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Overnighter & Microadventures

Für die Seelenpflege in der Natur 🥰 Read more
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    🇩🇪 Buendorf, Deutschland

    Ein Lebenszeichen 1. Teil 👋

    Today in Germany ⋅ ☀️ 36 °C

    Moin Moin liebe Pinguine 🐧🐧🐧
    Mein erster Footprint dieses Jahr 😏 Und evtl. auch mein einziger und letzter für den Sommer. Denn vor zwei Nächten musste ich feststellen, daß meine X-Lite Luft verliert und das an einer Stelle, die ich nicht flicken kann. Also kann ich nur hoffen, daß Therm-A-Rest es so sieht, wie ich, daß es ein Materialfehler an der Klebenaht ist und den Garantiefall anerkennt. Geld für ne neue habe ich gerade nicht. Ansonsten bleibt mir nur auf ein völlig verfrühtes Weihnachts-/Geburtstagsgeschenk meiner Verwandtschaft zu hoffen, soll das nicht schon das Ende meines Outdoorjahres sein. Naja wir werden sehen...
    Aber zu meinen Aktivitäten:
    Mein Outdoorjahr bestand bisher weniger aus Hiken vielmehr aus vielen Microadventures mit Wandern. Die eisigen Temperaturen im Februar und März nutzte ich für viele Ausflüge an die zugefrorenen Seen der Seenplatte und besonders an die Müritz. Immerhin hatten wir bis auf 2 Tage Tauwetter fast durchgängig -5 bis -17°C so dass ich Deutschlands größten See begehen konnte. Zudem nutzte ich die Wetterlage um mich im Feuermachen im Winter zu üben und experimentierte mit meinem Schlaf-Setup Extremszenarien.

    Anfang März machte ich mit meinem Wanderbuddy eine kleine 2 Tagestour von Hitzacker (Elbe) nach Dahlenburg auf dem Elbhöhenweg und Freestyle durch die Görde. Den Elbhöhenweg muss ich unbedingt mal komplett machen, der ist erstaunlich schön. Bei der Übernachtung in der Görde erfanden wir das Wandergulasch.

    Rezept Wandergulasch:
    Man nehme Baconwürfel für Fett und Salz und brate sie an. Dazu als erstes eine rote Zwiebel und eine Knoblauchzehe, kurz anbraten und dann mit etwas Wasser ablöschen. VORSICHT den Knoblauch nicht zu stark anbraten sonst bitter! Rindfleisch; am besten Steak oder Filet Hauptsache schon zart wegen Kochzeit; in schmale nicht zu lange Streifen schneiden und mit etwas Pfeffer dazugeben. Ggf. etwas Wasser nachfüllen und 10min köcheln lassen für den Sud. Währenddessen Paprika schneiden und dazugeben. Die Paprika für das Aroma mindestens 5 Minuten mit kochen. Sud mit Pfeffer abschmecken und dann den Feta in Würfeln dazu und unter ständigem Rühren im Sud auflösen. Fertig. Am besten passt Weißbrot dazu. Champignons stellen ebenfalls eine wunderbare Ergänzung dar.
    Kochzeit ca. 20min auf dem Trangia bei ~50ml Spiritusverbrauch.

    HSW Ostern 2026:
    Gegen Ostern lief ich mit 11kg Baseweight in 4,5 Tagen den Heidschnuckenweg von Hamburg Fischbeck bis Faßberg, wo ich wegen Sturm leider abbrechen musste, sonst hätte ich den ganzen HSW wohl in 6 Tagen geschafft.

    1. Tag:
    Obwohl ich bereits um 9 Uhr in Neustrelitz den Zug bestieg erreichte ich die S-Bahn-Haltestelle Neugraben erst um 16:45 Uhr. Grund war die Generalsanierung der Strecke Berlin - Hamburg, welche zu vielen Verspätungen und Ausfällen führte. Daher rechne ich die 2 Stunden, die ich noch bis in die Dunkelheit laufen konnte in der Gesamtbilanz mit in den letzten halben Tag. In Neugraben versorgte ich mich noch mit Steak, Paprika, roten Zwiebeln, Baconwürfel, Feta & Knoblauch für mein Wandergulasch. Und zur Flüssigernährung gab es noch 5 Dosen Münchener Hell und zwei Flaschen Fanta. Snacks und Kaffee hatte ich noch ausreichend für 3 Tage.
    Vom Edeka lief ich zum Startpunkt des HSW, genehmigte mir da noch ein Bier und meine letzte Käse-Schinken-Stange von der Bahnfahrt und lief dann los. Ich hatte wunderschöne Abendsonne und genoß die Fischbecker Heide. Meinen Übernachtungsplatz fand ich nach ca. 7km außerhalb des NSG wo der HSW den Oheweg kreuzt in einem Fichtenwäldchen nahe der Bank und des Mülleimers. Den Aufbau musste ich bereits mit Stirnlampe machen, Gulasch und Bierchen gab es dann im Stockfinsteren bei Rotlicht😂

    2. Tag:
    Da ich so nahe am Forstweg geschlafen hatte, klingelte mein Wecker bereits um 5 Uhr. Ich kochte mir direkt einen Kaffee und begann dabei schon den Abbau und das Packen. Den fertigen Kaffee trank ich dann auf der Bank und dazu gab es als Frühstück eine halbe Tafel Schokolade und eine halbe Packung Salami-Sticks. Bis zum Mittag gibt's jetzt nur noch Laufen, Zuckerwasser und Gummibärchen. Und so lief ich fröhlich los. An der Wanderwegkreuzung kurz vorm Karlstein fand ich das NST-Schild etwas missverständlich, weil es am Schild Richtung Wildpark Schwarzeberge hing. Klar der Symbolik nach zeigt die Kompassnadel geradeaus, aber dennoch abweichend zur bisherigen Beflaggung. Bis Dibbersen genoß ich einfach nur das Laufen und Wetter, den Weg fand ich im Großen und Ganzen nicht sehr spannend. In Dibbersen machte ich auf der Bank am Dangerser Berg ein kurzes Päuschen mit der übriggebliebenen, halben Paprika vom Abendessen und dem letzten Bierchen auf das ich am Vorabend keine Lust mehr hatte und dem Blick auf das Industriegebiet von Buchholz i. d.N.. Wie ich so da saß kam eine Gruppe des örtlichen Kindergarten vorbei und instant wurde ich zum Fokuspunkt der Kinder😄 Fragen über Fragen... Auch die jüngere der beiden Erzieherinnen war sehr an meinem Hobby interessiert und fragte mich aus über Ausrüstung und Erfahrungen. Da die beiden Erzieherinnen eh an der Bank mit den Kindern ein Picknick in der Vormittagssonne machen wollten, ich noch vor der Mittagspause durch Buchholz bin und ich der Fokuspunkt der Kinder war, picknickten wir zusammen. Für mich gab es die übriggebliebene halbe Tafel Schokolade und halbe Packung Salami-Sticks vom Frühstück Ein schönes Erlebnis! Danach rein nach Buchholz, Geld holen, einkaufen, wieder für Wandergulasch und Feierabendbierchen; dieses Mal 3 Flaschen Mönchshofe naturtrüb. Den Weg aus Buchholz raus finde ich ist immer noch einer der angenehmeren Cityhikes. Weiter ging es über den schönen Wald nach Buchholz, Brunsberg, etc. viele kennen die Strecke ja. Ab 17 Uhr nach dem NSG Büsenbachtal suchte ich mir kurz vor der Waldsiedlung Handeloh einen Übernachtungsplatz im Fichtenwald. Heute mal im Hellen aufbauen, kochen und Abend mit Bierchen ausklingen lassen. Lieber hätte ich in meiner geliebten Seevetal Hütte gepennt, aber weil am nächsten Tag Samstag und letzte Einkaufsmöglichkeit, vor Handeloh übernachten und gleich morgens Resupply.

