Istanbul
6. juni, Tyrkia ⋅ ☀️ 27 °C
Arnd:
Zurück in Istanbul. Auf der Hinreise hatten wir hier das Gefühl, dass unsere Reise jetzt anfängt, das erste Land aus einem etwas anderen Kulturkreis. Auf der Hinfahrt waren wir recht lange hier, und deshalb fällt uns nicht mehr so viel ein, was wir noch anschauen könnten.
Die Fahrt von Ankara hatten wir mit dem türkischen Hochgeschwindigkeitszug gemacht. Es hatte eine gewisse Ähnlichkeit mit den Zügen in Deutschland. Auf Teilstrecken war er schnell, aber auf anderen Strecken war er sehr langsam, insbesondere auf der Einfahrt nach Istanbul rein, und die zieht sich über 50km.
Am Ankunftstag haben wir uns ausgeruht und haben uns dann abends auf den Sultan Ahmet Platz gesetzt und uns das Treiben dort angeschaut.
Am nächsten Tag sind wir dann mal wieder ins Museum gegangen. Ich hatte zwei Museen für moderne Kunst gefunden, und heute war das dran, das morgens eher öffnet, Istanbul Modern.
Auch in Museen muss man in der Türkei zunächst mal durch eine Sicherheitskontrolle mit Röntgen-Gepäckscanner. Wie immer so lieblos durchgeführt, dass jeder Terrorist nur lachen kann. Danach ging es über einen großen Vorplatz, auf dem gerade eine Sportveranstaltung stattfand. Der Sport heißt wohl Parkour. Es wurde hier als Wettrennen veranstaltet und es geht darum, möglichst schnell über oftmals größere Hindernis hinwegzukommen. Das ist was für junge Männer. Es war schon beeindruckend.
Im Museum gab es tatsächlich eine äußerst umfangreiche Präsentation von Künstlern der zweiten Hälfte des 20. Jhds. Bis in neuere Zeit. Es gab einige Dinge, die uns sehr gefallen haben.
Danach wollten wir erst in einen, den letzten, Palast der letzten osmanischen Sultane. Wieder Sicherheitskontrolle und dann Ticketschalter. 40€ pro Person. So interessiert waren wir dann doch nicht am Prunk aus dem 19. Jhdt.
Plan B war ein Volkspark, der nicht weit entfernt war. Hea-Jee wünschte sich eine Bank im Schatten. Bänke gab es viele, sogar mit Tisch, aber überall saßen Gruppen oder Familien, eine Tischdecke über dem Tisch und sie genossen das beginnende Wochenende. Der Park lag am Hang und ich dachte, wir können nach oben raus. Aber da war noch ein Palast mit Mauer und wir bemerkten leider erst oben, dass wir da einen ziemlichen Umweg an einer Straße entlang laufen mussten. Also wieder runter zum selben Eingang, durch den wir gekommen waren.
Plan C war zurück per Schiff zu fahren. Darauf mussten wir 25 Minuten warten, aber dann war es ganz nett.
Tag 2. Heute wollten wir in das andere Museum für moderne Kunst. Wir haben aber erstmal das Hotel bis kurz vor 12:00 ausgenutzt und sind dann los. Erstmal zum Taksimplatz, wo ich auf der Hinreise eine beeindruckende Batterie von Dönerspießen fotografiert hatte. Die haben wir diesmal verkostet. Döner ist in Deutschland besser!
Das Museum ARTER hatte ein beeindruckendes Gebäude. Hier gab es Ausstellungen von zeitgenössichen Künstlern. Ausstellung 1: Ein Raum mit einer großen verschlossenen Ganzglastür. Dahinter ein weißes aufblasbares Kissen, das den ganzen Raum ausfüllte und ein Video, das die Künstlerin zeigte, wie sie es mit dem Mund aufgeblasen hat.
Ausstellung 2 war noch eine Einzelausstellung eines Künstlers. Wir konnten nichts damit anfangen.
Im Keller gab es auch noch ein paar Objekte, aber erst im Erdgeschoss fanden wir ein paar Dinge, die uns was sagten, insbesondere die weißen Grammophone.
Danach sind wir erst über einen Sonntagsmarkt spaziert, der sich an einer schmalen Straße entlang zog. Schließlich sind wir nochmal durch die Istiglal Caddesi gezogen, eine westlich wirkende Einkaufsstraße.
Zum Schluss nochmal zum Sultan Ahmet Platz zum ausruhen. Unser Bus nach Bukarest fährt um 22:00 und wir müssen die Zeit totschlagen. Auf dem Platz wurden wir von einem Mann mit Sohn angesprochen, wo wir herkämen. Er fragte dann, ob wir ein kurzes Interview mit seinem Sohn machen könnten. Der hatte die Hausaufgabe, einem Touristen auf Englisch 5 Fragen zu stellen. Papa hat es gefilmt, der Film war weitaus wichtiger, als das Interview.
