• Ein Lebenszeichen 1. Teil 👋

    Today in Germany ⋅ ☀️ 36 °C

    Moin Moin liebe Pinguine 🐧🐧🐧
    Mein erster Footprint dieses Jahr 😏 Und evtl. auch mein einziger und letzter für den Sommer. Denn vor zwei Nächten musste ich feststellen, daß meine X-Lite Luft verliert und das an einer Stelle, die ich nicht flicken kann. Also kann ich nur hoffen, daß Therm-A-Rest es so sieht, wie ich, daß es ein Materialfehler an der Klebenaht ist und den Garantiefall anerkennt. Geld für ne neue habe ich gerade nicht. Ansonsten bleibt mir nur auf ein völlig verfrühtes Weihnachts-/Geburtstagsgeschenk meiner Verwandtschaft zu hoffen, soll das nicht schon das Ende meines Outdoorjahres sein. Naja wir werden sehen...
    Aber zu meinen Aktivitäten:
    Mein Outdoorjahr bestand bisher weniger aus Hiken vielmehr aus vielen Microadventures mit Wandern. Die eisigen Temperaturen im Februar und März nutzte ich für viele Ausflüge an die zugefrorenen Seen der Seenplatte und besonders an die Müritz. Immerhin hatten wir bis auf 2 Tage Tauwetter fast durchgängig -5 bis -17°C so dass ich Deutschlands größten See begehen konnte. Zudem nutzte ich die Wetterlage um mich im Feuermachen im Winter zu üben und experimentierte mit meinem Schlaf-Setup Extremszenarien.

    Anfang März machte ich mit meinem Wanderbuddy eine kleine 2 Tagestour von Hitzacker (Elbe) nach Dahlenburg auf dem Elbhöhenweg und Freestyle durch die Görde. Den Elbhöhenweg muss ich unbedingt mal komplett machen, der ist erstaunlich schön. Bei der Übernachtung in der Görde erfanden wir das Wandergulasch.

    Rezept Wandergulasch:
    Man nehme Baconwürfel für Fett und Salz und brate sie an. Dazu als erstes eine rote Zwiebel und eine Knoblauchzehe, kurz anbraten und dann mit etwas Wasser ablöschen. VORSICHT den Knoblauch nicht zu stark anbraten sonst bitter! Rindfleisch; am besten Steak oder Filet Hauptsache schon zart wegen Kochzeit; in schmale nicht zu lange Streifen schneiden und mit etwas Pfeffer dazugeben. Ggf. etwas Wasser nachfüllen und 10min köcheln lassen für den Sud. Währenddessen Paprika schneiden und dazugeben. Die Paprika für das Aroma mindestens 5 Minuten mit kochen. Sud mit Pfeffer abschmecken und dann den Feta in Würfeln dazu und unter ständigem Rühren im Sud auflösen. Fertig. Am besten passt Weißbrot dazu. Champignons stellen ebenfalls eine wunderbare Ergänzung dar.
    Kochzeit ca. 20min auf dem Trangia bei ~50ml Spiritusverbrauch.

    HSW Ostern 2026:
    Gegen Ostern lief ich mit 11kg Baseweight in 4,5 Tagen den Heidschnuckenweg von Hamburg Fischbeck bis Faßberg, wo ich wegen Sturm leider abbrechen musste, sonst hätte ich den ganzen HSW wohl in 6 Tagen geschafft.

    1. Tag:
    Obwohl ich bereits um 9 Uhr in Neustrelitz den Zug bestieg erreichte ich die S-Bahn-Haltestelle Neugraben erst um 16:45 Uhr. Grund war die Generalsanierung der Strecke Berlin - Hamburg, welche zu vielen Verspätungen und Ausfällen führte. Daher rechne ich die 2 Stunden, die ich noch bis in die Dunkelheit laufen konnte in der Gesamtbilanz mit in den letzten halben Tag. In Neugraben versorgte ich mich noch mit Steak, Paprika, roten Zwiebeln, Baconwürfel, Feta & Knoblauch für mein Wandergulasch. Und zur Flüssigernährung gab es noch 5 Dosen Münchener Hell und zwei Flaschen Fanta. Snacks und Kaffee hatte ich noch ausreichend für 3 Tage.
    Vom Edeka lief ich zum Startpunkt des HSW, genehmigte mir da noch ein Bier und meine letzte Käse-Schinken-Stange von der Bahnfahrt und lief dann los. Ich hatte wunderschöne Abendsonne und genoß die Fischbecker Heide. Meinen Übernachtungsplatz fand ich nach ca. 7km außerhalb des NSG wo der HSW den Oheweg kreuzt in einem Fichtenwäldchen nahe der Bank und des Mülleimers. Den Aufbau musste ich bereits mit Stirnlampe machen, Gulasch und Bierchen gab es dann im Stockfinsteren bei Rotlicht😂