    3. Tag:
    Die Nacht war kalt aber ruhig. Da ich nur knappe 15min bis zum Edeka hatte schlief ich etwas länger und ließ mir auch Zeit mit frühstücken, abbauen und packen. Pünktlich zur Ladenöffnung stand ich vor der Tür und versorgte mich mit Snacks, Getränken und Essen dieses Mal allerdings mit Couscous, Thunfisch und Tomatenmark. Bis Soltau ja nur noch übertruerte Tankstellen verfügbar... Btw. fällt mir da ein, daß 2 Angaben in der Wanderfreund App geändert werden müssen. Zum Einen, der Edeka in Handeloh hat auch Sonntags 9 - 12 Uhr geöffnet und zum Anderen, der HSW verläuft jetzt durch Wehlen und nicht mehr daran vorbei. Also nach der Seevetal Hütte nicht über die Holzbrücke sondern an der Seeve entlang und in Wehlen erst Seitenwechsel Richtung alte Route.
    Auf dem Parkplatz hatte ich noch einen kurzen Klönschnack mit ein paar freundlichen Einwohnern, die sich wunderten schon so früh im Jahr den ersten HSW-Wanderer zu treffen. Und dann nichts wie los in meinen persönlichen Lieblingsabschnitt des HSW das Seevetal. Das Wetter war wieder ein Träumchen und tröstete mich darüber hinweg das ich bis Wehlen insgesamt 8 Ultrabikepackern Platz machen musste. Schon irre... Kaum macht Fritz Meinecke Ultrabikepacking Content sind lauter Couchpotatos in der Midlife-Crisis der Meinung sie müssten sich als Presswurst im Kunstdarm verkleiden und mit völlig überteuerten Gravelbikes die Wanderwege lang schnaufen und des Nächtens in unzureichenden Bivis in Hütten und Bushaltestellen pennen und sich dabei einen abschlottern🙈🤷🤦 Von dieser Kategorie sollten mir bis Soltau noch etliche begegnen. Die meisten aber sehr nett und gelegentlich auch gut für einen kleinen Geartalk unter UL-Begeisterten. Auch wenn ich selber gar nicht mal so UL unterwegs bin.
    Bis Undeloh und meiner Mittagspause war ich sehr flott unterwegs mit nem Schnitt von 5,6km/h. Undeloh war trotz des schönen Wetters und Samstag wie ausgestorben. Auf dem Parkplatz beim Heide-Imbiss standen nur 2 Autos und weil nix los war durfte ich nicht nur kostenlos das WC benutzen und Wasser auffüllen, ich bekam bei nem Klönschnack mit den Standinhabern sogar noch ne Pommes und n Heidjer Pils spendiert.
    Bei dem Weg raus aus dem Radenbachtal und rauf nach Wilsede hatte ich den ersten üblen Hänger der Tour. Es zog sich für mich wie Kaugummi bis Wilsede. Nach dem Wilseder Berg peilte ich wieder den Waldrand an vor Niederhaverbeck an zum Biwakieren. Zum Abendessen Tomaten Couscous mit Thunfisch und Zwiebeln.

    4. Tag:
    Ein Tag ohne Besonderheiten zumal ich diesen Abschnitt mit Ausnahme der Borsteler Kuhlen und später der Timmeloher Heide immer als sehr reizlos empfinde und mir die Geräuschkulisse der A7 total auf den Senkel geht. Da ich in der Timmeloher Heide keinen Schlafspot fand der mir gefiel lief ich durch bis zum Parkplatz vom Heidepark und suchte mir hier im Kiefernwald ein schönes Plätzchen.
    Auf dem Weg bemerkte ich noch, daß ich in einem Kommentar zu einem Foto einen Fehler gemacht habe. Die ExxonMobil Station kurz vor dem Heidepark hat nämlich doch nichts mit den Erdgas/Erdölprospektionen der 60er Jahre zu tun. Wenn man auf dem Weg SoBo Richtung Heidepark linker Hand in den Wald schaut sieht man Schilder, die auf eine Gaspipeline hinweisen. Also muss das ExxonMobil Gelände entweder eine Wartungs- & Pumpstation sein und/oder ein Verteilerknoten.
    Die Nacht war wieder ruhig nachdem die Putzkolonnen im Heidepark fertig waren und keine Musik mehr über das Durchsagesystem des Parks lief.

    5. Tag:
    Montag, Resupplytag endlich wieder Zuckerwasser, Bier und Abendessen mit mehr Proteingehalt.
    Die neue Wegführung des HSW über den Campingplatz macht aus meiner Sicht nicht viel besser als vorher. Der Weg wird eh erst ab dem Wald hinter der Kreisstraße schön. Die Wegführung nach Soltau rein ist eh einer der schönsten Waldabschnitte des HSW. Zum Abendessen holte ich mir dieses Mal Eier, Baconwürfel und Tomaten. Zusammen mit Knoblauch und roten Zwiebeln gibt das ein schönes Rührei. Da ich die neue Wegführung SoBo aus Soltau raus letztes Mal als sehr dröge empfand lief ich wieder die alte Route. Verstehe eh nicht warum man ausgerechnet den einzigen intakten Erlenbruch auf dem ganzen HSW rausnimmt. Auf der neuen Route läuft man jetzt auch nicht viel weniger Urban.
    An der Bahnunterführung machte ich Mittagspause und ließ die Füße in der Großen Aue baumeln zum Abkühlen. Danach kommt ja, wie die Meisten wissen, die lange dröge Passage mit der Autobahnbrücke, dem endlos wirkenden Roadwalk an der Kreisstraße und die eintönigen Feldwege bis Meinholz. Den Weg an der Aue entlang nach Wietzendorf rein finde ich aber nach wie vor schön. In der frühen Abendstimmung ging es für mich hinauf auf den Häteler Berg zur Schutzhütte, wo ich ein wenig in den Gästebüchern stöberte und viele NST-Hiker der letzten 2 Jahre wiederfand. Danach suchte ich mir am Waldrand zur Heide einen schönen Schlafplatz. Im Dämmerlicht konnte ich beim Essen einen Fuchs bei der Mäusejagd beobachten.