Eine Woche später hätte es einen Zug mit Schlafwagen nach Bukarest gegeben. Jetzt ist leider nur der Bus praktikabel. Wir sind dann recht früh zum riesigen Busbahnhof gefahren, haben dort noch zu Abend gegessen und anschließend die Abfahrtbucht unseres Busses gesucht. Die sind durchnummeriert und die Nummern gehen bis 120. Dazu gehörte ein Raum mit Sitzplätzen zum warten und ein Tresen, hinter dem drei Mitarbeiter saßen, und oben drauf eine Katze.
Hea-Jee:
Als wir wieder in Istanbul ankamen, erinnerte Arnd sich an vieles. Er fand problemlos den Weg und kam auch mit den komplizierten öffentlichen Verkehrsmitteln bestens zurecht. Ich hingegen betrachtete ich die Stadt mit Staunen und Bewunderung, als würde ich sie zum ersten Mal sehen. Besonders gefiel mir unser Hotel in einer hübschen kleinen Gasse. Es war sauber, praktisch und der Besitzer war sehr freundlich. Deshalb fand ich es schade, dass wir an diesem schönen Ort nur zwei Nächte bleiben würden.
Von unserem Hotelzimmer aus konnten wir auf ein hübsches Restaurant hinunterblicken. Auf dem Schild standen „Fisch“ und „Kebab“, also gingen wir dort zum Abendessen hin. Es war amüsant zu beobachten, wie der Besitzer mit viel Humor versuchte, vorbeigehende Gäste hereinzulocken. Der Fisch war frisch, und auch das gegrillte Gemüse war sehr lecker. Nach dem Essen wurden uns noch Tee und Gebäck aufs Haus serviert. Obwohl es keine besonders gehobene Küche war, war das Essen erstaunlich teuer.
Nachdem wir während der zwei Tage noch einige weitere Mahlzeiten gegessen hatten, entstand bei mir der Eindruck, dass die meisten Restaurants in dieser Gegend praktisch dieselben Gerichte anboten. Aussehen und Geschmack der Speisen waren überall sehr ähnlich. Ich begann mich sogar zu fragen, ob es sich vielleicht um industriell vorgefertigte Halbfertigprodukte handeln könnte. Anders ließ sich kaum erklären, wie ein einzelnes Restaurant so viele verschiedene Gerichte gleichzeitig anbieten konnte. Überall bekam man ähnliche Speisen zu ähnlich hohen Preisen, und allmählich wurde es etwas eintönig.
Arnd meinte, dass es in koreanischen Restaurants deutlich besser schmeckte und zudem günstiger sei als in der Türkei. Wahrscheinlich liegt das daran, dass es in Korea viele spezialisierte Restaurants gibt, die nur einige wenige Gerichte besonders gut zubereiten. Sie müssen nur wenige Zutaten vorrätig halten und können die Speisen jeweils frisch zubereiten. Dadurch schmeckt das Essen besser und ist gleichzeitig günstiger. In Ankara hatten wir ein Restaurant gefunden, das ausschließlich Lahmacun aus einem großen Ofen verkaufte, und das gefiel uns sehr. In dem angesagten Touristengebiet, in dem wir nun wohnten, konnten wir jedoch nichts Vergleichbares finden.
Die Menschen in Istanbul scheinen Katzen ebenfalls sehr zu lieben. Es gab viele Straßenkatzen mit einer abgeschnittenen Ohrspitze als Zeichen dafür, dass sie kastriert worden waren. Außerdem sah man zahlreiche Menschen, die sich liebevoll um die Tiere kümmerten und sie fütterten. Am ersten Abend wartete sogar eine Katze direkt an meinen Füßen. Da ich nicht wusste, ob man einer Katze einen Fischkopf geben darf, habe ich ihn ihr nicht gegeben.
In der U-Bahn sah man nur selten junge Leute, die älteren Menschen oder Müttern mit kleinen Kindern ihren Platz überließen. War das in Deutschland eigentlich auch so? Als ich Arnd darauf ansprach, meinte er, das sei ein Zeichen dafür, dass wir in wohlhabenden Ländern angekommen seien. Ich erwiderte, dass es für mich eher ein Zeichen dafür sei, dass wir uns immer weiter Richtung Westen bewegten. Schließlich sind Südkorea und Singapur noch wohlhabender, und dort machen die Menschen bereitwillig Platz.
Auch in der Türkei gab es Ermäßigungen für Senioren in Museen. An manchen Orten fragte man nicht einmal nach dem Alter, sondern gab uns allein aufgrund unseres Aussehens direkt die vergünstigten Eintrittskarten.
Vielleicht war es einfach Zeit, nach Hause zurückzukehren. Die Neugier auf Neues war etwas verblasst, und auch die Energie fürs Reisen ließ nach. Als wir Istanbul zwei Tage später verließen, verspürte ich kaum Wehmut. Trotzdem weiß ich genau: Die Türkei ist ein Land, in dem ich gerne leben würde.Les mer
Bukarest
8. juni, Romania ⋅ ☁️ 28 °C
Hea-Jee:
Um den Nachtbus nach Rumänien zu nehmen, kamen wir am riesigen Busbahnhof von Istanbul an. Wir beschlossen, das Restaurant wiederzufinden, in dem wir letztes Jahr so gut gegessen hatten, und dort noch einmal dasselbe Gericht zu bestellen. Zwischen den vielen ähnlichen Lokalen konnten wir es jedoch nicht ausfindig machen. Selbst als wir die Fotos vom letzten Jahr hervorholten und verglichen, konnten wir nicht erkennen, ob das Restaurant inzwischen renoviert worden war. Schließlich gingen wir einfach in das Lokal, dessen Mitarbeiter uns freundlich hineinbat.
