• Tag 3

    May 16–17 in Belgium ☁️ 12 °C

    An unserem dritten Tag in Brussels starteten wir den Morgen mit einem fantastischen belgischen Waffelfrühstück – genau die richtige Grundlage für einen langen Sightseeing-Tag. Belgische Waffeln sind übrigens nicht gleich belgische Waffeln: In Brüssel bekommt man meist die rechteckige, luftig-leichte Variante, während die berühmten Lütticher Waffeln karamellisierten Zucker enthalten und ungefähr süchtig machen. Spätestens nach dem Frühstück war jedenfalls klar, warum Belgier ihre Waffeln fast wie ein Kulturgut behandeln.

    Danach ging es ins Belgian Comic Strip Center, das belgische Comicmuseum. Das Museum befindet sich in einer wunderschönen ehemaligen Jugendstil-Lagerhalle, die vom berühmten Architekten Victor Horta entworfen wurde – einem der wichtigsten Vertreter des Jugendstils überhaupt. Schon das Gebäude selbst ist eigentlich eine Sehenswürdigkeit. Belgien ist schließlich Comic-Land: Figuren wie Tim und Struppi, Lucky Luke oder die Schlümpfe stammen alle von belgischen Zeichnern. Beim Rundgang merkte man schnell, dass Comics hier deutlich ernster genommen werden als „lustige Bildchen für Kinder“.

    Anschließend machten wir uns auf den Weg zum berühmten Atomium, dem wohl futuristischsten Wahrzeichen der Stadt. Das Bauwerk wurde für die Weltausstellung 1958 errichtet und stellt ein Eisenkristall dar, das 165 Milliarden Mal vergrößert wurde. Die riesigen silbernen Kugeln wirken selbst heute noch ziemlich futuristisch – irgendwo zwischen Science-Fiction-Film und gigantischem Spielplatz für Architekten. Eigentlich wollten wir auch hinauffahren, doch die Schlange vor dem Eingang war ungefähr so lang wie der halbe belgische Autobahnring. Deshalb beschlossen wir relativ schnell, dass unsere Geduld heute leider keine Aussicht wert war.

    Stattdessen spazierten wir durch die dahinterliegenden botanischen Gärten und Parkanlagen. Auch wenn das belgische Wetter wieder alles dafür tat, uns langsam einzuweichen, war der Spaziergang trotzdem schön. Zwischen Grünflächen, Gewächshäusern und den futuristischen Kugeln des Atomiums fühlte sich die Gegend irgendwie gleichzeitig nach Naturpark und Zukunftsvision an.

    Den Nachmittag verbrachten wir ganz entspannt mit Einkaufen in der Innenstadt. Brüssel ist dafür ideal: kleine Boutiquen, riesige Kaufhäuser, unzählige Chocolatiers und natürlich an jeder Ecke Souvenirläden mit dem Manneken Pis in sämtlichen denkbaren Varianten. Irgendwann fragt man sich ernsthaft, ob es irgendetwas gibt, worauf der kleine Kerl noch nicht gedruckt wurde.

    Abends zog es uns natürlich wieder in eine traditionelle Brasserie. Dazu gab es belgisches Bier und echte Lütticher Frikadellen – eine Spezialität aus Liège. Die Frikadellen werden oft mit einer süßlich-würzigen Sauce serviert und passen ungefähr perfekt zu belgischen Pommes und Bier. Belgien versteht es eben, einfache Gerichte so gut zuzubereiten, dass man sich danach fragt, warum der Rest Europas das nicht genauso hinbekommt. Müde, satt und leicht vom belgischen Bier eingelullt ließen wir schließlich auch unseren dritten Reisetag gemütlich ausklingen.
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