    2. Tag:
    Da ich so nahe am Forstweg geschlafen hatte, klingelte mein Wecker bereits um 5 Uhr. Ich kochte mir direkt einen Kaffee und begann dabei schon den Abbau und das Packen. Den fertigen Kaffee trank ich dann auf der Bank und dazu gab es als Frühstück eine halbe Tafel Schokolade und eine halbe Packung Salami-Sticks. Bis zum Mittag gibt's jetzt nur noch Laufen, Zuckerwasser und Gummibärchen. Und so lief ich fröhlich los. An der Wanderwegkreuzung kurz vorm Karlstein fand ich das NST-Schild etwas missverständlich, weil es am Schild Richtung Wildpark Schwarzeberge hing. Klar der Symbolik nach zeigt die Kompassnadel geradeaus, aber dennoch abweichend zur bisherigen Beflaggung. Bis Dibbersen genoß ich einfach nur das Laufen und Wetter, den Weg fand ich im Großen und Ganzen nicht sehr spannend. In Dibbersen machte ich auf der Bank am Dangerser Berg ein kurzes Päuschen mit der übriggebliebenen, halben Paprika vom Abendessen und dem letzten Bierchen auf das ich am Vorabend keine Lust mehr hatte und dem Blick auf das Industriegebiet von Buchholz i. d.N.. Wie ich so da saß kam eine Gruppe des örtlichen Kindergarten vorbei und instant wurde ich zum Fokuspunkt der Kinder😄 Fragen über Fragen... Auch die jüngere der beiden Erzieherinnen war sehr an meinem Hobby interessiert und fragte mich aus über Ausrüstung und Erfahrungen. Da die beiden Erzieherinnen eh an der Bank mit den Kindern ein Picknick in der Vormittagssonne machen wollten, ich noch vor der Mittagspause durch Buchholz bin und ich der Fokuspunkt der Kinder war, picknickten wir zusammen. Für mich gab es die übriggebliebene halbe Tafel Schokolade und halbe Packung Salami-Sticks vom Frühstück Ein schönes Erlebnis! Danach rein nach Buchholz, Geld holen, einkaufen, wieder für Wandergulasch und Feierabendbierchen; dieses Mal 3 Flaschen Mönchshofe naturtrüb. Den Weg aus Buchholz raus finde ich ist immer noch einer der angenehmeren Cityhikes. Weiter ging es über den schönen Wald nach Buchholz, Brunsberg, etc. viele kennen die Strecke ja. Ab 17 Uhr nach dem NSG Büsenbachtal suchte ich mir kurz vor der Waldsiedlung Handeloh einen Übernachtungsplatz im Fichtenwald. Heute mal im Hellen aufbauen, kochen und Abend mit Bierchen ausklingen lassen. Lieber hätte ich in meiner geliebten Seevetal Hütte gepennt, aber weil am nächsten Tag Samstag und letzte Einkaufsmöglichkeit, vor Handeloh übernachten und gleich morgens Resupply.