Dort gab es zwar ein Auberginengericht, das dem vom letzten Jahr ähnelte, doch nachdem wir es auf dieser Reise schon so oft gegessen hatten, reizte es uns nicht besonders. Stattdessen aßen wir eine Linsensuppe, einen Salat und Köfte, kleine, rundlich-flach gegrillte Frikadellen. Alles schmeckte gut.
Die Sitze im Bus, der die ganze Nacht nach Bukarest fuhr, waren äußerst eng. Wenn ich darüber nachdachte, waren eigentlich alle Fernbusse auf dieser Reise ziemlich unbequem gewesen. Deshalb zogen wir auch diesmal wieder gewissenhaft die Kompressionsstrümpfe an, die Uli und Marion uns so nachdrücklich empfohlen hatten. Danke dafür! Egal ob Greyhound oder FlixBus – wirklich bequem war keiner von ihnen. Ironischerweise fand ich die komfortabelsten Reisebusse immer noch in Korea, einem Land, das so klein ist, dass selbst lange Busfahrten meist nach vier Stunden enden. Oft vermisste ich die breiten Sitze, die weichen Polster und die verstellbaren Beinstützen, die es erlauben, sich entspannt zurückzulehnen.
Nachtbusfahrten sind immer anstrengend. Man schläft nur leicht, weil man ständig befürchtet, einen Halt für den Toilettengang zu verpassen. Und selbst wenn man doch einschläft, sorgen die unbequemen Sitze dafür, dass Nacken und Schultern schmerzen. Diesmal kam hinzu, dass wir mehrere Grenzen überqueren mussten und alle aussteigen und die Ein- beziehungsweise Ausreisekontrollen passieren mussten.
Interessanterweise wurde an der türkischen Grenze beim Verlassen des Landes das Gepäck durchleuchtet. An der Grenze zu Bulgarien, also beim Eintritt in die EU, wurden hingegen lediglich die Pässe kontrolliert; eine Gepäckkontrolle fand nicht statt. Stattdessen leuchteten die Beamten mit Taschenlampen in den Gepäckraum des Busses. Arnd meinte, dass es an den EU-Außengrenzen wohl vor allem darum gehe zu verhindern, dass sich Menschen heimlich im Bus verstecken. An der Grenze zwischen Bulgarien und Rumänien stieg ein Polizist in den Bus und führten lediglich eine kurze Passkontrolle durch.
Beiderseits der Straßen Bulgariens und Rumäniens erstreckten sich weite, fruchtbare Felder. Die Äcker waren grün, Wasser schien reichlich vorhanden zu sein, und es wirkte, als müsse man sich um die Lebensmittelversorgung keine Sorgen machen. Auch die gelegentlich sichtbaren Bauernhöfe machten keinen armen Eindruck.
In Rumänien fielen mir hier und da große Felder mit Solarpaneelen auf, die mitten in der Ebene installiert worden waren. Rückblickend hatte ich solche Anlagen in der Türkei deutlich seltener gesehen. Dafür waren dort auf den Hausdächern häufig solarthermische Warmwasseranlagen zu erkennen.
Schließlich kamen wir in Bukarest an. In Rumänien ist Kartenzahlung weit verbreitet, sodass man sogar die öffentlichen Verkehrsmittel bequem mit Apple Pay nutzen kann. Dank Arnds erstaunlichem Gedächtnis bewegten wir uns mühelos mit U-Bahn und Bus durch die Stadt. Als wir lange vor der eigentlichen Check-in-Zeit lediglich unser Gepäck im Hotel abgeben wollten, teilte man uns überraschend mit, dass unser Zimmer bereits fertig sei. Solch eine Freundlichkeit haben wir auf dieser Reise eher selten erlebt.
Schon beim ersten Blick auf die Innenstadt wurde deutlich, dass wir nun wieder mitten in Europa waren. Stadtplanung und Architektur unterschieden sich kaum von denen anderer westeuropäischer Städte. Besonders schmerzlich war es jedoch zu sehen, wie viele kleine historische Gebäude, die einst an Straßen entlang hübsch und würdevoll aneinander gereiht hatten, inzwischen nahezu verlassen und dem Verfall preisgegeben waren.
Arnd seufzte und meinte, weder der Kommunismus noch der Kapitalismus hätten das städtische Erbe retten können. Als ich darüber nachdachte, kam mir ein anderer Gedanke: Vielleicht existieren diese Gebäude gerade deshalb noch, weil die Menschen sowohl unter dem Kommunismus als auch unter dem Kapitalismus oft genug mit dem täglichen Leben beschäftigt waren und kein Geld hatten, sie abzureißen. Dieser Gedanke erschien mir beinahe tröstlich. Ich hoffte nur inständig, dass man diese schönen Kulturdenkmäler nicht eines Tages niederreißen würde, sobald ausreichend Geld vorhanden wäre, um stattdessen moderne Neubauten zu errichten.
