmal nachschlagen. Die waren nämlich lecker. Der Nachtisch war wieder etwas seltsam. Irgendeine dünne Creme die auf das dreifache aufgeschlagen war. Das sah auf den Bildern auch irgendwie leckerer aus.
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