    6. Tag:
    In der Nacht kündigte der Wetterumschwung mit Frost an, was ich aber erst beim Aufstehen bemerkte und den Anblick einer mit Raureif überzogenen Heide genoß. Frühstück und Kaffee gab es dieses Mal beim 7-armigen Wegweiser an der Panzerdrehplatte. Und während ich so da saß und futterte fuhren ständig Bundeswehrfahrzeuge vorbei. Als ich gerade mein Spiegelei fertig hatte vibrierte auf einmal alles und laut dröhnend rasselten 3 Panzerhaubitzen 2000 und ein Fuchs Radpanzer als Feuerleitfahrzeug. Die Soldaten glotzen blöd, weil son Typ im Wald sitzt und Spiegelei brutzelt und ich glotzte blöd weil mir bei Frühstück schweres Kriegsgerät durch den Vorgarten fuhr😂 Abgesehen vom blöd Glotzen teile ich nicht viel mit Soldaten. Aus meiner Sicht ist jeder Cent, der für militärische Zwecke ausgegeben wird Geld verbrennen, jedes Milligramm Rohstoff das zu Kriegsgerät veredelt wird ein verantwortungsloser Umgang mit den endlichen Ressourcen unseres Planeten und jede Sekunde Zeit, die zum Erstellen eben jenes Gerätes aufgewendet wird Arbeits- & Lebenszeitverschwendung. Mit all diesem zusammen, was in Militär & Kriege wandert könnte man binnen weniger Jahre in ein wahres Paradies auf Erden erschaffen in dem kein Mensch mehr Mangel erfahren müsste. Abgesehen von eben jenen Kriegsgewinnlern, die aktiv verhindern eine solche Welt zu erschaffen.
    Nach dem Frühstück ging's weiter Müden, Örtzetal, Faßberg, 11 Uhr.
    Schon im Örtzetal knallte der Wind in Böen schon heftig in die Kronen. Im Kiefernacker vor Faßberg war es dann so heftig, daß ich in der ersten Bushaltestelle Pause machte um den Wetterbericht zu checken. Sturmwarnung Böen bis 120 km/h...
    Optionen prüfen...
    Also im Wald unter Bäumen ganz doofe Idee. Die Schutzhütte in der Heide vor Lutterloh wäre mir zu weit und alle anderen sind nicht windgeschützt genug oder stehen unter Bäumen.
    Ich gehe erstmal zum Edeka und hole mir Bierchen zum Nachdenken. Eigentlich will ich nicht abbrechen, aber andererseits gefallen mir meine Optionen so überhaupt nicht... Ich rufe bei meiner besten Freundin an und frage sie ob ich schon heute aufschlagen kann. Es war sowieso geplant, daß ich nach dem HSW die Osterferien bei meinem Ziehsohn verbringe, daher auch das hohe Baseweight mit Wechselkleidung für 2 Wochen. Schweren Herzens hole ich mir noch 3 Bier für die Bus- & Zugfahrt. Zum Glück fährt von Faßberg auch immer ein Bus für die Soldaten direkt nach Unterlüss zum Bahnhof, von dort komme ich direkt nach Lüneburg und dann mit dem Bus nach Dahlenburg.
    Während der Fahrt dachte ich noch mal über alles nach. Also dieses Mal habe ich ja nicht aufgegeben, weil mein Mentalhealth scheiße war oder mir was nicht gepasst hat. Es war wirklich eine reine Vernunftentscheidung. Vielleicht teste ich irgendwann mal mein Setup auf Sturmtauglichkeit testen aber nicht jetzt. Aber insgesamt bin ich super zufrieden mit meiner Leistung 33km Tagesschnitt bei einem etwa Gesamtgewicht von 20 kg auf dem Rücken und das ohne jegliche Probleme. Mindset war die ganze Zeit top und Wetter war bis Dienstag Vormittag einfach mega.

    Im 2. Teil dann alles nach dem HSW bis jetzt.
    Liebe Grüße der Kienkerl
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  • Bericht vom E9

    August 5, 2025 in Germany ⋅ 🌬 19 °C

    Moin moin liebe Pinguine, NSTler und sonstige Outdoorbegeisterte ;)

    Wie im letzten FP beschrieben war ich von Dienstag Abend bis Sonntag Vormittag auf dem E9 bzw. Ostseeküsten-Wanderweg zwischen Travemünde und Warnemünde unterwegs. Letztes Jahr bin ich die strecke ja schon mal von Trave- nach Warnemünde gelaufen oder besser gesagt gebummelt und hatte umstandshalber den Abschnitt Wismar -> Rerik ausgelassen. Dieses Mal bin ich die Strecke in die andere Richtung gelaufen, nicht gebummelt, und habe die Lücke auch geschlossen. Zum Einen wollte ich mal die Lücke schließen und zum anderen wollte ich dieses Mal die Strecke genauer betrachten, in Hinsicht auf die Ideen von Robin "the Hood" und Markus "Fernwanderer", wo dieser Abschnitt bzw. ein Teil dieses Abschnitts bei beiden für eine mögliche Wegführung eines NST-Ost oder eines Süd-Nord-Trails als Teil von einmal um die BRD in Betracht kommen.

    Erstmal kurz über meine Tour:
    Gesamtstrecke: 175km - Tage: 4,5 - Tagesschnitt: 39km - Asphalt-/Betonanteil: über 50%
    Originalstrecke 151km bei mir 24 mehr, weil ich eine Alternative zwischen Klein Strömkendorf und Hof Redentin ausprobiert habe und daher Rerik -> Wismar zweimal gelaufen bin.
    Fotos habe ich sehr wenige gemacht, da mir erst unterwegs aufgefallen war, daß ich bei der Vorbereitung vergessen hatte meine Powerbank zu laden und nur noch eine Ladung fürs Handy drin war, die ich aber für den Tag der Rückfahrt sparen wollte, damit ich auch mein digitales D-Ticket vorzeigen kann. Der Reststrom mußte für Navigation her halten.
    Das Wetter war über alle Tage sehr wechselhaft. Meist hatte ich trockene teils auch sonnige Vormittage um dann ab späten Mittag bei Regen und Gewitter zu laufen. Den Schlafsack konnte ich gerade so trocken halten, alles andere war dauerklamm.

    Dienstag:
    Start war Dienstag Abend letzter Woche Bahnhof Warnemünde 18:30 bis ca. 21 Uhr zum Gespensterwald Nienhagen, wo ich mit Meerblick in diesem urigen Buchenküstenwald zwischen 2 großen Waldmeisterteppichen mit herrlichem Duft in der Hängematte geschlafen habe. Gute Camp-Spots, kein Schutzgebiet, etwas warten bis Touris und Gassigeher weg sind!