Der Tag der Heimreise rückte näher; nur noch eine Woche blieb bis zu unserer Rückkehr. Die Sehnsucht nach dem Alltag zu Hause in Deutschland und das Gefühl seiner Eintönigkeit wechselten sich seltsam miteinander ab.
Arnd:
Wir hatten in Bukarest eine Übernachtung. Da wir mittags ankamen und erst nachmittags weiterfuhren, hatten wir einige Zeit was zu unternehmen. Wir gehen dann ja gern ins Museum. Aber in Bukarest haben viele Museen, vielleicht sind es alle staatlichen Museen, montags und dienstags geschlossen und wir waren Montag und Dienstag da.
Für andere Museen ist das natürlich eine Chance, auch mal ein paar Besucher abzubekommen. So waren wir am Montag in einem Museum, in dem Kunstwerke präsentiert wurden, die der Stadt von Privatleuten gespendet worden waren, dem Muzeul Colecțiilor de Artă. Mir kam dann der Gedanke, dass es hierbei wohl um Nachlässe von weniger bekannten Künstlern ging, die so ein würdiges Weiterleben bekamen. Es waren viele schöne Werke dabei, das Gebäude war alt und vornehm und alle Bilder hatten einen goldenen Rahmen.
Am Dienstag Nachmittag wollte ich eigentlich mal wieder in eine Museum für moderne Kunst gehen. Aber ich hatte nicht aufgepasst, das Museum hatte zwar montags geöffnet, aber dienstags nicht. Mist. Als Ersatz diente dann eine private Sammlung von diversen technischen Gerätschaften, vor allem aus dem zwanzigsten Jahrhundert, das Museum of Romanian Records.
Dort gab es Fotoapparate, Filmkameras, Schreibmaschinen, Musikinstrumente, Mikroskope, usw. und in einem anderen Stockwerk die weltweit größte Sammlung von Bügeleisen (Guiness Rekord!). Von allem gab es eine ungeheure Anzahl verschiedenartiger Objekte, sorgfältig in blitzsauberen Glasvitrinen aneinandergereiht. Ich habe eine Frau gesehen, die gerade eine Vitrine innen putzte, das ist wahrscheinlich eine Dauerbeschäftigung.
Auf dem Rückweg zum Hotel kamen wir in einen Wolkenbruch, konnten uns aber an einer Bushaltestelle unterstellen. Irgendwann mussten wir dann aber los, weil wir unseren Zug nach Wien ja nicht verpassen wollten. Nachdem später der Zug losgefahren war, gab es nochmal einen so heftigen Wolkenbruch, dass das Wasser innen am Fenstergriff runter tropfte und es kam auf den Smartphones eine offizielle Warnmeldung wegen Überschwemmungen.Les mer
Wien
11. juni, Østerrike ⋅ ☀️ 18 °C
Arnd:
Als wir entdeckt haben, dass es einen durchgehenden Nachtzug mit Schlafwagen von Bukarest nach Wien gibt, haben wir uns entschlossen, dort zum Abschluss unserer Reise dreieinhalb Tage zu bleiben. Wir waren noch nie in Wien, deshalb war das eine schöne Gelegenheit. Außerdem haben wir Freunde dort, die wir besuchen konnten.
Die Fahrt von Bukarest war unspektakulär und angenehm. Unsere Unterkunft in Wien war eine kleine Wohnung für Kurzzeitmiete in einem Gebäude, das wohl für den Zweck errichtet worden ist und sehr viele dieser Wohnungen enthält. Check in und Check out liefen ganz automatisch, wir hatten mit keinem Mitarbeiter irgendwas zu tun. Die Wohnung lag gut 100m vom Hauptbahnhof entfernt. Dort ist man auch gut mit dem Nahverkehr angebunden. In der Umgebung gab es mehrere Supermärkte, wir mussten uns ja um unser Frühstück selbst kümmern und bei den Preisen von Restaurants, an die wir uns jetzt erstmal wieder gewöhnen müssen, freut man sich auch, wenn man mal selbst kochen kann.
Wir haben uns ein Nahverkehrsticket für 7 Tage gekauft, das war die günstigste Lösung. Wir mussten uns erst wieder daran gewöhnen, dass man beim Betreten des U-Bahnsteigs kein Ticket vorweisen muss und auch keinen Sicherheitscheck hat. Letzteres gab es auch in Bukarest nicht.
