Tag 2
May 16 in Belgium
⛅ 13 °C
Heute starteten wir den Tag mit einem Besuch der beeindruckenden Bock Casemates. Die unterirdischen Kasematten gehören zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten Luxemburgs und waren früher Teil eines gigantischen Verteidigungssystems, das der Stadt den Ruf einer uneinnehmbaren Festung einbrachte. Das kilometerlange Tunnelsystem wurde im 17. Jahrhundert angelegt und diente nicht nur Soldaten als Schutz, sondern bot im Ernstfall sogar Platz für tausende Menschen, Pferde und Kanonen. Funfact: Wegen dieser gewaltigen Befestigungsanlagen wurde Luxemburg einst als „Gibraltar des Nordens“ bezeichnet. Beim Spaziergang durch die engen Gänge konnte man jedenfalls gut nachvollziehen, warum Angreifer damals vermutlich schon beim Anblick aufgegeben haben.
Danach schauten wir noch kurz bei der modernen Philharmonie Luxembourg vorbei. Das Gebäude gehört mit seinen unzähligen weißen Säulen zu den auffälligsten Bauwerken der Stadt. Die Philharmonie wurde vom berühmten Architekten Christian de Portzamparc entworfen und gilt akustisch als eine der besten Konzerthallen Europas. Selbst von außen wirkt das Gebäude schon ein bisschen so, als hätte jemand ein futuristisches Raumschiff mitten in Luxemburg geparkt.
Anschließend ging es vom Bahnhof Pfaffenthal-Kirchberg mit Umstieg im belgischen Leuven weiter nach Brussels. Löwen ist übrigens vor allem für seine traditionsreiche Universität bekannt, die bereits im Jahr 1425 gegründet wurde und damit zu den ältesten Universitäten Europas gehört. Außerdem stammt von dort eines der bekanntesten belgischen Biere: Stella Artois.
In Brüssel angekommen fiel sofort auf, dass die Stadt deutlich weniger geschniegelt und aufgeräumt wirkt als Luxemburg – aber genau das macht ihren besonderen Charme aus. Statt perfekt polierter Fassaden gibt es hier lebendige Straßen, historische Häuser und an jeder Ecke eine Mischung aus Eleganz und leichtem Großstadtchaos. Mittelalterlich wirkt Brüssel zwar weniger, dafür beeindruckt die Stadt mit prachtvollen Gebäuden aus dem 19. Jahrhundert und ihrer ganz eigenen Atmosphäre.
Besonders auffällig waren die vielen herrschaftlichen Wohnhäuser mit kunstvollen Fassaden, verzierten Balkonen und riesigen Fenstern. Man hat ständig das Gefühl, dass hinter jeder Tür entweder ein Diplomat, ein Künstler oder ein sehr reicher Schokoladenfabrikant wohnen könnte.
Natürlich durften auch die berühmten Einkaufspassagen nicht fehlen: die prachtvollen Galeries Royales Saint-Hubert und die Galeries du Nord. Die St.-Hubert-Galerien wurden bereits 1847 eröffnet und zählen zu den ältesten überdachten Einkaufspassagen Europas. Mit ihren Glasdächern, goldenen Verzierungen und eleganten Boutiquen wirken sie fast wie ein Palast für Schokolade, Waffeln und überteuerte Handtaschen.
Weiter ging es zum weltberühmten Grand-Place, dem zentralen Platz von Brüssel. Rund um den Platz reihen sich prächtige Gildehäuser mit unzähligen goldenen Verzierungen aneinander. Besonders bei Sonnenschein glitzert dort gefühlt jede zweite Hausfassade. Der Grand-Place gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe und gilt als einer der schönsten Plätze Europas. Funfact: Alle zwei Jahre wird der Platz mit einem riesigen Blumenteppich geschmückt, der aus Hunderttausenden Begonien besteht.
Nur wenige Straßen weiter besuchten wir dann noch das berühmte Manneken Pis – wahrscheinlich die bekannteste kleine Statue Europas. Die bronzene Figur eines pinkelnden Jungen ist gerade einmal rund 60 Zentimeter groß und trotzdem eine der größten Touristenattraktionen der Stadt. Warum genau die Statue so berühmt wurde, weiß eigentlich niemand so genau, aber die Belgier lieben ihren kleinen Rebellen. Besonders kurios: Das Manneken Pis besitzt über 1.000 verschiedene Kostüme und wird regelmäßig verkleidet – je nach Anlass mal als Fußballer, Koch oder sogar als Superheld.
Natürlich schauten wir auch noch am Royal Palace of Brussels vorbei. Obwohl Belgien eine Monarchie ist, lebt die königliche Familie dort übrigens gar nicht dauerhaft – der Palast wird heute hauptsächlich für offizielle Empfänge genutzt. Von außen wirkt das Gebäude trotzdem genau so majestätisch, wie man sich einen Königspalast vorstellt.
Zum Abschluss spazierten wir noch durch den Mont des Arts. Der „Kunstberg“ verbindet die Ober- mit der Unterstadt und bietet einen fantastischen Blick über Brüssel. Zwischen gepflegten Gärten, Brunnen und historischen Gebäuden merkt man schnell, warum dieser Ort zu den beliebtesten Aussichtspunkten der Stadt gehört.
Danach wurde es höchste Zeit für den kulinarischen Teil des Tages: In einer traditionellen Brasserie gönnten wir uns belgisches Bier und ein klassisches Steak Frites. Belgien nimmt Bier schließlich ungefähr so ernst wie andere Länder ihre Nationalmannschaft – mit über 1.500 verschiedenen Sorten. Müde, satt und leicht beeindruckt von der Mischung aus Prunk, Charme und Chaos ließen wir den Abend schließlich in Brüssel ausklingen.Read more



























Schöne Bilder und Erinnerungen, aus meiner Zeit in Brüssel, als auch unser Besuch der Stadt im letzten Jahr😁 [TL]