    Mittwoch:
    Am Mittwoch bin ich nach nem kurzen Kaffee bereits um 6 Uhr gestartet denn rund 45km waren heute zu bewältigen. Um 9 Uhr kurzer Stopp in Kühlungsborn beim Edeka für ne kalte Cola und n Brötchen vom Bäcker. 13 Uhr Ankunft in Rerik und Mittagessen mit Seeblick und Kaffee im Pavillon an der Teufelsschlucht. 14:30 Uhr kurzer Resupply im örtlichen Edeka für Abend und Nacht und weiter im Regen über meine Alternative(siehe die Screenshots aus dem Komoot-Routenpaner) in die Redentiner Tannen, wo ich bei Recherchen einen schönen Waldpicknickplatz entdeckt hatte. Der Weg war fast komplett auf Asphalt auf dem Ostsee-Radweg hatte im Gegensatz zum E9 aber tolle Ausblicke auf das Salzhaff, die Halbinsel Wustrow, den Boisendorfer Werder und die Insel Poel. Zudem viele Hütten, Bushaltestellenhäuschen und Mülleimer, was bei dem Sauwetter natürlich ein enormer Vorteil war, konnte ich so doch immer mal wieder aus dem Wind/Regen und dem Poncho. Mit Pausen war ich dann um 21 Uhr und völlig k.o. endlich an dem Picknickplatz um voller Schrecken fest zustellen, daß da ein Schild hing. "Jagdliche Einrichtung - Betreten verboten" Ein Streckenplatz der örtlichen Jäger... Na toll. Scheiß drauf! Es ist nass ich habe Hunger und brauche Schlaf! Für eine ;) zwei Nächte wird das schon klar gehen, wenn keiner da ist und ich spät aufbaue, früh abhaue und alles ordentlich hinterlasse. Außerdem lag da Müll von anderen rum, also scheinen da eh mal öfter Leute Pause zu machen. Also beim Schein der Stirnlampe schnell parallel Abendessen kochen, Müll sammeln, Tischplatte und Bank säubern, Bett auf dem Tisch aufbauen, aufpassen dabei die Wespen in ihrem Nest unterm Dach nicht ärgern :D Wer nicht weiß, was in der jagdlichen Sprache ein Streckenplatz bzw. eine Strecke legen ist bitte selber googeln ;)

    Donnerstag:
    Die Nacht war ruhig, abgesehen von der nahen Futtermühle in Hof Redentin, die manchmal wirklich scheiße laut war. Verstehe nicht wieso die die ganze Nacht laufen mußte… Als Anwohner hätte ich ja schon mal mit dem Betreiber geredet alleine schon wegen Immissionsschutzgesetz. Naja egal ich konnte auf der Tischplatte trotzdem sehr gut schlafen. Käffchen, Frühstück, Geraffel packen und ein Versteck für die Schlafausrüstung, Kochset und Wechselwäsche in der Nähe gesucht. Da ich Abends wieder hier sein würde für eine zweite Nacht sah ich keinen Grund sie den ganzen Tag mit zu schleppen. Alles rein in meinen stabilen Inlinermüllsack und tiersicher/regensicher etwas abseits im Unterholz deponiert. Minus 3kg Ausrüstung aber plus 3 Beutel mit Müll, den ich von anderen wahrscheinlich Durchreisenden am Streckenplatz eingesammelt hatte ging es dann flotten Schrittes bis 9 Uhr nach Wismar zum Bahnhof ab in den Zug nach Neubukow und mit dem Bus wieder nach Rerik. Hier nochmal schnell für einen Tag Vorräte geholt und ab die originale E9-Strecke wieder zum Streckenplatz gelaufen. Weniger Asphalt, aber weit weg vom Salzhaff über schlammige Feldwege. Um 18 Uhr war ich wieder da bei Regen und froh über das dichte Dach. Ausrüstung aus dem Versteck geholt und einen ruhigen Abend gemacht. Nach dem 45km und dem 37km Tagen war ich ganz gut k.o.. Aber schon wieder lag Müll rum, den ich dann wieder eingesammelt habe. Wenn ich so einen Platz schon "illegal" nutze, dann kann man ihn ja auch wenigstens ordentlich hinterlassen; öffentliche Mülleimer sind in alle 3 Richtungen max. 3 km entfernt. Da hier fast ausschließlich Radfahrer unterwegs sind kotzte mich der Müll natürlich noch mehr an, die müssen das ja nicht mal auf dem Rücken oder in der Hand tragen...
    Der Abend im Regen war völlig ruhig für mich. Keine Radfahrer, Gassigeher oder sonst wer und die Futtermühle wurde dieses Mal auch gegen 20 Uhr abgeschaltet, so daß ich richtig gut durchschlafen konnte.

    Freitag:
    Nach den letzten beiden anstrengenden Tagen würde es heute etwas ruhiger zugehen, Ziel war die weiße Wiek bis kurz vor dem Campingplatz Liebeslaube ~25km. Trotz Wecker schlief ich bis fast 8 Uhr durch :O uuppss Aber zum Glück kahm auch keiner vorbei oder verjagte mich. Also ganz in Ruhe Frühstück, packen und auf ein weiteres Mal nach Wismar :D Heute mehr Spaziergang mit Gepäck als strammer Marsch. Punkt 12 Uhr zum Mittagessen stand ich vorm Alten Schweden am Marktplatz Wismar. Geilo Futter in meinem Lieblingsrestaurant für Deutsche Küche. Wegen dem mäßigen Wetter war ich ganz alleine im Außenbereich und wurde sehr schnell und trotz meines hikertrashigen
    Aussehens sehr höflich und zuvorkommend bedient. Vorspeise: Schweinemedaillons mit Pfefferrahmsauce, Kroketten und Butterbrokkoli - Hauptspeise: Mecklenburger Bauernpfanne nach Art des Hauses - dazu gab es ein hervorragendes Schwarzbier vom Fass einer kleinen lokalen Brauerei. Ja ne ganz schöne Völlerei gleich zwei Hauptgerichte, aber ich hatte nach fast 3 Tagen nur Tüten- und Dosenfras so richtig Bock auf was zünftiges :D
    Pappsatt tingelte ich dann gemütlich auf Radwegen und Singletrails zur Hohen Wieschendorf Huk und suchte im Waldsaum auf der Steilküste nach einem Schlafplatz. Gar nicht so leicht! Der Wind blies heute sehr stramm aus Nord-West mit teilweise sehr heftigen Böen und somit fiel die Nacht an der schön gelegenen Schutzhütte am Fichtenkopf, eigentlich ein kleines Kiefernwäldchen mit traumhaften Lagerbedingungen und Mülleimer, leider flach. Der Wind ballerte hier dermaßen heftig rein, daß der Windchill einfach zu krass war und auch die Gefahr, daß im aufgeweichten Boden sich doch ne Kiefer löst war mir zu hoch. Also weiter Richtung Campingplatz Liebeslaube um unter Land in den Windschatten der Landzunge Boltenhagen/Priwall zu kommen. Etwa 500m vorm CP lies der Wind dann auch merklich nach, leicht und angenehm in der mittlerweile scheinenden Nachmittags/Abendsonne, aber dennoch stetig. Hier war auch ein kleines Fleckchen freie Fläche offen zur Wiek und genügen Abstand zur Abbruchkante und Platz genug für ein komfortables Bodensetup mit ausreichend Schutz zur Wetterseite. Von hier auch mein letzter FP. Später gesellte sich noch ein sehr netter, junger Bikepacker aus Polen zu mir und stellte sein Nordisk Lofoten 1 ULW auf die Freifläche, auf der ich Minuten vorher noch gekocht hatte. Wir tranken noch 3 Bierchen zusammen, die er extra nochmal vom CP Liebeslaube holte und unterhielten uns über das freie Reisen abseits von Unterkünften und Campingplätzen. Peter, so sein Name, wie mein zweiter Vorname, sprach ausgezeichnet Deutsch. Wie ich erfuhr waren zwei seiner Ur-Großväter Deutsch-Masuren, die im 2. WK auf Seiten der polnischen Partisanen gekämpft hatten und daher nach der Befreiung durch die Rote Armee nicht vertrieben wurden und auch in der danach entstehenden polnischen Gemeinde ein sehr hohes Ansehen genossen. In seiner Familie lebt man bis heute zweisprachig und die Kinder und Enkel lernen im Heimunterricht auch noch Deutsch lesen und schreiben. Deshalb machte er auch gerade eine Radrundreise durch Deutschland und war jetzt entlang der Ostsee auf dem Rückweg nach Hause. Er wollte einen Teil seiner Wurzeln kennenlernen und besser verstehen. Ich hatte die ganze Zeit die Kurzgeschichtensammlung von Siegfried Lenz "So zärtlich war Suleyken" im Kopf, stammte doch ein Teil meiner Familie väterlicherseits auch aus der Ecke nur etwas weiter nördlich bei ehemals Königsberg. Ein sehr schöner Abend!