Wir kamen vormittags an und mussten unser Gepäck irgendwo unterbringen, da der Check in in unserer Unterkunft erst nachmittags möglich war. Hotels bieten eigentlich immer eine Gepäckaufbewahrung an, aber unser bestens durchorganisierter Kurzzeitvermieter verwies auf Dienstleister in der Nähe. Wir haben es erstmal mit Schließfach im Bahnhof probiert. Da gab es sehr viele und es war etwas frei. Schlüssel war gestern, heute bucht man das per Touchscreen und bezahlt drahtlos mit dem Smartphone. Dabei muss man eine Emailadresse angeben und auf die bekommt man dann eine Erinnerungsmail, die die Fachnummer enthält und einen QR-Code zum Entsperren.
Am ersten halben Tag sind wir etwas durch die Innenstadt gelaufen. Ich habe nicht fotografiert, weil das Wetter nicht schön war und ich dachte, dass wir nochmal kommen. Aber wir hatten zu viel zu tun. Aber dies soll nicht unser letzter Besuch in Wien gewesen sein. Von München kommt man gut und günstig mit der Bahn dahin und die Stadt ist wirklich schön und hat viel zu bieten.
Am zweiten Tag haben wir unsere Freunde besucht, die in der Nähe vom Schloss Schönbrunn wohnen. Deshalb sind wir dort erstmal in den Park gegangen. Für das Innere des Schlosses hatten wir keine Zeit.
Der dritte Tag war unser Museumstag. Wien ist bekannt für die Wiener Moderne. Ein Künstlername, der dabei immer genannt wird ist Gustav Klimt. Von dem gibt es eine größere Sammlung im Belvedere. Aber das ist ein großes Museum mit einer Sammlung von Adam und Eva bis heute. Das machen wir auch beim nächsten Wienbesuch. Diesmal sind wir ins Museumsquartier und dort erstmal ins Leopold Museum, die haben auch eine Sammlung zur Wiener Moderne. Ich dachte, dass wir anschließend noch andere Museen dort besuchen können, aber auch das Leopold Museum war sehr groß und wir anschließend fertig.
Wir sind dann noch etwas an der Ringstraße entlang gelaufen. Wien hatte bis zur Mitte des 19. Jhdts. eine Stadtmauer mit einem breiten unbebauten Bereich außerhalb. Das war noch ein Überbleibsel der Türkenkriege. Als man die beseitigt hat, bekam man mitten in der Stadt einen breiten unbebauten Streifen und den hat man äußerst prunkvoll bebaut. Wir sind auch nochmal durch die Innenstadt und am Stephansdom vorbeigelaufen. Dort sahen wir Plakate für ein Konzert mit Vivaldis Vier Jahreszeiten im Dom am selben Abend. Wir haben nach Karten gefragt und es gab noch welche. Also abends noch ein schönes Konzert besucht.
Was ich gern noch sehen wollte, war eine Sonderausstellung im Kunsthistorischen Museum mit Bildern von Canaletto und seinem Neffen Bellotto. Die beiden haben im 18. Jhdt. sehr detailreiche und durch ihre Arbeitsweise mit u.a. einer Camera Obscura perspektivisch korrekte Bilder von Städten gemalt. Zunächst in ihrer Heimatstadt Venedig, wo reiche Engländer einmal im Leben hingehen mussten und dabei gern solche Kunstwerke kauften. Als die wegen irgendwelcher Kriege nicht mehr kamen, ist Canaletto einfach nach London gezogen und Bellotto hat in Dresden und Wien gewirkt.
Zum Kunsthistorischen Museum sind wir am letzten Tag vormittags gegangen. Die Sonderausstellung war nicht sehr groß und so sind wir noch durch die ständige Sammlung gelaufen, die sehr an die alte Pinakothek in München erinnert. Die Sammlung ist auch beeindruckend, u.a. hängt da dieses berühmte Bild des Turmbaus zu Babel von Pieter Bruegel dem Älteren.
Hea-Jee:
Die prachtvolle und wunderschöne Stadt Wien hat mich vom ersten Augenblick an überwältigt. Ich war neidisch auf die große Zahl historischer Gebäude, die hier erhalten geblieben sind, im Vergleich zu München, das im Zweiten Weltkrieg schwer bombardiert wurde. Wenn ich darüber nachdenke, liegt das nicht nur an der gelungenen Denkmalpflege. Wien wurde als Hauptstadt eines Kaiserreichs von Anfang an groß, repräsentativ und prächtig angelegt. Selbst in den Museen schweifte mein Blick zunächst zu den majestätischen Innenräumen, bevor ich die Gemälde betrachtete.
Da ich mich schon lange für den Jugendstil interessiere, freute ich mich besonders, die Wiener Secession erstmals wirklich kennenzulernen. Kaum hatten wir Wiener Boden betreten, wurde uns klar, dass vier Tage für diese Stadt bei weitem nicht ausreichen würden. Deshalb beschlossen wir, diesmal ganz entspannt nur das anzusehen, worauf wir Lust hatten. Dafür wollten wir diese Stadt unbedingt noch einmal besuchen.
In Wien trafen wir außerdem ein junges Paar, das wir über die buddhistische Gemeinschaft Jungto kennengelernt hatten. Es war schön zu sehen, wie das internationale Paar und sein dreijähriger Sohn harmonisch zusammenlebten.
