Tag 1
May 14 in Luxembourg
🌧 10 °C
An unserem ersten Reisetag ging es ganz entspannt sechs Stunden Richtung Westen. Unser Ziel: Luxembourg City, die Hauptstadt des zweitkleinsten EU-Landes. Trotz ihrer überschaubaren Größe gehört sie zu den wichtigsten Finanzzentren Europas und vereint mittelalterliche Altstadt, moderne Architektur und jede Menge internationale Atmosphäre auf erstaunlich engem Raum.
Nach unserer Ankunft überquerten wir direkt die beeindruckende Adolphe Bridge. Die Brücke wurde 1903 eröffnet und galt damals als technisches Meisterwerk, weil ihr riesiger Steinbogen zu den größten der Welt gehörte. Heute verbindet sie nicht nur verschiedene Stadtteile, sondern ist auch eines der bekanntesten Wahrzeichen Luxemburgs. Funfact: Obwohl sie über 120 Jahre alt ist, nennen die Luxemburger sie bis heute oft einfach „Neue Brücke“.
Unsere Unterkunft lag im charmanten Viertel Pfaffenthal, das tief im Tal der Alzette liegt. Früher lebten hier vor allem Handwerker, Müller und Arbeiter, weil direkt am Fluss gearbeitet wurde. Heute ist das Viertel deutlich ruhiger und bekannt für seine kleinen Gassen, historischen Häuser und den besonderen Kontrast zur modernen Oberstadt darüber. In unserem Tiny House fühlten wir uns jedenfalls sofort wohl – auch wenn man beim Kofferöffnen gefühlt erst einen Bauplan studieren musste.
Lange blieben wir allerdings nicht, denn natürlich wollten wir direkt losziehen. Also ging es zum Panoramaaufzug Pfaffenthal. Der gläserne Aufzug verbindet seit 2016 kostenlos die Ober- und Unterstadt und überwindet dabei rund 70 Höhenmeter. Von oben hat man einen großartigen Blick über das Tal und die alten Festungsanlagen. Besonders praktisch: Der Aufzug erspart einem ungefähr 400 Treppenstufen und damit auch spontane Zweifel an der eigenen Fitness.
Anschließend liefen wir durch den Stadtpark bis zum Place de la Constitution. Der Platz entstand nach dem Abriss der alten Festungsmauern und ist heute einer der bekanntesten Aussichtspunkte der Stadt. Dort steht auch die „Gëlle Fra“, die goldene Frauenstatue, die an die Luxemburger erinnert, die in den Weltkriegen gekämpft haben. Von hier aus hat man einen fantastischen Blick auf das Viertel Grund. Das Viertel liegt tief unten im Tal und wirkt mit seinen engen Gassen, alten Häusern und kleinen Cafés fast wie aus einem Märchenfilm. Früher befanden sich dort Werkstätten, Brauereien und Gerbereien, weil die Nähe zum Wasser wichtig war.
Überhaupt ist die Lage von Luxemburg-Stadt ziemlich außergewöhnlich. Die Stadt wurde auf mehreren Felsplateaus erbaut, während die Alzette tief darunter durch die Täler fließt. Genau diese natürliche Lage machte Luxemburg jahrhundertelang zu einer nahezu uneinnehmbaren Festung. Deshalb bekam die Stadt auch den Spitznamen „Gibraltar des Nordens“. Teile der alten Festungsanlagen und Kasematten gehören heute sogar zum UNESCO-Weltkulturerbe.
Danach ging es weiter zur beeindruckenden Notre-Dame Cathedral. Die Kathedrale wurde ursprünglich im 17. Jahrhundert von Jesuiten erbaut und verbindet gotische Elemente mit Renaissance- und Barockstil. Besonders bekannt ist sie für ihre prachtvollen Glasfenster und die Krypta, in der Mitglieder der großherzoglichen Familie begraben sind.
Nur wenige Schritte entfernt befindet sich der großherzogliche Palast, die offizielle Residenz des Großherzogs von Luxemburg. Das Gebäude stammt ursprünglich aus dem 16. Jahrhundert und diente früher sogar einmal als Rathaus. Heute finden dort offizielle Empfänge und Staatsbesuche statt.
Nach dem Besuch des Palasts zog es uns noch auf das moderne Kirchberg-Plateau – den wohl größten Kontrast zur historischen Altstadt, den man sich vorstellen kann. Während unten mittelalterliche Gassen und alte Festungsmauern dominieren, ragen hier Glasfassaden, moderne Architektur und riesige Bürogebäude in den Himmel. Kirchberg gilt als europäisches Viertel Luxemburgs und ist Sitz zahlreicher EU-Institutionen, darunter der Court of Justice of the European Union, die European Investment Bank und Teile des Europäischen Parlaments. Funfact: In Luxemburg arbeiten Menschen aus über 170 Nationen – spätestens auf Kirchberg merkt man, wie international die Stadt tatsächlich ist.