    3. Tag:
    Die Nacht war kalt aber ruhig. Da ich nur knappe 15min bis zum Edeka hatte schlief ich etwas länger und ließ mir auch Zeit mit frühstücken, abbauen und packen. Pünktlich zur Ladenöffnung stand ich vor der Tür und versorgte mich mit Snacks, Getränken und Essen dieses Mal allerdings mit Couscous, Thunfisch und Tomatenmark. Bis Soltau ja nur noch übertruerte Tankstellen verfügbar... Btw. fällt mir da ein, daß 2 Angaben in der Wanderfreund App geändert werden müssen. Zum Einen, der Edeka in Handeloh hat auch Sonntags 9 - 12 Uhr geöffnet und zum Anderen, der HSW verläuft jetzt durch Wehlen und nicht mehr daran vorbei. Also nach der Seevetal Hütte nicht über die Holzbrücke sondern an der Seeve entlang und in Wehlen erst Seitenwechsel Richtung alte Route.
    Auf dem Parkplatz hatte ich noch einen kurzen Klönschnack mit ein paar freundlichen Einwohnern, die sich wunderten schon so früh im Jahr den ersten HSW-Wanderer zu treffen. Und dann nichts wie los in meinen persönlichen Lieblingsabschnitt des HSW das Seevetal. Das Wetter war wieder ein Träumchen und tröstete mich darüber hinweg das ich bis Wehlen insgesamt 8 Ultrabikepackern Platz machen musste. Schon irre... Kaum macht Fritz Meinecke Ultrabikepacking Content sind lauter Couchpotatos in der Midlife-Crisis der Meinung sie müssten sich als Presswurst im Kunstdarm verkleiden und mit völlig überteuerten Gravelbikes die Wanderwege lang schnaufen und des Nächtens in unzureichenden Bivis in Hütten und Bushaltestellen pennen und sich dabei einen abschlottern🙈🤷🤦 Von dieser Kategorie sollten mir bis Soltau noch etliche begegnen. Die meisten aber sehr nett und gelegentlich auch gut für einen kleinen Geartalk unter UL-Begeisterten. Auch wenn ich selber gar nicht mal so UL unterwegs bin.
    Bis Undeloh und meiner Mittagspause war ich sehr flott unterwegs mit nem Schnitt von 5,6km/h. Undeloh war trotz des schönen Wetters und Samstag wie ausgestorben. Auf dem Parkplatz beim Heide-Imbiss standen nur 2 Autos und weil nix los war durfte ich nicht nur kostenlos das WC benutzen und Wasser auffüllen, ich bekam bei nem Klönschnack mit den Standinhabern sogar noch ne Pommes und n Heidjer Pils spendiert.
    Bei dem Weg raus aus dem Radenbachtal und rauf nach Wilsede hatte ich den ersten üblen Hänger der Tour. Es zog sich für mich wie Kaugummi bis Wilsede. Nach dem Wilseder Berg peilte ich wieder den Waldrand an vor Niederhaverbeck an zum Biwakieren. Zum Abendessen Tomaten Couscous mit Thunfisch und Zwiebeln.

    4. Tag:
    Ein Tag ohne Besonderheiten zumal ich diesen Abschnitt mit Ausnahme der Borsteler Kuhlen und später der Timmeloher Heide immer als sehr reizlos empfinde und mir die Geräuschkulisse der A7 total auf den Senkel geht. Da ich in der Timmeloher Heide keinen Schlafspot fand der mir gefiel lief ich durch bis zum Parkplatz vom Heidepark und suchte mir hier im Kiefernwald ein schönes Plätzchen.
    Auf dem Weg bemerkte ich noch, daß ich in einem Kommentar zu einem Foto einen Fehler gemacht habe. Die ExxonMobil Station kurz vor dem Heidepark hat nämlich doch nichts mit den Erdgas/Erdölprospektionen der 60er Jahre zu tun. Wenn man auf dem Weg SoBo Richtung Heidepark linker Hand in den Wald schaut sieht man Schilder, die auf eine Gaspipeline hinweisen. Also muss das ExxonMobil Gelände entweder eine Wartungs- & Pumpstation sein und/oder ein Verteilerknoten.
    Die Nacht war wieder ruhig nachdem die Putzkolonnen im Heidepark fertig waren und keine Musik mehr über das Durchsagesystem des Parks lief.

    5. Tag:
    Montag, Resupplytag endlich wieder Zuckerwasser, Bier und Abendessen mit mehr Proteingehalt.
    Die neue Wegführung des HSW über den Campingplatz macht aus meiner Sicht nicht viel besser als vorher. Der Weg wird eh erst ab dem Wald hinter der Kreisstraße schön. Die Wegführung nach Soltau rein ist eh einer der schönsten Waldabschnitte des HSW. Zum Abendessen holte ich mir dieses Mal Eier, Baconwürfel und Tomaten. Zusammen mit Knoblauch und roten Zwiebeln gibt das ein schönes Rührei. Da ich die neue Wegführung SoBo aus Soltau raus letztes Mal als sehr dröge empfand lief ich wieder die alte Route. Verstehe eh nicht warum man ausgerechnet den einzigen intakten Erlenbruch auf dem ganzen HSW rausnimmt. Auf der neuen Route läuft man jetzt auch nicht viel weniger Urban.
    An der Bahnunterführung machte ich Mittagspause und ließ die Füße in der Großen Aue baumeln zum Abkühlen. Danach kommt ja, wie die Meisten wissen, die lange dröge Passage mit der Autobahnbrücke, dem endlos wirkenden Roadwalk an der Kreisstraße und die eintönigen Feldwege bis Meinholz. Den Weg an der Aue entlang nach Wietzendorf rein finde ich aber nach wie vor schön. In der frühen Abendstimmung ging es für mich hinauf auf den Häteler Berg zur Schutzhütte, wo ich ein wenig in den Gästebüchern stöberte und viele NST-Hiker der letzten 2 Jahre wiederfand. Danach suchte ich mir am Waldrand zur Heide einen schönen Schlafplatz. Im Dämmerlicht konnte ich beim Essen einen Fuchs bei der Mäusejagd beobachten.