Sie luden uns in ihren Schrebergarten ein, der in einer landschaftlich reizvollen Weinregion liegt. Schon lange hatte ich mir gewünscht, einmal diesen Schrebergarten zu sehen. Der Grund dafür war eine Geschichte, die mich tief berührt hatte. Diese junge Koreanerin, die einen Wiener aus einer alteingesessenen Familie geheiratet hatte, erzählte mir einmal, warum ihr der Schrebergarten ihrer Schwiegerfamilie so viel bedeutete. Dort steht eine solide gebaute Gartenhütte, und sie sagte, dass ihre Familie in Korea dort Zuflucht finden könnte, falls in Korea eines Tages wieder Krieg ausbrechen sollte.
Südkorea befindet sich seit dem Koreakrieg von 1950 formal noch immer im Waffenstillstand. Das Land hat sich unter ständiger Unsicherheit und in schwierigen Zeiten entwickelt. Die Verbundenheit dieser jungen Frau mit der Gartenhütte brachte etwas zum Ausdruck, das viele Koreaner im Ausland empfinden: eine Mischung aus Sorge um die Heimat und einem gewissen schlechten Gewissen, weit entfernt zu leben.
Unsere Freundin freute sich sehr darüber, dass ihre Schwiegerfamilie den Schrebergarten inzwischen auf sie und ihren Mann übertragen hatten. Aus Sicht der Schwiegerfamilie war es vermutlich beruhigend zu sehen, dass die jüngeren Familienmitglieder das Grundstück mit Liebe pflegten und regelmäßig nutzten. Die Gartenhütte, die ihr Schwiegergroßvater selbst gebaut hatte, war so gut ausgestattet, dass eine ganze Familie dort problemlos wohnen könnte.
Der Garten war sehr gepflegt. Ich fragte mich, wie man sich mit einem kleinen Kind überhaupt noch um einen so großen Garten kümmern könne. Doch ihr handwerklich begabter Mann hatte im Blumenbeet und Gemüsegarten automatische Bewässerungssysteme installiert. Deshalb müsse die Familie nur einmal pro Woche vorbeikommen. Offenbar gab es dort auch keine Schneckenplage, denn das Gemüse wuchs prächtig und gesund.
An unserem letzten Tag luden uns die beiden zu sich nach Hause ein und kochten Spargelrisotto. Dazu gab es einen frischen Salat mit Gemüse, das sie gerade aus dem Schrebergarten geerntet hatten. Das Risotto ihres Mannes war so köstlich, dass es sich fast von selbst aß. Er meinte, die Zubereitung sei eigentlich ganz einfach. Da seine Mutter Italienerin ist, war dies vermutlich das erste echte hausgemachte italienische Risotto, das ich gegessen habe. Weil ich es unbedingt selbst nachkochen wollte, ließ ich mir das Rezept genau erklären: Den Risottoreis nur kurz waschen, damit nicht zu viel Stärke verloren geht. Anschließend den Reis zusammen mit Gemüse in Olivenöl und Butter anbraten. Nach und nach Gemüsebrühe zugießen und alles köcheln lassen. Nach etwa fünfzehn Minuten sei das Gericht bereits fertig. Einfach zuzubereiten, gesund und ausgesprochen lecker.
Da wir unser Enkelkind vermissen, hatten wir große Freude daran, mit ihrem Sohn zu spielen. Statt den Erwachsenen in der Küche zu helfen, beschäftigten wir uns fast ausschließlich mit dem Kind. Der Junge war fröhlich, offen und ausgesprochen kontaktfreudig. In kurzer Zeit hatten wir ihn ins Herz geschlossen. Obwohl häufige Besuche für beide Seiten vielleicht manchmal auch mit Aufwand verbunden wären, wünschte ich mir, regelmäßig Kontakt zu halten und ihn beim Aufwachsen begleiten zu dürfen.
Wir versuchten daher, das Paar zu überreden, uns oft in München zu besuchen. In der Nähe unserer Wohnung gebe es viele Orte, die Kindern gefallen könnten, erzählten wir ihnen, etwa das Deutsche Museum oder die Isarauen. Da wir selbst zwei Tage lang ihre Gastfreundschaft genießen durften, hofften wir, dass auch sie sich bei uns jederzeit willkommen fühlen würden.
Während wir uns über den Kindergarten ihres Sohnes unterhielten, erfuhren wir nebenbei einiges über das österreichische Sozialsystem. Vor allem im Bereich Wohnen und Bildung hatten wir den Eindruck, dass viele Dinge in Österreich besser funktionieren als in Deutschland und den Menschen den Alltag erleichtern.
Die Preise unterschieden sich kaum von denen in Deutschland. Auffällig fand ich allerdings, dass ich in der U-Bahn kein einziges Mal beobachtete, wie jemand älteren Menschen oder Bedürftigen seinen Platz anbot. War das in Deutschland auch so? Gleichzeitig wirkten die Menschen insgesamt sehr freundlich. Auf der Straße oder im Supermarkt begegneten wir deutlich weniger gereizten Menschen als in Deutschland. Tatsächlich habe ich in den vier Tagen niemanden erlebt, der sich beschwert oder offen geärgert hätte.