    Samstag:
    Noch einmal stramm marschieren das Motto des Tages.
    Morgenritual durchziehen und los geht's. Noch ein herzlicher Abschied von Peter und dann Boltenhagen Geld holen, Resupply und flux wieder raus. Der schöne Weg an der Wiek entlang, den ich letztes Jahr als Geheimtipp bekommen hatte war nur noch von Wohlenberg bis Siedlung Tarnewitz Kamp laufbar. Danach war der Weg komplett zu gewuchert. Ich mußte mich dann über das zum Glück schon abgeerntete Feld zurück zum Radweg begeben. Steilküste Boltenhagen bis zur Steinbecker Strandnixe in praller Sonne wenig Wind Vorgewitterluft, schwül und drückend wenig Wind. Viel Brennnessel, Disteln und !!!RIESEN-BÄRENKLAU!!! auf dem Singletrail links und rechts in Massen. Höllisch aufpassen beim Langlaufen selbst mit langen Klamotten. Von der Strandnixe aus wieder auf den Radweg endlos Asphalt in der Pregewittersonne… und am Himmel in Laufrichtung schon die Gewitterfront in der Ferne zu sehen. 17 Uhr kurz vor Groß Schwansee dann gerade noch so in einen Buchenmischwald im Windschatten mit großen Waldmeisterteppichen abgebogen und im aller letzten Moment das Tarp hängen gehabt als der Wolkenbruch und das Gewitter über mir waren. Darunter konnte ich dann in aller Ruhe meine Hängematte aufbauen, Abendessen kochen und schauen wann und wie ich am Sonntag dann am besten von Travemünde wieder zurück nach Neustrelitz komme. Ich lag relativ früh in der Hängematte genoß mein Tourabschlußbierchen und beobachtete die Rehe auf der Freifläche. Durch den Regen intensivierte sich der Waldmeistergeruch wundervoll, ein Träumchen…

    Sonntag:
    Bis zum Bahnhof Travemünde Hafen waren es noch etwas über 12km und mein Zug sollte um 9:37 Uhr fahren. Deshalb verschlief ich auch gleich erstmal bis 7 Uhr :D Aufgewacht und Dauerregen. Regenradar sagt: "Fick dich! Du kommst net trocken zum Bahnhof! Und strammen Gegenwind schenke ich dir auch noch!" ARSCHLOCHWETTER :D Nächster Zug 10:37 also noch n Käffchen und Frühstück unterm Tarp. Dann aber auch zackig durch marschiert zur Priwall-Fähre und klatsch nass am Bahnhof angekommen. Ja hätte Poncho anziehen können, aber bei dem Gegenwind war es auch mit weniger Angriffsfläche anstrengend genug auf 5km/h zu bleiben und auch warm genug :D Naja ok als der Kreislauf runterfuhr merkte ich dann doch, daß ich etwas ausgekühlt war. Unter den verwirrten und etwas entgeisterten Blicken der anderen Wartenden am Bahnsteig zog ich mich komplett um. Halbwegs trockene, lange und warme Klamotten mußten jetzt einfach mal her! Da waren mir die Blicke dann auch relativ egal. Die Rückfahrt war echt ne Katastrophe... Wegen dem ganzen Ersatzverkehr und Umleitungen aufgrund der Generalsanierung Hamburg - Berlin ist der Regionalverkehr in Meckpomm völlig überlastet + Wacken-Rückreisetag :D Leute wenn ihr könnt meidet die nächsten "9 Monate" diese Strecken! In der Presse heißt es zwar alles läuft super, aber aus direkter Erfahrung kann ich euch sagen, daß die geplanten Beförderungs-Kapazitäten bei weitem zu wenig sind solange noch Ferienzeit ist.

    So und nun zum Thema NST-Ost/SNT:

    Ist die Landschaft schön?
    Ja!

    Hat man eine gute Versorgung?
    In der Hauptsaison ja!

    Wasserversorgung?
    Nur durch Supermärkte und nette Anwohner. Ganz ganz selten Friedhöfe, die sind alle weiter im Hinterland. Manchmal auch öffentliche WCs mit Leitungswasser. Bäche hats eh kaum und landwirtschaftlich unbeeinflußt schon mal gar nicht! Daher kannste Wasserfilter auch gleich zu Hause lassen und zwar komplett auf dem E9 bis Swinemünde.

    Sind die Wege schön?
    Ufff das ist der Pferdefuß! Ja es gibt immer wieder schöne Singletrails durch Küstenwälder, an den Steilküsten oder am Ufersaum, auch ein paar Feldwege, aber ca. 60% sind asphaltierter oder betonierter Radweg + Sightseeing und Resupply kommt man dann ehr so auf 65-70%. Von den Radwegen meist auch kein Meerblick, weil hinter dem Waldsaum zum Ufer. Zudem lebt man als Wanderer auf diesen Radwegen einigermaßen gefährlich. Entweder man läuft mit der Fahrtrichtung und wird alle 2-5min von hinten angeklingelt und bekommt irgendwann einen zu viel oder man läuft im Gegenverkehr und erntet böse Blicke und manche erwarten sogar, daß man vom Weg runter zur Seite ins Gestrüpp hechtet, weil abbremsen und ausweichen geht gar nicht! Selbst auf den Singletrails, hat man neuerdings immer wieder Gravelbikepacker, die von dir erwarten in die Schlehen und Brennnesseln zu hüpfen, wenn sie kommen. So richtig seine Ruhe hat man eigentlich nur früh morgens oder am Abend. Die Wege sind alle eindeutig als Rad- und Gehweg ausgewiesen, aber hier merkt man, daß du als Wanderer für die Radler nur als Hindernis/Ärgernis wahrgenommen wirst. Das fand ich auf beiden Wanderungen irgendwann immer emotional als belastend, weil ich doch niemandem was böses will; nur wandern...