Auf dem Rückweg folgten wir dem berühmten Wenzel Circular Walk, einem historischen Rundweg durch die Altstadt. Der Weg führt vorbei an alten Festungsmauern, Aussichtspunkten, kleinen Brücken und engen Gassen und gilt als eine der schönsten Möglichkeiten, Luxemburg zu Fuß zu entdecken. Benannt wurde der Rundweg nach Wenzel I., einem Herzog von Luxemburg aus dem 14. Jahrhundert. Während des Spaziergangs hatten wir jedenfalls permanent das Gefühl, versehentlich in ein mittelalterliches Filmset geraten zu sein.
Da uns das luxemburgische Nieselwetter irgendwann ordentlich eingeweicht hatte, beschlossen wir, uns mit einer großen Portion Ramen aufzuwärmen. Danach durfte natürlich auch ein/zwei/drei lokales Bofferding-Bier nicht fehlen. Die Brauerei existiert bereits seit 1842 und ist die größte Privatbrauerei Luxemburgs. Gut gestärkt und leicht durchgenässt machten wir uns schließlich wieder auf den Rückweg zu unserem Tiny House – bereit für die nächsten Abenteuer.Read more

So ein schönes Bild 😍 [Beate]
Tag 2
May 16 in Belgium
⛅ 13 °C
Heute starteten wir den Tag mit einem Besuch der beeindruckenden Bock Casemates. Die unterirdischen Kasematten gehören zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten Luxemburgs und waren früher Teil eines gigantischen Verteidigungssystems, das der Stadt den Ruf einer uneinnehmbaren Festung einbrachte. Das kilometerlange Tunnelsystem wurde im 17. Jahrhundert angelegt und diente nicht nur Soldaten als Schutz, sondern bot im Ernstfall sogar Platz für tausende Menschen, Pferde und Kanonen. Funfact: Wegen dieser gewaltigen Befestigungsanlagen wurde Luxemburg einst als „Gibraltar des Nordens“ bezeichnet. Beim Spaziergang durch die engen Gänge konnte man jedenfalls gut nachvollziehen, warum Angreifer damals vermutlich schon beim Anblick aufgegeben haben.
Danach schauten wir noch kurz bei der modernen Philharmonie Luxembourg vorbei. Das Gebäude gehört mit seinen unzähligen weißen Säulen zu den auffälligsten Bauwerken der Stadt. Die Philharmonie wurde vom berühmten Architekten Christian de Portzamparc entworfen und gilt akustisch als eine der besten Konzerthallen Europas. Selbst von außen wirkt das Gebäude schon ein bisschen so, als hätte jemand ein futuristisches Raumschiff mitten in Luxemburg geparkt.
Anschließend ging es vom Bahnhof Pfaffenthal-Kirchberg mit Umstieg im belgischen Leuven weiter nach Brussels. Löwen ist übrigens vor allem für seine traditionsreiche Universität bekannt, die bereits im Jahr 1425 gegründet wurde und damit zu den ältesten Universitäten Europas gehört. Außerdem stammt von dort eines der bekanntesten belgischen Biere: Stella Artois.
In Brüssel angekommen fiel sofort auf, dass die Stadt deutlich weniger geschniegelt und aufgeräumt wirkt als Luxemburg – aber genau das macht ihren besonderen Charme aus. Statt perfekt polierter Fassaden gibt es hier lebendige Straßen, historische Häuser und an jeder Ecke eine Mischung aus Eleganz und leichtem Großstadtchaos. Mittelalterlich wirkt Brüssel zwar weniger, dafür beeindruckt die Stadt mit prachtvollen Gebäuden aus dem 19. Jahrhundert und ihrer ganz eigenen Atmosphäre.
Besonders auffällig waren die vielen herrschaftlichen Wohnhäuser mit kunstvollen Fassaden, verzierten Balkonen und riesigen Fenstern. Man hat ständig das Gefühl, dass hinter jeder Tür entweder ein Diplomat, ein Künstler oder ein sehr reicher Schokoladenfabrikant wohnen könnte.
Natürlich durften auch die berühmten Einkaufspassagen nicht fehlen: die prachtvollen Galeries Royales Saint-Hubert und die Galeries du Nord. Die St.-Hubert-Galerien wurden bereits 1847 eröffnet und zählen zu den ältesten überdachten Einkaufspassagen Europas. Mit ihren Glasdächern, goldenen Verzierungen und eleganten Boutiquen wirken sie fast wie ein Palast für Schokolade, Waffeln und überteuerte Handtaschen.
Weiter ging es zum weltberühmten Grand-Place, dem zentralen Platz von Brüssel. Rund um den Platz reihen sich prächtige Gildehäuser mit unzähligen goldenen Verzierungen aneinander. Besonders bei Sonnenschein glitzert dort gefühlt jede zweite Hausfassade. Der Grand-Place gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe und gilt als einer der schönsten Plätze Europas. Funfact: Alle zwei Jahre wird der Platz mit einem riesigen Blumenteppich geschmückt, der aus Hunderttausenden Begonien besteht.