Ich bin froh, dass ich den Schlusspunkt unserer einjährigen Reise in Wien setzen konnte. Auf unseren Reisen haben wir viele Länder kennengelernt und versucht, sie zu verstehen. Als Orientierungspunkt haben wir häufig Deutschland als Vergleich herangezogen, ein Land, das wir gut kennen. Kurz bevor wir nach Deutschland zurückkehrten, noch ein deutschsprachiges Land zu erleben, dessen Kultur und Lebensstandard dem deutschen in vieler Hinsicht ähnelt, und dabei Gemeinsamkeiten wie Unterschiede unmittelbar zu erfahren, war für uns besonders wertvoll.
Diese Reise hat mich außerdem dazu gebracht, darüber nachzudenken, wie ich den Rest meines Lebens gestalten möchte. Der erste Gedanke betrifft die Menschen. Fast mein ganzes Leben lang habe ich wenig Zeit damit verbracht, mich mit Freunden zu treffen. Ich war immer zu beschäftigt und hielt mich deshalb für jemanden, der nur sehr wenige enge Freunde hat. Doch als ich in Korea Menschen wiedersah, denen ich teilweise seit Jahren oder sogar Jahrzehnten nicht begegnet war, und wir dennoch sofort wieder vertraut miteinander waren, wurde mir etwas bewusst: Auch in Deutschland und Europa habe ich viel mehr enge Freunde, als ich bisher dachte.
Viele Menschen, mit denen ich in Deutschland gelegentlich Kontakt habe, kamen mir plötzlich voller Sehnsucht in den Sinn. Ich spürte den Wunsch, solche kleinen Begegnungen und Beziehungen künftig bewusster wertzuschätzen und zu pflegen. Den entscheidenden Anstoß dazu erhielt ich ausgerechnet in der letzten ausländischen Stadt dieser Reise. Als ich den dreijährigen Fabio, den ich erst wenige Tage zuvor kennengelernt hatte, beim Spielen beobachtete, entstand in mir der Wunsch, sein Aufwachsen mitzuerleben. Dieser Gedanke setzte den Schlusspunkt unter meine Überlegungen und gab ihnen eine klare Richtung.Les mer

ReisendeSchön, dass Ihr wohlbehalten zurück seid! Danke, dass ich euch auf eurer wunderschönen Reise begleiten durfte! Ich freue mich auf ein Wiedersehen mit euch…

ReisendeWünsche euch nun ein gutes Ankommen, Einleben und wieder vertraut werden mit den alten Gegebenheiten in unserem München…. Herzlich Willkommen
Wir sind angekommen
14. juni, Tyskland ⋅ ☁️ 20 °C
Arnd:
Am Sonntag den 14. Juni sind wir nach fast einem Jahr wieder zuhause. Losgefahren sind wir letztes Jahr am 26. Juni.
Hea-Jee:
Eine Woche ist vergangen, seit wir wieder zu Hause sind.
Als ich am ersten Tag die Wohnungstür aufschloss, war ich ein wenig angespannt. Würde es sich noch wie mein Zuhause anfühlen? Oder würde mir alles fremd vorkommen? Ich war überrascht. Meine Freundin Myungju war ein paar Tage zuvor vorbeigekommen und hatte die Wohnung trotz meines Protests geputzt. Unser Zuhause war makellos sauber. Auf dem Esstisch standen Kaffee, Eier, Obst und sogar Blumen. Dankbarkeit und das Gefühl, ihr zu viel Arbeit bereitet zu haben, wechselten sich in mir ab.
Weil die Wohnung so ordentlich war, bekam ich sofort Lust, auch den Balkon aufzuräumen. Die Geräte, die ein Jahr lang ohne Strom gewesen waren, mussten wieder angeschlossen werden, manches musste repariert werden, und Arnd musste einen Internetanbieter suchen und kontaktieren. Mit diesen Dingen verging der ganze Tag.
Am nächsten Tag gingen wir zu Aldi, in den Bioladen, in den Hit und auf den Viktualienmarkt, um einzukaufen. Es gefiel uns sehr, dass Kühlschrank und Vorratsschrank völlig leer waren. Deshalb bemühten wir uns, wirklich nur das Nötigste zu kaufen und nicht sofort alles in den Einkaufswagen zu werfen.
Anfangs kam mir meine eigene Küche fremd vor. Ich griff nicht mehr automatisch nach den Dingen. Das körperliche Gedächtnis, das sonst die Bewegungen ganz von selbst steuert, funktionierte nicht mehr. Wenn ich ein Küchenmesser brauchte, musste ich erst bewusst darüber nachdenken und manchmal mehrere Schubladen öffnen. Das Kochen machte mir zwar noch keinen besonderen Spaß, aber der Gedanke, essen zu gehen, kam mir überhaupt nicht in den Sinn. Selbst einfache Gerichte wie gekochte Kartoffeln schmeckten am besten, wenn wir sie selbst zubereiteten.