    Wie sieht es mit Schlafplätzen aus?
    Mit etwas Gespür und Erfahrung findet man eigentlich immer ein ruhiges, schönes Plätzchen für eine Nacht. Oft sogar mit Bank und Mülleimer in der Nähe. Die einzige Ecke, die etwas schwieriger ist, ist zwischen Priwall und Steinbecker Strandnixe. ansonsten habe ich auch beim Laufen immer wieder Fleckchen gesehen, wo ich dachte: "Ach hier wäre auch schön für eine Nacht!"

    Wie ist die Situation mit dem Wildcampen?
    Da wir hier durch Meckpomm laufen sehr, sehr gut! Laut meck. NaSchG darf man als unmotorisierter Wanderer außerhalb von Schutzgebieten in der Freien Landschaft eine Nacht campen.

    Was ist mit der Beschilderung?
    Die Radwege, also der Iron Curtain Trail/EuroVelo 13 bzw. Ostsee Küsten-Radweg, sind perfekt ausgeschildert! Vom E9, Hanseatenweg, Ostsee Küsten-Wanderweg siehst du alle paar km mal ne Flagge, kannste aber nicht nach laufen. Existiert also nur noch in teuren Wanderführern bzw. als GPX auf Waymarkedtrails.

    Unterkünfte?
    Gibt es mit Sicherheit reichlich, weil alles Touriorte. Campingplätze hat es auch reichlich. Die Frage bei beidem sind halt die Preise und die Verfügbarkeit. Was ich so gesehen habe ist es meiner Ansicht nach alles überteuert, ganz besonders die Campingplätze. Mit einer Nacht mit Zelt, Dusche und Strom biste ganz schnell bei 25-30€ pro Person. Einbettzimmer bekommste teilweise schon ab 35€, wenn noch was frei ist.

    Würde ich den Abschnitt in den NST-Ost/SNT einbauen?
    Klares jain :D Also es macht in Teilen schon Spaß und hat tolle Ausblicke. Aber der Asphaltanteil ist echt Horror und wird auch immer mehr. Es gibt noch Restteile vom weg, die noch nicht gepflastert oder asphaltiert sind, aber sie werden weniger! Dieses Jahr waren Teilstücke, die letztes Jahr noch Schotter bzw. Wassergebundene-Wegedecke waren, gepflastert oder asphaltiert worden. Der Fahrradtourismus hat hier ganz klar Vorrang für die Gemeinden. Die Singletrails stehen halt ständig in der Gefahr durch die Ausweisung neuer Schutzgebiete, Ausweitung der Kurtaxenbereiche, Steilküstenabbrüche und fehlende Pflege einfach zu verschwinden, wodurch die Strecken auf dem Radweg früher oder später immer länger werden. Ich denke genau deswegen wurde dieser Weg von den Wanderverbänden auch schon aufgegeben. Klar ich kenne die restlichen 180km bis Swinemünde noch nicht, aber ich würde dann auch ehr Richtung nein tendieren, weil mehr Radautobahn als Wanderweg. Den Ostseeteil vom E9 sehe ich so als Sache, die man mal bewußt in nem schönen Sommer als Bade- und Asphalttour planen würde. für einen NST-Ost/SNT würde ich ehr mal sehen, ob man nicht lieber den E9A(Naturparkweg) oder die Via Baltica(Jakobsweg) nimmt. Die Via Baltica trifft sich eh bei Lübeck mit dem E1 und den E9A müßte man nur von Rosengarten am Nordende vom Schaalsee bzw. am Dutzower See nach Ratzeburg zum E1 verlängern und hat wahrscheinlich in der Gesamtheit die schöneren Wanderwege.

    Liebe Grüße euer Kienkerl
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  • Kurzer Gruß vom E9

    August 1, 2025 in Germany ⋅ ⛅ 17 °C

    Da ich gerade mal Zeit hatte und es wegetechnisch das Leben mit der DB im Nordosten der Republik leichter macht laufe ich die Strecke Warnemünde -> Travemünde rückwärts zum letzten Jahr. Außer ein paar Schauer bin ich vom sonstigen Sauwetter verschont geblieben. Nebenbei scoute und recherchiere ich für eine mögliche Route des Nst-Ost bzw. SNT. Ausführlicheres wenn ich nicht so knapp an Strom bin.Read more

  • Mädelsabend mit Heidschnucken

    October 3, 2024 in Germany ⋅ ⛅ 11 °C

    In der Nacht von gestern auf heute war ich 2 Stunden wach, da ein nicht angekündigter Regenschauer mich nach dem Pieseln wach hielt. Ich traute meinem Bodensetup Experiment noch nicht so ganz. Aber nachdem ich ein paar Zentimeter tiefer unters Tarp wanderte mit Isomatte und Schlafsack konnte ich trocken und beruhigt weiter schlafen.
    Da von meiner geplanten Tour aufgrund des unplanmäßigen Resupplys in
    Amelinghausen nur noch 13km übrig waren drehte ich mich um 5:30 Uhr nochmal um und schlief bis 7:30 Uhr. Nach dem Aufwachen ließ ich mir viel Zeit für Frühstück und Kaffee und war erst um 9:30 Uhr wieder on Trail.
    Ich folgte dem Luhewanderweg bis Gut Thansen, dann über die Thanser Heide nach Schwindebeck. Hier folgte ich der Bahnlinie des Heide Express in Richtung der Kieselgur Teiche, wo ich euch eigentlich noch ein Foto von der alten Dynamithütte; Lost Place; ein Foto machen wollte. Doch leider ist die Hütte und der ehemalige Verladebahnhof mittlerweile so zugewachsen, daß ich keinen Zugang mehr zum Gelände fand. In Schwindebeck wurde bis in die 60er Jahre Kieselgur abgebaut und bis Ende des 2. Weltkrieges Dynamit hergestellt. Nach der Verladestation ging es weiter zu die alten Abbaumulden, die heute Angelgewässer sind, die Kieselgurteiche Schwindebeck. Der Wald um die Kieselgurteiche ist naturschutzfachlich relevant, weil die chemischen Eigenschaften von Kieselgur optimale Wachstumsbedingungen für diverse Orchideenarten schaffen.
    Folgt man dem Heide Panorama Weg kommt man nun in die Schwindebecker Heide, einem ehemaligen Truppenübungsplatz der Britischen Besatzungsstreitkräfte. Nach der Zeit als Truppenübungsplatz wurden Teile der Heidelandschaft durch Pflege mit Heidschnucken und der freiwilligen Arbeit von Anwohnern erhalten.
    Hier begab ich mich etwas abseits in den Wald für eine Mittagspause.
    Dana h lief ich weiter zur Schwindequelle, wo ich mir Wasser für den Abend und morgen filterte. Die Schwindequelle ist etwas eisenhaltig weswegen sie ungewohnt schmeckt aber theoretisch ist das Wasser auch ohne Filter trinkbar.
    Hinter der Schwindequelle kommt noch eine kleine Heidefläche. Hier schlug ich mein Nachtlager auf keine 100m von den Heidschnucken auf. So habe ich quasi einen Mädelsabend mit Heidschnucken 🤣
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  • Alte Heimat neue Wege