Nur wenige Straßen weiter besuchten wir dann noch das berühmte Manneken Pis – wahrscheinlich die bekannteste kleine Statue Europas. Die bronzene Figur eines pinkelnden Jungen ist gerade einmal rund 60 Zentimeter groß und trotzdem eine der größten Touristenattraktionen der Stadt. Warum genau die Statue so berühmt wurde, weiß eigentlich niemand so genau, aber die Belgier lieben ihren kleinen Rebellen. Besonders kurios: Das Manneken Pis besitzt über 1.000 verschiedene Kostüme und wird regelmäßig verkleidet – je nach Anlass mal als Fußballer, Koch oder sogar als Superheld.
Natürlich schauten wir auch noch am Royal Palace of Brussels vorbei. Obwohl Belgien eine Monarchie ist, lebt die königliche Familie dort übrigens gar nicht dauerhaft – der Palast wird heute hauptsächlich für offizielle Empfänge genutzt. Von außen wirkt das Gebäude trotzdem genau so majestätisch, wie man sich einen Königspalast vorstellt.
Zum Abschluss spazierten wir noch durch den Mont des Arts. Der „Kunstberg“ verbindet die Ober- mit der Unterstadt und bietet einen fantastischen Blick über Brüssel. Zwischen gepflegten Gärten, Brunnen und historischen Gebäuden merkt man schnell, warum dieser Ort zu den beliebtesten Aussichtspunkten der Stadt gehört.
Danach wurde es höchste Zeit für den kulinarischen Teil des Tages: In einer traditionellen Brasserie gönnten wir uns belgisches Bier und ein klassisches Steak Frites. Belgien nimmt Bier schließlich ungefähr so ernst wie andere Länder ihre Nationalmannschaft – mit über 1.500 verschiedenen Sorten. Müde, satt und leicht beeindruckt von der Mischung aus Prunk, Charme und Chaos ließen wir den Abend schließlich in Brüssel ausklingen.Read more
Tag 3
May 16–17 in Belgium
☁️ 12 °C
An unserem dritten Tag in Brussels starteten wir den Morgen mit einem fantastischen belgischen Waffelfrühstück – genau die richtige Grundlage für einen langen Sightseeing-Tag. Belgische Waffeln sind übrigens nicht gleich belgische Waffeln: In Brüssel bekommt man meist die rechteckige, luftig-leichte Variante, während die berühmten Lütticher Waffeln karamellisierten Zucker enthalten und ungefähr süchtig machen. Spätestens nach dem Frühstück war jedenfalls klar, warum Belgier ihre Waffeln fast wie ein Kulturgut behandeln.
Danach ging es ins Belgian Comic Strip Center, das belgische Comicmuseum. Das Museum befindet sich in einer wunderschönen ehemaligen Jugendstil-Lagerhalle, die vom berühmten Architekten Victor Horta entworfen wurde – einem der wichtigsten Vertreter des Jugendstils überhaupt. Schon das Gebäude selbst ist eigentlich eine Sehenswürdigkeit. Belgien ist schließlich Comic-Land: Figuren wie Tim und Struppi, Lucky Luke oder die Schlümpfe stammen alle von belgischen Zeichnern. Beim Rundgang merkte man schnell, dass Comics hier deutlich ernster genommen werden als „lustige Bildchen für Kinder“.
Anschließend machten wir uns auf den Weg zum berühmten Atomium, dem wohl futuristischsten Wahrzeichen der Stadt. Das Bauwerk wurde für die Weltausstellung 1958 errichtet und stellt ein Eisenkristall dar, das 165 Milliarden Mal vergrößert wurde. Die riesigen silbernen Kugeln wirken selbst heute noch ziemlich futuristisch – irgendwo zwischen Science-Fiction-Film und gigantischem Spielplatz für Architekten. Eigentlich wollten wir auch hinauffahren, doch die Schlange vor dem Eingang war ungefähr so lang wie der halbe belgische Autobahnring. Deshalb beschlossen wir relativ schnell, dass unsere Geduld heute leider keine Aussicht wert war.
Stattdessen spazierten wir durch die dahinterliegenden botanischen Gärten und Parkanlagen. Auch wenn das belgische Wetter wieder alles dafür tat, uns langsam einzuweichen, war der Spaziergang trotzdem schön. Zwischen Grünflächen, Gewächshäusern und den futuristischen Kugeln des Atomiums fühlte sich die Gegend irgendwie gleichzeitig nach Naturpark und Zukunftsvision an.
Den Nachmittag verbrachten wir ganz entspannt mit Einkaufen in der Innenstadt. Brüssel ist dafür ideal: kleine Boutiquen, riesige Kaufhäuser, unzählige Chocolatiers und natürlich an jeder Ecke Souvenirläden mit dem Manneken Pis in sämtlichen denkbaren Varianten. Irgendwann fragt man sich ernsthaft, ob es irgendetwas gibt, worauf der kleine Kerl noch nicht gedruckt wurde.
