Población de Campos
May 18–19 in Spain ⋅ ☁️ 18 °C
Die Nacht war… interessant. In der Herberge gehen um kurz nach 21:00 Uhr die Lichter automatisch aus und um 6:00 Uhr wieder automatisch an. Leider hatte ein Mitpilger seinen Wecker auf 5:00 Uhr gestellt und 30 Pilger waren wach. Bis auf der Pilger dem der Wecker gehörte. Irgendwann ist jemand hingelaufen und hat ihn geweckt. Ich habe mir einen Podcast angemacht, denn mein Wecker vibriert eigentlich erst um 6:30 Uhr. Trotzdem konnte ich nicht mehr schlafen. Also irgendwann aus dem Bett gequält angezogen, Rucksack gepackt und zum Frühstück gewackelt. Ich hätte sogar noch ein paar Rühreier abbekommen, wenn der nette Pilger vor mir noch was übrig gelassen hätte. Hat er leider nicht. Wahrscheinlich hat er gedacht er ist der Letzte und kann sich mit dem Rest den Teller vollmachen. Ansonsten ist das Frühstück hier nicht wirklich erwähnenswert. Es ist überall ziemlich gleich. Kaffee, Saft, Toast, Margarine, Marmelade, Cornflakes und irgendwelche abgepackten süßen Küchlein. Jogurt und Obst gibt es auch noch ab und zu. Und heute hätte es Eier gegeben… Egal. Ich schleppe ja noch 2 im Rucksack durch die Gegend.
Ich habe lange hin und her überlegt was ich machen soll und ein Bett in Fromista und in Bett in Población reserviert. Die Herberge in Población hat nicht die besten Bewertungen. Aus der anderen Seite wird die folgende Etappe dann extra lang. Am Morgen habe ich mich dann gegen Fromista entschieden und meine Reservierung dort storniert.
Der Weg führte aus Castrojeriz heraus und dann auf einem Kilometer nach oben auf den Mirador del Alto de Mostelares. Ich versuche immer die aktuelle Etappe mit den Beschreibungen im Buch „Ich bin dann mal weg“ abzugleichen und höre dazu immer in die passende Stelle des Hörbuchs rein. Hier muss ich sagen hat er etwas übertrieben. Bergpass…
Im Buch hört sich das an, als ob man zig Höhenmeter auf einen Bergpass überwinden müsste. In Wirklichkeit sind es gerade mal 150 Höhenmeter auf 1km Länge. Danach geht es auf der anderen Seite dann wieder hinunter und relativ flach durch die Felder.
Verlaufen kann man sich hier wirklich nicht. Zum einen gibt es unzählige gelbe Pfeile, zum anderen wird man gleich zurückgepfiffen wenn man in eine andere Richtung läuft weil man z. B. einen Busch braucht. Das ist ein Ding das mich hier tierisch nervt. Keine öffentlichen Toiletten! Weder unterwegs an den Rastplätzen noch in den Dörfern durch die man kommt. Während Mann sich an den Baum lehnen und die Wiese düngen kann heißt das für mich immer: Geeignete Stelle suchen, Rucksack runter, hinter den Busch, Rucksack wieder aufsetzen, alles neu einstellen und justieren und dann weiterlaufen.
Vor Fromista ging es ca. 5km immer an einem Kanal lang. Hier hätte man auch ein Boot nehmen können. Leider fährt es nur Mittwoch bis Sonntag. Also weiter zu Fuß. Die meisten haben heute in Fromista die Etappe beendet. Ich musste noch 4 km weiter. schnurgerade immer an der Straße lang.
Am Ziel angekommen, gleich mal an der Herberge vorbeigelaufen. Zum Glück ist der Abend nicht so groß.
Die Herberge war dann auch wie gedacht. Als erstes saß der Italienische Sunnyboy mit Joint im Aschenbecher vor der Tür und mich begrüßt. Soweit ganz nett, ich war trotzdem froh, dass andere Pilger anwesend waren. Ich fand ihn ein bisschen schmierig. Interessant war auch, dass die Übernachtung nur 13 € anstatt den üblichen 15 € kostete, dafür muss dir aber der Einmal Bettbezug für zwei Euro extra dazu gekauft werden. Die Herberge war bis auf die Küche sauber, aber ein bisschen abgewohnt. Auf meiner Matratze war zum Beispiel der Bezug schon abgerubbelt. Als Decken gab es nur kleine, dünne Kinderdecken, maximal 1,50 lang. Somit war das die erste Herberge, in der ich meinen Schlafsack mit Kopfteil voll ausnutzen konnte.Read more

