Als ich den Kleiderschrank öffnete, wurde mir beinahe eng ums Herz, weil dort so viele Kleidungsstücke hingen. Ein Jahr lang hatten wir unser ganzes Hab und Gut in einer einzigen Tasche mit uns getragen. Nun kehrten wir in ein sesshaftes Leben zurück, in dem allein der Kleiderschrank ungefähr zehnmal so groß war wie unser ganzes Gepäck. Auch daran musste ich mich erst wieder gewöhnen.
Es war natürlich angenehm, nicht jeden Morgen die Sachen packen und weiterziehen zu müssen. Doch wenn ich nachts aufwache, um auf die Toilette zu gehen, denke ich manchmal noch für einen kurzen Moment nach, wo sich das Badezimmer in diesem Hotel befindet. In meinem eigenen Bett schlafe ich allerdings deutlich besser.
Rückblickend war das vergangene Jahr gar nicht besonders beschwerlich. Verglichen mit den Radtouren, die wir unser Leben lang gemacht haben, war es beinahe ein Luxus. Selbst lange Fahrten im Nachtbus waren leichter, als selbst in die Pedale zu treten, und jedes Hotel war bequemer, als ein Zelt selbst aufzubauen und in den Schlafsack zu kriechen.
Sich ständig an neue Orte anzupassen, war ebenfalls nicht so schwierig, solange man seine Energie nicht darauf verwendete, sich im Voraus Sorgen zu machen. Wenn die Probleme tatsächlich vor einem standen, ließen sie sich meistens lösen. Gegen Ende der Reise fühlten sich Körper und Geist allerdings etwas erschöpft an. Das zeigte sich vor allem darin, dass unsere Neugier und unser Mut gegenüber neuem Essen allmählich nachließen.
Während des ganzen Reisejahres habe ich niemanden gesehen, der auf der Straße oder im Supermarkt andere Menschen wegen ihrer Fehler zurechtwies oder laut mit ihnen stritt. Kaum waren wir wieder in Deutschland, erlebte ich genau das am zweiten Tag bei Aldi. Eigentlich stimmt das nicht ganz – einmal habe ich so etwas auch auf Bali erlebt.
Finn hatte beim Spazierengehen auf der Strandpromenade eine Katze entdeckt und blieb mitten auf dem Weg stehen, um mit ihr zu spielen. Menschen, die uns entgegenkamen, beschwerten sich lautstark: „Musst du denn unbedingt mitten auf dem Weg stehen und alles blockieren?“ Der Zuruf kam auf Deutsch. Ich musste so lachen, dass ich vergaß zu fragen: „Ist der Platz hier nicht breit genug für euch?“
Zu Beginn der Reise dachte ich noch, die Deutschen müssten irgendeine historische Last oder eine alte Wunde mit sich herumtragen, weil sie sich so schnell ärgern. Nach unserer Rückkehr hat sich meine Sicht darauf verändert. Vielleicht sind die Deutschen einfach besonders gründlich und konsequent. Wahrscheinlich bauen sie deshalb so gute Maschinen. Mit diesem Gedanken konnte ich vieles mit Humor nehmen.
Nach dieser großen Reise hoffe ich, dass mein restliches Leben nicht genauso weitergeht wie vor der Reise. Es gibt einige Dinge, an denen ich festhalten möchte.
Ich möchte meine Freunde häufiger treffen und mehr Zeit mit ihnen verbringen. Ich möchte die Dinge tun, die ich wirklich tun möchte, und die Dinge lassen, die ich nicht tun möchte. Und ich möchte das, was ich sagen will, immer sofort aussprechen – auch wenn es für die Zuhörenden unangenehm ist und auch wenn ich mich selbst dabei unwohl fühle.
Dieser Entschluss ist zum Teil aus den Erfahrungen entstanden, die sich während der Reise angesammelt haben. Er wurde aber auch durch eine Szene aus dem Film „Ran 12.3“ beeinflusst, den ich in Korea gesehen habe.
Bewaffnete Soldaten des Kriegsrechts dringen in das Parlament ein, und Menschen im Parlamentsgebäude versuchen verzweifelt, sie aufzuhalten. Unter ihnen hört man die Stimmen junger Frauen. Das ist keine gestellte Szene, sondern eine echte Handyaufnahme.
„Vielleicht sehen wir uns heute zum letzten Mal, Kleine.“
„Wenn ich das gewusst hätte, hätte ich einfach gelebt, wie ich wollte.“
Diese Worte der jüngeren Frau sind mir im Herzen geblieben. Werde ich am Ende meines Lebens auch so denken? Was ist denn so schlimm daran, einfach das zu tun, was man will? Für wen bin ich eigentlich mein ganzes Leben lang so vorsichtig?Les mer

ReisendeSchön, dass Ihr wohlbehalten zurück seid . Dieses Jahr der unterschiedlichsten Eindrücke und Begegnungen wird Euch für immer begleiten.







































































ReisendeNur weiter...