Abends zog es uns natürlich wieder in eine traditionelle Brasserie. Dazu gab es belgisches Bier und echte Lütticher Frikadellen – eine Spezialität aus Liège. Die Frikadellen werden oft mit einer süßlich-würzigen Sauce serviert und passen ungefähr perfekt zu belgischen Pommes und Bier. Belgien versteht es eben, einfache Gerichte so gut zuzubereiten, dass man sich danach fragt, warum der Rest Europas das nicht genauso hinbekommt. Müde, satt und leicht vom belgischen Bier eingelullt ließen wir schließlich auch unseren dritten Reisetag gemütlich ausklingen.Read more
Tag 4
May 17–18 in Belgium
🌧 14 °C
Nach unserer zweiten Nacht in Brüssel ging es frühmorgens weiter nach Gent. Die ehemalige Handelsstadt wird oft ein wenig vom berühmteren Brügge überschattet, dabei hat Gent mindestens genauso viel Charme – nur etwas weniger Touristen und dafür eine riesige Burg mitten im Zentrum. Man könnte sagen: Brügge ist der geschniegelt geschniegelt-romantische Bruder, Gent eher der entspannte kleine Bruder mit mittelalterlicher Kulisse und Studentenleben.
Bei einem ersten Rundgang fiel sofort auf, wie reich die Stadt im Mittelalter gewesen sein muss. Überall prächtige Gildehäuser, alte Kirchen und Grachten. Gent war im Mittelalter tatsächlich eine der größten und wohlhabendsten Städte Europas, vor allem durch den florierenden Tuchhandel. Besonders beeindruckend ist die Gravensteen, die mächtige Burg der Grafen von Flandern mitten in der Stadt. Während andere Städte einen Marktplatz ins Zentrum bauten, dachte Gent offenbar einfach: „Warum nicht direkt eine Festung?“
Danach stand eines der kulinarischen Highlights der Reise an: unsere zweistündige Schokotour durch Gent. Unser Guide schaffte es dabei mühelos, spannende Stadtgeschichte mit belgischer Schokolade zu kombinieren – was vermutlich die effektivste Art ist, Menschen für Geschichte zu begeistern. Während der Tour besuchten wir sieben verschiedene Chocolatiers und durften überall andere Spezialitäten probieren: Pralinen, Trüffel, Kuchen, heiße Schokolade und allerlei Süßigkeiten, deren Namen man sich kaum merken konnte, die aber alle hervorragend schmeckten.
Belgien nimmt Schokolade schließlich ähnlich ernst wie Bier. Viele der bekanntesten Pralinen wurden hier erfunden, und belgische Chocolatiers arbeiten oft noch heute in echter Handarbeit. Nach der fünften Verkostung begann allerdings langsam der Punkt, an dem man sich fragt, ob man jemals wieder etwas anderes essen möchte – oder jemals wieder Zucker braucht.
Im Anschluss ging es weiter nach Brügge, das oft als „Venedig des Nordens“ bezeichnet wird. Mit seinen Grachten, kleinen Brücken und mittelalterlichen Häusern wirkt die Stadt tatsächlich fast wie eine Filmkulisse. Die komplette Altstadt gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe und hat ihre mittelalterliche Struktur bis heute fast vollständig erhalten.
In der nahezu eiförmig angelegten Altstadt besuchten wir zunächst den ruhigen Beginenhof mit seinem kleinen Garten. Der Beginenhof wurde bereits im 13. Jahrhundert gegründet und diente unverheirateten religiösen Frauen als Wohnort. Heute wirkt die Anlage mit ihren weißen Häusern und alten Bäumen wie eine kleine Oase mitten in der touristischen Innenstadt.
Anschließend spazierten wir über die berühmte „Brücke der ewigen Liebenden“, die Minnewater Brücke am romantischen Minnewater-Park. Der Legende nach sollen Paare, die die Brücke gemeinsam überqueren, für immer zusammenbleiben. Angesichts des Wetters hätte man allerdings eher glauben können, dass man dort gemeinsam für immer nass bleibt.
Denn pünktlich zum Abend setzte typischer belgischer Platzregen ein – und zwar nicht die gemütliche Nieselvariante, sondern die Sorte Regen, bei der selbst Regenjacken anfangen, ihre Lebensentscheidungen zu hinterfragen. Deshalb beschlossen wir kurzerhand, uns bereits gegen halb sieben in ein Restaurant zu retten und Moules Frites zu essen – den belgischen Klassiker aus Muscheln und Pommes. Dazu natürlich wieder ein neues belgisches Bier.
Mittlerweile hatten wir in Belgien zwar schon erstaunlich viel Bier probiert, aber tatsächlich noch keines doppelt getrunken. Das ist in Belgien allerdings auch gar nicht so schwierig: Das Land besitzt über 1.500 verschiedene Biersorten. Besonders schön ist außerdem die belgische Tradition, dass fast jedes Bier in seinem ganz eigenen Glas serviert wird. Manche sehen elegant aus, andere eher wie ein kleiner Pokal oder ein Chemielabor-Experiment – aber genau das macht den belgischen Bierkult irgendwie perfekt.Read more
Tag 6
May 18 in Belgium
🌙 11 °C
An unserem fünften Reisetag gönnten wir uns morgens zunächst wieder ein paar süße Teilchen vom Bäcker – schließlich hatten wir inzwischen verstanden, dass Belgier nicht nur Bier und Schokolade beherrschen, sondern offenbar auch Frühstück in Zuckerform perfektioniert haben.