    October 3, 2024 in Germany ⋅ ☁️ 14 °C

    In Niedersachsen stehen die Herbstferien an und somit bin ich einmal wieder nach Lüneburg gereist um Zeit mit Freunden, Verwandten und meinem Ziehsohn zu verbringen. Und wenn ich schon in der Gegend bin möchte ich Ecken, die ich nur von der Arbeit kannte mit meinem neuen Hobby auch neu erleben. Dieses Mal zog es mich westlich meiner Heimatstadt, die einstmalst Namensgeber war für die Region, die heute als Lüneburger Heide bekannt ist. Denn nicht nur die Region rund um Wilsede wurde für die Saline in Lüneburg großflächig gerodet, sondern natürlich auch die nähere Umgebung von Lüneburg westlich der Elbe. Aus der Dokumentation der UNB Lüneburg kenne ich noch Fotos, wo all das wo ich gerade wandere noch Feld- & Heide war bis in die 50er & 60er Jahre, wo die großen Aufforstungen mit Kiefern begannen. Heute durchläuft man Kiefernwälder, Moorrandgebiete, Weiden und Felder wo einst die Heide im August die Landschaft Lila färbte. Zudem wollte ich an möglichst vielen Stellen vorbeikommen an denen ich in meiner Zeit bei Landkreis naturschutzfachlich tätig war.
    Am Dienstag war Anreise und die DB schaffte es auf einer Strecke von 3 1/2 Stunden Fahrzeit glatte 2 Stunden Verspätung einzufahren. Zudem war das Wetter grauselig, kalt, regnerisch und windig, so daß ich mir beim rumstehen trotz bester Outdoor-Kleidung ganz schön einen weg bibberte beim Warten an den Bahnsteigen. Nach 5 1/2 Stunden endlich in Lüneburg angekommen verbrachte ich den Nachmittag und Abend mit meinem Wanderbruder bei Bier und selbstgemachten Burgern. Am Abend bekam ich rasende Kopfschmerzen, die trotz Ibuprofen die ganze Nacht anhielten, so daß ich mich schon fast wieder im Zug nach Neustrelitz sah. Zum Glück ließen diese aber nach Kaffee und Dusche am nächsten Morgen schnell nach und so machte ich mich auf den Weg.
    Nach einem Zwischenstopp beim Bäcker ging es für mich von Lüneburg Richtung Böhmsholz, einem ehemaligen Forsthof, und durch das schöne Hasenburger Bachtal nach Heiligenthal, einem kleinen Mühldorf, daß auf ein Kloster zurück geht. Von dort aus lief ich weiter dem Lauf des Hasenburger Bachs stromaufwärts nach Oertzen und kaum schließlich durch einen riesigen Forst ins Marxener Paradies. Das Marxener Paradies ist ein kleines Seitenkerbtal der Luhe mit einer kleinen Quelle und ehemaligen Schafswäsche, das durch uns nach und nach renaturiert wurde und heute ein Kleinod in der Region ist. Auf sehr kleinen Raum treffen hier Teich, Magerwiese, Heidefläche, Buchen-Niederwald und Orchideenwiese aufeinander. Es ist zwar eigentlich Privatgelände, wird aber von der alten Gutsfamilie der Öffentlichkeit zur Naherholung zur Verfügung gestellt. Jeder der mal in der Gegend ist sollte diesen kleinen Ort mal besuchen, besonders im Sommer, wenn Orchideenwiese und Magerwiese in voller Blüte stehen. Das Marxener Paradies befindet sich zwischen den Dörfern Drögeniendorf und Marxen am Berge.
    Nach meiner ausgedehnten Mittagspause im Marxener Paradies wanderte ich zum sogenannten Soldatenteich in der Nähe der Kronsbergheide, berühmt, weil hier immer die Amelinghausener Heidekönigin gekrönt wird. Der Soldatenteich ist eine renaturierte Fischteichanlage und heute eines der bedeutendsten Leichgewässer der Gegend mit ruhiger Lage und herrlicher Blütenpracht, wenn Pfeilkraut und Teichrose in Vollblühte stehen. Seit wir 2019 den Teich einmal komplett ablassen und entschlammen mußten hat sich der Wasserstand leider noch nicht wieder komplett erholt, aber ich fand es schön, daß er wegen der diesjährigen großen Regenmengen wieder deutlich besser war als die Jahre zuvor.
    Nun mußte ich nach ~20km noch weiter nach Amelinghausen um Vorräte für heute einzukaufen. Hätte mein Birchboy mich nicht darauf hingewiesen hätte ich glatt vergessen, daß heute Feiertag ist... Eigentlich wollte ich am Soldatenteich oder in der Kronsbergheide nächtigen aber so war noch etwas mehr Strecke auf der Tagesordnung. Also über die Lopau und rein in den Ort und einkaufen. Mit viel zu schwerem Rucksack, Havanna war im Angebot, da konnte ich nicht widerstehen, ging es über Wohlenbüttel auf nicht enden wollenden Kreisstraßen weiter nach Soderstorf zu meiner letzten Gewässerbaustelle und meinem Übernachtungsspot. Hier befand sich bis 2018 eine große Forellenzucht Anlage, die wir auch renaturiert haben. Die kleinere Aufzucht existiert noch, aber die große Anlage in der die Fische bis zum Verzehrgewicht gezogen wurden, wurde von uns in ein Gelände umgewandelt in der der natürliche Bachlauf, der die Aufzucht mit sauerstoffreichem Frischwasser versorgt, kasskadierend durch die ehemaligen Fischteiche wieder in die Luhe geleitet wird. Leider gibt es für das Gelände derzeit noch kein dauerhaftes Pflegekonzept, weswegen es zu sehr aufbaumt. Ich hoffe meine ehemaligen Kollegen finden bald eine Lösung, so daß ich euch das Gelände beim nächsten Besuch mal komplett zeigen kann. Derzeit entwickelt es sich zu sehr in einen Weiden-Erlen-Bruch und die Idee war ursprünglich es offen zuhalten. Der Wechsel zwischen Flachwasserteichen und einem kiesigen Bachbett in Vollsonne zielte ursprünglich darauf ab möglichst vielen unterschiedlichen Fisch- & Amphibienarten ein Fortpflanzungsbiotop anzubieten.
    Die Nacht verbrachte ich im Kiefernwald direkt am Gelände mit einer Bodenversion meines Hängematten Setups. Noch nicht perfekt, aber es war ein schöner Abend mit Lagerfeuerromantik in der Bushbox und einer Havannamische im Schädel 🤣
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  • Habe fertig :D

    August 22, 2024 in Germany ⋅ ☁️ 22 °C

    So wieder daheim am PC und mal das Tracking von Komoot für euch gescreenshotet. Falls ich es verpeile die Fotos des Tages noch vom Handy aus in den FP zu laden linke ich euch mal mein Komoot-Profil.
    https://www.komoot.com/de-de/user/666999837420

    Die Rücktour war im Vergleich zum gestrigen Weg ehr dröge mit sehr viel Straßenanteil. In Zukunft werde ich wohl immer die erste Variante laufen. Sonst keine besonderen Vorkommnisse.