    6. Tag:
    In der Nacht kündigte der Wetterumschwung mit Frost an, was ich aber erst beim Aufstehen bemerkte und den Anblick einer mit Raureif überzogenen Heide genoß. Frühstück und Kaffee gab es dieses Mal beim 7-armigen Wegweiser an der Panzerdrehplatte. Und während ich so da saß und futterte fuhren ständig Bundeswehrfahrzeuge vorbei. Als ich gerade mein Spiegelei fertig hatte vibrierte auf einmal alles und laut dröhnend rasselten 3 Panzerhaubitzen 2000 und ein Fuchs Radpanzer als Feuerleitfahrzeug. Die Soldaten glotzen blöd, weil son Typ im Wald sitzt und Spiegelei brutzelt und ich glotzte blöd weil mir bei Frühstück schweres Kriegsgerät durch den Vorgarten fuhr😂 Abgesehen vom blöd Glotzen teile ich nicht viel mit Soldaten. Aus meiner Sicht ist jeder Cent, der für militärische Zwecke ausgegeben wird Geld verbrennen, jedes Milligramm Rohstoff das zu Kriegsgerät veredelt wird ein verantwortungsloser Umgang mit den endlichen Ressourcen unseres Planeten und jede Sekunde Zeit, die zum Erstellen eben jenes Gerätes aufgewendet wird Arbeits- & Lebenszeitverschwendung. Mit all diesem zusammen, was in Militär & Kriege wandert könnte man binnen weniger Jahre in ein wahres Paradies auf Erden erschaffen in dem kein Mensch mehr Mangel erfahren müsste. Abgesehen von eben jenen Kriegsgewinnlern, die aktiv verhindern eine solche Welt zu erschaffen.
    Nach dem Frühstück ging's weiter Müden, Örtzetal, Faßberg, 11 Uhr.
    Schon im Örtzetal knallte der Wind in Böen schon heftig in die Kronen. Im Kiefernacker vor Faßberg war es dann so heftig, daß ich in der ersten Bushaltestelle Pause machte um den Wetterbericht zu checken. Sturmwarnung Böen bis 120 km/h...
    Optionen prüfen...
    Also im Wald unter Bäumen ganz doofe Idee. Die Schutzhütte in der Heide vor Lutterloh wäre mir zu weit und alle anderen sind nicht windgeschützt genug oder stehen unter Bäumen.
    Ich gehe erstmal zum Edeka und hole mir Bierchen zum Nachdenken. Eigentlich will ich nicht abbrechen, aber andererseits gefallen mir meine Optionen so überhaupt nicht... Ich rufe bei meiner besten Freundin an und frage sie ob ich schon heute aufschlagen kann. Es war sowieso geplant, daß ich nach dem HSW die Osterferien bei meinem Ziehsohn verbringe, daher auch das hohe Baseweight mit Wechselkleidung für 2 Wochen. Schweren Herzens hole ich mir noch 3 Bier für die Bus- & Zugfahrt. Zum Glück fährt von Faßberg auch immer ein Bus für die Soldaten direkt nach Unterlüss zum Bahnhof, von dort komme ich direkt nach Lüneburg und dann mit dem Bus nach Dahlenburg.
    Während der Fahrt dachte ich noch mal über alles nach. Also dieses Mal habe ich ja nicht aufgegeben, weil mein Mentalhealth scheiße war oder mir was nicht gepasst hat. Es war wirklich eine reine Vernunftentscheidung. Vielleicht teste ich irgendwann mal mein Setup auf Sturmtauglichkeit testen aber nicht jetzt. Aber insgesamt bin ich super zufrieden mit meiner Leistung 33km Tagesschnitt bei einem etwa Gesamtgewicht von 20 kg auf dem Rücken und das ohne jegliche Probleme. Mindset war die ganze Zeit top und Wetter war bis Dienstag Vormittag einfach mega.

    Im 2. Teil dann alles nach dem HSW bis jetzt.
    Liebe Grüße der Kienkerl
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