Danach starteten wir mit unserer rein deutschen Reisegruppe exakt drei Minuten vor 9:30 Uhr – also praktisch überpünktlich – zu unserer Stadtführung durch Bruges inklusive Grachtenfahrt und Schokoladenverkostung. Deutsche Reisegruppen und Pünktlichkeit funktionieren eben selbst im Ausland erstaunlich zuverlässig.
Los ging es am berühmten Markt, dem zentralen Marktplatz der Stadt. Dort stehen das imposante Provinzpalais und natürlich der berühmte Belfried von Brügge, der mittelalterliche Belfried mit seinen 83 Metern Höhe. Früher diente der Turm nicht nur als Glockenturm, sondern auch als Schatzkammer und Feuerwache. Wer die 366 Stufen bis nach oben erklimmt, wird mit einer großartigen Aussicht über die Dächer Brügges belohnt – und vermutlich mit leicht zitternden Beinen.
Während unseres Rundgangs durch die Altstadt kamen wir an unzähligen typischen Sehenswürdigkeiten vorbei, die man bei einer klassischen Brügge-Stadtführung einfach gesehen haben muss. Dazu gehörten unter anderem die alten Gildehäuser am Markt, die romantischen Grachten, der Burgplatz mit seinen prachtvollen Gebäuden, die gotische Basilica mit ihrer berühmten Blutreliquie, das historische Rathaus, die schmalen Kopfsteinpflastergassen, kleine Innenhöfe, die typischen weißen Brücken über die Kanäle, zahlreiche Chocolatiers, versteckte Bierkneipen und natürlich die vielen Schwäne auf den Grachten. Funfact: Der Legende nach müssen in Brügge bis heute Schwäne gehalten werden, weil ein aufgebrachter Bürger im Mittelalter einen Berater des Kaisers ermordete, dessen Familienwappen einen Schwan zeigte. Seitdem sollen die Schwäne als ewige Erinnerung in der Stadt bleiben.
Im Anschluss durften wir bei einer Grachtenfahrt entspannt durch die Kanäle der Stadt schippern. Vom Wasser aus wirkt Brügge noch einmal deutlich märchenhafter. Die alten Backsteinhäuser spiegeln sich in den Grachten, kleine Brücken führen über das Wasser und gefühlt jede Ecke sieht aus wie ein Postkartenmotiv. Kein Wunder, dass die Stadt oft als „Venedig des Nordens“ bezeichnet wird.
Danach ging es weiter zur Brauerei Bourgogne des Flandres, einer der beiden verbliebenen Brauereien direkt in Brügge. Die andere berühmte Brauerei ist De Halve Maan Brewery, die durch ihre unterirdische Bierpipeline bekannt wurde. Ja, in Brügge gibt es tatsächlich eine Bierpipeline unter der Stadt – weil die Belgier offenbar selbst für Bier kreativste Lösungen finden.
Natürlich durfte auch der bereits am Vortag besuchte Beguine nicht fehlen. Zwischen den weißen Häusern, alten Bäumen und der ruhigen Atmosphäre wirkte der Beginenhof erneut wie eine kleine Auszeit vom touristischen Trubel der Stadt. Neben dem bekannten Begiunenhof unterhält die Stadt noch rund 70 weitere Quartiere, in denen alleinstehende Frauen leben können. Diese sind ähnlich der Fuggerei in Augsburg aufgebaut, aber eben nur für Frauen.
Um all die Eindrücke und die erstaunlichen Mengen an Schokolade zu verarbeiten, gönnten wir uns anschließend noch eine Bierverkostung in der Brauerei. Belgisches Bier bleibt einfach eine Wissenschaft für sich: mal fruchtig, mal extrem stark, mal überraschend süß – aber nie langweilig.
Danach machten wir uns auf den Weg nach Antwerpen, unserem fünften Stopp der Reise. Schon bei der Ankunft beeindruckte uns sofort der wunderschöne Antwerpen-Centraal Bahnhof. Der Bahnhof gilt als einer der schönsten Europas und wirkt mit seiner riesigen Kuppel, den Marmortreppen und den prunkvollen Hallen eher wie ein Palast als wie ein Bahnhof. Man versteht sofort, warum er oft als „Eisenbahnkathedrale“ bezeichnet wird.
Nach dem Einchecken im Hotel starteten wir direkt zu einem kleinen Abendrundgang durch die Stadt. Zuerst ging es über den beeindruckenden Grote Markt mit seinen prachtvollen Gildehäusern und dem imposanten Rathaus. Der Platz gehört zu den schönsten historischen Marktplätzen Belgiens und zeigt, wie reich Antwerpen während seiner Blütezeit als Handelsmetropole war.
Von dort liefen wir weiter zur gigantischen Kathedrale. Die Liebfrauenkathedrale ist die größte gotische Kirche Belgiens und beherbergt mehrere Werke des berühmten Malers Peter Paul Rubens. Besonders der Turm dominiert die gesamte Skyline der Stadt.