    Ich danke wie immer für die virtuelle Begleitung und wünsche einen schönen Abend allerseits und always happy trails <3
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  • DSÜ am Bahndamm 😁

    August 22, 2024 in Germany ⋅ ☁️ 17 °C

    Der Weg von Alt Strelitz nach Klein Trebbow war überraschend schön für einen Feldweg entlang der Bahnlinien Berlin-Stralsund besonders die kleine Brücke für Fußgänger und Radfahrer war ein kleines Highlight. Zwar ging es viel über Schotter und Betonplatten, aber da ich dieses Mal wieder mit den Meindl Bernina 2 mit B Sohle unterwegs war störte es mich deutlich weniger als sonst. Ich bin wohl durch die vielen Jahre in Arbeitsschuhen zu sehr konditioniert um mit Trailrunnern oder den weicheren und leichteren Meindl Badia zu laufen. Meine Füße sind darin deutlich schneller ermüdet. Lesson learnt! Also auch zukünftig in den dicken Botten hiken😄
    Kurz vor Klein Trebbow bog ich ab auf den Zubringer zum Campingplatz am Kluger See und lief so weiter parallel zur Bahnlinie, erst noch etwas Feldweg und dann Kiefernforst. Kurz vor Drewin machte ich eine ausgedehnte Mittagspause mit Bier und Kuchen um mich dann frisch gestärkt der Durchschlageübung zu stellen, die aber zum Glück völlig harmlos verlief. Auf dem Bahndamm konnte ich problemlos den Verbindungsgraben Drewensee - Kleiner Drewensee queren. Ich wartete lediglich einen Zug ab und ging dann gemütlich auf dem Leitungsschacht. Nur wenige Meter später konnte ich wieder auf den Unterhaltungsweg wechseln, mußte ich mich doch noch ein ganzes Stück an der Bahnlinie halten, weil der kürzere Weg auf die Halbinsel durch zwei bewohnte Privatgrundstücke versperrt war. So irrte ich danach etwas hin und her auf Forstwegen und Rückegassen, bis ich beim Campingplatz am Wangnitzsee wieder auf den Hauptweg nach Ahrensberg stieß. Von dort war es ein Spaziergang bis zu meiner schönen Stelle am Drewensee.
    Während ich meine Hängematte aufbaute nährte sich ein Mietshausboot und ich wurde gefragt, ob man sich dazu gesellen dürfe für die Nacht. Da es sich um einen schon etwas älteren Vater mit seinem jungen Sohn handelte ging ich davon aus, daß wir uns schon vertragen würden und erteilte die Erlaubnis zum Anlanden. Mein Bauchgefühl trügte mich nicht und ich verstand mich mit beiden prächtig! Sohnemann war Feuer und Flamme für meine bushcraftige Ausrüstung und mit Vaddern konnte ich ich wirklich tiefsinnige Gespräche über Scholl-Latours Werke, aktuelle Politik und Reisen in aller Welt führen.
    Nebenher half mir Junior beim Kienspahnspalten und Kohle anfeuern und ich zeigte ihm allerlei Tricks und Kniffe rund um Lagerbau und Feuer machen. Es war ein zauberhafter Abend mit Lagerfeuer und Stockbrot, daß Harry, sein Vater noch für uns zauberte. Nur den Kräuter hätte ich mal lieber ablehnen sollen, der mir in Kombination mit dem Bier heute n ganz schönen Schädel verpasst hat🤦 Aber solche Abende muss man in vollen Zügen genießen 😁
    Zur Ausrüstung: ich hatte die große Bushbox XL mit großem Grillrost beides Edelstahl dabei, weil die am besten mit Kohlebriketts geht. Das Fleisch habe ich in meinem großen Stanley Thermo-Topf ~4,5l transportiert und darin mit Tiefkühlerbsen gekühlt. Ich hatte ihn mir zwar ursprünglich für warmes Mittag für die Arbeit geholt, aber er funzt so auch hervorragend als Kühltasche. So gut, daß die Erbsen nach 8 Stunden immer noch komplett gefroren waren. Dann hatte ich noch mein großes Tatonka Kochgeschirr (Campset Large) ohne den kleinen Topf innen drinnen dabei für die Erbsen und zum Kaffee kochen. Ansonsten nur die Verpflegung und einen Wechselsatz Unterwäsche und den Trangia mit einer Notfüllung von 200ml Spiritus als Backup. Trotzdem war es n ganz schönes Geschleppe😂 Ich war deutlich über den von mir favorisierten 14kg und war dementsprechend auch ganz gut k.o. nach den nur 18km. Aber es sollte ja auch mehr n Bushcraft-Microadventure werden als ein richtiger Hike. Jetzt genieße ich noch etwas den Platz alleine mit dem letzten Bier (Konterpilz🤣) und mache mich dann über die zweite Alternativroute, die ich ausprobieren wollte auf den Weg zurück nach Neustrelitz.
    Einen wanderbaren Tag euch allen 😘
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  • Let's get bushcrafty

    August 21, 2024 in Germany ⋅ ⛅ 20 °C

    Seit meinem letzten FP zum E9 habe ich ganz viel geschafft, was meinen Rentenantrag angeht, und mir damit eine kleine Auszeit verdient. Also fix das ganze Geraffel gepackt, zum Edeka und mich eingedeckt mit nem Rumpsteak, Nackensteak Kräuter Knoblauch, 10 Büchsen Flens, 1,5l Wasser und 1,5l Ginger Ale + diverse Hikersnacks. Ziel der geile Übernachtungsspot am Drewensee bei Ahrensberg von meiner 37 Seen Biwaktour. Dabei die große Bushbox mit Grillrost, Kohlebriketts und Hängematten Setup. Genaueres am Ziel. Einfach einen halben Tag wandern und dann in der Natur chillen, grillen, Kasten killen....nur ohne Kasten und dann ne Nacht dort pennen. Ein Microadventure, weil ich ne Abkürzung austesten möchte, die in einer kleinen Durchschlageübung übergehen könnte.
    Bis später und Happy Trails ihr lieben🥰🥰🥰
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    Trip start
    August 21, 2024