Ganz in der Nähe entdeckten wir dann die kleine Vlaeykensgang – eine versteckte mittelalterliche Gasse, die tatsächlich ein bisschen wie die Winkelgasse aus Harry Potter aussieht. Zwischen alten Backsteinmauern, kleinen Innenhöfen und historischen Häusern fühlt man sich dort plötzlich mehrere Jahrhunderte zurückversetzt.
Anschließend spazierten wir weiter zum Ufer der Schelde und durch den berühmten St. Anna Tunnel. Der Tunnel verbindet seit 1933 die beiden Seiten der Schelde und ist besonders für seine alten hölzernen Rolltreppen bekannt, die tatsächlich noch original erhalten sind. Allein die Fahrt damit fühlt sich schon wie eine kleine Zeitreise an.
Vorbei an der mittelalterlichen Burg Het Steen, der ältesten erhaltenen Festung der Stadt, ging es schließlich weiter zu einem kleinen Café. Dort saßen wir entspannt in der Sonne, tranken den Cappuccino des Tages und beobachteten das bunte Treiben der Stadt. Den Abend ließen wir anschließend ganz gemütlich mit weiteren belgischen Spezialitäten ausklingen – denn selbst nach mehreren Tagen Belgien gab es immer noch neue Biere, neue Süßigkeiten und neue Gerichte zu entdecken.Read more
Tag 7
May 19–20 in Belgium
☁️ 16 °C
Heute erkundeten wir morgens noch einmal ausführlich Antwerpen. Los ging es an der mittelalterlichen Burg Het Steen direkt an der Schelde. Die Festung ist das älteste erhaltene Gebäude der Stadt und stammt ursprünglich aus dem frühen Mittelalter. Früher diente sie unter anderem als Verteidigungsanlage, Gefängnis und sogar zeitweise als Wohnhaus. Heute befindet sich darin eine moderne Ausstellung zur Stadtgeschichte Antwerpens, die zeigt, wie aus einer kleinen Handelsstadt einer der bedeutendsten Häfen Europas wurde. Besonders spannend: Antwerpen war im 16. Jahrhundert zeitweise eine der reichsten Städte der Welt.
Von dort liefen wir weiter zum Rubenshuis, dem ehemaligen Wohnhaus des berühmten Malers Peter Paul Rubens. Rubens gehört zu den bekanntesten Barockmalern überhaupt und war im 17. Jahrhundert so gefragt, dass seine Werkstatt fast schon wie eine künstlerische Massenproduktion funktionierte. Das Haus selbst ist beeindruckend: prachtvolle Räume, ein wunderschöner Innenhof und ein ruhiger Garten mitten in der Stadt. Man merkt sofort, dass Rubens nicht nur ein erfolgreicher Künstler, sondern auch ziemlich wohlhabend war. Der Garten wirkte jedenfalls eher wie die private Anlage eines kleinen Schlosses als wie der Hinterhof eines Malers.
Im Anschluss schlenderten wir durch das berühmte Diamantenviertel rund um den Hauptbahnhof. Antwerpen gilt seit Jahrhunderten als Welthauptstadt des Diamantenhandels – ein großer Teil aller weltweit gehandelten Rohdiamanten passiert irgendwann diese Stadt. Entsprechend reiht sich dort ein Diamantenladen an den nächsten. Gefühlt gibt es in diesem Viertel tatsächlich fast so viele Juweliere wie in Belgien Chocolatiers. Zwischen Hochsicherheitsgeschäften, glitzernden Schaufenstern und streng wirkenden Händlern fühlt man sich ein bisschen wie in einem Heist-Film.
Danach ging es vom wunderschönen Antwerpen-Centraal Bahnhof weiter Richtung Rotterdam. Schon bei der Ankunft merkt man sofort, dass Rotterdam ganz anders wirkt als die bisherigen Städte unserer Reise. Während viele belgische Städte mit mittelalterlichen Gassen und historischen Fassaden glänzen, dominieren hier moderne Architektur, Hochhäuser und futuristische Gebäude.
Der Grund dafür ist tragisch: Rotterdam wurde im Zweiten Weltkrieg durch deutsche Luftangriffe fast vollständig zerstört. Statt die Altstadt originalgetreu wieder aufzubauen, entschied sich die Stadt danach bewusst für moderne Architektur und innovative Stadtplanung. Heute gilt Rotterdam deshalb als Architekturhauptstadt der Niederlande.
Von Bahnhof aus machten wir uns direkt auf den Weg zur futuristischen Markthal. Die riesige Markthalle sieht von außen aus wie ein gigantischer, halb offener Bogen aus Glas und Stahl. Innen befindet sich nicht nur ein riesiger Food Market, sondern auch eines der größten Kunstwerke der Niederlande an der Decke – ein farbenfrohes Gemälde aus überdimensionalen Früchten, Blumen und Lebensmitteln. Dort stärkten wir uns erst einmal mit niederländischen Poffertjes – kleinen fluffigen Mini-Pfannkuchen mit Puderzucker – und natürlich mit Pommes, denn diese Reise entwickelte sich langsam auch zu einer internationalen Kartoffelstudie.
Danach liefen wir weiter zu den berühmten Cube Houses. Die schräg gekippten Häuser gehören zu den bekanntesten Bauwerken der Stadt und sehen aus, als hätte jemand beim Zusammenbauen vergessen, die Wasserwaage zu benutzen. Entworfen wurden sie vom Architekten Piet Blom, der mit ihnen eine Art „Wald aus Häusern“ schaffen wollte. Natürlich schauten wir uns die Gebäude auch von innen an – und spätestens dort verstand man, warum normale Möbel in solchen Häusern wahrscheinlich schnell zu einer Herausforderung werden.
Nach einem kurzen Blick auf den Old Harbour mit seinen historischen Schiffen und modernen Hochhäusern im Hintergrund machten wir uns schließlich wieder auf den Rückweg. Rotterdam wirkte insgesamt wie das komplette Gegenprogramm zu Brügge: weniger Mittelalter, dafür mehr Zukunftsvision. Am Abend ging es schließlich zurück nach Antwerpen, wo wir den Tag entspannt ausklingen ließen.Read more
Tag 8
May 20–21 in the Netherlands
☁️ 17 °C
An unserem letzten vollen Reisetag starteten wir den Morgen ganz entspannt mit Apfelkuchen und heißem Kakao – eine Kombination, die sich inzwischen als hervorragende Grundlage für stundenlange Stadtspaziergänge etabliert hatte.
Danach ging es zum beeindruckenden Museum aan de Stroom, besser bekannt als MAS Museum. Schon das Gebäude selbst ist ein absolutes Highlight. Der riesige rote Backsteinbau erinnert mit seiner Form an einen modernen Leuchtturm und besitzt eine außen umlaufende, gewellte Glasfassade, die an Wasserbewegungen erinnern soll – passend zur engen Verbindung Antwerpens mit dem Hafen und der Schifffahrt.
Besonders auffällig sind außerdem die unzähligen Hände an der Außenfassade. Dahinter steckt die wohl makaberste Stadtlegende Belgiens: Der Name Antwerpen soll vom niederländischen „Hand werpen“ stammen, also „Hand werfen“. Der Legende nach verlangte einst ein Riese von allen Schiffen auf der Schelde Zoll. Wer nicht zahlen konnte, verlor seine Hand, die anschließend in den Fluss geworfen wurde. Erst ein mutiger Held soll den Riesen besiegt und ihm kurzerhand dasselbe Schicksal verpasst haben. Ziemlich brutal – aber immerhin einprägsam.
Im Museum selbst verteilen sich auf neun Etagen zahlreiche Ausstellungen, während ganz oben eine fantastische Panoramaterrasse auf die Besucher wartet. Besonders schön: Die Rolltreppen führen spiralförmig außen am Gebäude entlang, sodass man während des Hochfahrens immer neue Ausblicke über Antwerpen bekommt. Inhaltlich war das Museum überraschend vielseitig. Unter anderem lernten wir etwas über Kontaktsportarten, amerikanische Kunst, Antwerpen im Krieg, globale Handelswege und die historische Lebensmittelversorgung der Stadt. Gerade die Themen rund um Handel und Hafen machten noch einmal deutlich, wie sehr Antwerpen seit Jahrhunderten vom internationalen Austausch geprägt ist.
Danach machten wir noch einen Zwischenstopp in einem fantastischen Keks- und Süßigkeitengeschäft – schließlich bestand unsere Reise inzwischen gefühlt zu gleichen Teilen aus Kulturprogramm und Kalorienaufnahme.
Anschließend ging es weiter zum Bahnhof und von dort nach Maastricht, unserem letzten Ziel der Reise. Dort besuchten wir meinen Cousin Lionel. Maastricht gehört zu den ältesten Städten der Niederlande und wirkt mit seinen historischen Gebäuden, kleinen Gassen und gemütlichen Plätzen fast ein bisschen burgundisch. Außerdem wurde hier 1992 der Vertrag von Maastricht unterzeichnet, der die Grundlage für die Europäische Union und den Euro schuf.
Kaum angekommen, probierten wir natürlich direkt eine niederländische Spezialität: Bitterballen. Die frittierten Kugeln gelten in den Niederlanden als absoluter Klassiker zum Bier. Innen befindet sich allerdings eine heiße, cremig-fleischige Masse mit einer Konsistenz, die irgendwo zwischen Ragout und Lava liegt. „Gönnen“ wäre für meine erste Erfahrung damit allerdings vielleicht etwas zu positiv formuliert.
Unser Hotel Les Charmes war dafür umso gemütlicher. Das kleine Boutiquehotel hatte das Thema „Koffer“ und versprühte genau den charmanten Stil, den man sich für einen letzten Stopp der Reise wünscht.
Von dort liefen wir über die Maas Richtung Vrijthof, dem bekanntesten Platz der Stadt. Rund um den Platz herrschte überall entspanntes Leben zwischen Cafés, Restaurants und historischen Gebäuden.
Direkt daneben besichtigten wir die auffällige rote St. Johannes Kirche sowie die beeindruckende Servatiusbasilika. Die Servatiusbasilika gilt als die älteste Kirche der Niederlande und geht auf das Grab des heiligen Servatius aus dem 4. Jahrhundert zurück. Entsprechend bedeutend ist sie bis heute für die Geschichte und Religion der Region.
Ein besonderes Highlight war außerdem die Boekhandel Dominicanen, eine Buchhandlung in einer ehemaligen Dominikanerkirche. Zwischen alten Gewölben, riesigen Fenstern und meterhohen Bücherregalen wirkt der Laden fast surreal schön. Nicht umsonst zählt er regelmäßig zu den schönsten Buchhandlungen der Welt. Bücher in einer Kirche zu verkaufen fühlt sich zwar zunächst leicht verboten an – funktioniert aber erstaunlich gut.
Über den Rathausplatz und vorbei am historischen Rathaus spazierten wir schließlich weiter zum Aperitiftrinken. Damit ließen wir unseren letzten vollständigen Urlaubstag entspannt ausklingen – zwischen niederländischem Charme, historischen Gassen und dem Gefühl, dass diese Reise viel zu schnell vergangen war.Read more
Tag 9
May 21–22 in Germany
☁️ 21 °C
An unserem Abreisetag standen wir noch einmal früh auf, um auch die letzten Stunden in Maastricht möglichst sinnvoll – beziehungsweise kulinarisch – zu nutzen. Zum Frühstück ging es deshalb in die traditionsreiche Bisschopsmolen, eine historische Bäckerei direkt an einem alten Wassermühlrad mitten in der Altstadt. Die Mühle existiert bereits seit dem Mittelalter und gilt als eine der ältesten noch betriebenen Wassermühlen der Niederlande. Allein die Atmosphäre dort wirkte schon so gemütlich, dass man am liebsten direkt noch einen zweiten Urlaubstag angehängt hätte.
Natürlich probierten wir dort auch den berühmten Limburger Vlaai – die wohl bekannteste Spezialität der Region Limburg. Vlaai ist ein Hefekuchen mit Fruchtfüllung, der traditionell oft zu Familienfeiern oder am Sonntagnachmittag gegessen wird. Wir testeten gleich mehrere Sorten: Rhabarber, Aprikose sowie Apfel-Kirsche. Geschmacklich war das Ganze definitiv lecker, auch wenn wir ehrlicherweise zugeben müssen, dass uns der kulinarische Offenbarungsmoment dabei ein wenig fehlte. Vielleicht waren unsere Erwartungen nach Tagen voller belgischer Waffeln, Schokolade und Bier inzwischen einfach unfair hoch.
Dazu gab es noch herrlich klebrige Zimtschnecken, die zuverlässig dafür sorgten, dass zumindest unser Blutzuckerspiegel perfekt auf die Heimreise vorbereitet war.
Im Anschluss bestiegen wir noch den roten Turm der St. Johannes Kirche. Die Kirche ist vor allem wegen ihres auffälligen roten Turms bekannt, der sich deutlich von den meisten anderen Kirchtürmen Europas unterscheidet. Nach einigen Stufen – und einer kurzen Erinnerung daran, dass enge Wendeltreppen nie gemütlicher werden – wurden wir oben mit einem fantastischen Rundumblick über Maastricht belohnt. Von dort oben konnte man noch einmal wunderbar die historischen Dächer, die Maas und die vielen Kirchtürme der Stadt sehen.
Zum Abschluss besuchten wir noch einmal Lionel in seiner erstaunlich großzügigen Studentenwohnung auf einen Kaffee.
Danach machten wir uns schließlich auf den Heimweg – über Herzogenrath und Düsseldorf zurück Richtung Süden. Ab Düsseldorf durften wir dann noch mit einem modernen ICE 4 fahren. Im Vergleich zu älteren ICE-Generationen wirkte der Zug deutlich komfortabler und moderner: mehr Platz, bessere Ausstattung und mehr Steckdosen.
Besonders erfreulich: Trotz zahlreicher Zugfahrten, Umstiege und Länderwechsel erreichten wir München pünktlich.
Ein kleines Fazit noch zur Reise selbst: Das Reisen mit Interrail funktionierte problemlos. Sowohl die Buchungen als auch die Verbindungen ließen sich bequem über die Interrail-App organisieren, was die gesamte Tour deutlich entspannter machte. Für eine Reise durch mehrere Länder war das System jedenfalls deutlich unkomplizierter, als wir ursprünglich erwartet hatten – und vermutlich auch deutlich stressfreier, als jede einzelne Strecke separat zu buchen.Read more































































































































